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CES2017 2 Min Lesezeit 31 Kommentare

Das Smartphone, das (nicht nur) vor falschen Pillen warnt

Technikmessen sind voll von kleinen Highlights. Auf der CES in Las Vegas gibt es beispielsweise ein Smartphone zu sehen, das erkennen kann, ob die Erdbeeren im Laden richtig reif sind. Um diese Erkennung umzusetzen, ist in dem Smartphone ein Nahinfrarotspektrometer eingebaut.

Sind die Erdbeeren wirklich reif? Ist das wirklich Aspirin? Ist der Käse wirklich fettarm? Diese Fragen beantwortet das Changhong H2. Die dazugehörige Technik stammt von SCiO. Hierbei handelt es sich um ein Nahinfrarotspektrometer, das einen Lichtstrahl aussendet und dessen Reflexion analysiert. Jedes Material sorgt dabei für eine andere Spektrallinie, sodass ein Rückschluss auf das gescannte Objekt möglich ist. Eine Tablette Ecstasy oder Aspirin ist also anhand der Spektrallinie deutlich zu unterscheiden - mit dem SCiO-Sensor im H2 geratet Ihr also nicht in Gefahr, versehentlich die falsche Pille zu schlucken. Ein Video demonstriert die Funktionsweise.

Bislang war der Sensor von SCiO zu groß, als dass er in ein Smartphone gepasst hätte. Fortschritte bei der Miniaturisierung haben es aber nun möglich gemacht, dass ein Smartphone mit einem handlichen Spektrometer ausgestattet werden kann. Einzeln gibt es ein SCiO ebenfalls zu kaufen und kostet dann rund 300 US-Dollar.

SCiO shade small sample holder
SCiO: Ein Spektrometer für Smartphones / © Consumer Physics

Dass die Technologie von SCiO grundsätzlich funktioniert, war schon früher auf Messen zu sehen. Auf dem Messestand der Telekom auf dem MWC 2016 gab es ein SCiO in Aktion zu sehen. Die Erkennung von Pillen, Käsesorten oder anderem erfolgte in den Demos zügig und zuverlässig. Die Zuordnung der Spektrallinien zu bestimmten Materialien erfolgt übrigens mittels einer Online-Datenbank, die ständig hinzu lernt. 

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Changhong H2 / © Changhong

Ausgiebige technische Details zum Changhong H2 liegen nicht vor. Es verfügt über ein Full-HD-Display mit einer Diagonale von sechs Zoll und einen Fingerabdrucksensor sowie eine Kamera mit 16 Megapixel. Aktuell ist das Changhong H2 nur in China erhältlich. Ob und gegebenenfalls wann es auch nach Europa kommt, ist zur Zeit nicht bekannt.

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass ein Spektrometer in einem Smartphone ein willkommenes Feature ist? Würdet Ihr ein solches kaufen? Lasst es uns mit einem Kommentar wissen!

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Top-Kommentare der Community

  • Sue H
    • Blogger
    07.01.2017

    Was es nicht alles gibt! Die Technik könnte evtl. Leuten helfen, die nicht so gut sehen und mittels Sprachausgabe Informationen liefern. (Könnte ich mir vorstellen)

31 Kommentare

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  • Meine Vorfreude war übertrieben. Ich habe nun Stunden damit verbracht mehr über scio und Spektrometer in Erfahrung zu bringen und leider ist das vorgestellte Produkt nicht so genial wie es angepriesen wird.

    1. Der Spektrometer kann nur 15-20mm durch ein Objekt durchdringen. Man kann also keine Mahlzeiten scannen. Und Körperfett scannen bei einer übergewichtigen Person kann man erst recht vergessen.
    2. Vieles basiert auf einen Algorithmus und nicht auf Technik. Man muss in der App erst auswählen ob man nun eine Frucht, Fleisch oder auch Pappe scannt. Erst dann erkennt scio was es tatsächlich enthalten soll. Und wenn ein Produkt nicht in der Datenbank vorhanden ist ist scio völlig überfordert.
    3. Wie auch in Punkt 1 genannt ist das Scannen einer Mahlzeit nicht möglich, auch wenn das Video anhand der Eiscreme etwas anderes suggeriert. Die angegebenen 170kcal beziehen sich auf 100g (wer weiß wie viel das Eis oder eine andere Mahlzeit nun wiegt und kann das entsprechend notieren? - hinzu kommt, dass die 170kcal dann nur für die Eiscreme gelten, aber nicht für die Waffel!). Auch wenn man einen Apfel scannt, liefert scio nur Werte pro 100g. Das erwähnt man wohl bewusst nicht und versucht es in Werbevideos stets zu verheimlichen (ebenso wie Punkt 2 verheimlicht wird).

