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Kommentar 3 Min Lesezeit 186 Kommentare

Darum haben Fernsehsender ihren Untergang verdient

Netflix eilt von einem Rekord zum anderen. Inzwischen hat der Streamingdienst rund 117 Millionen zahlende Kunden - weltweit. Das klassische Fernsehen hingegen hat ausgedient, so scheint es. Und beim genauen Hinsehen zeigt sich: Das Fernsehen hat seinen Untergang verdient.

Fast zeitgleich kamen jüngst Zahlen zum Vorschein, die zeigen, wie sehr sich die Bewegtbildlandschaft verändert hat. Netflix lockt immer mehr Abonnenten an, den Fernsehsendern hingegen sterben die Zuschauer weg, weil sich jüngere Menschen abwenden - das Durchschnittsalter der Zuschauer ist enorm hoch:

Und beim Blick auf das Fernsehprogramm wird auch klar warum: Da jagt eine Volksmusiksendung die andere, Trash-Inhalte wie Dschungelcamp und Casting-Shows vergraulen jeden mit noch rudimentär intakten Geschmacksnerven.

Und die Talk-Shows? Ja, die Talk-Shows geistern durch die Nächte. Wobei ich stets den Eindruck habe, die Debatten würden von den Teilnehmern mit Noise-Cancelling-Kopfhörern geführt. Das sind aneinander gereihte Monologe, keine Diskussionen. Ich kann es nicht ertragen! Wer tut sich das freiwillig an?

Qualität ist die einzige Rettung von Relevanz 

Unter dem unbedingten Willen zum Trash leidet natürlich das letzte Bisschen Anstand: Die wenigen seriösen Sendungen gehen in der Kakophonie des Fernsehens schlicht unter und ziehen bestenfalls in den Mediatheken neue Zuschauer an.

Dagegen das Angebot von Streamingdiensten wie Netflix, Amazon Prime Video oder wie sie alle heißen. Ja, natürlich müssen Zuschauer hier ihr Programm selbst zusammenstellen, aber was für Auswahl: Da gibt es ganze Serien und Kinofilme zum sofortigen Abruf, die hochwertig produziert wurden, oft mit Originalton. Die Betonung liegt auf: “Sofortiger Abruf”. Wann läuft denn im Fernsehen mal wieder Film XY? Tja. Und wenn zu einem festen Zeitpunkt! Für Pausen sorgt die Werbung. Danke.

1:0 für das Streaming: Appgesteuert startet ein Film auf dem Fernseher, Pause, Weiterspulen, nächste Serie: Alles einfach geht einfach und schnell. Dank personalisierten Empfehlungen leiden Zuschauer auch nicht unter eintönigem Geschmacksfernsehen, sondern entdecken Neues. Gefällt eine Sendung nicht? Schnell weg und etwas anderes sehen.

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Smart-TVs vereinen Fernsehen und Videostreaming / © AndroidPIT

Klar, das Fernsehen kennt einige technische Lösungen dafür. Wegzappen, Timeshifting, Videorekorder oder Speziallösungen wie Entertain der Telekom inklusive Archivfunktion. Netflix & Co. brauchen das nicht. Sie punkten lieber über Inhalte: Da gibt es keine Dschungelcamp-artigen Zumutungen. Sicher sind dort Eigenproduktionen und Inhalte nicht immer das Licht der Welt, aber es gibt einen systematischen Drang zu Qualität. Denn die Zuschauer wählen aktiv aus, was gefällt. Trash missfällt. Mit Elan produzierte Sendungen aus dem tatsächlichen Leben gibt es wiederum bei YouTube, im Zweifelsfall mit viel Product Placement.

