Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
2 Min Lesezeit 15 mal geteilt 36 Kommentare

Cyanogens Google-freies Android ist wie Beulenpest ohne Beulen

Cyanogen-Chef McMaster sammelt Millionen aus der Industrie, um ein Android ohne Google zu realisieren. Seine Wortwahl wird schärfer, aber wird dies auch sein Bild von Freiheit?

Welcher Streaming-Typ bist Du?

Wähle Der Genießer oder Der Gesellige.

VS
  • 2115
    Stimmen
    Ooops! Etwas ist schiefgelaufen. Aktualisieren sollte helfen.
    Der Genießer
  • 661
    Stimmen
    Ooops! Etwas ist schiefgelaufen. Aktualisieren sollte helfen.
    Der Gesellige
IMGL9365
CyanogenMod und der Beginn einer Revolution; doch ist das neue Regime besser? / © ANDROIDPIT

Nachdem Kirt McMaster Samsungs Tod in fünf Jahren prophezeit hat, sagt er nun im Interview mit Forbes: “We’re putting a bullet through Google’s head.” Wir jagen Google eine Kugel in den Kopf. Wie? Man nimmt dem mächtigen Suchmaschinen-Konzern Android weg und mit ihm den kompletten Rückhalt aus der Hard- und Software-Industrie. Warum? Google habe sich bei Hardware-Herstellern wie Samsung, Sony und Co. unbeliebt gemacht, da es ihnen zu geringe Handlungsspielräume gibt, das Betriebssystem eigenen Bedürfnissen anzupassen.

Zumindest behauptet McMaster das, und er verspricht Abhilfe, indem er einen Fork, also eine Form von Kopie von Android erstellt, die mit bisherigen Geräten und Apps kompatibel wäre; also Googles Androids von heute auf morgen ersetzen könnte. Diese würde dann in enger Abstimmung mit Hardware-Herstellern und mit mehr Offenheit weiterentwickelt werden.

Alles nur Rhetorik?

Eine der ersten Hardware-Schmieden, die sich mit Cyanogen verbrüdert haben, um ein Halo-Device, also eine Art Nexus für Cyanogen OS herzustellen, ist Blu aus Miami. Blu-CEO Samuel Ohev-Zion hat sich bereits ausgemalt, welche Software dieses Smartphone nutzen würde, und die bisherige Liste klingt wenig nach freier Software: Der App Store kommt von Amazon, der Browser von Opera, Maps von Nokia (Here), Cloud-Speicher von Microsoft oder Dropbox, Musik von Spotify, Web-Suche auch von Microsoft (Cortana kommt schließlich zu Android und zu iOS).

Während also McMaster große Offenheit verspricht, handelt es sich dabei keineswegs um die Open-Source-Romantik wie sie von Mozilla gepredigt wird (die niemand erhört), sondern um knallhartes Business, in das Industrie-Giganten mächtig viel Kapital pumpen. Twitter, Qualcomm, Telefónica oder Rupert Murdoch kommen alleine nicht gegen Google an und ergreifen den Cyanogen-Strohhalm, um ein bisschen mehr Kontrolle über den Smartphone-Markt zu bekommen, der bisher inklusive aller kostbaren Nutzerdaten zum Großteil von Google beherrscht wird. Für uns als User fällt die Wahl langfristig weiterhin auf Pest mit Beulen, Pest ohne Beulen oder gar kein Smartphone.

Via: Forbes

15 mal geteilt

Top-Kommentare der Community

  • Logisch 24.03.2015

    Ich verstehe nicht, wo der Sinn eines Google-freien Androids liegen soll. Dienste wie Gmail oder Google Kalender funktionieren hervorragend und sind doch gerade der besondere Reiz des Androidsystems. Dass Google den Herstellern gewisse Vorgaben macht, ist nur logisch. Außerdem sind die Hersteller durch Eigenentwicklungen nicht gerade positiv aufgefallen (siehe Toucwiz, Sense, ...).

  • Nico Dietz 24.03.2015

    Gegen Google hab ich nichts. Genauso wenig gegen Cyanogen Inc. Aber wenn ich die Wahl habe zwischen Google-Android und Amazon-etc-Cyanogen-Android dann greife ich weiterhin zu Google. Die Google Dienste sind einfach super aufeinander abgestimmt und ich benutze sie jeden Tag. Benutzer Daten sammelt jedes Unternehmen also bringt es nichts von Google zu einer anderen Datenkrake zu wechseln. Trotz Datensammelei ist Android im Hohen Grade Anpassbar und genau das bleibt es auch.

