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Die drei Säulen der neuen Instant Apps

Apps sucht man im Play Store nach Namen oder stöbert in den Kategorien, klickt drauf, installiert die Anwendung, benutzt sie ein wenig, vergisst sie nach kurzer Zeit wieder und deinstalliert das Programm dann wieder - so beschreibt zumindest Google-Entwickler Benjamin Weiss auf der Droidcon in Berlin den Lebenszyklus vieler Apps. Das soll sich mit den Instant Apps nun ändern.

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Die Idee der Instant Apps soll dieses Jahr richtig Fahrt aufnehmen. Nach der ersten Ankündigung auf der Google I/O 2016 fiel auf der Entwicklermesse in diesem Jahr der Startschuss für die Öffnung des SDK. Zum Start gibt es 50 Partner, die bereits Instant Apps veröffentlicht haben, darunter auch deutsche Medien wie Stern und Kicker. Nun aber sollen die App-Entwickler auf den Zug aufspringen und ihre Anwendungen für die Instant Apps fit machen.

Google-Entwickler Weiss betont auf der Droidcon in Berlin die drei wichtigsten Säulen, die für Instant Apps entscheidend sind.

1. Suchen und Finden von Apps

Im Gegensatz zur klassischen App-Suche im Play Store können Instant Apps schnell, direkt und auf vielfältige Art verteilt werden. Ein Link, der über alle möglichen Kanäle versendet werden kann, reicht bei einer Instant App schon aus. Doch auch etwa über einen schnellen NFC-Kontakt können solche Instant Apps verteilt werden, was etwa für Konferenzen, wo jeder Teilnehmer beim Eingang kurz sein Smartphone an ein Lesegerät hält und dann die App bekommt, sehr praktisch sein kann.

Google gibt an, dass bereits über 500 Millionen Android-Geräte für Instant Apps gerüstet sind. Das liegt an der Software, denn die neuen Apps brauchen mindestens Android 6.0 Marshmallow. Übrigens: Auch eine Internet-Verbindung ist notwendig, um Instant Apps nutzen zu können.

Opinion by Steffen Herget
Instant Apps sind eine spannende Idee und werden sich durchsetzen.
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2. Performance / Installation

Geschwindigkeit ist bei den Instant Apps ein wichtiges Thema, das macht ja schon das Wort "Instant" klar. Vor allem die Installation bzw. der Download einer Instant App muss flott gehen. Deshalb gibt es eine klare Begrenzung der Größe. Die Instant Apps dürfen nicht mehr als 4 MByte beim ersten Download abrufen. Diese 4 MByte – im Vergleich mit klassischen Apps geradezu lächerlich wenig – können frei zwischen dem Kern der App, der sogenannten Base, und den einzelnen Modulen mit eigenständigen Funktionen aufgeteilt werden. Später können auf Wunsch weitere Features als Paket heruntergeladen werden, doch der erste Download der Instant App muss schnell gehen.

Benjamin Weiss gibt den Entwicklern auf der Droidcon einige Tipps, wie sie ihre App klein halten können. So sollten etwa keine weiteren Sprachdateien als die für die primäre Systemsprache integriert werden, und auch Grafiken für andere Auflösungen belasten die Paketgröße unnötig.

3. Sicherheit

Auch Instant Apps sollen natürlich sicher für den Anwender sein. Das erreicht Google mit verschiedenen Tricks und Kniffen. So haben die Instant Apps deutlich weniger Rechte als klassische Anwendungen. Sie dürfen auf die Internetverbindung, die Bezahl-APIs, die Kamera und den Ton zugreifen, das Smartphone vibrieren lassen und die Location-Dienste abfragen. Mit Android 8.0 Oreo kommt der Zugriff auf das Telefonbuch hinzu. Instant Apps können zwar im Hintergrund laufen, werden aber automatisch und deutlich schneller als andere Apps vom Android-System abgeschossen. Der Zugriff auf den Speicher des Smartphones bleibt klassischen Apps vorbehalten. Mit Android 8.0 Oreo gibt es außerdem eine neue Sandbox, in der die Instant Apps laufen.

AndroidPIT FREE APPS
Apps machen ein Smartphone erst so richtig smart. / © AndroidPIT

Es bleibt abzuwarten, für welche Zwecke sich die Instant Apps als sinnvoll erweisen. Die Konstruktion, eine Instant App mit wenigen Features und zusätzlich noch eine "richtige" App des selben Anbieters vorzufinden, erscheint nicht eben vorteilhaft. Für die schnelle Anwendung zwischendurch und die sofortige Verteilung könnten Instant Apps aber genau das Richtige sein. Die Resonanz der App-Entwickler auf der Droidcon 2017 in Berlin zu dem Thema war groß, sodass wir demnächst wohl einige neue Anwendungen sehen werden.

Wie gefällt Euch der Gedanke, dass zu den klassischen Apps nun kleine Instant Apps hinzu kommen? Braucht man das oder ist es überflüssig?

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8 Kommentare

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  • Wie erkenne ich den eine instannt App bzw. hat jemand Mal eine Link.

    Oder ist es so wie Thorsten geschrieben hat.


  • Instant Apps - kann man das essen? :D


  • Also, wenn ich die mobile Seite von Kicker oder vom Stern mit meinem Android Smartphone mit Chrome ansurfe, verwende ich automatisch die Instant App?
    Habe ich das so richtig verstanden?


  • C. F.
    • Blogger
    vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    " Mit Android 8.0 Oreo kommt der Zugriff auf das Telefonbuch hinzu. Instant Apps können zwar im Hintergrund laufen, werden aber automatisch und deutlich schneller als andere Apps vom Android-System abgeschossen."

    Es gibt immer irgendwo einen Haken. Klar - ist das Telefonbuch mal ausgelesen und wohin auch immer übermittlet worden, hat die App ihren Zweck ja schon mal erfüllt.

    "Das erreicht Google mit verschiedenen Tricks und Kniffen."

    Eh klar...


  • Warte warte warte.... "sicherheit" und die app wird aus dem internet geladen?


  • War Firefox OS nicht sowas wie ein Instant System? Soweit ich mich erinnere kann man das so sagen. Ob es an der Umsetzung, am Geld oder sonst was gelegen hat. Gescheitert sind sie damals. Das muss natürlich nichts bedeuten, da wir hier ja ein vollwertiges mobile OS haben samt Old-school Apps. Grundsätzlich arbeite ich lieber mit einem lokalen System. Am Ende wird es an der Umsetzung liegen. Hier gebe ich alles aus der Hand.


    • Dane S vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Das Blackberry OS war auch ein richtig gutes System und ist auch LEIDER nicht so gut angekommen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und ihn zum Umsteigen zu bewegen ist wirklich nicht einfach.

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