Bleiben die Fernsehsender bei Ihrem Streben nach Minderwertigkeit, so sieht es bestimmt bald ziemlich düster aus: Netflix hat angekündigt, 8 Milliarden Dollar in Eigenproduktionen zu stecken, Amazon produziert für einige hundert Millionen Dollar eine Herr-der-Ringe-Serie und Disney startet einen eigenen Streamingdienst und hat Universen wie Star Wars und Marvel im Portfolio. Netflix und Amazon haben nebenher lokale Inhalte für sich entdeckt und machen so den TV-Sendern im vorletzten Rückzugsraum das Leben schwer. Noch haben journalistische Formate im Fernsehen ein Alleinstellungsmerkmal, Streamingdienste und reine Internetsender können in diesem Revier schneller Fuß fassen als es den TV-Sendern lieb sein kann.

Einzige Rettung für das Fernsehen ist, endlich wieder Qualität zu senden. Gute Formate, rechercheaufwändige Produktionen, unabhängige Berichterstattung, vernünftige Programmierung von Filmen und Serien: Das müssen die Schlagworte von Sendern werden, wenn sie wieder Zuschauer anlocken möchten.

Von selbst heilen die Wunden des Trashs nicht.

Was haltet Ihr vom Fernsehprogramm? Seid Ihr auch frustriert und seht Verbesserungspotenzial oder seid Ihr zufrieden? Lasst uns in den Kommentaren diskutieren.


Dieser Artikel ist ein Kommentar und stellt Meinung des Redakteurs dar, nicht die der Redaktion.

Quelle: Meedia

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Top-Kommentare der Community

  • Ingo Leschnewsky vor 7 Monaten

    "Das Fernsehen"? Selten etwas so Undifferenziertes gelesen...

    Es wird überhaupt nicht zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Privatfernsehen unterschieden. Während Letztere hemmungslos auf die Quote setzen können, und umso mehr Werbung bringen, je besser ein Film ist, haben die Öffentlich-Rechtlichen einen Auftrag (nachzulesen im Rundfunkvertrag). Wenn ich mir James Bond o.Ä. im ZDF anschaue, dann wird der FIlm eben nicht von Werbung unterbrochen.

    Desweiteren besteht die öffentlich-rechtliche Senderlandschaft nicht nur aus ARD und ZDF. Die ARD hat allein schon 13 Sender, darunter hervorragende wie ONE und 9 Regionalprogramme. Das ZDF bietet noch 4 Sender, darunter zdfneo. Und es gibt noch 4 Gemeinschaftssender von ARD und ZDF, darunter arte. Bis auf ARD alpha sind alle anderen 20 Sender frei in HD verfügbar.

    Was Serien betriff, so kann ich nicht klagen. Auf welchem Sender lief "Breaking Bad" zuerst im FreeTV"? Auf arte! Im ZDF selbst gibt oder gab es geniale Serien z.B. aus Belgien (z.Z. "Tabula Rasa") oder Skandinavien ("Die Brücke - Transit in den Tod", "Springflut"). Auf ONE laufen "The IT Crowd", "Doctor Who" oder "Little Britain". Anders gesagt: Wenn ich auf eine einsame Insel nur die öffentlich-rechtlichen Sender mitnehmen könnte, würde ich nur "The Big Bang Theory" vermissen. Aber das habe ich inzwischen auch auf DVD (wie auch "Little Britain", "Die Brücke" und "Breaking Bad").

    Und eines darf man auch nicht vergessen: Wenn man sich z.B. (deutschsprachige) Comedy-Clips aus den Mediatheken (oder bei YouTube) "im Internet" anschaut, dann sind das alles Produktionen der deutschen Fernsehsender (bis auf die achte Staffel von "Pastewka", die von Amazon produziert wurde).

    Was ich nicht verstehe: Wenn den Leuten das "lineare Fernsehen" angeblich so egal ist, wieso wollen sie dann unbedingt die Erstausstrahlung (per Internet) sehen? Ich kann gute Serien auch noch nach zwei Jahren sogar im Originalton sehen und hören, wenn ich mir die DVDs hole. Ok, wenn jemand nur noch ein Jahr zu leben hätte, könnte ich das verstehen.

