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Der nützliche Fluch: Die Sache mit den Smartphones

Alle paar Minuten ist er da, der Griff zum Smartphone. Das geht nicht nur mir, sondern auch vielen anderen so. Man könnte ja etwas verpasst haben. Und es gibt viele kleine, meist nichtige Ablenkungen. Darunter E-Mails, soziale Netzwerke, Schnäppchen-Alarme und sonstige Hinweise. Körperlich und seelisch können Smartphones uns ruinieren, haben Forscher herausgefunden. Kein Wunder, wer ständig auf das Display herunterschaut, der belastet seinen Nacken übermäßig und ist immer abgelenkt.

Das Smartphone begleitet mich von morgens bis abends überall hin. Ich zücke es zwischendurch häufig. Zu häufig. Ich bin wohl kein gutes Vorbild für meine Kinder. Und Kinder machen uns bekanntlich alles nach und haben dann die gleichen Probleme – was sich auch in der Schule auswirken soll. Auch hier gibt es viel Forschung, die wir zu wenig beachten. Studien und Berichte darüber kommen und gehen. Und doch: Es geht weiter wie bisher. Da verwundert es auch nicht, dass die jungen Menschen laut Langenscheidt-Umfrage neue Wörter für selbst beim Laufen aufs Smartphone glotzende Menschen erfunden haben. Smombie ist demnach das Jugendwort des Jahres 2015. Klingt doof, ist aber so.

Unsere Werkzeuge werden ständig verbessert.

Auch wenn wir darauf achten müssen, so glaube ich doch, dass uns wegen der Smartphone-Glotzerei nicht der Untergang droht. Vor dem Handy rannte ich auch mal bücherlesend durch die Gegend. Ein paarmal traf ich auf schmerzhafte Hindernisse dabei oder ich fuhr eine Station zu weit mit der U-Bahn. Das jeweilige Buch war einfach zu spannend. Als ich dann mein erstes Nokia-Handy hatte, tippte ich wie ein Besessener SMS damit. Es wurde vor dem SMS-Daumen gewarnt. Es wurde befürchtet, dass die Menschenhände künftiger Generationen verkümmern könnten. Übriggeblieben sind differenziertere Warnungen vor sich immer wiederholenden, ungesunden Bewegungsabläufen und Dauerbeanspruchung. Daumenschmerzen-Berichte sind nicht weg, aber nicht mehr so präsent. 

Warum? Unsere Werkzeuge verändern sich ständig, ebenso wie ihre Nutzung. Das Smartphone ist so ein Werkzeug. Ein ungemein erfolgreiches und weit verbreitetes. Vor über 10 Jahren witzelte ich einmal, dass ich einen tragbaren E-Mail-Detektor haben will. Das war bevor Apple mit dem iPhone die Handy-Welt nachhaltig beeinflusste. Das Smartphone ist mittlerweile so viel mehr. Es veränderte, in enger Verbindung mit dem Internet, die Art und Weise zu Arbeiten, zu Kommunizieren und zum Konsumieren und Selbstproduzieren von Medien. Jeden Morgen lese ich die Zeitung darauf, lese und schreibe Nachrichten auf verschiedenen Wegen, checke wo es gerade etwas billiger gibt, wie ich am Besten von A nach B komme – und ich höre Hörspiele.

Ein treuer Begleiter, der aber leider auch etwas ablenkt.

Das Smartphone ist mein echter persönlicher Computer, mein Fotoapparat und meine Videokamera. Ein treuer Begleiter, der mich aber leider auch etwas ablenkt. Wird sich das in Zukunft ändern? Vielleicht, ich bin guter Dinge. Denn je mehr mein Smartphone und integrierte intelligente Assistenten von Google oder Microsoft die unwichtigen Dinge von mir fernhalten und mich über das Relevante informieren können, umso weniger habe ich das Gefühl, etwas für mich wichtiges verpassen zu können.

Ich freue mich darauf zu sehen, wie sich Smartphone und Dienste weiterentwickeln und welche nächsten großen Veränderungen unseres Lieblingswerkzeugs uns ins Haus stehen. Was glaubt Ihr, was es sein wird?

