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Erfahrungsbericht: Der lange Weg zu Chromecast

Ich gebe es zu, ich schaue gerne Fernsehen, das mochte ich schon immer - einfach hinsetzen, Glotze an und sich berieseln lassen. Natürlich fand auch ich bald das Fernsehprogramm nicht so prickelnd, und so kamen die ersten Zusatzgeräte dazu - zuletzt Googles Chromecast. Welch steinigen Weg ich bis hierher zurückgelegt habe und warum ich glaube, dass Chromecast auch bei Technik-Muffeln echtes Potenzial hat, erfahrt Ihr hier. 

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nexus chromecast closeup
© AndroidPIT

Auf der Suche nach der Eierlegenden Wollmilchsau

Angefangen hat es mit einer Sat-Anlage (um mehr deutsche Programme zu sehen - ich komme ursprünglich aus Südtirol/Italien), einem DVD-Player und einer Surround-Anlage. Zack, schon lagen 4 Fernbedienungen auf dem Sofa. Bald kamen die ersten aus dem Internet heruntergeladenen Inhalte dazu, für die ich einen zusätzlichen Multi-Format-DVD-Player brauchte, der die selbstgebrannten DVD+R und -R lesen konnte. Und so ging es weiter, ich benötigte immer mehr Geräte, um das immer größer werdende Medien-Angebot auch nutzen zu können. Das musste doch einfacher gehen, dachte ich - alles digital, ohne Discs und mit nur einem Gerät am Fernseher.

Dann kamen Streaming-Clients mit Festplatte oder WLAN, NAS-Boxen mit DLNA/UPnP, selbst ein Satelliten-Receiver mit einer Custom-Firmware, die neue Funktionen wie Aufnahme und Streaming bot, war im Multimedia-Geräte-Mix. Doch wie oft ich auch einen neuen Anlauf wagte, immer ging das eine oder andere Format nicht. So verbrachte ich Stunden damit, meine Inhalte (Videos, Fotos, Musik) immer wieder neu zu rippen, kodieren, kopieren und ordnen, um es den Geräten recht zu machen. Ein Mehr an Genuss brachte mir das aber nicht, denn mit Spontanität war da nichts mehr. Sich einfach hinsetzen und die Glotze anschalten konnte ich vergessen. Ich musste schon vorher wissen, was ich eigentlich sehen wollte und es dann so vorbereiten, dass ich es auf meinen ach so tollen High-Tech-Geräten dann "bequem" ansehen konnte.  

fernbedienungen controller
Zu viele Fernbedienungen und Controller! / © AndroidPIT

Von PlayStation3 bis Logitech Harmony

Auch PlayStation3 und Xbox 360 haben daran nur wenig geändert. Von Anfang an konnte die PS3 zwar mehr abspielen als so manch anderes Gerät vorher, aber der Plan, schnell mal ein Video abzuspielen, endet meist in einem ewigen "durch einen Ordner scrollen und warten", was alles andere als ein Vergnügen ist.

Zumindest den Fernsteuerungs-Kampf konnte ich dann durch die Universalfernbedienung Logitech Harmony gewinnen - auf "Radio hören" und "PS3 spielen" zu drücken ist einfach besser nachzuvollziehen als mit der einen Fernbedienung den HDMI-Kanal zu wechseln, mit der anderen die Lautstärke ändern und mit Fernsteuerung Nummer Drei alle drei Stunden fuchteln, damit der Fernseher sich nicht ausschaltet. Aber auch das war letztendlich nur ein Zwischenschritt, eine gewonnene Schlacht in einem ausweg- und endlos erscheinenden Krieg.

Chromecast: Weniger ist Mehr-Wert

Nun leide ich unter einer weit verbreiteten Schwäche: Als Technik-Enthusiast kann man komplizierte und umständliche Lösungen verkraften, solange sie das richtige Ergebnis liefern - es ist sogar eine Zeit lang der eigentliche Reiz. Aber allen anderen im Haushalt geht es halt oft nicht so, und ich kann das irgendwo auch gut verstehen. 

Hier kommt nun endlich Googles Chromecast ins Spiel. Das muss man praktisch gar nicht bedienen, denn hier wurde einfach das bewährte Prinzip "Dumme Fernbedienung + Intelligenter Player" umgedreht. Es ist sozusagen der Berg, der zum Propheten kommt. Man verwendet wie gewohnt seine geliebten Apps und aktiviert einfach den Chromecast-Modus - das ist besser als jedes Screen-Sharing, weil die Apps kontrollieren, was auf dem Fernseher landet. Einfach und genial zugleich.

Ich kann mich noch an die Verwunderung erinnern, als mir meine Freundin ein YouTube-Video zeigen wollte und dann das Chromecast-Symbol in ihrer App erschienen ist. Einmal drauf getippt und schon lief es auf dem Fernseher. Ich musste nicht erklären, wie das genau funktioniert, und das interessierte sie auch gar nicht. Fotos vom NAS-Server? Sogar das ging mit der Synology-App. Seither ist Chromecast täglich im Gebrauch, egal ob YouTube, ARD-Mediathek, kleine Spiele, Netflix, Watchever, 5by, Podcasting, Rdio oder Google Play Music - der Fernseh-Abend ist gedeckt.

