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Kommentar 5 Min Lesezeit 41 Kommentare

Mehr davon, bitte: Der Datenschutz hat einen Sieg errungen

2:1 im Juli bei Freiheit vs. Sicherheit. Neue Prepaid-Tarife gibt's zwar nur noch gegen Vorlage eines Ausweises. Dafür freuen sich Datenschützer über die pausierte Vorratsdatenspeicherung bei Providern und über die gekippte Störerhaftung für Betreiber offener WLANs. Wir fassen zusammen.

Der vermeintliche Kampf gegen den Terror geht arg auf Kosten unserer Freiheit und unseres Rechts auf Privatsphäre. Provider sollten Verbindungsdaten und Bewegungsprofile für die deutschen Sicherheitsbehörden bereithalten, die letztere auf richterlichen Beschluss einsehen dürfen - Stichwort Vorratsdatenspeicherung. Die Identität der Besitzer neuer Prepaid-Karten wird jetzt ebenfalls so behandelt, sodass die bevorrateten Daten - so die Idee - konkreten Personen treffsicher zugeordnet werden können.

Diese Woche jedoch erlitt der deutsche Gesetzgeber einen peinlichen Dämpfer auf seinem Weg zu mehr Schutz/Überwachung der Unschuldigen. "Unter Berufung auf das aktuelle Urteil des Oberwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen hat die Bundesnetzagentur die Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung ausgesetzt", berichtet Heise am Mittwoch. Warum? Weil Europa Nein sagt. Darum!

Ein kleiner Provider aus München musste plötzlich keine Daten mehr vorratsspeichern. Nach einer kleinen legalen Kettenreaktion sieht die Bundesnetzagentur aktuell komplett davon ab, Provider dafür zu bestrafen, wenn sie keine Vorratsdaten speichern. Heise hat überall nachgefragt und die Reaktion der Provider ist geradezu rührend.

O2, 1&1, Telekom und Vodafone legen sofort den Hebel um und hören auf mit der massenhaften Speicherung Eurer Bewegungs- und Verbindungsdaten - was ich leider nicht überprüfen kann. Aber alleine ihr Standpunkt ist löblich. Für einen kurzen Moment ist es so, als hätte der Staat die Fahndung gegen uns alle aufgehoben.

Thomas Kremer, Telekom-Vorstand für, Datenschutz, Recht und Compliance, habe gegenüber Heise gesagt: "Für so einen sensiblen Eingriff in Persönlichkeitsrechte muss Rechtssicherheit gegeben sein. Das haben wir von Anfang an betont."

Und diese Sicherheit ist keine rein deutsche Angelegenheit. Europa hat noch ein Wörtchen mitzureden und dass bedeutet zunächst für den voreiligen deutschen Gesetzgeber, dass er seine Hausaufgaben noch einmal machen muss. Und das EuGH-Urteil fiel dabei recht brutal aus:

In Bezug auf die Vorratsspeicherung stellt der Gerichtshof fest, dass aus der Gesamtheit der gespeicherten Daten sehr genaue Schlüsse auf das Privatleben der Personen, deren Daten auf Vorrat gespeichert wurden, gezogen werden können.

Freifunk profitiert gleich zweimal

Auch Freifunk, die Initiative für kostenloses WLAN von Privatleuten für die Öffentlichkeit, freut sich doppelt. Zum einen ist die Regelung zur Vorratsdatenspeicherung auch hierfür zu ungenau. In deren Blog heißt es: "Es ist nicht geklärt, ob Freifunk-Communities überhaupt unter das neue Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung fallen, also können wir unsere Infrastruktur weiter betreiben wie bisher." Der Status bei der BNetzA zu Freifunk sei folgender:

Es ist unklar, ob der Freifunk Rheinland e.V. (und damit vergleichbare Freifunk-Modelle) überhaupt unter die neuen Speicherpflichten nach § 113b Abs. 3 TKG fallen.

Es gibt derzeit „zumindest erhebliche Zweifel“, dass Freifunk ein Internetzugangsdienst in diesem Sinne ist und unter die Speicherpflicht fällt.

