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Cyanogen OS ist tot, lang lebe Cyanogen MOD(ular OS)

CyanogenMod ist eines der wichtigsten Community-Projekte, die es im Android-Universum gibt. Denn hier leben Entwickler den Open-Source-Gedanken hinter Android wirklich aus und entwickeln Firmware für Smartphones, die von den Herstellern schon längst vergessen sind. Doch all das kostet Geld, und so haben die Entwickler versucht, mit der Firma Cyanogen Inc. aus dem Freiwilligenprojekt ein Geschäftsmodell zu machen. Der Versuch, ein mobiles Betriebssystem zu vermarkten, ist jedenfalls gescheitert.

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Cyanogen OS war ein Versuch, ein eigenes Betriebssystem zu kreieren und an Hersteller zu lizenzieren. Auf dem Papier klingt die Idee eigentlich ziemlich gut: Cyanogen(Mod) hat einige gute Privatsphäre-Tools, mit denen zum Beispiel der Zugriff auf das Adressbuch verhindern kann. Warum diese also nicht in den allgemeinen Markt bringen?

Aus einer Idee wurde Größenwahn. Großspurig wollte Cyanogen Inc. sogar die Deutungshoheit über Android gewinnen. Eine Kugel wolle man Google in Kopf schießen - so ließ sich der (jetzt) ehemalige CEO Kirt McMaster von Forbes zitieren. Abseits der unnötig übertriebenen Rhetorik erscheint der Ansatz durchaus fragwürdig. Glaubt man einem Startup mit solchen Aussprüchen? Traut man solchen Akteuren zu, einem Milliarden-Konzern ein komplexes Konstrukt wie Android streitig zu machen?

Muss Cyanogen Inc. die Herrschaft über Android erringen?

Vor allem: Muss Cyanogen wirklich die Kontrolle über Android an sich reißen? Eigentlich spricht alles gegen eine solche Kampagne. In Präsentationen vermied Cyanogen möglichst, von Android zu sprechen. Stattdessen wurde Cyanogen OS als eigenes Betriebssystem deklariert. Was hätte denn dagegen gesprochen, Cyanogen OS eben als das zu bewerben, was es vielleicht sogar ist: Cyanogen OS, das bessere Android. Oder: Cyanogen OS, wie Android, nur besser.

Außerdem steht Android ja auch für ein ganzes App-Universum und gerade auch der Play Store dürfte vielen Usern ein Begriff sein. Es überrascht insofern nicht, dass Cyanogen OS nun offiziell beerdigt ist. In einem Blogpost stellt sich Lior Tal als neuer Cyanogen-CEO vor. Darin beschreibt er, was künftig von Cyanogen zu erwarten sei. Cyanogen OS spielt darin offenbar keine Rolle mehr. Stattdessen setzt Tal auf Cyanogen MODs, genauer das Projekt Cyanogen Modular OS.

Cyanogen MODs sollen es jetzt richten

Die MODs stellen Features bereit, die kleinteilig von anderen Herstellern lizenziert werden können. So braucht es keinen vollwertige Ausführung von Cyanogen OS mehr, um an manche interessante Features zu kommen. Auch wenn die Erfolgsaussichten dafür noch in den Sternen stehen, leuchtet die Idee ein.

Was heißt das nun für (uns) User von CyanogenMod? Es bleibt zu hoffen, dass es Cyanogen Inc. gelingt, ein tragfähiges Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen. Wie intensiv die Firma allerdings CyanogenMod weiterentwickeln wird, bleibt auch nach dieser Ankündigung offen. Schließlich müssen sich die angestellten Entwickler darauf konzentrieren, interessante MODs zu entwickeln. Das wird Ressourcen kosten, die vielleicht an anderen Stellen fehlen werden.

HK
Hans-Georg Kluge
Cyanogen Inc. wird es schwer haben, Hersteller für Cyanogen MODs zu begeistern.
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Wie seht Ihr die Zukunft von CyanogenMod? Und glaubt Ihr, dass die MODs ein Erfolg werden? Schreibt es in den Kommentaren.

Top-Kommentare der Community

  • Flummi vor 1 Monat

    Cyanogen OS ist tot, nicht Cyanogenmod. Die guten alten Roms zum reaktivieren von älterer Hardware gibt es weiterhin.