Top-Kommentare der Community

  • Frank A. 03.01.2016

    Solche Behauptungen aufzustellen finde ich schlimmer.

  • Frank A. 03.01.2016

    Das meinte ich. Dir fehlt einfach der freundliche Umgangston.
    Sich dann auch noch Ganz Normal zu nennen, passt nicht ins Bild.

  • Frank A. 03.01.2016

    Wenn das auch für schlechtes Benehmen gilt, bist auch du krank, zumindest deiner Einschätzung nach.

  • Tenten 03.01.2016

    Ich denke, auf Seiten der Hardware wird sich erstmal nicht mehr viel tun, ausser natürlich das Übliche: mehr Speicher, mehr Pixel, schnellere Prozessoren. Ich sehe aber bei Apps noch ein sehr großes Potential. Ich habe vergessen, wie diese App heißt, über die Blinde mit anderen Mitgliedern Kontakt aufnehmen können um sich über die Kamera etwas vorlesen oder erklären lassen zu können, aber gerade in solchen Bereichen gibt es noch sehr viele Möglichkeiten. Spiele und Tools (gerade bei Android) sind nett, aber den großen Markt sehe ich in sozialen Apps, die jedem von uns das Leben erleichtern werden.

    P. S. Schöner Kommentar übrigens, Herr Klaß :)

  • finn.lg 03.01.2016

    Hat zwar nicht sehr viel mit dem Artikel zu tun, aber ich kann überhaupt nicht verstehen warum Smombie das Jugendwort des Jahres ist. Bin selbst noch ziemlich jung und habe das Wort bevor es zum JWdJ erklärt wurde noch nie gehört...😁

27 Kommentare

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  • guter Artikel, danke dafür.

    aber bei diesem verhalten mit der Smartphone Benutzung drehe ich die Hand zwischen älter (nicht alt) und jung nicht um. es gibt in beiden Gruppen diese fanaten...

  • In seinem Kommentar bezieht sich der Autor u.a. auf zwei Studien zur Smartphonenutzung. Seine eigenes Nutzungsverhalten beschreibt er dabei, so wie ich das verstehe, mit einem "ironischen Augenzwinkern". Ist er als Chefredakteur einer auf Smartphones zentrierten Technikseite eher kein durchschnittlicher Nutzer, sondern vermutlich eher ein Intensivnutzer, so ist sein Verhalten keineswegs "krank", sondern eher "Ganz Normal".

    Während die Studie der LfM als Zusammenfassung herunter geladen werden kann, habe ich diese Möglichkeit bei der Studie des Informatik-Professors leider nicht gesehen. So bleibt nur der Link auf den Bericht über diese Studie, und mir stellt sich die Frage, ob die Studie tatsächlich eine Studie zur "Smartphone-Sucht" war, oder nicht viel eher eine zur "Smartphone-Nutzung". Die Studie der LfM bescheinigt schließlich nur 8 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine Smartphonesucht, und es würde mich sehr wundern, wenn es bei Erwachsenen mehr wären. Nur eine Smartphonesucht wäre dabei tatsächlich krankhaftes Verhalten, also ein Verhalten, das die Betroffenen nicht mehr ohne fremde Hilfe abstellen können.

    Die im Bericht zitierte These der Forscher, dass die intensive Smartphonenutzung die Produktivität negativ beeinflusst, erscheint zwar schlüssig und naheliegend, statistisch belegt wird sie durch die Studie (die ich allerdings nicht vollständig kenne, nur entsprechend dem Bericht darüber) meiner Meinung nach aber nicht.
    Dazu hätte man zwei Vergleichsgruppen, mit und ohne Handys, bezüglich ihrer Produktivität untersuchen müssen.
    Es ist nämlich nicht belegt, das diejenigen, die sich mit der Smartphonenutzung ablenken, ohne Smartphone nicht andere Möglichkeiten der Ablenkung suchen und finden würden. Die Phasen intensiver Konzentrationsfähigkeit sind natürlich begrenzt, und kurze Entspannungsphasen dazwischen sind notwendig. Ob man diese nun durch ein Schwätzchen mit dem Kollegen realisiert, eine Kaffeepause oder die Kommunikation mit dem Smartphone, dürfte für die Produktivität insgesamt nur eine untergeordnete Rolle spielen. Und auch schon die Arbeitsplatz-PC's bieten vergleichbare Möglichkeiten, sich durch Kommunikation abzulenken (Emails, Chats), hierbei hat aber der Arbeitgeber bessere Kontroll- und damit Sanktionsmöglichkeiten.