    Zum Schluss greife ich noch etwas auf, was schon Andere völlig zu Recht erwähnten: Fernsehen besteht eben nicht nur aus Spielfilmen und Serien. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll auch nicht ein Programm für alle bringen, sondern für jeden etwas - auf die diversen Sender verteilt. Genannt wurden z.B. Nachrichten (ich habe nicht alle Kommentare gelesen), und ich selbst möchte ab und zu auch gerne etwas Kulturprogramm haben (z.B. "aspekte"), aktuelle Satiresendungen wie "extra3" oder die "heute-show", oder auch die ein oder andere seriöse Dokumentation. Wobei ich ebenso wie bei Wissenschaftsendungen ganz klar die Öffentlich-Rechtlichen gegenüber Sendungen wie z.B. "Galileo" vorziehe.

    Viele haben auch noch gar kein schnelles Internet. Bei HD stösst unsere 6.000-DSL-Verbindung an ihre Grenzen, und die Telekom zeigt zwar seit dem Jahreswechsel beim Verfügbarkeitscheck an, das wir hier schnelles Internet hätten. Das hat aber noch keiner unserer Nachbarn bestätigen können.

    Ich zeichne immer wieder (gerne in der Nacht) auf, und allein auf den 21 öffentlich-rechtlichen Sendern kommt mehr Interessantes, als ich jemals sehen könnte. Meine Festplatte ist bald voll. Und wer wie ich schon in den 60ern Fernsehen geschaut hat, der freut sich nicht nur über 18 weitere Fernsehsender, sondern auch über die bessere Bildqualität. Auf Schrott kann ich auch verzichten, deswegen schaue ich auch kaum Privatsender. Bei 21 Öffentlich-Rechtlichen habe ich auch so noch genug Auswahl. Auch wenn ich von Zeit zu Zeit im Internet Videos anschaue, nutze ich dieses doch mehr für andere Dinge. Am liebsten sehe ich auf YouTube uralte (Musik-)Videos, die es niemals ins deutsche Fernsehen geschafft haben.

    Klar, wir mussten damals auch "Raumschiff Enterprise" oder "Bonanza" am Wochenende (im ZDF) schauen, um am Montag auf dem Schulhof mitreden zu können. Aber ich bin inzwischen aus dem Grundschulalter heraus. Und Ihr?

  • J. G. vor 7 Monaten

    Ich kann dem Ingo nur zustimmen. Soweit man dem Begriff „Qualität“ überhaupt einen Inhalt geben möchte, kommt man am Öffentlichen-rechtlichen TV nicht vorbei! Die von Helmut Kohl erzwungene „Medienvielfalt“ (und Einführung des Privatfernsehens) war damalig nur ein Kniefall vor der Kirch-Gruppe und bediente vor allem kommerzielle Interessen. Diese dominieren inzwischen die Privatsender, wo mal ein Spielfilm von 90 Minuten Länge auf gefühlte 180 Minuten kommt, um Ratiopharm-Zwillingen und anderen Werbeabsonderlichkeiten ein Forum zu geben.
    Sicher gefällt mir der Musikantenstadl auch nicht, aber das ist eben der hoheitliche Auftrag der ÖR Sender. Und Hand aufs Herz- wenn Omi Hunwarzen mit 75 Jahren ihren Stadl sehen möchte, dann ist es die Pflicht des ÖR-TV´s eben jenes zu bedienen und nicht zu erwarten, dass sich Omi Hunwarzen (die kaum noch die Packung ihrer Bluthochdrucktabletten erkennen kann), einen Netflix-Account anlegt, nachdem sie sich einen eMail-Account geschaffen hat und die Zahlungsmethode PayPal etabliert hat. DAS ist dümmliche Arroganz der YouTube-Generation, die die eigenen debilen Gewohnheiten zur Kultur erhebt.
    Und gerade das kommerzielle Privatfernsehen glänzt durch das Hartz4-Niveau! Man muss sich nur die nachmittäglichen Sendeformate anschauen, um eine Ahnung vom gesellschaftlichen Niveau zu erhalten. Und ob man es mag oder nicht- „Bauer sucht Frau“, „Berlin bei Nacht“ und ähnlicher Dreck machen Quote!!!! Das Fernsehen funktioniert nach dem Prinzip Brot und Spiele.
    Die Gebühren (GEZ) sichern den Fortbestand des ÖR Fernsehens und auch wenn ich mich über „Rote Rosen“ und ähnlichen Trivial-Mist ärgere, der irgendwelchen Schmierendarstellern den Gang zur Agentur für Arbeit erspart, so hat es seine Daseinsberechtigung. Und es liegt in der Natur der Sache, dass gerade der politische Bildungsauftrag der ÖR Anstalten Langeweile und Desinteresse bei einer Generation auslöst, die Schminktipps über YouTube vorzieht und genau das tut, was die maßgeschneiderte Dauerberieselung erreichen soll: unser Geld aus der Tasche ziehen und unpolitisch werden…

