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5G-Netzwerke: Das verspricht die Revolution des mobilen Internets [Update: Vodafone prescht voran!]

LTE war einmal. Während der eine Mobilfunkstandard noch nicht einmal überall umgesetzt wurde, wird schon am nächsten getüftelt. Wir zeigen Euch die größten Versprechen von 5G. Update: Vodafone und TU Dresden treiben Forschung an neuen Netzten stark voran und passieren einen Meilenstein. Mehr dazu findet Ihr gleich am Anfang des Artikels.

androidpit 5g
5G ist der nächste Schritt im mobilen Internet und verspricht eine echte Tempo-Revolution. Doch nicht nur das. / © ANDROIDPIT

Update: Vodafone passiert zur CeBit 2015 den ersten Meilenstein auf dem Weg zu 5G. Außerdem gibt der Mobilfunk-Provider neue Zahlen bekannt, wie viele Mitarbeiter inzwischen an 5G forschen.

Entwickelt und vorangetrieben wird 5G in Deutschland im 5G Lab Germany, zu dem auch der Vodafone Lehrstuhl für mobile Kommunikationssysteme gehört. Mehr als 500 Mitarbeiter entwickeln hier das Netz der Zukunft.

Zusätzlich hatten Vodafone, Nokia und weitere Partner im September 2014 schon zusammen mit der TU Dresden den Grundstein für das erwähnte 5G Lab gelegt, in dem Informatikstudenten neue Schwerpunkte setzen und sich auf die neuen Themen vorbereiten können.

Vodafone steckt den zeitlichen Rahmen für die Umsetzung eines 5G-Netzes nicht enger als andere:

Schon 2020 wird 5G im Live-Betrieb über 1 Gbit/s schnell sein. 2030 ist die neue Technologie rund 1.000 Mal schneller als das heute bekannte LTE. Mit solchen Geschwindigkeiten ließen sich alle bei YouTube gespeicherten Filme binnen nur 60 Minuten herunterladen – was immerhin rund 45 Terabyte an Daten sind. Doch Geschwindigkeit ist bei 5G nicht alles: Entscheidend ist die kurze Reaktionszeit von nur einer Millisekunde.

Bei der Vision, was mit 5G möglich sein soll, ist Vodafone ähnlich eifrig wie der Rest der Industrie, sodass sich der Eindruck verdichtet, dass uns ein allgegenwärtiges, schnelles Drahtlos-Internet bevorsteht und es nur noch wenige Jahre dauert, bis es so weit ist.

Der erste Schuss in diese Richtung erfolgt mit dem Start der All-IP-Technologie im LTE-Netz, die besagt, dass alle Verbindungen entlang des Internet-Protokolls (IP) abgewickelt werden und alte Technologien der Leitungsvermittlung peu à peu auslaufen. Langfristig befinden sich damit alle technischen Geräte im selben, globalen Netzwerk, was ein wichtiger Meilenstein in Richtung 5G ist.

5G - ein Begriff, den man sich noch machen muss

5G wird in den kommenden Jahren ein immer bedeutenderes Buzzword werden. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Ich sprach auf dem Mobile World Congress mit Michael Peter und Willhelm Keusgen vom Fraunhofer Institut über die möglichen Implikationen von 5G. Als Projektmanager des Instituts für Drahtlose Kommunikation und Netzwerke sprachen sie natürlich hochgradig begeistert von der künftigen Mobilfunktechnologie. Doch sagt Peter auch, dass man noch einiges an Forschung vor sich habe, bis sich daraus anwendbare Standards ergeben. Dennoch hat man schon heute bestimmte Ziele, die man mit angewandter Forschung umsetzen will.

5G soll Mobilfunk zuverlässig machen

Bisherige Netze sind sehr lückenhaft oder heterogen. Es ist noch immer nur schwerlich möglich, Internetverbindungen aufrecht zu erhalten, wenn man sich schnell im Raum bewegt; etwa wenn man in der U-Bahn unterwegs ist. 5G soll viele Knotenpunkte besser miteinander vernetzen und neue Technologien sollen den Wechsel zwischen einzelnen Netzbereichen und -Technologien erleichtern, sodass es seltener oder gar nicht mehr zu Verbindungsabbrüchen kommt.