Natürlich kann Chromecast nicht alles, aber genau darum geht es. Ich wollte ein Gerät, das “transparent” ist, wie man es im Technik-Jargon so schön nennt. Und Chromecast ist dieses Gerät: Es schlägt die Brücke zwischen den Geräten, die ich täglich nutze und dem Fernseher, ohne dass ich direkt damit interagiere.

chromecast nexus tv
Chromecast lässt sich auch von Laien intuitiv bedienen. / © AndroidPIT

Chromecast bringt Technik-Muffel und Power-User an einen Tisch

Eine kleine Anekdote noch zum Abschluss: Wir hatten übers Wochenende Besuch von einer Freundin und während des Essens lief nebenher etwas Musik. Und Ihr kennt die Fragen sicherlich: “Kennst Du das Lied schon” oder “Hast Du das Video schon gesehen?”. Als dann meine Freundin und ich abwechselnd einfach mal Videos auf dem Fernseher abgespielt haben, war unsere Freundin begeistert. Als wir ihr sagten, sie kann einfach mitmachen und sie 2 Minuten später auch "mitspielte", hatte sie auch schon bei Amazon ein Chromecast für sich bestellt - und sie meinte von sich selbst, dass Technik für sie uninteressant und undurchschaubar sei.

Aber vielleicht ist das ja gerade das Besondere an Chromecast: Technisch weniger versierte Menschen erkennen eher den Vorteil als Power-User. Ich kann jedem nur raten, Chromecast einmal in der Praxis auszuprobieren und sich dann ein Urteil zu bilden - denn mit Chromecast macht Smart-TV endlich auch Spaß.

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37 Kommentare

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  • bester Bericht, den ich hier bisher lesen durfte

  • Hängt ein wenig vom TV ab und ob du den Chromecast am USB des Fernsehers anschließt für die Stromversorgung. Da muss der TV an sein damit der Chromecast Strom bekommt. Manche schalten dann um, andere nicht.

  • Hallo,
    cooler Bericht.
    Wie läuft das mit dem TV bzw. Eingangssignal.

    Muss der TV an sein? Oder kann chromecast ihn anschalten?
    Oder muss er an sein und bei casten schält er auf den richtigen HDMIkanal?
    Oder muss ich gar selbst erst den richtigen HDMIkanal am TV auswählen?

  •   10

    man braucht nur burning series

  • DS Photo haben sie noch nicht fertig - leider. Aber ich habe vor allem Raw-Photos auf der Synology und die ausgewählten Photos kann ich über Dayframe auf den Chromecast bringen.

    Für die Mediathek verwende ich "MediaThek Cast" - ist nicht super stabil aber macht was es soll.

    • Ah cool dayframe kannte ich gar nicht. Ist der Cast aber wirklich schnell genug für RAW-Photos? Wäre ja der hammer!

      MediaThek Cast hab ich auch schon ausprobiert, aber leider wird auf dem TV nur das Cast-Zeichen angezeigt und kein Stream startet.

      • Ne, Raw Photos bearbeite ich nur mit Lightroom und Photoshop. Die liegen als Archiv auf meinem NAS. Die Top Photos sind dann als Jpeg exportiert und können so über Google+ etc. geshared werden.

  • Kann man mittlerweile Fotos von einer Synology NAS streamen?

    Und wie machst du das mit der Mediathek? Welches App nutzt du?

  • Was für ein Synology NAS verwendet ihr denn so?
    Bin auch am Überlegen mir ein NAS zuzulegen. Da würde die Chromecast Funktionalität natürlich gut passen.

  •   12

    Man benötigt keine separaten zusätzlichen Apps. Chromecast-Unterstützung ist in den Apps einfach eingebaut. Also in den Apps: Youtube, Play Music, Play Movies, Allcast, MediathekCast, Watchever, etc...

  • Wenn ich das bisher richtig verstanden habe, benötigt man für alles was mit Chromcast an den Fernseher weitergegeben werden soll eine eigene Chromcast-App?
    Youtube = Chromcast-Youtube-App
    Bilder ansehen = Bilder-Anseh-App
    Browserbild übertragen = Pro Browser wieder jeweils eine eigene App
    ...
    Ist das so? Dann ist das wohl doch eher eingeschränkt nutzbar für Technik-Muffel oder nicht?

  • Kann mir jemand bestätigen, dass - wie man mir in einem verwandten Thread gesagt hat - man das Chromecast mittels eines einfachen Adapters auch an einem alten Röhren - TV ohne HDMI - Anschluss zum Laufen bringt? Dann wird das Teil gleich morgen bestellt. Ich weiß nur, dass ich meinen Laptop nicht am Front AV anstecken konnte und mir jemand vom Raspberry Pi abgeraten hat aus eben diesem Grund.
    Schönen Gruß, as

    • Funktionieren generell schon, aber ob es sich lohnt ist eine andere Frage. Ich würde nicht Geld für Adapter + Chromecast + Kabel + usw. ausgeben, sondern das Geld zusammenlegen und dann einen günstigen Flachbildschirm kaufen. Es muss nicht das 1000 Euro Modell sein.

  • Wie kann ich denn mit DS Photo meine Fotos per chromecast auf den TV bringen? Finde in der APP dazu nichts.

  • dachte nicht, dass sich unter den Mod. auch ein Südtiroler ist.
    Danke für den Bericht und grüße aus Meran :D

  • Der Chromecast ist für alle zu empfehlen die keinen Smart TV haben. Es ist ja schön das die meisten schlauen Fernseher all das können was der Chromecast auch kann. Ich habe aber noch nen "alten" Fernseher. Wenn ich die Wahl habe 35€ für den Chromecast oder 1000€ für einen neuen Fernseher aus zu geben, da dürft ihr gerne raten welche Entscheidung ich fälle.

  • Es geht nicht ums können, sondern um die Einfachheit. Ein Knopfdruck genügt und das Bild, Video oder Musik läuft über den Fernseher. Der Chromecaststick ist sofort einsatzbereit. Der muss nicht ewig laden. Bin von dem Stock auch total begeistert obwohl ich gerne bastel. Und bis jetzt klappte bisher alles auf anhieb.

  • Also ich habe ein lg smart TV mit dual Core der kann auch eig Alles was soll denn der chromecast mehr können Frank?

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