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CyanogenMod erklärt OTA-Verteilung und das lange Warten auf Updates

Das Custom-ROM CyanogenMod ist für häufige Updates und schnelle Fehlerkorrekturen bekannt. Anhand des Beispiels des Oppo N1 erklärt das Team, warum genau die Sache als von Google zertifizierter Software-Anbieter länger dauert und was hinter dem Warten auf Android-Updates steckt.

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CyanogenMod Inc. nutzt das Oppo N1 als Fallstudie für die Update-Verteilung Over-The-Air. / © Oppo

Das Problem

In der Android-Gemeinde wird immer wieder der Ruf nach einer schnelleren Verteilung von neuen Versionen des Betriebssystems laut und es herrscht allgemein Unzufriedenheit mit der langen Wartezeit auf Over-The-Air-Updates (siehe dazu auch unser Aufreger der Woche). Da CyanogenMod mit einer limitierten Version des Oppo N1 ab Werk ausgeliefert wird, will der Anbieter des Custom-ROMs mehr Transparenz bieten und erläutert den Update-Prozess und Zeitplan anhand eines behobenen Fehlers.

Nutzer des Oppo N1 berichteten von einem Problem mit der Bluetooth-Fernbedienung O-Click, die sich nicht mit dem Smartphone verbinden ließ (was wir in unserem Test bestätigen konnten). Die Ursache war schnell gefunden und der Fehler behoben, die neue Software stand quasi sofort zur Verfügung. Wie aber findet die neue Version den Weg zu den Nutzern, die das Gerät bereits gekauft haben?

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Ein Softwarefehler führte zu Problemen bei der Koppelung mit der O-Click-Fernbedienung. / © AndroidPIT

Inkrementelle Updates Over-The-Air

Wer ein Oppo N1 mit CyanogenMod hat oder das Custom-ROM über den Installer auf sein Gerät gebracht hat, kann von der Verteilung inkrementeller Updates profitieren. Diese werden Over-The-Air (OTA) verteilt und beheben lediglich einen Fehler oder fügen an einer Stelle eine Neuerung ein, ansonsten bleibt das System aber unberührt.

Diese Art der Verteilung sollte ja eigentlich schnell gehen, was genau dauert jetzt aber so lange? Zurück zum Beispiel des Oppo N1: Sobald der Bugfix vorbereitet ist, könnte er sofort verteilt werden - denkt man als Nutzer. Zuerst beschäftigt sich aber die interne Qualitätssicherung des CyanogenMod-Teams mit dem Update und prüft, ob alles funktioniert, keine unvorhergesehenen Probleme bei der Verteilung entstehen und die Stabilität gewährleistet ist.

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Das Oppo N1 ist das erste Smartphone, das direkt mit CyanogenMod ausgeliefert wird. / © AndroidPIT

Kompatibilität

Der nächste Schritt ist der eigentlich zeitintensive: Das Gerät mit der neuen Version muss eine Reihe von Kompatibilitäts-Tests bestehen, die Compatibility Test Suite (CTS). Dadurch wird gewährleistet, dass CyanogenMod mit Android von Google und anderen Herstellern kompatibel bleibt und Anwendungen so funktionieren wie unter AOSP, Sense oder TouchWiz auch.

Eine Testreihe dauert ungefähr acht Stunden und erfordert ein hundertprozentig positives Resultat. Jeder kleinste “Schluckauf” wie ein Netzwerkfehler, der eigentlich auf externe Umstände zurückzuführen wäre, erfordert einen erneuten Durchlauf. Erst nach einem erfolgreich bestandenen Testlauf gibt es grünes Licht von den Herstellern, und die Verteilung beginnt. Im Falle des O-Click-Bugfixes für das Oppo N1 dauerte es drei Wochen, bis das Update ausgerollt werden konnte.

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CyanogenMod auf dem Oppo N1. / © AndroidPIT

Qualitätssicherung braucht Zeit

Man muss natürlich den Unterschied sehen: Dank der Nightlies kann man sich täglich eine brandaktuelle Version des beliebten Custom-ROMs installieren, die neue Software muss aber selbst auf das Gerät gebracht werden. Bei der OTA-Verteilung will jeder Nutzer nur dann eine Version bekommen, wenn diese auch wirklich in Ordnung ist, schließlich hat er ursprünglich beim Kauf des Gerätes unter anderem auch dafür gezahlt, dass Software-Updates ausgiebig getestet werden.

