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User-Beitrag 6 Min Lesezeit 14 Kommentare

Der "Most connected man on Earth" über den Einfluss von Wearables

Bekannt als “The most connected man on Earth”, also frei übersetzt der am genauesten erfasste Mensch der Welt, Chris Dancy, bringt das quantifizierte Ich auf ein ganz neues Level. Er hat in seinem Leben schon hunderte Sensore, Geräte, Apps und Services genutzt, um sein Leben aufzuzeichnen und zu analysieren und ist so zu einem der gefragtesten Experten zum Thema Wearables geworden. Die Analyse der gesammelten Daten erlaubt es ihm, sein Leben auf verschiedene Weisen weiter zu optimieren und zu perfektionieren. Wir haben mit ihm über die Zukunft der Wearables gesprochen und Tipps eingeholt, wie wir vor allem Daten über unseren Gesundheitszustand so nutzen können, dass wir wirklich einen Vorteil für unser Leben daraus schöpfen.

Das quantifizierte Ich meint, dass man mehr über sich selber durch Analyse von über Wearables gesammelte Daten erfährt und sein Leben entsprechend anpasst. Als “The most connected man on Earth” kann Chris Dancy genau sagen, was er an diesem Tag vor einem Jahr gegessen hat, wie viele Schritte er gemacht hat, wie lange er geschlafen hat, wieviele Emails er verschickt hat, wie das Wetter war und noch vieles mehr. Auch Ihr könnt diese Daten einsehen, da er sie online zur Verfügung stellt. All diese Datensammelei hat ihm ein besseres Leben beschert und nun möchte er sein Erlerntes mit der Welt teilen.

Vielleicht kennt der ein oder andere Dancy aus der Showtime-Produktion Dark Net. In folgendem Clip erhaltet Ihr einen Eindruck davon, wie er Tag für Tag Daten über seinen Körper sammelt:

Was wir von Wearables und Gesundheitsüberwachung im Jahr 2017 erwarten können

Die Medizin-Industrie hat sich weiterentwickelt und ihren Fokus von Krankheitsbehandlung auf Wellness verändert. Wearables wollen laut Dancy “eine Welt erschaffen, in der sich die Menschen auf die Prävention konzentrieren”. Er denkt, dass dies schon in den nächsten 30 Jahren passieren könnte.

Aktuell befinden wir uns laut Dancy im Zeitalter der Wearables. Geräte werden immer günstiger und allgegenwärtiger und werden sich Zukünftig um unser Wohlbefinden kümmern. Das Zeitalter der “Unsichtbarkeit” kommt in den nächsten 3 Jahren. Die Technology wird dann nicht mehr so auffällig und sichtbar sein. Geräte werden sich in unserer Kleidung und in unseren smarten Häusern befinden. Als nächstes sind dann verdauliche Geräte dran.

Die Kontrolle über die eigene Gesundheit übernehmen

Die eigene Gesundheit im Blick zu haben, hat viele Vorteile. Zu wissen wie aktiv oder eben inaktiv man ist, zum Beispiel, kann zu gesünderen Gewohnheiten führen und dafür sorgen, dass man seine Ziele nicht aus den Augen verliert. Für den normalen Anwender kann es aber durchaus schwierig sein, einen Start zu finden, um seinen gesundheitlichen Zustand zu dokumentieren. Laut Dancy helfen hier recht offensichtliche Schritte nicht unbedingt, wie seine Ziele auf einer Liste festzuhalten oder ein entsprechendes Wearable zu kaufen.

Man sollte sich im Klaren sein, welche Daten das eigene Smartphone schon sammelt

Stattdessen sollte man sich darüber im Klaren werden, welche Daten das eigene Smartphone schon sammelt. Apps wie Samsungs S Health oder Apple Health dokumentieren schon sehr viele Informationen, auf die nicht jeder direkt aufmerksam wird. Apple Health zum Beispiel listet genau auf, welche Daten wann aufgezeichnet werden.

Schrittzähler-Apps sind zu Beginn ein beliebtes Hilfsmittel, die Übersicht der eigenen täglichen Schritte bietet aber nun ein sehr eingeschränktes Bild über das eigene Wohlbefinden. Dancy sagt, dass die Informationen direkt vor einem zu finden sind, wenn man weiß, wo man danach suchen muss.

“Du bist, wo du am meisten Zeit verbringst” sagt er und meint damit, dass Menschen lieber über die Check-Ins, ihren Akkuverbrauch und ihre Emoji-Nutzung informiert sind. Mit diesen Daten kann man Verhaltensmuster erkennen, die die Gesundheit mitunter beeinflussen. An den Check-Ins bei Facebook oder Foursquare könnt schnell erkennen, wie oft Ihr letztendlich im Fitnessstudio wart oder ungesunde Restaurants besucht habt. In der Akkuverbrauchsanzeige könnt Ihr genau erkennen, welche Apps Ihr am meisten genutzt habt. Die Nutzung bestimmter Apps kann natürlich auch Euer Wohlbefinden beeinflussen. Und seht nach, welches Emoji Ihr zuletzt genutzt habt, auch das kann einiges über Euren aktuellen emotionalen Zustand verraten.

Von den Daten zum Wohlbefinden

Theoretisch kann das Sammeln und Analysieren der Verhaltensmuster sehr ermächtigend und hilfreich sein. Zu oft führt es allerdings zu Druck und Angst statt zu Positivität und Erfolgen. Viele Apps sind so gestrickt, dass sie dem Anwender dauernd sagen, was sie alles falsch machen und hinterlassen oftmals ein schlechtes Gefühl über das eigene Verhalten, zum Beispiel wenn man nicht direkt die gesetzten Fitness-Ziele erreicht. Dancy nennt dies “Shamification”, statt Gamification, weil es sehr demotivierende Wirkung haben kann.