    In der Praxis würde es also so aussehen, dass ich die Scheibe Brot, Butter und Schinken erst einzeln scannen und auch abwiegen müsste und erhalte erst dann die tatsächliche Kalorienmenge.
    Aber warum dann noch scannen? Wenn ich es ohnehin erst abwiegen müsste, dann trage ich halt direkt die Menge Brot in meine Ernährungs-App ein.
    Einziger Sinn für mich: Die Reinheits meines Testos überprüfen - vorausgesetzt die Datenbank hat Testosteron gespeichert... Aber selbst wenn misst es dann nur das Trägeröl als Hauptinhaltsstoff.
    Alles in allem also bisher ein nettes Gadget, mehr aber auch nicht. ☹


    • Es gibt einen interessanten Wikipedia-Artikel über die NIR-Spektroskopie. Das Verfahren ist in der Qualitätsanalyse in der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie schon länger etabliert. Es wird aber auch in der Medizin eingesetzt. Es verwendet statistische Verfahren, denen natürlich Algorithmen zugrunde liegen, und vergleicht z.B. die spektroskopische Signatur einer Substanz mit den von in einer Datenbank abgelegten Signaturen anderer Substanzen. Es ist entfernt mit der Identifikation von Fingerabdrücken oder Gesichtern vergleichbar. Aber was ist daran schlecht, wenn es zuverlässig funktioniert? Dass das offensichtlich der Fall ist, zeigt seine Verbreitung in den genannten professionellen Anwendungen. Deshalb könnte es dafür auch schon umfangreiche Datenbanken mit den Signaturen von hundertausenden von Substanzen geben.

      Eine Eindringtiefe von 15-20 mm (ich habe den Wert nicht überprüft) ist für ein nicht invasives Messverfahren nicht schlecht.

      Das Verfahren kann Substanzen analysieren, aber nicht wiegen. Deshalb kann es natürlich nur den Brennwert pro Gewichtseinheit abschätzen, und nicht absolut. Vielleicht programmiert ein cleverer Appentwickler eine App dazu, die mit Hilfe der Kamera versucht, die Menge zu schätzen, oder eine andere App kann mit einem Touch-Force-Display das Gewicht ermitteln. Dann weiss die aber auch nicht, ob der Anwender eine oder drei Portionen verspeist.

      Für genial halte ich die Applikation auch nicht. Schliesslich wurde nur ein längst etabliertes Analyseverfahren durch Miniaturisierung in einem Smartphone ermöglicht.
      Innovativ und höchst interessant bleibt sie meiner Meinung nach dennoch.
      Ohne Unsummen für Laborequipment ausgeben zu müssen, ermöglicht das Verfahren vielen, z.B. die Qualität von Lebensmitteln grob zu bestimmen (ein Labor kommt sicher zu weit genaueren Ergebnissen, also weist z.B. kleinere Substanzmengen nach).
      Ich habe in anderen Kommentaren bereits geschrieben, warum ich das für sinnvoll halte, und wie ein solcher Sensor in vielen Fällen sinnvoll einsetzbar wäre.

      Quelle: www.wikipedia.de


  • Man muss es nur noch umbenennen im Tricorder, und schon wird ein snartphone zum Tricorder, genau wie vor 10 Jahren das Handy zum smartphone wurde. Das ist Geschichte und Geschichte wiederholt sich bekanntlich😉


  • Star Trek wird Wirklichkeit


  • Innovation!