Sollte die BNetzA später zu der Ansicht kommen, dass Freifunk-Vereine Internetzugangsdienste erbringen, wäre immer noch zu klären, ob überhaupt etwas gespeichert werden müsste. Schließlich werden keine Benutzerkennungen vergeben. Zu diesen Detailfragen stehen in der FAQ (Stand: 5. Mai 2017) der BNetzA wichtige Punkte.

Solange all das nicht geklärt ist, müssen wir als Freifunk Rheinland e.V. nicht vorauseilend speichern. Die BNetzA schreibt: „Bis zu einer Entscheidung über die Einstufung des Modells bzw. über die Verpflichtung zur Verkehrsdatenspeicherung müssen keine Aktivitäten – quasi vorbeugend – zur Umsetzung der Speicherpflicht nach § 113a Abs. 3 TKG unternommen werden.“ Das gilt für uns als Freifunk Rheinland e.V. und für alle Freifunk Communities.

Und der deutsche Router-Hersteller AVM verkündet die nächste Freudenbotschaft, die auch direkt die Freifunker betrifft: "Mit der aktuellen Verabschiedung des Dritten Gesetzes zur Änderung des Telemediengesetzes hat der Deutsche Bundestag die Abschaffung der Störerhaftung beschlossen." Was das heißt?

Eure WLAN-Hotspots, sei es mit dem Gäste-WLAN einer Fritzbox oder mit einem Freifunk-Setup, waren bislang rechtlich problematisch. Denn wenn ein Nutzer in Eurem Netzwerk urheberrechtlich geschützte Inhalte herunterlud, drohten Euch Schadenersatzforderungen und Abmahngebühren. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Natürlich gibt es andere Mittel für Rechteinhaber, um zu verhindern, dass Ihr jetzt in Eurem Gäste-WLAN wieder Bittorrent anwerft.

Diese Mittel schließen unter anderem den Antrag auf Sperren ein, wie Heise berichtet. Danach sollen "Rechteinhaber eine Anordnung gegen Mittelspersonen wie gängige Internetprovider oder private WLAN-Betreiber beantragen können, deren Dienste von einem Dritten in Anspruch genommen wurden, um geistige Eigentumsrechte zu verletzen." Konkret würdet Ihr dann schriftlich aufgefordert werden, in Eurem Router Peer-to-Peer-Netzwerke oder Filesharing-Websites zu sperren. Brutale Abmahnungen mit hohen Summen müsst Ihr also nicht mehr so schnell befürchten, und das ist klar ein Schritt in die richtige Richtung.

Ich rechne damit, dass Freifunk und AVM entsprechende Blacklists in ihren Router-Firmwares bereitstellen werden, um jenen Anträgen vorzubeugen. AVM schreibt schon jetzt: "Portsperren, die nach der neuen gesetzlichen Regelung zur Verhinderung von wiederholten Rechtsverstößen möglich sind, lassen sich über die Kindersicherung der FRITZ!Box sehr einfach (je nach Anforderung des Rechteinhabers) direkt in der Box einrichten."

Der Kampf geht aber weiter

Der deutsche Gesetzgebers ist bemüht, es allen recht zu machen. Die Polizei will schneller fahnden können, die Rechteinhaber wollen mit ihrer Kunst Geld machen. Doch auf dem Weg dahin passieren legale Unfälle wie eben die Vorratsdatenspeicherung und damit die Verdächtigung Unschuldiger oder die Störerhaftung und damit die Bestrafung der Falschen.

Jetzt konnten Datenschützer zwei kleine Siege feiern. Einmal hat Europa gesagt, dass totale Überwachung vielleicht nicht der richtige Weg zur Terrorbekämpfung ist. Und ein andermal hat Brigitte Zypries erkannt, dass es auch sanftere Methoden zum Durchsetzen von Eigentumsrechten gibt. Man muss sich nur mit der Technologie ein wenig genauer auseinandersetzen, und schon kommen sinnvolle und verhältnismäßige Urteile zustande. Hoffentlich sehen wir in Zukunft mehr davon.