  •   25
    Ralf N 24.03.2015

    Ich finde der Typ wird langsam überheblich. Der sollte nicht vergessen das der User ihn gross gemacht hat und kein anderer.

  • Micky 24.03.2015

    Ich weiß persönlich nicht was ich davon halten soll. Ich finde CM als System gut, nutze auch ein 1+1, aber was die sich da erdreisten.. unverschämt. Android gehört einfach zu Google

  • GrinningFerret 24.03.2015

    CM maßt sich ein bisschen viel an. Google hat Android über Jahre entwickelt - und vor allem OpenSource!. Cyanogenmod ist zwar eine gute ROM, aber das Team ist mir zu kommerziell geworden.

36 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  •   20

    Zum Schlusssatz: Gut gebrüllt, Löwe. Auch sonst ein interessanter Beitrag, danke.

  • Der Typ wird mir echt unsympathisch, ohne Google wäre er nicht da wo er jetzt ist. Wenn das so weitergeht wird er nur eins bewirken, dass das AOSP gestrichen oder sogar Android geschlossen wird

  • Also ich weiß nicht! Android ist doch kostenlos! Etwas so gutes kostenlos zu nutzen und dann denjenigen der es einem zur Verfügung stellt komplett auszusperren widerspricht so komplett meiner Erziehung! Aber jeder wie er mag oder es für richtig hält. Ich kann nur sagen das ich Google schon seit Jahren alles anvertrauen und die Vorteile dadurch sind einfach nur geil und Nachteile oder irgendeinen Schaden kann ich auch bei genauerem hinsehen einfach nicht erkennen!

  • Intelligenz Allergiker

  • Wen es so sein sollte geh ich wieder auf normal Android zurück momentan benutze ich CM12

  • Hört sich für mich erst einmal nach lautem Gegacker von Kirt McMaster an - nicht mehr!

  • Fragt sich nur noch, wer außerhalb des Cyanogen Firmensitzes ein Android Smartphone ohne Google Dienste will.

    •   51
      XXL 24.03.2015 Link zum Kommentar

      Das weiss ich nicht. Aber ich brauche schon heute kein Gmail, Maps, Chrome, Drive, Hangout, Google+, etc., da es bessere Alternativen gibt und ich so nicht alle meine Daten bei einer grossen Datenkrake konzentriert habe.

      Ich weiss nicht, warum das jetzt alle gleich wieder als lächerliches Geschwätzt abtun. Gewisse Argumente sind nicht so weit weg von der Wahrheit.

      • Jeder hat seine Meinung und das ist auch gut so. Und ein Open Source Betriebssystem ohne Datenkrake im Hintergrund ist wohl der Traum vieler Leute. Andererseits ist vieles im Internet nicht möglich ohne Daten Preiszugeben und ein Betriebssystem das die Breite Masse begeistern will muss auch ordentlich was unter der Haube haben. Doch wenn man als Alternative zum Google Play Store einfach den von Amazon nimmt, ist das schon ziemlich sinnlos. McMaster's Ideen sind bestimmt nicht schlecht aber mit solchen reißerischen Schlagzeilen Aufmerksamkeit zu erlangen und einfach fast genauso Große Unternehmen als Alternative zu nehmen die auch nur Daten sammeln wollen, grenzt schon an Frechheit. Wenn man ein offenes System anbieten möchte, dann mit anständigen Open Source Alternativen für Play Store und Co.

        Und das ist meine Meinung :)

      •   51
        XXL 24.03.2015 Link zum Kommentar

        Klar doch, warum sollte deine Meinung weniger Wert sein;-)
        Android hat immer noch etwas Gutes an sich (wenn auch nicht mehr soviel wie in früheren Tagen). Ansonsten würde ich nicht auf Android setzen. Mir ging es vor allem darum, aufzuzeigen, dass man heute in fast allen Bereichen ohne Google-Dienste auskommt und so nicht ALLE Daten EINEM Unternehmen zur Verfügung stellt. Das ist ja das Problem. Klar sende ich bei jedem Dienst irgendwelche Daten an jemanden. Aber solange die Daten verteilt und nicht konzentriert sind, dann ist das halb so wild.