    Ob nun Ablenkung oder Sucht, das Smartphone ist dabei nur Mittel zum Zweck, die Ursachen liegen tiefer, insbesondere im Fall echter Sucht, und sollten dort auch bekämpft werden. So kann (und sollte) man einem Alkoholsüchtigen zwar den Alkohol zunächst entziehen, die Therapie muss aber dazu führen, dass der Süchtige auch ohne äußere Zwänge das Mittel nicht mehr missbraucht.

    Der großen Masse der nichtsüchtigen Smartphonenutzer würde ich aber durchaus zubilligen, vernünftig mit den Geräten umzugehen, und die Produktivität damit sogar zu steigern. So ermöglichen sie die Internetrecherche praktisch überall, und somit auch ansonsten nichtproduktive Zeitspannen, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, produktiv zu nutzen. Eine Gefahr sehen ich dabei eher in einer unangemessenen (und vor allem unbezahlten) Ausdehnung der Arbeitszeit durch Kollegen und Arbeitgeber, in einer Erwartungshaltung der "unbegrenzten Erreichbarkeit". Die zitierte berufliche Email nach Feierabend sollte selbstverständlich unterbleiben oder, von "Notfällen" vielleicht abgesehen, unbeantwortet bleiben. Der Feierabend gehört einem selber und bestenfalls noch der Familie, aber sonst niemanden.

    Erschreckender finde ich die Studie zur Smartphonenutzung durch Kinder und Jugendliche. Die Schulen scheinen hierbei viel konsequenter zu sein als viele, offensichtlich verunsicherte Eltern. In den Schulen, mit denen ich bisher Kontakt hatte, herrscht auf dem Schulhof ein rigeroses Handyverbot, auch während der Pausen oder unterrichtsfreier Zeit. Eine Ablenkung durch die Geräte, oder sogar Betrug bei Klassenarbeiten, kann somit einfach und effektiv unterbunden werden, und die Regeln für Strafen sind einfach: Werden die Geräte auf dem Schulgelände genutzt, so werden sie eingezogen, ohne Diskussion darüber, ob die Nutzung vielleicht durch Ausnahmeregeln gedeckt war.

    Während Jugendliche aus den Geräten noch echten Gewinn ziehen können, und das Bedürfnis nach sozialer Interaktion ihre Verwendung durchaus rechtfertigen kann, sollten verantwortungsvolle Eltern jüngerer Kinder wirklich hinterfragen, ob die die teilweise recht teueren Geräte überhaupt sinnvoll nutzen können, und ob der mögliche Schaden nicht letztlich sogar überwiegt.
    Erreichbar sind die auch mit einfachen Handys. Ist der Internetzugang durch die Geräte letztlich begrenzt auf bestimmte Seiten, was bei Kindern durchaus Sinn macht, so braucht es auch keine ständige Verfügbarkeit dieser Seiten, dazu reicht dann auch der heimische PC.

  • Ich denke das es in Zukunft noch schlimmer wird, da Google und der Gleichen immer mehr "personalisierte" Angebote per Benachrichtigung, Mail etc verbreiten. Außerdem verbringt man immer mehr Zeit damit Werbung zu schauen, zb auf YouTube kann man nicht mal mehr ein Video schauen ohne Werbung davor oder während des Videos... Das war vor 2 Jahren noch nicht so. Auf so gut wie jeder Webseite wird mittlerweile Werbung angezeigt. Ich weiß das hat jetzt nicht direkt mit dem eigentlichen Thema des Artikels zu tun aber die ständige Werbung ist auch ein Zeitfresser und man muss heutzutage mehr den je aufpassen, wofür mein sein Geld ausgibt und das man nicht sich vor lauter Werbung und Angeboten in Schulden treibt. Das sehe ich auch als eine große Gefahr.