Top-Kommentare der Community

  • Ina Z. 02.07.2017

    Endlich auch mal gute Nachrichten in Sachen Privacy. Beschämend nur, daß es Gerichte braucht, um die Schnüffelwut auszubremsen und die Politik da von sich aus keinerlei Maß mehr kennt.

  • MajorTom 03.07.2017

    Der Datenschutz mag vereinzelt mal einen Sieg erringen. Aber grundsätzlich sehe ich den Datenschutz in der IT völlig im Eimer. Wer glaubt 1984 ist weit entfernt der irrt. Wir sind mitten drin. Seitens der Wirtschaft, seitens staatlicher Behörden. Die Unwissenheit der Nutzer ist erschreckend was heute im Hintergrund alles passiert. Und mein Eindruck ist man will es auch nicht wissen.
    Und die wo Aufkläung bringen könnten sind finanziell selbst eingebunden bzw bestreiten meist ihr Leben damit. Da beißt keine Krähe der anderen ein Auge aus.

  • Karl E 02.07.2017

    Sehr schöne Entwicklung und ein guter Artikel.... man darf aber natürlich dennoch kritisch bleiben, den keiner weiß, wer wann wie und was speichert, nur offiziell ist es vorerst vom Tisch. Vielleicht auch eine Art vorab Wahlgeschenk? Jedenfalls ist es gut, das wir noch ein wenig Gesetz, Recht und Ordnung von staatlicher Seite haben, oft wirkt das ja anders ....

  • Tenten 02.07.2017

    Sehr guter und informativer Artikel, beide Daumen hoch!

    Ich freu mich, dass in diesen verrückten und oftmals hysterischen Zeiten auch ab und zu mal die Vernunft wieder zum Zuge kommt. Es ist ein Anfang.

41 Kommentare

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  • Die Störerhaftung hat jahrelang den Aufbau freier WLAN-Zugänge behindert, und Deutschland diesbezüglich weit hinter seine europäischen Nachbarn zurückgeworfen. Zudem war sie gespaltenes Recht:
    Die grossen Provider waren durch das "Providerprivileg" davon ausgenommen, obwohl die sie am ehesten hätten leisten können, während kleine Cafe- und Gaststätteninhaber, sowie Privatleute für die Vergehen Dritter hätten zur Rechenschaft gezogen werden können und auch wurden. Dieser Anachronismus, diese übertriebene Gewichtung der Interessen einzelner gegenüber denen der Gesamtgesellschaft ist nun, spät, aber immerhin, beendet worden, jedenfalls in Bezug auf offene WLAN's.

    Ähnlich sieht es mit der Vorratsdatenspeicherung aus. Die Interessenlage von Polizei und Staatsanwaltschaften ist verständlich, und anlassbezogen dürfen TK-Daten ja auch weiter gespeichert werden. Aber rechtfertigt das, eine ganze Bevölkerung quasi unter Generalverdacht zu stellen, und wochen-, oder zumindest tagelang anlasslos deren TK-Daten zu speichern?
    Darüber hinaus wurden solche Daten in der Vergangenheit auch ohne richterlichen Beschluss, wegen Überlastung der Gerichte oder aus anderen Gründen, auch Staatsanwaltschaften, aber noch schlimmer, auch Rechteinhabern und Abmahnanwälten überlassen.

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Auskunft-ueber-Provider-Kundendaten-auch-ohne-Richterspruch-140874.html

    Ich denke eine solche Nutzung ist, nicht nur für mein Rechtsempfinden, völlig inakzeptabel, geradezu ein Vertrauensbruch des Staates.
    Selbst die Überlassung solcher Daten mit Richterspruch für andere Zwecke als Terrorbekämpfung oder anderer schwerer Kriminalität halte ich für inakzeptabel und eine unausgewogene Rechtspraxis.

    Von daher halte ich ein völliges Verbot der anlasslosen Vorratsdatenspeicherung für die ausgewogenere, mehr im allgemeinem Interesse liegende Rechtspraxis, und hoffe, dass sie letztendlich Bestand haben wird.