    Das Fernsehen hat Spielfilm- und Serienkonkurrenz bekommen, mehr nicht. Netflix und Co. sind fernab vom Leistungsspektrum des (insbesondere öffentlich-rechtlichen) Fernsehens!

  • Aries vor 7 Monaten

    117 Millionen weltweit hört sich viel an, aber bei über 7 Milliarden Menschen, dürften noch viel mehr klassisch per Rundfunk fernsehen. Die gemeldeten Rekorde sind auch Marketing der Streamingdienste. So kann man sich erfolgreich darstellen, auch wenn man tief in den roten Zahlen steckt.

    Gerade weil das Unternehmen sind, die irgendwann Profit machen müssen, sollte man auch überlegen, ob die Abschaffung des Rundfunks und insbesondere des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks wirklich wünschenswert ist.

    Außerdem kann man Streaming-Dienste nur sehr eingeschränkt mit den Rundfunk-TV vergleichen. Gibt es dort Nachrichten? Gibt es dort Dokumentationen? Gibt dort Diskussionsrunden?

    Die Streaming-Dienste sind eher eine Konkurrenz für Videotheken. Sie als Alternative zum TV zu sehen, sagt eher etwas über uns aus. Sind wir überhaupt noch an gesellschaftlich kontrovers diskutierten Themen interessiert? Oder wollen wir nur noch unterhalten werden?

  • Falk Stein vor 7 Monaten

    Bei YouTube dürfte das Durchschnittsalter bei unter 30 liegen und trotzdem sind die Mehrheit der hochgeklickten Videos total sinnfreier Müll. Auch nur erträglich mit toten Geschmacksnerven.

  • Michael K. vor 7 Monaten

    Ich finde nicht, dass die Fernsehsender ihren Untergang verdient haben, und bin auch überzeugt, dass sie nicht untergehen werden. Der Bestand der ÖR ist sogar durch das Grundgesetz garantiert, daher auch die unbeliebte "Zwangsabgabe", gleichwohl man diese Sender natürlich auch mit Steuergeldern finanzieren könnte.
    Die Fernsehsender werden an Bedeutung verlieren, dazu tragen verschiedene Entwicklungen bei, und das muss man auch nicht grundsätzlich negativ sehen. Sie sind damit in bester Gesellschaft zu Hörfunk und Printmedien.
    Dem Fernsehen ist im Internet ein mächtiger Konkurrent in den Bereichen Information, Bildung und Unterhaltung erwachsen, und das ist auch gut so. Information zu aktuellen Ereignissen ist im Internet oft schneller verfügbar, selten aber so gut aufbereitet.
    Im Bildungsbereich sehe ich das Fernsehen fast chancenlos, zu vielfältig in Stoff und Niveau ist hier die Nachfrage, als dass das Fernsehen mit ein paar Stunden Bildung in der Woche mit hunderttausenden von Webseiten konkurrieren könnte, die alles bieten, vom Grundschulniveau bis zur Doktorarbeit.
    Wer die binomischen Formeln nicht verstanden hat, oder wie man Differentialgleichungen löst, auf Youtube finden sich garantiert viele geduldiger Lehrer oder Studenten, die das auf verschiedenen Niveaustufen erklären. Und wer es beim ersten mal nicht kapiert, wiederholt das Video eben so oft er will.
    Allerdings erfordern solche Internetangebote eben auch Eigeninitiative, neben wirklicher Qualität gebt es jede Menge Schund, schlechte und manipulative Bildungsangebote, die es auszusortieren gilt.