5g infrastructure
So soll die Infrastruktur von 5G aussehen. Kurz: Ihr seid nie wieder offline. / © 5G PPP

5G soll noch viel mehr Geräte miteinander vernetzen

Jeder hat bereits von dem Internet der Dinge gehört. Leider ist es mit den vielen heutigen Standards sehr kompliziert, die vielen Sensoren und Geräte auf eine einheitliche Art miteinander zu vernetzen. 5G soll eine Brücke schlagen zwischen all diesen Standards, ohne jedoch selbst ein neuer Standard zu sein.

5G soll pfeilschnelle Antwortzeiten haben

Einer der größten Gewinne, die wir mit LTE erzielt haben, ist weniger die Bandbreite als die verkürzten Antwortzeiten, auch Latenzen genannt. Diese Latenzreduzierung soll langfristig auch auf großen Distanzen ermöglicht werden. An diesen besonders kurzwelligen, neuen Frequenzen von 6 bis 60 Gigahertz forschen derzeit unter anderen die genannten Fraunhofer-Wissenschaftler vom Heinrich-Hertz-Institut. Denn noch gelingt es nicht fehlerfrei, diese superschnellen, latenzarmen Verbindungen auch auf größeren Distanzen fehlerfrei umzusetzen.

5G soll zehnmal schneller sein als LTE

Dank Mehrkanal-Verbindungen (also dem gleichzeitigen Herunter- und Hochladen über mehrere Verbindungen) und der neuen, störungsarmen Frequenzbereiche sind höhere Datenraten möglich. In ersten Messungen erzielt man Download-Geschwindigkeiten von knapp einem Gigabyte pro Sekunde; die GSM Association sieht gar 1,25 Gigabyte pro Sekunde (entspricht 10.000 Megabit/s) vor. Das wäre eine komplette DVD in knapp fünf Sekunden. Natürlich handelt es sich bei den ersten Messergebnissen um Labortests, doch langfristig sollen solche Werte alltäglich sein.

5g speed
Die (uneinheitliche) Vision von 5G sieht vor, dass Übertragungsraten sich binnen fünf Jahren verzehnfachen. / © GSMA Intelligence

5G soll nicht vor 2020 kommen

Die Forschung zu den möglichen Technologien hinter einem möglichen 5G stecken noch in so kleinen Kinderschuhen, dass man sich noch nicht einmal darauf geeinigt hat, was der Rahmen dieser neuen mobilen Infrastruktur sein soll. Die Grundidee ist, bisherige Technologien so miteinander zu verknüpfen und durch neue Entwicklungen zu ergänzen, dass die bestehende Infrastruktur ab 2020 mit den dann vielleicht teilweise standardisierten Innovationen verbessert wird.

Die “5G Infrastructure Public-Private Partnership”, die etliche Hersteller und das Fraunhofer Institut ins Boot geholt hat, hat zu dem Projekt eine gemeinsame Roadmap parat, die Ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet, wenn Ihr das Projekt auch so spannend findet.

Die Forschung am 5G-Projekt soll natürlich nicht heißen, dass die Forschung an der 4G-Technologie abgeschlossen ist, aber die behandeln wir ein andermal.

Top-Kommentare der Community

  • Simon B. 10.03.2015

    Ich würde mich ja schon freuen, wenn meine DSL Leitung so schnell wie bzw schneller als LTE/4G wäre... :D

  • Frank H. 10.03.2015

    wozu 4G, 5G, 6G.....wenn man hier in Deutschland nach 300MB/500MB usw. verbrauchten Datenvolumen eh auf Schneckentempo gedrosselt wird.....

