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Der Kampf ums Wohnzimmer: Chromecast, Apple TV und Fire TV

Chromecast ist da, Apple TV auch, und jetzt kommt auch noch Fire TV von Amazon. Eigentlich sollte damit ja alles einfacher werden, doch schon wird es wieder kompliziert: Welcher ist denn nun der beste Dienst für mich? Wer kann was, und wer kann was nicht? Wir zeigen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei Konkurrenzangebote.

Ich bin schon total gespannt auf die diesjährigen IFA-Highlights!
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Das Wohnzimmer als Multimedia-Zentrale: Google, Apple und Amazon buhlen mit ihren Angeboten um die Gunst der Kunden. / © Amazon

Schnittstelle zwischen Internet und TV

Chromecast gibt es bereits seit 2013, ist aber erst seit kurzem in Deutschland verfügbar. Amazons Fire TV wurde am 02. April 2014 vorgestellt, ist also noch ganz frisch und bei uns noch gar nicht zu haben. Apple TV ist der alte Hase unter den drei, bereits im September 2010 wurde die erste Generation präsentiert.

Alle drei dienen im Grunde dazu, Medieninhalte auf einem Fernseher wiederzugeben. Sie sind, vereinfacht gesagt, eine Schnittstelle zwischen dem Internet und dem TV-Gerät. Apple TV und Amazon Fire TV sind sogenannte Set-Top-Boxen, Chromecast ähnelt von Aussehen und Größe eher einem USB-Stick.

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Wie ein USB-Stick: Googles Chromecast. / © Google

Streamen leicht gemacht

Apple TV und Chromecast verbinden unsere mobilen Geräte mit dem TV. Über die Apple-Schnittstelle AirPlay können Inhalte vom iPhone, iPad oder iPod über Apple TV direkt auf dem Fernseher wiedergegeben werden, mit Chromecast können gezielt Inhalte aus kompatiblen Apps angewählt werden (zum Beispiel diese). Welche das sind, zeigt die App Cast Store. Amazons Fire TV verbindet sich nicht in erster Linie mit einem mobilen Device, sondern via WLAN direkt mit dem Internet. Die Amazon-Tablet-Reihe Kindle Fire HDX kann aber ebenfalls als Second Screen genutzt werden.

Cast Store für Chromecast Apps Install on Google Play

Controller und Sprachsuche

Neben der Set-Top-Box gibt es für Fire TV auch gleich den passenden Gaming-Controller, so dass die Box auch als Konsolen-Ersatz dient. Die mitgelieferte Fernbedienung unterstützt die Sprachsuche, ein Feature, mit dem sich Amazon explizit von Apple unterscheiden will - bei Apple TV ist die Suche über die Fernbedienung nur durch die Eingabe einzelner Buchstaben möglich.

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Fernbedienung mit Sprachsuche: Fire TV. / © Amazon

Offenheit und Kompatibilität

Alle drei Geräte sind mit einer Reihe von Diensten und Apps kompatibel, die hauseigenen Dienste und Partner stehen dabei natürlich zentral. Bei Apple ist das iTunes, bei Google sind es Dienste wie YouTube oder Watchever, bei Amazon ist es Prime. Der Vorteil bei Chromecast: Es ist auch mit Apple-Geräten kompatibel, Apple TV ist auf das eigene Ökosystem begrenzt. Amazons Fire TV verbindet sich direkt mit dem Internet und bezieht von dort aus seine Inhalte. 

Die Bandbreite der Inhalte, die wiedergegeben werden können, ist bei allen drei ähnlich: Apple TV unterstützt Musik, Videos, Podcasts oder Filme (aus iTunes), außerdem die Anzeige der eigenen Fotosammlung sowie YouTube-Videos. Chromecast unterstützt alles, was sich auf einem Fernseher anzeigen lässt, hier sind die Grenzen durch die App-Entwickler gesteckt, die ihre Apps mit Chromecast kompatibel machen. Fire TV unterstützt Videos, Filme und Musik, außerdem Games und die Anzeige von eigenen Fotos und Videos (aus der Amazon Cloud). 

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Nicht alle liefern die vollle Bandbreite: Chromecast, Apple TV und Fire TV. / © Google, Apple, Amazon/AndroidPIT

Fernbedienung

Fire TV ist mit der mitgelieferten Fernbedienung vom Sofa aus kontrollierbar, Apple TV ist seit der zweiten Generation über ein Anlern-Programm mit jeder Fernbedienung kompatibel. Chromecast hat keine eigene Fernbedienung. Die Verbindung mit dem Fernseher erfolgt bei Fire TV und bei Apple TV über ein HDMI-Kabel (bei beiden nicht im Leiferumfang enthalten!), Chromecast steckt man direkt in den HDMI-Anschluss des Fernsehers, eine separate Stromversorgung über Kabel ist nicht nötig, geladen wird Chromecast über ein USB-Kabel. 