    • Oh, das mit teils zu nerviger Online-Werbung war auch vor 2 Jahren schon so. Länger sogar. Konnte man vor allem gut auf Gaming-Sites sehen. Wo dann automatisch eine Videowerbung lief und darüber noch eine Werbung geblendet wurde usw. Hat sich einiges verbessert, einiges ist aber auch schlimmer geworden. Die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen.

    • Das mit der Werbung bei YouTube finde ich auch immer schlimmer. Meine Konsequenz ist die, dass ich dort nur noch selten Videos schaue. Ich denke, Werbung kann nur bis zu einem gewissen Maß zunehmen, dann hat sie den Effekt, dass Nutzer einfach wegbleiben.

      • naja, vielleicht arbeitest du ja bei auch bei einer Firma (oder wirst mal), die Geld einnehmen muss um die Mitarbeiter zu bezahlen damit du dein Einkommen beschreiten und deine (mögliche) Familie ernähren kannst...

        schon mal darüber nachgedacht?!

        das nenne ich "Zeitgeist": nichts bezahlen und dann keine Werbung in Kauf nehmen... fein.

  • Alle großen Erfindungen haben auch ihre Nachteile. So auch das Smartphone. Aber es kommt auch immer drauf an wie man es nutzt. Finger oder Nackenschmerzen vom vielen schreiben halte ich für übertrieben. Das bekommt man auch bei vielen Jobs die man täglich 8 Stunden lang machen muss. Mein erstes brauchbares Smartphone war 2011 das Nokia x7. Seitdem ist vieles im Alltag leichter geworden, und die Technik immer besser.

  • *pathologisch* hätte den Umgangston bestimmt stark verbessert ;) ansonsten fühle ich mich auch schon pathologisch pathologisiert.... jeden Tag Müll raus bringen, den Briefkasten leeren, die Blumen giessen.

  • Hat zwar nicht sehr viel mit dem Artikel zu tun, aber ich kann überhaupt nicht verstehen warum Smombie das Jugendwort des Jahres ist. Bin selbst noch ziemlich jung und habe das Wort bevor es zum JWdJ erklärt wurde noch nie gehört...😁

    • Na, vielleicht bist du nicht hipp genug? Nein, Spaß beiseite, da werden eigentlich regelmäßig Begriffe nominiert und gewählt, die kaum jemand gehört hat bzw. benutzt. Ich denke, vieles davon ist einfach erfunden und nicht langsam entstanden und wird dann auch kaum benutzt.

      • Eben. Es soll nur "jugendlich" klingen. Und "Smartphone-Süchtiger" klingt eher nach "altem Psychologen" und NICHT nach "Jugendlichem", obwohl es die Zielgruppe längst schon ist. So "kurze knappe" Anglizismen wie halt eben "Smombie" versteht die "Generation Samsung Galaxy Edge" schon eher.

  • Ich denke, auf Seiten der Hardware wird sich erstmal nicht mehr viel tun, ausser natürlich das Übliche: mehr Speicher, mehr Pixel, schnellere Prozessoren. Ich sehe aber bei Apps noch ein sehr großes Potential. Ich habe vergessen, wie diese App heißt, über die Blinde mit anderen Mitgliedern Kontakt aufnehmen können um sich über die Kamera etwas vorlesen oder erklären lassen zu können, aber gerade in solchen Bereichen gibt es noch sehr viele Möglichkeiten. Spiele und Tools (gerade bei Android) sind nett, aber den großen Markt sehe ich in sozialen Apps, die jedem von uns das Leben erleichtern werden.

    P. S. Schöner Kommentar übrigens, Herr Klaß :)

  • Smartphonephobie.??!!?? gibt es sowas überhaupt noch in unserer Gesellschaft.???..glaub nicht...wäre aber eine sinnvolle Krankheit für die süchtigen unter uns....

  • Es gibt sicher noch mehr als genug, dass wir uns jetzt noch nicht vorstellen können, dass eines Tages ganz normal ist. Die Technologie entwickelt sich so rasant weiter, dass es interessant werden kann, was eines Tages noch daher kommt.

  •   28

    So ein verhalten des Herrn Klaß ist krank ..

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