    Ich gebe dem Autor auch Recht, wenn er meint, dass noch viel zu tun bleibt. Das Abmahnrecht in der gegenwärtigen Form ist ebenfalls eine Zumutung, und Großbritannien zeigt, wie es besser gehen könnte.
    Familien werden mit völlig überzogenen Abmahngebühren ruiniert, entweder völlig zu Unrecht, weil automatische Programme zur Ermittlung der IP-Adresse zuweilen fehlerhaft arbeiten, oder formal korrekt, aber moralisch zweifelhaft, weil ein Kind einen Fehler gemacht hat. Und mit Flickwerk, wie der Gebührenbegrenzung auf 150 € in ganz bestimmten Fällen, das dann von Anwälten schneller wieder ausgehebelt ist, als es beschlossen wurde, zeigt sich die Politik hilflos.
    In GB zahlt die erste Abmahnung (sofern das nicht mittlerweile geändert wurde) der Abmahnende und nicht der Abgemahnte, und die deutschen Abmahnwellen sind dort weitgehend unbekannt. So geht Politik im Interesse breiter Bevölkerungsschichten statt in dem von Lobbyisten, und diesbezüglich können wir wirklich noch viel von unseren Nachbarn lernen.

    Quelle: www.heise.de


    • Zwei Bemerkungen zu deiner guten Zusammenfassung Michael:
      1. Alle Provider vergeben IP4 Adressen mehrfach - genau dass ist das Problem (kann man mit alternativen Routern im Log erkennen).
      2. Problem bei den Sperren ist, dass diese bei aktuellen Routern bestenfalls auf MAC Adressen beruhen können, wenn überhaupt unterstützt. Ich verwende in Freifunknetzen (bei Linux einfach einstellbar und insbesondere bei Tails sogar default) wechselnde MAC Adressen - damit kann man sich dann die Maßnahme gleich schenken.

      Übrigens betreibe ich mein Freifunk.net Netz schon ein paar Jahre mit der bisherigen Regel ohne Probleme (siehe auch entsprechende Berichte der Freifunk Community).


      •   4
        Gelöschter Account 05.07.2017 Link zum Kommentar

        IP4 -Adressen werden mehrfach vergeben, aber nicht 2 gleiche zur gleichen Zeit.


  • Es ist sehr schwierig,aber Terrorismus muss bekämpft werden ! Wird wohl kaum funktionieren... Die Datensammelei ist ein Teil davon, darüber rege ich mich nicht MEHR auf ! Ich habe den Messenger Threema, aber Tante Google wacht über meine Daten auch, Wir können uns der Datenüberwachung nicht entziehen.

    Peter


    • Das liegt ganz an unserem Verhalten. Was ich nicht eingebe wird auch nicht protokolliert.
      Deshalb immer mit bedacht was man nutzt und was ich Preis gebe.
      Die Verantwortung in der heutigen Zeit nimmt uns keiner ab. Sie beginnt bei uns!
      Wie weit man seine gerne benutzen Programme selbst zensiert liegt in unserer Gewalt. Natürlich stimme ich zu dass man sich nicht vollkommen entziehen kann im Internet.


      • aber so denken die Terroristen auch, somit ist die Überwachung nicht mehr zu gebrauchen. Es gibt immer andere weg und Mittel.

        UbIx


      • Noch schlimmer, Übewachung untergräbt die Demokratie ohne nachweislich auch nur einen Fall nützlich gewesen zu sein (außer bei Bagatelldelikten von IT unerfahrenen).


      • Ebenso hat die Überwachung auch noch keinen bisher nachweislich in irgendeiner Form geschadet. Natürlich nur bei Leuten die sich nichts zu Schulden kommen haben lassen. Das kannst du dir ungefähr so vorstellen wie die Polizei die am Straßenrand steht und mit einer Radarpistole die Autofahrer kontrolliert und überwacht. Es werden auch nur die herausgefischt die zu schnell unterwegs waren. Die was das Tempo einhalten haben nichts zu befürchten.


      • Nun ja. Solange ich in West-Europa lebe wohl eher kaum. Aber wie sieht es in anderen Ländern aus. Beispiele nenne ich keine. Sonst lassen sie mich nicht rein zum nächsten Urlaub😉.
        Es ist das Potential das in den Datenbanken steckt. Wehe dem sie werden missbraucht...
        Ob man zu Schaden kommt merkt man hier nicht. Wird halt die Versicherung teuerer oder man bekommt keinen Kredit, den Job nicht und solche Sachen.
        Also definitiv doch Schaden.

