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Kommentar 4 Min Lesezeit 9 Kommentare

Die neuen ZenFones: Die Nische wird klein, aber fein

Asus gibt nicht auf und versucht sich weiter, in Europa mit Smartphones einen Platz zu erobern. Die ZenFone-4-Modelle stellen ein kleines, aber feines Sortiment dar. Doch Asus muss an den richtigen Stellen ansetzen, wenn es noch Etwas werden soll mit dem Erfolg.

Die ZenFone-4-Modelle haben für alle wichtigen Kernkompetenzen, die die Kunden von Smartphones erwarten, etwas zu bieten: Einen dicken Akku in den Max-Modellen, schickes Design und eine spannende Frontkamera beim Selfie Pro, eine trendige Dual-Kamera und viel Leistung beim ZenFone 4 Pro. Wer den Mittelweg sucht, nimmt das Stamm-Modell ZenFone 4. Schön und gut, doch man darf sich die Frage stellen: Warum sollte ich ein Smartphone von Asus kaufen? Es gibt doch so viele andere, viel bekanntere Hersteller, die das Gleiche oder Ähnliches bieten.

Tatsächlich hat Asus noch immer ein Image-Problem, auch in der immerhin schon vierten Smartphone-Generation. An der Qualität lag es bisher nicht, die Smartphones des Herstellers aus Taiwan sind alles andere als schlecht. Die Modellstrategie allerdings verwirrt viele Kunden: Sperrige Modellnummern werden an die Namen gehängt, oft gibt es mehrere Versionen eines Smartphones mit gleicher Bezeichnung. Das ist jetzt auch wieder so: Das ZenFone 4 Max gibt es in zwei Bildschirmgrößen, das ZenFone 4 Selfie kommt nicht nach Deutschland, die Pro-Version aber schon, und das ZenFone 4 Pro hat in den USA ein Gehäuse aus Alu, hierzulande aber aus Glas. Da blickt nicht jeder Interessent auf den ersten Blick durch.

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Das ZenFone 4 ist das Grund-Modell der Reihe. / © AndroidPIT

Asus macht nicht alle Trends mit

Einigen Trends der Smartphone-Industrie versagt sich Asus zudem bisher. An den neuen ZenFones sind keine randlosen Displays zu finden, eher im Gegenteil. Das Thema VR spielt für die Taiwaner nur am PC eine Rolle. Die ZenFones müssen zudem auch in der preislichen Oberklasse mit Full-HD-Displays auskommen. Das sind teils seltsame Entscheidungen der Produktplaner, denn wenn man schon nicht so bekannt ist wie die Konkurrenz, dann sollte man wenigstens Ähnliches zu bieten haben.

Was nicht viele Käufer wissen: Smartphones sind bei Asus nur ein Teil dessen, was unter dem "Zen"-Namen verkauft wird. Da gibt es Tablets, Notebooks, Smartwatches und künftig wohl noch einiges mehr. Vor allem beim Design der Geräte versucht Asus, eine eigene Note zu entwickeln, und schafft das insgesamt auch recht gut. Schade also, dass man es den Kunden offenbar nicht vermitteln kann, dass Smartphones ein wichtiger Teil des Sortiments sind.

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Das ZenFone 4 Selfie Pro kommt in schicken Farben. / © AndroidPIT

Das Gute an der Sache ist: Bei Asus ist man sich diesen Problemen bewusst. Im Gespräch betonen Firmenvertreter, dass es tatsächlich schwierig sei, die Zen-Familie als Ganzes so anzupreisen, dass die Kundschaft sieht, wie die einzelnen Produkte zusammen passen. Auch beim Einzelhandel, etwa Media Markt und Saturn, immerhin die wichtigsten Smartphone-Händler Deutschlands, hat man es schwer, sich gegenüber den populäreren Marken zu positionieren. Die deutlich bessere Stellung bei Notebooks und anderen Geräten hilft da wenig, da hier anderen Abteilungen und Einkäufer zuständig sind.

Die Preise sollen so hoch sein

Auch die hohen Preise erkennt Asus selbst, vor allem die 849 Euro für das ZenFone 4 Pro sind eine ganze Menge Geld. Wenn man in dem umkämpften Smartphone-Markt einen Fuß in die Tür bekommen möchte, wäre eine aggressivere Preisstrategie sicher angeraten, die ZenFones müssten allesamt zwischen 50 und 150 Euro weniger kosten. Auch wäre es wichtig, die ZenFones bei den Providern unter zu bringen. Doch Asus hat es auch mit der vierten Serie seiner Smartphones gar nicht auf die Masse abgesehen. Vielmehr will sich das Unternehmen aus Taiwan in der Nische der edlen und hochwertigen Smartphones einnisten. Da sind hohe Preise Gang und Gäbe. Bei den Notebooks hat das bereits funktioniert, Asus hat hier im Schnitt die zweithöchsten Verkaufspreise nach Apple und fährt sehr gut damit. Für den Hersteller praktisch: Bei hohen Preisen kann man attraktiv aussehende Rabatte ankündigen und immer noch gutes Geld verdienen.