    Die vorgebrachte Kritik ist teilweise dennoch berechtigt, alles würde ich aber auch nicht unterschreiben.
    Wenn ältere Mitbürger eine bedeutende und noch wachsende Zuschauergruppe sind, und diesen Leuten gefällt Silbereisen und Helene Fischer, oder der "Musikantenstadel", warum sollte man diesen Leuten solche Formate verweigern, nur weil man selber damit nichts anfangen kann? Diese Zuschauer sterben übrigens keinesfalls den Sendern weg. Momentan wächst diese Altersgruppe aus demografischen Gründen eher noch, und in alle Ewigkeit wird sie sich aus den alternden Jüngeren speisen. Wer heute dreissig ist und Metallica oder Alestorm hört, wird in dreißig Jahren vielleicht Gefallen an Fischers Enkel oder Silbereisens Nichte finden. Aber selbst wenn dann im "Musikantenstadel" Metallica und Sabaton auftreten oder abgespielt werden, wird das nicht unbedingt jedem gefallen, und als "Rentnermusik" empfunden werden.

    Das gilt in gleichem Maß für die Privaten. Promis die Würmer fressen oder im Schlamm kopulieren, gehts noch niveauloser? Das mag man so empfinden, aber so lange es Zuschauer gibt, denen solche Unterhaltung gefällt, haben auch solche Formate ihre Daseinsberechtigung.

    Der Autor muss auch andere Talkshows sehen als ich. Nicht endlose Monologe zerstören das Format, Politiker die sich aufführen wie im Kindergarten sind es. Kaum hat einer zwei Worte gesprochen, fällt ihm ein Widersacher ins Wort und kurz darauf ein Dritter, so dass man gar nichts mehr versteht. Dazwischen ModeratorInnen, die hilflos und überfordert wirken und, was ich noch viel schlimmer empfinde, die gebotene Neutralität vermissen lassen.
    Und immer wieder dieselben Köpfe, deren Meinung eigentlich hinreichend bekannt ist.

    Hier verspielt das Fernsehen seine Chancen, aber nicht nur hier. Das gerne als Rentnersender beschimpfte ZDF hat erstklassige Formate, in denen es Bildung mit Unterhaltung verknüpft. Terra X oder ZDF-History sind Beispiele dafür.
    Aber obwohl die Geschichte reichlich Material bietet, und das auch ab und zu zur Geltung kommt, wie die Kubakrise oder das Attentat von Sarajevo auch hier immer wieder langweilige und höchstens für Spezialisten interessante Beiträge wie über die Honecker-Witwe gestern (und zum wiederholten Male).

    Im Unterhaltungsbereich sieht es nicht anders aus. Immer noch gut laufende Klassiker wie der Tatort, wer erinnert sich nicht an Haferkamp, Schimanski oder Stöver, drohen zur "Lindenstrasse" mit kriminalistischem Hintergrund zu verkommen. Gesellschaftskritik gab es auch schon in den Klassikern, aber kaum mal ganze Folgen, die sich nur darum drehen. Importware wie Barneby, Beck, Banks oder auch Wallander zeigen wie es besser geht. Aber ihnen fehlt der Charme des lokalen Bezugs, sie spielen nicht an Orten die man kennt. Und statt neues Material zu zeigen, werden gerade die eigentlich guten Wallander-Folgen nur endlos wiederholt.