  • Tim 10.03.2015

    würde mich schon freuen, wenn mein DSL an die 42,2 Mbit via 3G/HSPA+ herankommen würde ^^

  •   22
    tom k. 10.03.2015

    dann freu ich mich mal auf 2020😊
    ach ja, wir sind in deutschland, dann kostet 1GB wohl19.99.- pro monat.
    und leute die über
    5000.- netto verdienen bekommen es umsonst!
    😈

  • flooney 11.03.2015

    Das versuche ich ihm schon lange beizubringen ;)
    Es nervt echt ziemlich... Aber ich habe auch noch nie jemanden gesehen der etwas so konsequent durchzieht und dabei so stur bleibt wie diesen Typen...

65 Kommentare

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  • Ich glaube auch, dass man auf 5G verzichten kann. LTE sollte jetzt forciert ausgebaut werden, so dass es möglichst keine weißen Flecken mehr gibt. Die Investition in 3G ist nicht mehr sinnvoll, da es zu Kompatibilitätsprobleme und überhöhten Kosten kommt. Eher sollte ganz auf 3G verzichtet werden, d.h. Rückbau und Ersetzen durch 4G. Ein großes Problem, das ich zu Hause mit 4G habe ist, dass es zwar erkannt wird, aber die Geschwindigkeit gleich null ist. Solche Probleme müssen angegangen werden. Das wird genug Geld kosten.

  • Bin gespannt wie unser Netz denn dann 2020 aussieht... Wenn zumindest flächendeckend LTE geht, dann von mir aus... aber in der Vergangenheit kam ein Standard nach dem anderen und hier an meinem Arbeitsplatz und auch im ganzen Ort geht mobil gerade mal EDGE, über DSL maximal 16k im Ortskern und 6.000 wenn ein paar meter weiter wohnt... Lächerlich...
    Garantiert gibt's auch 2020 bei 5G Einführung immer noch diese lustigen weissen Flecken auf der Landkarte, die dann wahrscheinlich mit 5G auch nicht verschwinden.

    Und wem LTE vom Speed und Latenz auf dem Mobiltelefon nicht reicht, naja, was soll ich sagen... dann läuft doch auch was schief oder?
    Ich glaub das Anwendungsgebiet für 5G auf Smartphones muss auch erst noch dazu erfunden werden....

  • Braucht man solche Geschwindigkeit wirklich?? LTE reicht doch für unterwegs. (Youtube, Livestreams usw.)! Für Facebook & Co. reicht doch auch locker das GSM-Netz. Naja mal schauen was die Zukunft so bringt :D

    • Das für FB GSM reicht, halte ich für ein Gerücht... Das kannst nicht abwarten bis du nen Post anschaust, kommentierst oder neue Kommentare liest...

  • Internet über Sattelit wäre besser - 3 grosse Satteliten anstatt der vielen kleinen - und alles drauf - Navigation, TV, Phone - wenn ich in die Berge fahre ist nähmlich alles weg kein Handyempfang!

  • Haha, wenn man bedenkt das LTE mal für die Versorgung der weißen Flecken gedacht war, also um die ganzen Dörfer auch mal mit ner guten Anbindung zu versorgen.....die Versteigerung der Frequenzen war eine bloße Verarsche, denn Vodafone & Co haben sich damals bereit erklärt vorrangig die Gebiete mit LTE zu versorgen die noch keine brauchbare Netzanbindung besitzen.
    Nun, heute, Jahre danach, ist LTE noch immer mehr Glücksfall als Standard und wird im Grunde nur genutzt um noch mehr Geld für unsinnige Datenraten aus den Taschen zuziehen. Mobil ist 5g absolut unnötig derzeit. Vorrang sollte eine flächendeckende Versorgung der Republik mit mindestens H(+) sein.

    Und nein, es ist nicht die Schuld der Vertragskunden. Wer glaubt er bewegt heute noch etwas wenn er sich seine AlDI-Sim kauft, der hat den Schuss auch zu lange nachhallen hören. Denn ob ich nun ne Prepaid-Sim nehme oder nen Vertrag, das Geld verdient so oder so einer der großen Anbieter. Und man darf nie vergessen, dass in den Kundendiensten Menschen arbeiten die bezahlt werden müssen. Wer nun also ein Revoluzzerfeeling erlebt wenn er seine Prepaid-Karte auflädt sollte nie vergessen, dass er den Gedanken auch zu Ende führen muss.
    Würden alle auf Prepaid umsteigen wären die Kosten dort schneller im Ansteigen als man gucken könnte. Denn Arbeitskraft kostet Geld. Und Gehälter und Löhne sollen erst einmal erwirtschaftet sein.