Dazu muss Asus aber etwas schaffen, was in den letzten Jahren ein riesiges Problem war: Neu vorgestellte Smartphones wenigstens einigermaßen zeitnah auf den Markt zu bringen. Das dauerte in der Vergangenheit oft Monate. Mit den ZenFone-4-Modellen verspricht Asus Besserung. Noch bis Anfang Oktober sollen alle neuen ZenFones bis auf das 4 Pro im Handel sein. Das Top-Modell kommt voraussichtlich dann Anfang November. Das ist immer noch nicht wirklich schnell, zumal die ZenFones in Asien bereits im August angekündigt wurden. Noch vor ein oder zwei Jahren hätte allerdings frühestens der Osterhase die neuen Smartphones im Gepäck gehabt und nicht der Nikolaus. Also immerhin ein kleiner Fortschritt.

Was meint Ihr: Schafft es Asus, sich mit den neuen ZenFones einen kleinen Teil des Smartphone-Kuchens zu sichern? Oder braucht die Geräte eigentlich niemand? Diskutiert mit mir in den Kommentaren.

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9 Kommentare

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  • Alles gut und schön, aber grottenschlechter Service. Nach zwei Jahren und einem Monat gab es Probleme mit dem Padfone, 80 Euro für die Fehleranalyse, werden bei Reparatur nicht verrechnet, das war's dann. Das beste war der Mitarbeiter der Hotline der sich dafür entschuldigt hat, das die Firma, für die er arbeitet, so übel mit den Kunden umgeht


    • Genau das selbe hat der am Telefon auch gesagt, als ich wegen mein Notebook angerufen hatte weil es nach 2 Jahren und 2 Monate Probleme mit dem Mainboard gab, ist schon eine Frechheit wie Asus mit den Kunden umgeht, wenn sich schon selbst die Mitarbeiter entschuldigen.


  • Also ne kleine Niesche aber der Preis ist nicht so wirklich klein...

    Außerdem muss Asus erstmal zeigen, dass die Kunden bei Smartphones wichtig sind!

    Zu Zeiten des ersten Zenfone 1 wurden Bugs und Softwareprobleme erst nach mehreren Monaten gefixt!!!

    Ein "No Go" da User Geld bezahlt hatten weil Asus ja ne gute PC, Notebook Marke ist!


  • Asus baut gute Computer warum also auch nicht bei Smartphones ..... Sieht schick aus aber preislich...🤔🗯️


  • Ihr habt es richtig erkannt Asus ist ein Nischen Produkt. Die meisten sind doch mehr oder weniger ihrer Marke treu. Wenn man wechselt dann zu einem renommierten Unternehmen.
    Asus als Smartphone Hersteller vielen unbekannt.


  •   40
    Gelöschter Account 22.09.2017 Link zum Kommentar

    Ich stimme dem Artikel zu. Die Asus Zenfone Serie ist wirklich nicht schlecht (Besonders die Standardgeräte ohne Namenszusatz). Leider hatten die bei den letzten 2 Versionen einiges Pech u. auch nicht wirklich ihre Produkte auf den Markt gepushed. Besonders nicht in Deutschland.
    Das sie nicht jeden Trend mitmachen mag man gut oder schlecht finden. Das ganze AR Thema aktuell nicht zu bedienen, kann aber auch Vorteile haben zumal da alles eh noch in den Kinderschuhen steckt. Auch das ganze Assistenten Wettrennen (siehe Bixby, Siri, etc.) muss nicht noch weiter zerflättert werden. Die randlosen Displays so schick sie auch sind. Nun ja. So einwandfrei wie ich gedacht hatte sind diese Geräte nicht zu halten ohne versehentlich Aktionen auszulösen. Wenn das Top Modell erst im Nov. kommt ist es verglichen mit z.B. dem iPhone X Release gleich auf. So what. Wenn die Geräte da sind sind sie da u. man kann sie kaufen u. gut finden oder auch nicht. Bin zwar aktuell mit dem Galaxy S8 unterwegs, wenn ich aber Zuhause bin ist das Zenfone 3 mein Arbeitstier. Schnell, handlich u. ohne sinnlosen Schnickschnack.


    • @Holger S.
      stimme Dir grundsätzlich zu, nur in dem Punkt, dass AR/VR nicht bedient wird, nicht. Asus hat hier das Zenfone AR auf dem Markt. Kostet knapp 900€, hat 6 od. 8 GB bzw. 128 GB und ein drei Kamerasystem auf der Rückseite. Unterstützt werden Tango und Daylight.
      Benutze im Übrigen das Zenfone 3 deluxe und bin damit sehr zufrieden.


      •   40
        Gelöschter Account 23.09.2017 Link zum Kommentar

        @Ralf: War bezogen auf den Satz "Das Thema VR spielt für die Taiwaner nur am PC eine Rolle."

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