        UbIx


      •   4
        Gelöschter Account 05.07.2017 Link zum Kommentar

        @Peter
        Oh Gott, so naiv kann man doch heutzutage gar nicht mehr sein... oder ? Ich hab nix zu verbergen, also passiert mir nix....glaubst du auch noch an den Weihnachtsmann oder wie ?
        Selbst wenn man rein theoretisch annimmt, es interessiert sich heute niemand für unsere (unbescholtenen) Daten, wer garantiert dir dass morgen nicht irgendeine radikale Partei an die MAcht kommt und sich dann der riesigen Datenbanken bedient, um unliebsame Gegner auszuschalten ? Genau - niemand garantiert dir das. Von daher, wehret den Anfängen !

        UbIx


      • Das hat nichts mit Naiv zu tun, sondern wenn man ein bisschen den Hausverstand einschaltet, dann erklärt sich das von selbst. Du glaubst bestimmt auch das wir alle mal von bösen Aliens entführt werden, oder? Sollte eine radikale Partei an die Macht kommen, dann sind wir auch selbst schuld, weil wir diese gewählt haben. Und wer garantiert dir das diese radikale Partei sich genau deine Daten so zu nutzen macht das du erheblichen Schaden erleidest? Genau, niemand garantiert dir das. Möge die dunkle Macht mit dir sein!!


      • Da liegst Du falsch. Man kann davon ausgehen, dass sogar massenhaft Leute wegen ungerechtfertigter Abmahnungen zu Schaden gekommen sind.

        Hier nur ein Beispiel:

        http://www.spiegel.de/netzwelt/web/internet-urteil-rentnerin-ohne-computer-muss-wegen-raubkopie-zahlen-a-804629.html

        Und da gab es jede Menge Berichte, in denen die Betroffenen beteuerten, nichts Illegales getan zu haben, teilweise gar nicht zu Hause waren, die Gerichte aber trotzdem den Abmahnanwälten glaubten, und ihren angeblich unfehlbaren Programmen. Dabei kann jedes technische System Fehler aufweisen.

        Ohne vorratsgespeicherte IP-Adressen jedenfalls wäre dieser Unfug so nicht möglich.
        Und wenn man dem Staat einen Datenschatz anvertraut, um schwerste Verbrechen und Terror zu bekämpfen, und dann sieht man, wofür er verwendet wird, dann ändert man auch mal seine Meinung. So geschehen bei mir.

        Quelle: www.spiegel.de


      •   4
        Gelöschter Account 06.07.2017 Link zum Kommentar

        @Peter
        es geht auch nicht um genau meine Daten - selbst wenn ich zu den Glücklichen gehören würde die nicht in das Suchraster eines wie auch immer gearteten zukünftigen Staatsapparates passen, es wird genug Unglückliche geben die unschuldig in Fänge eines solchen Staatsapparat gerät.
        Und wie schnell sich heute ein derzeit oder ehemals freies Land in eine überwachte Autokratie oder Diktatur verwandeln kann, sehen wir an genügend aktuellen Beispielen (Türkei, Polen, Ungarn, diverse Balkanstaaten, USA, Philipinnen usw).
        Und was soll der Quatsch mit den Aliens ? Und nein, ich bin nicht Schuld wenn eine Mehrheit in unserem Land eine radikale Partei gewählt hat, und ich eine Partei gewählt habe die für Freiheit steht. Aber ich muss den Mist dann ausbaden.
        Im übrigen gibt es noch viel krassere Beispiele als ungerechtfertigte Abmahnungen. Ich erinne nur an vom CIA nach Guantanamo entführte Bürger, die dort jahrelang völlig unschuldig dahinvegetierten und gefoltert wurden. Auch Deutsche... wurde ja sogar schon verfilmt (Murat Kurnaz). Oder sind das nur Kollateralschäden bei dem Kampf gegen Terror ? Siehst du vermutlich ganz anders wenn du selber so ein Kollateralschaden wirst.
        Und wer garantiert dir dass genau deine Daten nicht ins Raster passen ?
        Das geht heute ganz schnell, der ganze sogenannte K(r)ampf gegen den Terror erinnert inzwischen fatal an mittelalterliche Hexenverbrennung.

