Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
3 Min Lesezeit 32 mal geteilt 17 Kommentare

Datenschutz-Rating: Apple super, Google bedenklich, WhatsApp mies

Die amerikanischen Datenschützer Electronic Frontier Foundation (EFF) haben mal wieder mit ihrem Transparenz-Rating zugeschlagen. Von 24 Tech-Unternehmen schnitt WhatsApp am schlechtesten ab.

Fünf Kriterien sind es, nach denen EFF die Datenschutzpolitik, oder besser gesagt, deren Transparenz, bei führenden Technologieunternehmen bewertet:

  1. Werden industrieweit akzeptierte Transparenzstandards befolgt?
  2. Werden Datenanfragen der Regierung an Nutzer kommuniziert?
  3. Wird offengelegt, wie und wie lange welche Daten gespeichert werden?
  4. Werden Regierungsanfragen auf Löschung von Inhalten offengelegt?
  5. Hat man sich öffentlich gegen das Einbauen von Backdoors positioniert?

Desaströs schlechte Transparenz bei WhatsApp

Dieser Bericht wird jedes Jahr veröffentlicht, WhatsApp war 2015 das erste Mal dabei. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus, denn der grüne Messenger aus dem Hause Facebook belegt den letzten Platz. 

Lediglich eine öffentliche Verweigerung von Backdoors konnte man WhatsApp zugutehalten, wobei das auch nur deshalb gegeben ist, weil Mutterkonzern Facebook sich stellvertretend so positioniert hat und dies nun auch für WhatsApp gilt.

Da WhatsApp selber keine Nutzerinhalte öffentlich darstellt (wie bspw. Facebook) ist das vierte Kriterium hier nicht anwendbar. Doch Kriterien eins bis drei erfüllt WhatsApp nach Information von EFF nicht. Regierunsganfragen auf Herausgabe von Daten erfordern keine Gerichtsbeschlüsse, zumindest nicht bei WhatsApp, obwohl das eine weit verbreitete Praxis ist, die alle anderen 23 überprüften Unternehmen durchführen. Gleiches gilt für die Veröffentlichung von Transparenzberichten.

Auch werden Nutzer nicht informiert, wenn Regierungen Daten anfordern oder wie lange ihre Daten, wie bspw. IP-Adressen oder gelöschte Nachrichten, gespeichert werden.

tech data transparency hero
Apple, Facebook, Google, WhatsApp - so bewerten Datenschützer die Transparenz im Datenschutz. / © EFF

Nachholbedarf bei Google

Google schnitt zwar deutlich besser ab, hat jedoch definitiv noch Luft nach oben. Drei von fünf Sternen verdiente sich der Suchmaschinengigant. Zwei wurden ihm verweigert, da Google Regierunsganfragen auf Herausgabe von Daten nicht veröffentlicht und seine Datenspeicherpolitik nicht frei zugänglich macht (was wohl gemerkt nicht mit Datensammlung zu verwechseln ist!).

Facebook erhält gute Noten

Das soziale Netzwerk Facebook schnitt noch etwas besser ab und erhielt vier von fünf Sternen. Einziger festgestellter Mangel: Regierunsganfragen auf Datenlöschung würden nicht öffentlich gemacht. Das dürfte einige Nutzer hierzulande überraschen, da Facebook zumindest in Deutschland äußerst wenig Vertrauen genießt, was allerdings sicherlich nicht nur an Datenschutzskepsis liegt, sondern auch an einer sozialen Kultur, die sich weniger gut mit dem Netzwerk vereinen lässt.

Apple ist an der Transparenzspitze

Der Technologiegigant aus Cupertino findet sich im Transparenz-Rating von EFF an der Spitze und teilt sich diese unter anderem mit Dropbox, Yahoo! und Adobe. Alle hier genannten Kriterien werden erfüllt. Man ist bei Apple sichtlich bemüht, das Image des instransparenten Datenkraken zu vermeiden, das Google anhaftet, wie zuletzt sichtbar wurde, als im Zuge der WWDC das neue Siri-Feature Proactive vorgestellt wurde. Hier werden Suchanfragen anonym und lokal auf den iPhones abgewickelt und nicht wie bei Google Now über die Cloud.

Überraschen Euch die Bewertungen der Electronic Frontier Foundation bzw., wenn ja, werden sie Euer Nutzungsverhalten beeinflussen? Den gesamten Bericht könnt Ihr unter dem Quell-Link am Artikelende einsehen. 

Quelle: EFF

32 mal geteilt

Top-Kommentare der Community

17 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!