Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.

3 Min Lesezeit 17 Kommentare

Datenschutz-Rating: Apple super, Google bedenklich, WhatsApp mies

Die amerikanischen Datenschützer Electronic Frontier Foundation (EFF) haben mal wieder mit ihrem Transparenz-Rating zugeschlagen. Von 24 Tech-Unternehmen schnitt WhatsApp am schlechtesten ab.

Fünf Kriterien sind es, nach denen EFF die Datenschutzpolitik, oder besser gesagt, deren Transparenz, bei führenden Technologieunternehmen bewertet:

  1. Werden industrieweit akzeptierte Transparenzstandards befolgt?
  2. Werden Datenanfragen der Regierung an Nutzer kommuniziert?
  3. Wird offengelegt, wie und wie lange welche Daten gespeichert werden?
  4. Werden Regierungsanfragen auf Löschung von Inhalten offengelegt?
  5. Hat man sich öffentlich gegen das Einbauen von Backdoors positioniert?

Desaströs schlechte Transparenz bei WhatsApp

Dieser Bericht wird jedes Jahr veröffentlicht, WhatsApp war 2015 das erste Mal dabei. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus, denn der grüne Messenger aus dem Hause Facebook belegt den letzten Platz. 

Lediglich eine öffentliche Verweigerung von Backdoors konnte man WhatsApp zugutehalten, wobei das auch nur deshalb gegeben ist, weil Mutterkonzern Facebook sich stellvertretend so positioniert hat und dies nun auch für WhatsApp gilt.

Da WhatsApp selber keine Nutzerinhalte öffentlich darstellt (wie bspw. Facebook) ist das vierte Kriterium hier nicht anwendbar. Doch Kriterien eins bis drei erfüllt WhatsApp nach Information von EFF nicht. Regierunsganfragen auf Herausgabe von Daten erfordern keine Gerichtsbeschlüsse, zumindest nicht bei WhatsApp, obwohl das eine weit verbreitete Praxis ist, die alle anderen 23 überprüften Unternehmen durchführen. Gleiches gilt für die Veröffentlichung von Transparenzberichten.

Auch werden Nutzer nicht informiert, wenn Regierungen Daten anfordern oder wie lange ihre Daten, wie bspw. IP-Adressen oder gelöschte Nachrichten, gespeichert werden.

tech data transparency hero
Apple, Facebook, Google, WhatsApp - so bewerten Datenschützer die Transparenz im Datenschutz. / © EFF

Nachholbedarf bei Google

Google schnitt zwar deutlich besser ab, hat jedoch definitiv noch Luft nach oben. Drei von fünf Sternen verdiente sich der Suchmaschinengigant. Zwei wurden ihm verweigert, da Google Regierunsganfragen auf Herausgabe von Daten nicht veröffentlicht und seine Datenspeicherpolitik nicht frei zugänglich macht (was wohl gemerkt nicht mit Datensammlung zu verwechseln ist!).

Facebook erhält gute Noten

Das soziale Netzwerk Facebook schnitt noch etwas besser ab und erhielt vier von fünf Sternen. Einziger festgestellter Mangel: Regierunsganfragen auf Datenlöschung würden nicht öffentlich gemacht. Das dürfte einige Nutzer hierzulande überraschen, da Facebook zumindest in Deutschland äußerst wenig Vertrauen genießt, was allerdings sicherlich nicht nur an Datenschutzskepsis liegt, sondern auch an einer sozialen Kultur, die sich weniger gut mit dem Netzwerk vereinen lässt.

Apple ist an der Transparenzspitze

Der Technologiegigant aus Cupertino findet sich im Transparenz-Rating von EFF an der Spitze und teilt sich diese unter anderem mit Dropbox, Yahoo! und Adobe. Alle hier genannten Kriterien werden erfüllt. Man ist bei Apple sichtlich bemüht, das Image des instransparenten Datenkraken zu vermeiden, das Google anhaftet, wie zuletzt sichtbar wurde, als im Zuge der WWDC das neue Siri-Feature Proactive vorgestellt wurde. Hier werden Suchanfragen anonym und lokal auf den iPhones abgewickelt und nicht wie bei Google Now über die Cloud.