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Apple TV: Ebenfalls mit Fernbedienung, aber ohne Sprachsuche. / © Apple 
  Google Chromecast Apple TV Amazon Fire TV
Prozessor Marvell DE3005-A1, Single Core Apple A5, Single Core Qualcomm Snapdragon 8064, Quad-Core, Adreno 320 GPU
Arbeitsspeicher 512 MB RAM 512 MB RAM 2 GB RAM
Interner Speicher 2 GB 8 GB 8 GB
Kompatibilität Android, iOS, Mac OS X, ChromeOS, Windows iOS, Mac OS X Amazon Kindle Fire HDX
WLAN Single-Band Dual-Band/Dual-Antenna Dual-Band/Dual-Antenna (MIMO)
Videoausgabe 1080p 1080p 1080p
Konnektivität HDMI HDMI (Kabel nicht im Lieferumfang) HDMI (Kabel nicht im Lieferumfang)
Abmessungen, Gewicht 72 x 35 x 12 mm, 34 g 98 x 98 x 23 mm, 272 g 115 x 115 x 17,5 mm, 281 g
Preis 35 Euro 109 Euro 99 US-Dollar

Fazit 

Die Frage nach Apple TV oder Chromecast läuft wohl oder übel auf die alte Frage nach iOS oder Android hinaus. Aber wie passt Fire TV da noch zwischen? Die Box von Amazon ist auf jeden Fall das umfassendste Angebot. Der starke Prozessor mit eigener Grafikkarte, das breite Angebot an unterstützten Formaten inklusive Gaming-Controller, die Spracheingabe über die Fernbedienung - da können die anderen nicht mithalten. Die Frage muss aber lauten, ob man dieses Gesamtpaket, mit dem man sich letztendlich auch nur auf von Amazon vor- beziehungsweise freigegebenen Wegen bewegen kann, überhaupt will. Als reines Mittel zum Zweck, als einfaches Vehikel und als Brücke zwischen Smartphone und TV taugt Fire TV nicht - dafür ist Chromecast dann doch die bessere Alternative. 

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39 Kommentare

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  • Ich habe eine "Google TV"-Box (Sony NSZ-GS8) zu Hause und bin vom Konzept (gute Fernbedienung mit Tastatur und Fernsteuerung aller angeschlossenen Geräte wie TV/Sat-Receiver/Soundanlage über Google TV und dazugehörige Apps) sehr begeistert. Darüber hinaus besitzt Google TV die selben Funktionen wie Chromecast. Es ist nur bedauerlich, dass die Box auf 3.1-Android-Basis läuft und keine Aktualisierung mehr erfolgt ist. Viele Apps lassen sich daher nicht installieren. Hätte Google/Sony das Ding weiterentwickelt, wäre es der Hit, denn bereits so ist es viel besser als AppleTV.

  • Ich nutze beides, wobei der ATV an stabiler läuft.

    Die Aussage "Apple TV ist auf das eigene Ökosystem begrenzt" ist übrigens nicht korrekt, ich streame vom Z1 Fotos und Videos direkt aufs ATV, hier gibt es mittlerweile einige Apps wie AirBuddy z.B.
    Vielleicht ist mit dem Satz aber auch das ATV selbst gemeint, das kann natürlich nur mit Apple Programmen betrieben werden. Das gilt aber für die Anderen wie Chromecast etc. auch.

    Das meiste Potential sehe ich bei Chromecast, hier wird sich sicher noch einiges tun :D

  • * unter dem letzten bild steht benefalls statt ebenfalls

  • @xxl
    bei mir genauso. Da ich einen Smart TV habe ich mich erstmal gegen den Cromecast entschieden. Die Seiten die mich interessieren waren bei meinem Samsung schon vorinstalliert.

  •   51
    XXL 04.04.2014 Link zum Kommentar

    Ich habe für mich bis jetzt noch keinen entscheidenden Vorteil gefunden mit Chromecast. Viel mehr als Smart-TV-Funktionalitäten gibt es nicht. Und Youtube kann ich schon jetzt direkt (ohne Zwischengerät) per WiFi-direct auf den TV bringen.

  • Kann ich mit Chromecast Einen ganz normalen Browser nutzen auf dem ich dann streams gucken kann?

    •   26

      Die App Web Video Caster streamt Filme von beliebigen Webseiten an Chromecast. - Sofern Chromecast den Codec unterstützt, was aber oft der Fall ist.

      Einfach xxx oder yyy.to im Android Browser aufrufen, senden an Web Video Caster wählen und film am TV gucken. ;-)

      • @Markus L. Gehen damit auch Flash-Streams?

      •   26

        Jein. Aber meist gibt es mobil nen Alternativ-Download in mp4 oder so.

        Es kommt drauf an. Blicke auch nicht 100% durch. Flash ist ja nur zur Darstellung auf der Webseite am PC. Keine Ahnung. Am Handy kann ja eh kein Flash dargestellt werden.