15 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Verstehe nicht, warum Cyanogen für begriffliche Verwirrung sorgt. Bisher war Cyanogen OS der kommerzielle Teil und CyanogenMod der community Teil. Und jetzt nennen sie den kommerziellen Teil auch Mod? Gefällt mir nicht (oder ich habe es nicht verstanden :)).

  • Ich nutze seit kurzem CM13 nightly auf meinem htc m8 und bin begeistert wieviel Performance in diesem Gerät eigentlich steckt. So zügig wie jetzt war es in 2 Jahren HTC OS nicht.
    Bedeutet für die Industrie natürlich auch das ich jetzt kein neues Gerät kaufe da ich mein altes fast wie ein neues weiterverwenden kann.
    Ich hoffe das die Custom ROM bleiben und doch irgendwie überleben.

  • Solange es Android gibt, wird es auch eine Moddingcommunity geben.

  • "Tal spricht – nachvollziehbar – davon, dass Android aktuell extrem fragmentiert sei, häufig Sicherheitslücken anzutreffen seien und dass Hersteller keine Anreize hätten, zeitnah Software-Updates zu liefern. Das Rennen um immer billigere Smartphones mit gleichzeitig immer besserer Hardware würde keinen Raum mehr für Innovationen bei Software und Diensten lassen.

    Befreiungsschlag für Cyanogen Inc.

    Genau in diese Lücke will nun offenbar Cyanogen springen, indem Hersteller die Defizite mit Komponenten von Cyanogen OS füllen. Für Cyanogen sei der Schritt gleichzeitig ein Befreiungsschlag aus den Fesseln, die bisher vorgaben, ein komplettes Betriebssystem abzuliefern. Für Cyanogen scheint das modulare OS deshalb auch so etwas wie eine Reduzierung des Arbeitsaufwandes zu sein. Erst im Juli sollen mangels Erfolg 20 Prozent der Belegschaft von Cyanogen Inc. entlassen worden sein, Kirt McMaster hatte diesen Schritt aber immer dementiert. Schon damals waren Gerüchte um eine radikale Umstrukturierung des Unternehmens aufgekommen."

    [Edit durch Admin:
    Quelle: Nicolas La Rocco; Computerbase
    https://www.computerbase.de/2016-10/cyanogen-inc.-cyanogen-os-wird-modular-an-hersteller-verkauft/ ]

  • Größenwahn trifft es ganz gut. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass OpenSource Projekte ohne sinnvolle mittel- bis langfristige Strategie zum Scheitern verurteilt waren und weiterhin sind.

  • Hallo, auch wenn es mit CyanogenMod weiter geht, ist es für mich nur eine Frage der Zeit bis die meisten CustomRoms eingestellt werden. Leider gehen die Hersteller, allen voran Google eine Weg, auf welchem es uns immer schwerer gemacht wird. Wahrscheinlich und mit Sicherheit machen sie es mit Absicht, damit alle Android so Nutzen, wie die Hersteller es sich wünschen. Man nimmt Android immer mehr die Freiheit, was einst der Aspekt für viele User war ein Android Gerät zu erwerben. Irgend wo kann ich es verstehen und nachvollziehen, schade finde aber auch ich diese Entwicklung.
    Denke ich an eine Zeit zurück, in welcher das Samsung Galaxy S das Android Gerät schlecht hin war, macht es mich heute etwas traurig. CustomRoms gab es ohne Ende, eine schöner und besser wie die Andere. Wir hatten die Wahl, die Freiheit und alles war so einfach, so simpel. Mit der Zeit, bei neueren Generationen, wurde es von Jahr zu Jahr immer weniger. Es kamen eigene CPUs und somit auch eigene Kernel Codes, welche es der Community sichtlich schwerer machten. Jetzt wo Google auch diese Wege Einschlägt, wird es für die Community sehr schwer. Selbst "unternehmen" wie Cyanogen werden es zunehmend schwerer haben und kämpfen müssen.

    • Android ist open surce. Die modding community wird immer einen weg finden geräte mit custom firmware zu versorgen. Samsung hats bis jetzt auch noch nicht gemacht/geschafft.

  • Bin echt begeistert hatte mir als zweit Phone ein S3 geholt CWM 13 drauf und das Teil rennt wirklich richtig flott und macht wieder Spass !

  • Hoffentlich. Sonst müssen wir jeden zweiten Jahr neue Handy kaufen.

  • Ich finde es schade habe die OS immer für alte Handys genommen somit wurden die alten noch mal mit aktueller Software bespielt und wurden dadurch auch besser in der Bedienung

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