        UbIx


      • Unsere Daten sind seit wir geboren wurden immer irgendwo gespeichert. Das hat gar nichts mit Google oder einem. Smartphone zu tun. Der Quatsch mit den Aliens ist der Selbe wie der mit dem Weihnachtsmann.
        Die Länder was du hier aufzählst haben auch eine ganz andere Gesetzeslage, oder teilweise gar keine. Da ist der Datenschutz das wohl kleinste Problem wenn es im sozialen Bereich und bei der medizinischen Versorgung bis hin zur finanziellen Absicherung hinten und vorne fehlt. Das dann in solchen Ländern auch der Datenschutz nicht so genau genommen wird ist kein Wunder. Und sowas wie in Guatanamo ist auch schon Österreichern in Tunesien passiert. Hat aber auch gar nichts mit fehlenden Datenschutz zu tun.
        Mittelalterliche Hexenverbrennung und heutige Terrorbekämpfung sind schon sehr weit von einander entfernt. Das mit den "Hexen" war wirklich schlimm, da man so gut wie jede Frau schon angeprangert hat die mit Kräutern versucht hat eine Krankheit zu lindern. Was die heutigen Terroristen alles anrichten in ihrem fanatischen Wahn ist ja bekannt. Täglich steht irgendwas davon in der Zeitung über IS oder sonstige Extremisten. Und ja, es hat auch schon Verhaftungen unschuldiger gegeben, nur weil sie einen Vollbart trugen. Aber kein Wunder, die Welt hat Angst und ist bei dem Thema sehr sensibel. Man wird auch in Zügen in den letzten Jahren vermehrt kontrolliert von der Polizei. Wenn es seitens der Behörden heißt, die Erfassung unserer Daten dient zur Terrorbekämpfung, dann kann ich dem nur zustimmen und es ist ein sehr gutes Argument. Sollte irgendetwie Missbrauch damit getrieben werden, dann bin ich mir auch sicher das es in unserem Land sehr schnell wieder Änderungen gibt die dem einen Riegel vorschieben.


      •   4
        Gelöschter Account 06.07.2017 Link zum Kommentar

        Seit wann sind Länder wie Ungarn, Polen, USA undemokratische Länder die eine ganz andere Gesetzeslage haben ?
        Wenn die Behörden sagen, unsere Daten werden zur Terrorbekämpfung gebraucht, dann glaubt man das natürlich auch sofort ;-) Mit Terrorbekämpfung lässt sich ja heutuztage alles rechtfertigen.
        Aber ich sehe schon, du glaubst grundsätzlich erstmal alles was von "oben" (der Obrigkeit) kommt.
        Und Missbrauch wird schon seit zig Jahren mit unseren Daten betrieben, sowohl von Firmen als auch von Geheimdiensten - nur die Änderungen die dem Missbrauch einen Riegel vorschieben sehe ich bis dato nicht - wird auch nie kommen.
        Außerdem scheint bei dir die Terrorangst ja schon sehr präsent zu sein, wenn du tagtäglich irgendwo was liest.
        Deine Angst ist völlig irreal. Die Wahrscheinlichkeit an einer Fischgräte zu ersticken, an einem Kugelschreiberteil zu ersticken und erst recht sowas wie Treppe runterfallen oder Autounfall ist zig mal höher als das du bei einem Attentat stirbst. Gehst du deswegen keine Treppen mehr runter oder lässt das Auto stehen ? Isst du keinen Fisch mehr ? Komm mal wieder runter, Angst ist kein guter Ratgeber (sagt sogar unser aller Merkel ;-) )