        Meine Kiste Lieblingsseite.to (mit Flash) und viele andere (xhams..., redtu... nur als legale Beispiele ;D) gehen, eine andere aber nicht.

        Streaming über watchever oder von lokalen PC mit MediaTomb und BubbleUpnP geht auf jeden Fall.
        Oder per App von ARD, ZDF, arte Mediathek ist oft besser als man denkt. ;-)

        Xxx.to mit probieren und studieren und 1000 mal Werbung und Spyware zum Play Store wegklicken mit Web Video Caster, aber oft auch.

      • Ok danke für die Info. Ich denke da wird wahrscheinlich je nach Quelle was umkodiert o.ä.! Anders kann es ja eigentlich nicht sein.

        Naja bei 35€ kann man es ja mal riskieren und testen. Überlege es mir nochmal. Sind noch ein paar andere Fragen offen bei mir. Vielleicht kannst Du die mir ja beantworten?

        Da ich einen älteren Plasma Fernseher mit nur zwei HDMI-Anschlüssen und ohne USB habe, nutze ich einen HDMI-Verteiler der automatisch an Hand der Signale umschaltet.
        Das funktioniert natürlich nur dann, wenn die HDMI-Geräte beim ausschalten auch das Signal nicht mehr senden. Sonst muss ich alles manuell umschalten was Käse ist.
        Da ich keine USB-Port habe muss der CC also mit dem Netzteil betrieben werden. Saugt dieser dann permanent Strom und sendet dieser dann dauerhaft ein Signal?

      •   26

        So lange Chromecast Strom bekommt ist er an. Vielleicht schaltet der sich irgendwann ab. Keine Ahnung. Mein Chromecast hängt am USB vom TV und geht nach ein paar Sekunden an, wenn ich den TV anschalte.

        Ein Film wird z. B. als e5z743df6.mp4 gestreamt und im PC Browser im Flash-Abspieler dargestellt. Ob Chromecast das darstellen kann, hängt davon ab, mit welchem Codec das mp4 codiert ist. ;-)

        Filme im flv Format kann Chromecast idR nicht darstellen.

        Container-Format, Video-Codec, Flash, PC, mobile Webseite, alles etwas kompliziert und eine kleine Wissenschaft für sich. Da hilft nur ausprobieren. :-D

      • Mir geht es auch eher darum ab und zu mal einen Sport-Live stream darüber zu schauen. ;)

      •   26

        Meine Beispiele sind zum Testen aber gut, weil die immer online sind, idR keine Hänger haben und es so viele unterschiedliche davon gibt. Nur Deshalb. ;-)

        Nichts ist technisch so ausgereift und jederzeit ruckelfrei verfügbar, wie Internet porn. :-D

        Da muss man dann halt mal sehr sehr stark sein (innerer Frieden), Zähne zusammen beißen, Hände auf den Tisch und durch....

      • Ah verstehe, so einer bist Du also. :D

        Ne versteh schon. Werde es vielleicht mal ausprobieren. Danke für die Infos.

  • Und was ist mit Selbst-Bau-Lösungen ala Raspberry Pi? Mittels der Flut an Informationen war es auch für mich ein Kinderspiel auf dem RasPi ein XMBC zum laufen zu bekommen. Das spielt alle Inhalte aus freigegebenen Ordnern ab. Kann Inhalte aus dem Internet beziehen und via AirPlay auch Inhalte vom Smartphone/Tablet. Man kann es mit einer "normalen" Fernbedinung steuern, per Tastatur oder via App vom Smartphone. Und die Kosten belaufen sich auf ca. 50€ für RasPi inkl. Netzteil, Kabel und Gehäuse.
    Für mich die beste Lösung, weil sehr günstig und sehr flexibel.

    •   26

      Ja. Dafür muss man aber etwas Technik affin sein.

      Mit anstöpseln und läuft ist es nicht ganz getan. :-)

      • Stimmt, einfach "anschliessen und geht" ist da nicht, aber so umständlich fand ich die Einrichtung des XMBC auch nicht und es gibt eben massig Anleitung im Netz dazu. Ziemlich idiotensicher.
        mein Fazit: Wenn man für wenig Geld viel bekommen will und nicht davor zurückschreckt noch etwas zu "basteln", dann ist der RasPi genau das Richtige.

      •   26

        Ja. Wenn man ungefähr weiß wie es geht und XMBC nicht für eine neue balistische Uboot-Atomrakete hält, ist es relativ einfach. :-)

        Ich würde das auch hingekommen, aber meine Mutter und 80% meiner Kollegen nicht. Und ich bin zu alt und faul zum basteln. Erst recht wegen dämlichen 35 Euro. :-)

  • Ich besitze einen Chromecast und bin damit sehr zufrieden. YouTube Videos, Filme von Google Play, Mediatheken usw. Das Angebot wird sich aber wohl noch ausweiten, hoffe ich.

  • Als wenn die TV's kein SmartTV hätten. Nutzt das keiner?

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