Als jemand, der praktisch sein gesamtes Leben quantifiziert hat, sagt Dancy, dass das Sammeln und Analysieren dieser Daten die Idee weckt, dass man selber an sich arbeiten muss, und kann. Er analysiert das Zusammenleben zwischen Mensch und Technology näher in seinem kommenden Buch “I am You Tomorrow, welches bald erscheinen wird. Zunächst empfiehlt er aber ein paar Apps, die dabei helfen diese Unsicherheit über sich selber in Mitgefühl für sich selber verwandeln kann. Die folgenden Apps sorgen für gesunde Verhaltensweisen:

Moves

Die App nimmt automatisch Eure täglichen Bewegungen auf, darunter Gehen, Laufen und Fahrradfahren und zeigt Euch die tägliche Aktivität in Kreisen an. Es werden entweder die Schritte, die verbrauchten Kalorien oder die zurückgelegte Entfernen an. Zusätzlich kann die App eine tägliche Zeitabfolge anzeigen und erkennt Orte, an denen Ihr Euch aufgehalten habt und zeigt sie auf einer Karte an.

moves app screenshots
Schaut Euch Eure Aktivität auf einer Zeitleiste an. / © Moves

Sleep Cycle

Diese Wecker-App nimmt Eure Bewegungen während des Schlafes auf und registriert so die einzelnen Schlafphasen. Damit Ihr am morgen möglichst ausgeschlafen aufwacht, weckt sie Euch in einer Phase auf, an der ihr den leichtesten Schlaf habt. Die zeigt Euch auch einen Verlauf Eures Schlafes an und sagt Euch, wann und wo Ihr am besten schlafen könnt. Mithilfe der App könnt Ihr auch analysieren, wie Eurer Kaffeeverbrauch, die Zunahme von zuviel Nahrung und Stress Euren Schlaf beeinflusst und könnt so Eure Gewohnheiten entsprechend anpassen.

Wenn Ihr mehr zu dem Thema wissen möchtet und “The most connected man on Earth” näher kennen lernen möchtet, folgt ihm auf Twitter (@ChrisDancy) oder schaut Euch seine Daten genauer an.

Seid Ihr gespannt, wie sich die Welt der Wearables entwickeln wird? Wie nutzt Ihr Technik, um glücklicher und gesünder zu sein? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

14 Kommentare

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  • Juhu, ein Spinner macht sich zum Experten für die gläserne Datensammlung über sich selbst. Wer macht noch mit? Also ehrlich, ich kann das nicht nachvollziehen. Gesundheitstechnische Entwicklungen sind super. Überwachung der Gesundheit oder Krankheit über technische Geräte sicher ein Vorteil für die Menschheit, nutze das ja selbst. Aber damit will ich nicht an die Öffentlichkeit und ich will dabei auch nicht vernetzt sein, ich will meine Daten selbst für mich haben und nach meiner Wahl individuell einem Arzt geben können, da ist für mich die Grenze gezogen und "verdaubare Technik" kommt mir nicht auf den Teller :)


  • Freut mich für ihn, wenn er dadurch ein besseres Leben hat.


  • Menschen für die sich die Kommunikation mit der Aussenwelt auf twitter, Facebook, WA etc. beschränkt haben mit Sicherheit keine Probleme die Überwachung der Gesundheit einer "Health-App" anzuvertrauen.


  • sei Gläsern, und du er hältst ein dickes "Profit-Bundle" der Firmen. ich sehe es täglich bei den Kids von heute - sie bekommen dadurch mehr "geschenkt" von Werbeindustrie und Co. als es den normalen vorbehalten wird! Die digitalen Fußabdrücke sind nur leider sehr schwer wieder zu entfernen und viele, die es nicht schaffen, sehnen sich dann irgendwann doch nach etwas mehr Privatsphäre.

    H G


  • Oder auch: lieblings Man der NSA XD


  • Solange alle Firmen sowie die moderne Medizin nur auf fetten Profit aus ist! Kann mit dem gesammelten physischen Daten nichts gutes geschehen!!!

    Die werden an den Meistbietenden verkauft, um anschließend erneut an die Werbelandschaft weitergegeben zu werden...

    Ich nutze mein Wearable daher nur für Benachrichtigungen und als Ersatz für eine Uhr, die Health Apps nutze ich weiterhin nicht!

    Diese könne und werden niemals ein echten Fitnesstrainer im Studio ersetzten.

    Mein Rat, immer daran denken welche Daten und Apps ihr auf dem Smartphone verwendet 😏📱


  • .


  • Von Samsung gibt es da schon seit Jahren den Pulsmesser und zum Sauerstoff messen des Blutes. Bei beide Funktionen wird ausdrücklich darauf hingewiesen das es sich nicht um medizinisch geeichte Instrumente handelt und die Werte daher auch nicht ernst zu nehmen sind.
    Aber ansich sicher eine gute Sache. Den auch hier spielt der Vorteil des Smartphones es immer dabei zu haben eine große Rolle. Macht aber nur Sinn wenn die Geräte auch ein medizinisches Prüfsiegel haben, das auch wirklich genau anzeigt. Ansonsten ist es nur Spielerei und könnte sogar gefährlich werden wenn es Leute zu ernst nehmen wenn plötzlich ein falscher Wert angezeigt wird und sie dann versuchen dies mit Medikamenten zu "beheben".
    S health hab ich immer sofort alles deaktiviert.


    • Wir stehen erst am Anfang. Diese Geräte werden sehr schnell sehr viel besser und genauer werden! Hier steckt enorm viel Entwicklungspotential.

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