      • Wollte ich auch nicht damit Aussagen das meine oder andere Meinungen weniger wert sind ^^
        Ich bin lediglich dafür wenn man so große Ziele verfolgt, das man es auch richtig macht und wirkliche Alternativen bietet :)
        Ich bin seit Android 2.3.7 dabei und bin mit der Entwicklung eigentlich sehr zufrieden... Doch wie zukunftssicher ist Android und wie sieht das ganze in ein paar Jahren aus? Das gilt es zu beobachten und rechtzeitig auf das richtige Pferd zu setzen ist sicher nicht schlecht :)

      • So ist es. Außer dem Play Store nutze ich keine weiteren Google Dienste aus den schon von Dir genannten Gründen.

        Um den Datensammlern in die Schranken zu weisen, hilft es nur, die verschiedenen Dienste auf voneinander unabhängige Anbieter zu verteilen.

        Ich fände ein Google-freies Android absolut erstrebenswert. Wer die Google Dienste nutzen möchte, kann sie ja immer noch nachinstallieren.

  • "Google habe sich bei Hardware-Herstellern wie Samsung, Sony und Co. unbeliebt gemacht, da es ihnen zu geringe Handlungsspielräume gibt."

    Meiner Meinung nach sind die Handlungsspielräume noch viel zu groß.
    Herstellereigene Launcher sollte Google generell verbieten oder zumindest vorschreiben das diese restlos deinstallierbar sind.
    Ein paar Themes und Zusatz-Apps müssen meiner Meinung nach reichen, um die Geräte von der Konkurrenz abzugrenzen.

    Anders ist die Fragmentierung einfach nicht in den Griff zu kriegen.

    •   51
      XXL 24.03.2015 Link zum Kommentar

      Bullshit!
      Das darf sich Google gar nicht erlauben und so dumm wird nicht mal Google sein. Der Erfolg von Android baut genau darauf! Google ist auf die grossen Hersteller angewiesen. Das Risiko, diese zu verägern, ist viel zu gross. Ausserdem kann man sich dann gleich Apple anschliessen, die haben etwa gleich schwachsinnige Restriktionen.

      AndroidWear zeigt eindrücklich, wo eine solche Strategie hinführt. Kein Hersteller wird freiwillig nur Hardwarelieferant für Google spielen;-)

    • "Anders ist die Fragmentierung einfach nicht in den Griff zu kriegen."

      Nein, im Gegenteil. Das würde vieles nur verkomplizieren und kein bisschen die Fragmentierung bekämpfen. Kein bisschen.

      Dies meisten denken wohl immer noch, die langen Updatevezögerungen liegen an den angepassten Hersteller-ROMs.

      XXL

      • Die Hersteller liefern keine Updates für die meisten Modelle, weil sie da einfach kein Geld und keine Arbeitszeit mehr reinstecken wollen. Außer Image und gutem Karma ist mit Updates kein Geld zu verdienen. Nur die Flagship-Modelle bekommen Updates, und auch das nur eine bestimmte Zeit lang.
        Das "Prüfverfahren" der Carrier ist auch nur vorgeschoben. Bei Nexus-Modellen klappt es doch auch ohne. Da wird nix von den Carriern geprüft. Der Hersteller muss eine Konformitätserklärung abgeben, und das war's. Genau wie bei Autos.

    • Stimme dir voll zu. Die Launcher sollten sich komplett inkl. Bloatware durch den Stock-Launcher ersetzen lassen. Eine gute Idee wäre vielleicht noch ein Themes-Store wo die Hersteller ihre Launcher reinpacken können. Oder halt übern Playstore mit anbieten.

      • Eben!
        Wenn die Hersteller ihre Bloatware über irgendeinen Store ausliefern würde hätte ich nicht dagegen.
        Standardmäßig sollte aber nur der Stock Launcher ausgeliefert werden.
        Die Bloatware schadet nur dem Ruf von Android.
        Gerade Samsung hat dabei ganze Arbeit geleistet.

  • Es gibt auch noch ein Kachelprodukt oder etwas mit angebissenem Apfel.

    Monopole sind Mist - selbst die vom "Don't be evil"-Imperium...

Zeige alle Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!