Überraschen Euch die Bewertungen der Electronic Frontier Foundation bzw., wenn ja, werden sie Euer Nutzungsverhalten beeinflussen? Den gesamten Bericht könnt Ihr unter dem Quell-Link am Artikelende einsehen. 

Quelle: EFF

Top-Kommentare der Community

17 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • mich wundert nur, dass da "governmental requests" steht.
    Wenn die Regierung an eure Daten will kommt sie auch dran.
    Egal ob legal oder ob ein Auge zu gedrückt wird.


    • Nicht, wenn der Anbieter die Daten verschlüsselt speichert. Nachteil für den Anbieter: So kommt auch er nicht an diese Daten heran. Somit ist es leider nichts für eine Firma, die, wie z.B. Google, das meiste Geld mit Werbung macht.


  • Also da ist doch was komisch. Facebook würde minus 5 Punkte bekommen so wie whatsapp. Google ist 5 plus Rest interessiert mich nicht.


  • Nach deutschen Datenschutzrichtlinien würden Facebook, WhatsApp und Google sowas von abstinken. Die Amis sind da leider etwas liberaler.


  • Facebook im Rating gut? Ich würde den kein Stern geben. Vertrau den keinen Meter.


    • Glaub mir, alle Unternehmen interessieren sich gleich wenig für dich einzelne Person. Es zählt nur der Gewinn. In jedem Vorstand sitzen Leute, denen du völlig egal bist.


      • Richtig....vollkommen egal.Genau dass ist ja das Problem.Würde es nicht so sein bräuchte man über Daten-Schutz sich erst gar keine Gedanken machen.So aber bleibt die Verantwortung beim User.


  • Ein EFF Ranking, dass sich um rein amerikanische Belange und Befindlichkeiten kümmert. Toll! Und auch wenn es die EFF ist, die bestimmt Meriten hat, ist das meiner Meinung nach für uns in Europa ungefähr so relevant wie wenn ich China ein Sack Reis umfällt.
    Jeder muss für sich selber anwägen, wem er was anvertraut. Wer nicht will, dass Daten in falsche Hände kommen, muss eben auf die Bequemlichkeit verzichten und seine Daten selbst hosten. Ein gutes Projekt zu diesem Thema: Community Cube auf Kickstarter - Benutzt die Suchmaschine Eurer Wahl, wenn's Euch interessiert, Ihr werdet fündig!


  • Ist ja nun leider nichts neues.....


  •   35
    Gelöschter Account 19.06.2015 Link zum Kommentar

    Bei Apple siehe Xara. Apple so gut, dass sie versprechen was zu unternehmen und machen es nicht.


    •   19
      Gelöschter Account 19.06.2015 Link zum Kommentar

      Es geht um Transparenz der Datenschutzpolitik. Das Vorgehen bei gemeldeten Sicherheitslücken war scheinbar nicht Teil des Ratings.


      •   58
        Gelöschter Account 20.06.2015 Link zum Kommentar

        ... und nicht jede Sicherheitslücke lässt sich mal so eben binnen weniger Tage schließen, ohne anderenorts Baustellen aufzureißen.

        Aber das sieht der in Internetforen rumpöbelnde, selbsternannte IT-Spezialist (schließlich ist man ja in der Lage, ein Smartphone zu "rooten", auch wenn man nicht so recht weiß, wozu man das eigentlich braucht...) natürlich anders...


  • Es überrascht nicht. Apple war schon immer dafür bekannt die perfektion schlecht hin zu sein. Aber bald kommt Tizen und wird Apple verdrängen.

Empfohlene Artikel