  • Chapeau an SCiO und Changhong! Das Gerät und der miniaturisierte NIR-Spektroskopie-Sensor zeigen, das sehr wohl noch Innovationen bei Smartphones, insbesondere im Sensorbereich, möglich sind. Zugleich ist diese Sensoranwendung ein Paradebeispiel für sinnvolle Cloudnutzung.
    Wenn die Technologie in der Lage ist, festzustellen, ob vom Haltbarkeitsdatum abgelaufene Lebensmittel noch bedenkenlos genießbar sind, hätte sie global eine überaus sinnvolle Anwendung.
    Möglicherweise kann sie auch feststellen, ob einem Getränk K.O.-Tropfen beigefügt wurden, dann hätte man mit einem solchen Smartphone ein wirkungsvolles Instrument gegen perfide Verbrecher, die sich mit solchen Methoden junge Frauen gefügig machen.
    Gerade in wenig entwickelten Ländern könnte man möglicherweise Verunreinigungen an Lebensmitteln und Trinkwasser feststellen, und so Gesundheit oder sogar Leben retten.
    Enthält ein im Wald gesammelter Pilz bestimmte Gifte, und sollte daher lieber nicht gegessen werden, oder wurde das seltsam riechende, angeblich noch haltbare Schnitzel schon dreimal umverpackt, und ist längst vergammelt?
    Chemische Analyse für jedermann, auf kleinstem Raum und kostengünstig - ich bin begeistert.
    Letztlich bleibt abzuwarten, wie empfindlich der verbaute Sensor ist, und wie gut die Clouddatenbank gepflegt wird, welchen praktischen Wert der neue Sensor also tatsächlich hat. Den Begriff "Innovation" halte ich bei diesem Sensor aber allemal für gerechtfertigt.
    Solche speziellen Sensoren liessen sich auch gut über Module in bestehende Modellfamilien nachrüsten. Leider scheint Lenovo der einzige Hersteller derzeit zu sein, der dieser Technik noch eine Zukunft gibt.
    Aber vielleicht bietet SCiO ja solche Sensoren mit entsprechender App irgendwann auch als USB-OTG Erweiterungsgerät an, so dass sie für die meisten Bestandsgeräte nutzbar sind.


    • "Wenn die Technologie in der Lage ist, festzustellen, ob vom Haltbarkeitsdatum abgelaufene Lebensmittel noch bedenkenlos genießbar sind, hätte sie global eine überaus sinnvolle Anwendung."

      Dazu brauche ich keinen Sensor. Dazu reicht mein gesunder Menschenverstand. Es heißt übrigens nicht Haltbarkeitsdatum sondern Mindesthaltbarkeitsdatum. Das "Mindest" ist wichtig, denn es ist eine Garantie des Herstellers dass das Produkt bis dahin nicht an Geschmack, Farbe oder Qualität verliert. Es wird aber nach diesem Datum nicht automatisch schlecht. Viele Produkte sind Monate, manche gar Jahre nach Ablauf des MHD noch voll genießbar.

      Etwas anderes ist es mit dem Verbrauchsdatum, etwa bei rohem Fleisch. Da sollte man schon innerhalb des angegebenen Zeitraums verzehren, bzw. höchstens wenige Tage danach.


      • Es ist richtig, dass es Mindesthaltbarkeitsdatum heisst. Einen Sensor habe ich nicht, ob Lebensmittel noch gut sind, die es überschritten haben, könnte aber einen gebrauchen. Ich kann daran riechen, oder versuchen, über den Geschmack zu entscheiden. Bei Lebensmitteln mit langer Mindesthaltbarkeit gehe ich von einer längeren Überschreitbarkeit aus, als bei solchen mit nur kurzer Mindesthaltbarkeit. In vielen Fällen gibt es aber Unsicherheit, ob ein Lebensmittel noch gut ist, oder nicht, und mit einer Lebensmittelvergiftung ist nicht zu spassen.
        Und wie sollen Krankenhäuser, Altersheime oder Kindergärten damit umgehen, davon abgesehen, dass es natürlich am Besten wäre, es gar nicht erst dazu kommen zu lassen?
        Wenn die Betroffenen nicht entscheiden können, ob Lebensmittel noch gut sind oder nicht, werden diese eben vorsorglich entsorgt. Wenn ein NIR-Spektroskopie-Sensor in Sekunden feststellen kann, ob ein Lebensmittel in geringen Mengen Schimmel enthält, oder andere Substanzen, die auf Zersetzung hindeuten, könnte man offen servierte Speisen sogar zu hundert Prozent überprüfen.

        Viele andere Leute schmeissen Lebensmittel einfach weg, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, das wurde auch schon in den Medien thematisiert, ich bleibe also bei der Auffassung, dass ein Sensor, der einsetzende Verderbnis feststellen könnte, sehr sinnvoll wäre, nicht nur für mich selber

        http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-03/lebensmittel-muell-mindesthaltbarkeitsdatum

        Quelle:www.zeit.de


      • Naja auch ohne Sensor gibt es nicht so schnell eine Lebensmittelvergiftung. Ich habe noch von keinem Fall gehört in dem Produkte mit MHD wegen Verzehr nach Ablauf des MHD zu einer Lebensmittelvergifttung geführt hätten. Riechen ist ein sehr guter Test, danach einen Bisschen essen. Wenn es tatsächlich nicht gut schmeckt (ist mir noch nie unter gekommen) dann ausspucken und wegwerfen. Übrigens können bestimmte Lebensmittel auch trotz MDH Problem machen. Etwa Pilze die man nicht sieht und schmeckt in Nüssen, Pistazien etc. Da ist die Gefahr wohl weit höher als bei einem Joghurt der zwar schon 2 Monate über den MHD ist aber immer noch normal riecht und schmeckt. Und was machen wir jetzt? Gar keine Nüsse, Erdnüsse oder Pistazien essen? Und das ist nur ein Beispiel, ich könnte unendlich so weiter machen....