    Teilweise werden gerade die ÖR aber auch von Politik und Gerichtsbarkeit benachteiligt.
    Viele gute Sendungen dürfen nur sieben Tage in den Mediatheken zur Verfügung stehen, angeblich zum Schutz der Privaten, die ohnehin eine ganz andere Zielgruppe haben. Es ist ein Unding, dass Youtube eine weit reichhaltigere Mediathek der ÖR ist, als deren eigentliche Mediatheken, wenn zuweilen auch die Bild- und Tonqualität zu wünschen übrig lässt. Dass populärer Sport wie Fussball praktisch nur noch gegen kräftige Zuzahlung im Pay-TV zu segen ist, hätte auch verhindert werden können, vieleicht sogar verhindert werden müssen.

    Um zum Schluss zu kommen: die Fernsehsender werden nicht untergehen. Um attraktiv zu bleiben, ist aber eine "Qualitätsoffensive" durchaus angebracht. Die Sender sollten sich ihrer Stärken besinnen, und Formate in denen sie gut sind nicht verschlimmbessern. Daneben sollte durchaus für experimentelle Formate Platz bleiben, die neue Zuschauergruppen erschließen können. Warum nicht mal parallel zum "Tatort" im Internet ein "Mörderquiz" veranstalten, oder parallel zu "History" ein Geschichtsquiz ?
    Das Internet bedroht die Sender nicht nur, es bietet auch die Chance für neue interaktive Formate, die nutzen können sollte wer das will, die aber niemand nutzen muss.

    Die Sender haben auch in Zukunft ihren Platz, sie werden aber ihre Chancen besser verwerten müssen.

186 Kommentare

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  • Selten so eine dümmliche Headline gelesen. Da muss ich mich echt zusammenreißen, um nicht sofort den Android Pit Newsletter abzumelden....
    Und zum Thema: wenn erst einmal der Hype zum Thema Streaming abgeflaut ist, die Leute merken, das sie wieder und wieder für die gleichen alten Inhalte neu bezahlen sollen, keine Aufnahmen speichern oder Werbung ausblenden können, wird das gute, alte Fernsehen zu neuen Höhenflügen kommen - das öffentlich-rechtliche voran.


  • Alle Fernsehsender über einen Kamm zu scheren, sieht undifferenziert und polemisch aus. Würde der Autor die Negativmerkmale den Privatsendern zuschreiben, könnte ich zustimmen. Da aber Öffentliche-rechtliche Sender nicht nur billige Unterhaltung und Spielfilme bringen, würde ich darauf nicht verzichten wollen. Netflix wie Amazon sind für Unterhaltung gut, Information und Wissen gibt es eher bei ARD und ZDF.


  • Ich bin Schichtdienstler und habe schon vor 8 Jahren komplett mein altes Equipment DVD - Blue-ray rausgeschmissen und mein TV im Wohnzimmer nur noch als Monitor am PC betrieben. Dank Save-TV nehme ich nur noch meine Sendungen auf und muss mir den anderen Müll nicht reinziehen. Ich bin so nicht auf feste Zeiten gebunden und kann bequem die Werbung überspringen. Zusätzlich für Filme habe ich noch Amazon-Prime. Seitdem sehe ich mit dem Flatscreen TV nicht nur zum Filme an, sondern arbeite damit auch gerne als Office-PC mit Maus und Tastatur. Echt cool, wenn Excel Tabellen auf dem Flatscreen so groß rauskommen. Diesen Quantensprung hätte ich vor 30 Jahren Jahren mit Video 2000 und Röhrenfernseher nie gedacht. In 30 Jahren werden wir plastisch um das 3D-Bild rumgehen und per Gesten- bzw Gedankensteuerung unsere Filme, Nachrichten usw per upload reinzehen. Braucht man dann überhaupt noch TV?