        UbIx


      • Jetzt wirst aber lustig und das kann man so leider nicht mehr ganz ernst nehmen. Ich habe nie gesagt das USA, Polen oder Ungarn undemokratisch sind. Trotzdem ist in diesen Ländern eine völlig andere Gesetzeslage. Allein schon das Krankenkassensystem, Richtlinien für den Führerschein, Haftstrafen, Lebensmittelgüte.... die Liste kann ich dir den ganzen Tag weiter fortführen. Und das sind Länder, die trotzdem noch "nahe" an unseren Gesetzen sind. Stell dir vor ich vergleiche die arabischen und asiatischen Länder. Wenn du behauptest das schon zig Jahre mit unseren Daten Missbrauch betrieben wurde, dann nenn mir bitte ein einiges Beispiel, wo du dadurch nachweislich einen Schaden davon erlitten hattest. Übrigens kenn ich keinen dem sowas passiert wäre.
        Die Treppe runter fallen oder an einer Fischgräte zu ersticken sind Dinge wo man selbst dafür verantwortlich ist, und somit auch kein anderer dabei beteiligt ist. Das mit dem Autofahren ist schon was anderes. Jährlich sterben ca. 1,2 Millionen Menschen im Straßenverkehr weltweit. Viel mehr als durch Terror ums Leben kommen. Kurz und knapp meine Antwort dazu : ich fahre kein Auto. Ausserdem sind Autounfälle etwas, was als "normal" eingestuft wird von der Bevölkerung. Außer es sind vereinzelt Amokfahrer. Terror ist unberechenbar und kann überall passieren, genau dort wo man es nicht erwartet. Ich habe absolut keine Angst vor Terror, trotzdem ist es gut wenn er bekämpft wird.
        Hier ist deine Angst völlig irreal das mit unseren Daten irgendwas schlimmes passiert. Das lustige ist ja das es ja nicht mal ein Beispiel bei uns gibt was den schlimmes damit passieren kann?
        Man sollte nicht immer alles so schwarz sehen, sonst sieht man immer irgendwo hinter jeder Ecke einen schwarzen Mann.
        Paranoia ist die Kunst sich etwas vorstellen, das einem die Realität verweigert.


      • Die Welt ist voller Beispiele was passiert und passieren kann oder könnte. Das hat nichts mit Paranoia zu tun. Es geht darum Front zu machen und gegenzuhalten was ethisch, demokratisch, kulturell nicht in unser (also nicht ganz deins😉) Gesellschaftsbild passt, und erwiesen nichts brachte. Jeder von den Gefährdern kennt die Überwachung. Genau das wollen unsere Feinde, die Zersetzung der Freiheit.
        Wir (Die Aluhüte) sind die Antilobbi und zeigen Flagge gegen eine Verirrung der Politik/Anstand/Datenhandel. Die letzte Hürde alles und jeden generell zu tracken und unter pauschalen Verdacht zu stellen. Es geht um den Sachverhalt und nicht um Angst. Mag sein dass es Leute gibt die hier schon in die Ängste rutschen. Die haben dann aber andere Probleme als die Protokolle des Internets.
        Was machst du eigentlich beruflich Peter und wie alt bist du? Falls die Frage nicht zu privat ist 😉
        LG


      • Ich bin beruflich Fitnesstrainer, spezialisiert auf Kraftsport, Bodybuilding. Und nebenbei noch Informationstechniker. Und ich bin 35 Jahre alt. Ist nicht privat, das wissen ja viele 😊


      • Peter, da hast Du aber was nicht verstanden. Bei der Straßenkontrolle handelt es sich um erlaubte Stichproben, gegen die auch hier keiner etwas hat. Dazu gibt es tolle Abhandlungen, auf die ich hier aber nicht erneut eingehen möchte, wen es interessiert wird schnell via Suchmaschine fündig. Das unschuldige nicht unter die Räder kommen ist definitiv nicht richtig. Ich persönlich kann dir mindestens 3 solcher fälle aus meinem Persönlichen Umfeld nennen.


      • Haben diese 3 Fälle was mit dem. Datenschutz zu tun? Ich wurde als 17 jähriger auch mal kurz von der Polizei als Verdächtiger eines Raubes festgenommen, weil ich zufällig in der Nähe war und die Täterbeschreibung und vor allem die Kleidung auf mich gepasst haben. Damals hatte ich weder Internet noch Handy. Es war ein rein objektiver Fehler.

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