  • Vodafone soll mal lieber ihre grottige 4G Abdeckung ausbauen...

  • Puuuh ihr habt Sorgen... Hier in Österreich am Land haben wir 16k Dsl Leitung und GSM Netz!!Wenigstens 3G wären ja nicht schlecht -,- aber nichtmal 2G boah..da brauchste 30sekunden um eine seite aufzurufen und an Youtube ist nicht zu denken

    • Also ich bin immer gern bei euch im Nachbarland... wenn - zugegeben - meistens nur beim Skifahren. Aber da ist die Abdeckung TOP. Auf den Bergen verzichte ich auf des Free-WLAN, weil's über Mobilfunk besser geht... Sogar über der Grenze auf dem Nachhauseweg bleib ich so lang es geht noch in einem A-Netz eingebucht, weil's besser geht.
      Aber bei euch gibt's anscheinend ebenfalls weisse Flecken in der Versorgung, genau wie bei uns ;-)

    • Hier in D gibts noch Orte, die gradeso aus ´m ISDN-Zeitalter raus sind, mit DSL lite (384 Kbit/s).
      2G ist verfügbar, aber schon 3G nicht mehr überall, sogar in Kreisstädten.

  • ich finde die sollten die ganze Welt erstmal mit Netz abdecken(Inseln,abgelegene Orte) sowie in der Luft (Flugzeug unglücke) den was bringt 5g wenn du nur in einer Großstadt es nutzen kannst?

  • Also auf meinem Smartphone brauch ich ein so schnelles Internet nicht. Würde mir eher wünschen, dass das Netz generell ausgebaut wird und man auf dem Land auch mal mehr als nur ein Edge Netz hat.

  • Die 1GB pro Sekunde dürfte aber niemand erstmal erreichen. Ich weiß jetzt nicht wie schnell der Speicher beim Smartphone ist, aber meine SSD schaft grade mal irgendwas um die 500 MB/s und da mein Speicherort der Downloads auf einer HDD liegt wäre der Downloadspeed bei max. 30MB/s. Das macht Festplatten irgendwie obsolet...

    • wie gesagt hat Samsung in Südkorea in einer Testumgebung schon 7,5Gbit/s geschafft, was fast 1GB/s entspricht. Auch haben die bereits SSD Platten welche 2-3mal schneller sind als bei uns üblich. aber Südkorea war Europa und den USA schon immer voraus. Ein Grund mehr weshalb die EU jetzt bei 5G mit Südkorea kooperiert.

    • Es ist nicht von 1GB/s die Rede, sondern von 1GBit/s. Das ist ein gravierender Unterschied....
      1Gbit/s macht dann nämlich "nur" noch 125MB/s. Was dann netto noch ankommt schafft eine aktuelle HDD schon.

  • Guter und sehr interessaner Artikel. Weiter so. Endlich mal keine Samsung Werbung!

  • Der Downlink bei 5G ist wohl eher nebensächlich. Hauptsächlich geht es um die Umsetzung von M2M Communication.

  • Solange so viele Leute ihre Smartphones über einen Vertrag abschließen,wird sich daran auch nicht's ändern.Es liegt an jedem selbst,sich so zu organisieren,das man bei dem Daten-Volumen freie Hand hat....und natürlich auch dem Anbieter.Alles geht eben nicht.Nur so ,hätte wir genügend Masse ,den Markt aufzumischen.Bei 37 Millionen abgeschlossen Verträge ,sieht es damit schlecht aus.Das Gegenteil ist der Fall.Die Unternehmen verstehen sich darauf bestens.Werbung,wie jedes Jahr ein neues Handy,verfolgt genau diesen Ansatz.

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