  • An sich bräuchten die Fernsehsender nur eine radikale Diät. Bei den Öffentlichen kann gut die Hälfte der Sender eingestellt werden, da unnütze oder doppelte Inhalte gebracht werden. Sowas wie arte, phoenix, zdf neo usw. kann uns ruhig erhalten bleiben. Genauso liefern gewisse Sendungen auf ARD und ZDF echt interessante Diskussionen, Dokus oder Recherchen ab.

    Bei den Privatsendern schaue ich durch meine Präferenzen nur noch DMAX an. Die dort gebotenen Inhalte sind aus meiner Sicht sehenswert und immerhin besser als die H4 Talkshows und Sendungen. Lediglich die schlechte Mediathek ist deutlich verbesserungswürdig.

    Für die Filme/Serien sehe ich genauso die Zukunft bei den Streaming-Anbietern, für den Rest jedoch weiterhin beim Fernsehen.


    • Was sind Öffentliche Sender? Man sollte schon zwischen privaten und Öffentlich-rechtlichen unterscheiden.
      Sender wie RTL oder SAT1 kann man wegen des geringen Unterhaltungswertes und der Werbeeinblendung gerne abschalten. Die Öffentlich-rechtlichen sind für mich aber unverzichtbar.


  • Gear4 vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Du sprichst mir aus der Seele. Das Fernsehen ist für mich schon seit über 5 Jahren tot (ich bin unter 30). Das einzige, was ich im TV noch schaue, sind Nachrichten, Polit-Talkshows und hier und da mal eine Doku. Alles andere interessiert mich nicht. Um dieses ganze Trash-TV nur halbwegs ertragen zu können, müsste man schon gut einen sitzen haben und in Gesellschaft sein. Ich nutze schon seit Jahren die oben genannten Streaming-Dienste und erfreue mich an der hohen Qualität. Fazit: R.I.P. Fernsehen, mir wirst du nicht fehlen.


    • Wenn man in Gesellschaft ist benötigt man keinen Alkohol, kein TV, kein Smartphone etc. pp. Da gibt es doch sicher bessere Möglichkeiten sich zu amüsieren.


      • Gear4 vor 7 Monaten Link zum Kommentar

        Das war nicht ernst gemeint. Deswegen der Konjunktiv 😅 Ich weiß aber, was du meinst. Ich bin zwar immer am Smartphone, wenn ich mich unterhalten will, bin ich es meistens, der den anderen ihr Smartphone aus der Hand reißt ^^


    • naja wer es glaub. Aber keine Angst es wird uns erhalten bleiben. Im Artikel wurde nur wieder übertrieben.


      • Gear4 vor 7 Monaten Link zum Kommentar

        Natürlich wird es das. Schließlich zahlen wir ja Rundfunkgebühren? ^^ Die Privaten werden sich aber neu erfinden müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.


  • ich habe das Fernsehen als solches mittlerweile genervt beerdigt.
    Mein Receiver hat seit Monaten keinen Strom mehr gesehen, hier läuft nur noch YouTube (hier ist aber ehrlicherweise das Niveau je nach video nicht besser als bei RTL) und Netflix. Letztere erschlägt einen fast mit Serien etc. Meinen Receiver werde ich erst wieder im März für Fomel1 in betrieb nehmen , sollte die F1App vorher nicht noch an den Start gehen. :)

    Ich muss aber auch ehrlich sagen das die ÖR weiter ihr senderecht haben, gibt genug die kein Internet haben und wollen Ü60 z.B.
    Aber grade die Privaten sollten sich langsam mal Gedanken darüber machen ob das so weiter gehen kann.
    Wobei ihnen die Quote ja recht gibt.
    Also liegt es ja wohl doch an uns.


  • Grauenvoll mit was für langen Reden hier für die öffentlich rechtlichen geworben wird.

    Es ist etwas dass ich nicht möchte und es ist etwas das man mich zwingt zu bezahlen.