        Zum Sensor:
        Da muss auch mit umgehen können um da etwas zu erkennen. Und nicht jeder "Zersetzung" heißt jetzt dass das Lebensmittel ungenießbar oder gar gesundheitsschädlich ist. Im Privathaushalt beim MHD wird wohl kaum zum Einsatz kommen. In der Küche in der Gastronomie mit ausgebildeten Personal vielleicht. Obwohl es da auch größere Probleme gibt.


  • ich find das gut. würd ich im 350,00-euro wischhandy kaufen.
    wenn ich, in der mir wohl noch verbleibenden lebenszeit, höchstens noch erleben werde, dass menschen den mars erkunden ...
    will ich mir wenigstens vorkommen, wie cpt. kirk


    • Lass uns doch erstmal auf den Mond fliegen...


      • Da war der Mensch schon, nach oben kommen und wieder runter ist kein Problem aber das oben bleiben und ansiedeln, dazu gehört Innovation, so ein Labor in Taschenformat ist schon auf dem Mond hilfreich😉. Also ohne Innovation und technischen Fortschritt, wird es mit dem Mond nicht weiter gehen.


  •   24

    Braucht man, ganz ehrlich, ich schwöre!


  • Ist es möglich damit Venen unter der Haut aufzuspüren? Beim Blut abnehmen für Leuten mit schlechten Venen könnte das sehr sehr hilfreich sein festzustellen wie tief und breit die Vene ist. Das "gestochere" in Arztpraxen zB bei Krebspatienten oder Junkies hätte ein Ende!!!


  • Klar kann ja auch nicht lesen welche 💊 ich nehme und ob das Obst reif ist kriegt auch keiner gebacken. Demnächst sagt mir das📱 auch noch wann ich aufs 🚾 gehen soll. Wie kann man sich nur vom Phone so abhängig machen. Wenn ich schon die sehe die pausenlos auf ihr Phone schauen und sich von diesen sogenannten Gesundheit Apps transalieren lassen Ist ja furchtbar. Leute das ist ein Smartphone und nix anderes.


    • Hast du dir das Video angesehen? Anscheinend nicht. Schon allein die Lebensmittelanalyse (kcal, Fett, Eiweiß usw) ist Gold wert.


    • auch ein smartphone entwickelt sich, genau wie vor 10 Jahren vom normalen Handy zum smartphone und da habe ich auch gehört "Leute das ist ein Handy kein computer" man hat mich damals mit mein mda2 und 3 ausgelacht viel zu groß hast ja ein Ziegelstein am Ohr, all solche Sprüche höre ich schon seit jahren und was passiert alle passen sich an, mein Note 4 ist großer als mein mda 2 oder 3 und jetzt sagt keiner mehr was. Jetzt stehen wir vor eine weiter Möglichkeit das smartphone weiter aus zu bauen und die Sprüche kommen schon wieder 😂 ich sage mal so Star trek läßt grüßen.


  • Tim 07.01.2017 Link zum Kommentar

    Das zeigt doch mal wieder, das heutzutage wirklich jedes Unternehmen ein Smartphone auf den Markt schmeißen kann :D


  • Wenn es wirklich funktioniert: Geil! Das ist das erste Mal, dass mich ein Droide so sehr begeistert, dass ich mir vorstellen könnte von einem Windows Phone auf Android umzusteigen. Auch wenn die Kamera wohl android-typisch wieder nicht viel kann. Im Notfall habe ich halt wieder zwei Geräte (wie auch jetzt wegen zwei fehlender Apps im Windows-Store).


  • Sue H
    • Blogger
    07.01.2017 Link zum Kommentar

    Was es nicht alles gibt! Die Technik könnte evtl. Leuten helfen, die nicht so gut sehen und mittels Sprachausgabe Informationen liefern. (Könnte ich mir vorstellen)

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