CyanogenMod betritt hier Neuland: In Zukunft will man derart kontrollierte Updates noch weiter testen, unter anderem über den Installer. Dank des inkrementellen Systems können neue Versionen auch bei Nutzern mit geringem Datenvolumen ankommen. Das CyanogenMod-Team sieht die OTA-Verteilung als Fallstudie und Herausforderung, der man sich gerne stellt und von der man für zukünftige Geräte lernen wird.

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16 Kommentare

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  • Ich habe vor knapp einem halben Jahr mein altes Handy gegen ein Xperia SP getauscht und versuche mich seitdem, wenn es zeitlich möglich ist, mich auf Seiten wie dieser in die Materie einzulesen. Zwar würde ich das Telefon gerne rooten um einige App-Berechtigungen auszuschalten, aber natürlich will ich nix falsch machen. Bisher habe ich erfolglos nach sowas wie einer Beschreibung mit Anleitung gesucht. Gibt's das überhaupt in irgendeiner Form. Im Netz oder gedruckt? Oder hat jemand Erfahrung mit dem SP und kann mir sagen, was ich dabei beachten muß?

  •   32

    Also das soll einer verstehen warum es dann solch schlechte Updates stellenweise gibt....
    Und was kitkat und UI ist weis keiner. Außer man liest die Änderungen von Vanilla.

  • Kann ja mal passieren!

  • Bitte wie ist dann das grauenhafte S3 Update von Samsung zu erklären?

  • Hatte damals das selbe Problem wie Arian mit meinem alten Samsung Galaxy Gio

  • Also mein s3 ist damals exakt 3 Stunden nach dem root mit einem lauten zischen nach androitopia abgereist, als es den Geist aufgab...

  • So ganz verstehe ich es trotzdem nicht .Gerade am hier gezeigten,erzählten Beispiel finde ich nicht die Ursache.Das was vorher getestet wird versteht sich von allein.Es gibt Ca. 178 Hersteller von Smartphones.Muss denn mit jedem einzelnen Produkt getestet werden oder nur mit Android Betriebssysteme von 2x bis aktuell.Das kann ja wohl auch nicht sein.Wie gesagt,mir fehlt da der Faden.

    • Nein, es muss nicht mit jedem Smartphone anderer Hersteller getestet werden. Dafür gibt es ja die CTS, dieser 8 Stunden-Test. Und der muss komplett fehlerfrei durchlaufen. Gibt es auch nur einen klitzekleinen Fehler, dann muss der Test erneut durchlaufen werden und zwar von vorne.

      Vor dem erneuten Durchlauf muss ja aber nach der Ursache des Fehlers gesucht werden. Und das frisst immens Zeit.

      Ist IMO absolut nachvollziehbar.

    • Es gibt nicht nur die Testsuite von Google, die schon einmal mindestens 8 Stunden braucht sondern auch noch einen Qualitätstest, der meist von einer eigenen Testabteilung durchgeführt wird. Das ist bei einer Produktentwicklung normal und sinnvoll.

      Tritt nur bei einem einzigen Test ein Fehler auf, muss der behoben werden und das ganze Spiel geht wieder von vorne los. Da sind schnell ein paar Wochen rum ;-)

  •   2
    MKE 22.01.2014 Link zum Kommentar

    Würde das mit dem Rooten auch gerne können, aber mein Gerät ist mir zu schade, falls ichs verbock.

  • Und das betrifft nur ein Mini-Update. HTC hat doch auch schon vor längerem erklärt, warum das alles immer so lange dauert (www.htc.com/assets-desktop/images/softwareupdates/HTC-Anatomy-of-an-Android.jpg). Irgendwie predige ich schon seit Jahren, dass der Update Prozess sehr komplex ist und weder die Oberflächen Schuld sind, noch die Programmierer, die faul sind. Es sind sehr viele Unternehmen und Unternehmenszweige beteiligt, bis ein Update herausgegeben werden kann und das dauert eben lange. Aber das ganze Belehren bringt nichts, die Mehrheit kommentiert hier immer noch "Ey, die sollen mal schneller machen. Blöde Hersteller UIs; ohne die wäre alles einfacher".

    •   32

      Natürlich sind die Oberflächen mit ein Hauptgrund für Verzögerung. Bocklose Updates...
      UIs sind keine Laucher. Sie greifen tief in das System ein und sind überall. Nicht nur am Homescreen und Appdrawer.
      Dann wird mit Absicht verzögert wenn ein neues Modell da ist. Komisch das andere das können fast gleichzeitig.
      Aber Android ist open. Google kann nix machen. Moto zeigt wie es läuft !

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