    Was gibt es denn an dieser Ungerechtigkeit noch zu interpretieren?

    Ich sage auch nicht, zahlt alle in meinem Tischtennisverein mit ein. Ihr spielt zwar alle gar kein Tischtennis, aber es wird doch wohl niemand den Sinn von sportlicher Betätigung anzweifeln, also unterstützt uns, egal was Ihr davon habt! Ihr Kulturbanausen :p

    DadoM


    • Aries vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      Wenn Du die Rundfunkgebühr mit dem Mitgliedsbeitrag für einen Sportverein vergleichen willst, dann ist die Rundfunkgebühr ein Teil des Mitgliedsbeitrags für die Bundesrepublik Deutschland. Genauso Du immer auch Müllgebühren zahlen musst. Und Steuern. Und vieles mehr.

      Außerdem hast Du ein Smart Device. Vielleicht auch einen PC. Damit hast Du Geräte, mit denen Du das Angebot nutzen kannst. Wenn Du das nicht machst, ist das Deine Sache. Der Rundfunkbeitrag ist nunmal ein umlagebasiertes System.


  • Schon lustig, wie sich neben dem Autor hier einige Leute durch ihre Aussage selber in den Status einer digitalen Pseudo-Elite heben! Da empfehle ich mal den Blick über den Tellerrand.

    Man mag über das vom Autor so verhasste Dschungelcamp denken, was man will: Fakt ist, dass im Schnitt knapp 6 Mio Menschen das geguckt haben und das über 16 Tage.

    Beispiel Rentner: davon gibt es knapp 18 Mio in Deutschland! Denkt jm allen Ernstes, dass die was mit Netflix & Co anfangen können? Abgesehen davon, dass der Enkel auch nicht immer da ist, wenn der Stream/das W-Lan mal wieder zickt.

    Ich streame ausschließlich, sowohl Netflix als auch RTL & Co. Das normale Fernsehen wird nicht sterben, sondern nur andere Wege zu uns finden.

    Aber wie sehr Leute es nicht schaffen, sich in andere (Zielgruppen) zu versetzen, lässt mich echt den Kopf schütteln. Think about it!

    DadoM


    •   20
      Gelöschter Account vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      6 Millionen schauen also das Dschungelcamp?... da sieht man mal das nix anderes im Fernsehen mehr kommt und die Leute die das gucken mit so einem scheiss und niveaulosen Mist sich beschäftigen. Soll jeder richtig in Dschungel geschickt werden mit Rucksack Zelt und Werkzeug für 1 Woche.und wer durchhält gewinnt.

      Und ja Rentner kennen und können auch Internet und netflix


  • Ich gebe dem Autor recht. Lieber gucke ich Amazon Prime bzw. Netflix anstatt das normale Fernsehen. Jedoch ZDF neo produziert als eine der wenigen Sender gutes für den Fernsehzuschauer.


  •   20
    Gelöschter Account vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Ich vermisse die 90er Talkshows und gameshows... das waren noch Zeiten. Sag heutige vor allem RTL 2 ist doch nur noch Mist.dsds wird auch langsam langweilig und Dschungelcamp ist auch nur geschauspielert. auf was ich mich freue ist "in aller Freundschaft."ansonsten vermiss ich auch die ganzen Alten Serien wie cosby Show, bundys, roseanne usw. hoffentlich behält rtl noch lange die Formel 1


    • Die Comedy-Serien gibt es auch auf DVD. Leider gibt es aus Lizenzrechtlichen Gründen, besser gesagt aufgrund der Gier der GEMA, viele gute Serien nicht auf DVD und wohl auch nicht per Streaming. "Cold Case" z.B. Da dort im Abspann ganze Lieder gespielt werden hält die GEMA schön die Hand auf, die Kosten möchten die Produzenten natürlich nicht aufbringen und bieten daher in Deutschland die Serien nicht auf DVD.

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