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China vs. USA: Huawei ist noch nicht aus dem Schneider

China vs. USA: Huawei ist noch nicht aus dem Schneider

Endlich Ruhe für Huawei! Auf dem G20-Gipfel in Japan haben sich US-Präsident Donald Trump und Chinas oberster Staatsmann Xi Jinping geeinigt, der Handel zwischen Huawei und seinen US-Partnern wie Google kann weiter gehen. Doch Vorsicht, denn erledigt ist die Angelegenheit noch lange nicht!

Kurz zur Zusammenfassung: Im April hatte Donald Trump Huawei auf die Schwarze Liste gesetzt und US-Unternehmen den Handel mit dem chinesischen Telekommunikationsgiganten quasi unmöglich gemacht. Huawei kämpft seitdem um seinen Ruf und seine Verkaufszahlen, und auch die US-Firmen sind alles andere als happy mit dem Bannstrahl, den Trump auf Huawei gerichtet hat. Die Schonfrist von 90 Tagen ist noch nicht vorbei, doch nun scheint Huawei durch die Einigung zwischen den beiden Regierungen begnadigt. Das ist aber nicht ganz richtig.

Den Äußerungen von Politikern im Allgemeinen und Donald Trump im Speziellen zu folgen, ist nicht immer leicht. Doch die Einigung, die in Japan beschlossen wurde, ist in Wahrheit gar keine. Die USA und China wollen lediglich die zuvor unterbrochenen Verhandlungen um neue Bedingungen für den bilateralen Handel wieder aufnehmen. Neue Strafzölle soll es nicht geben, solange die Unterredungen weiter gehen. Auch für Huawei ist die Tür wieder auf. Aber: Es wird eben nur wieder verhandelt, noch ist kein Ergebnis da. Das wird noch dauern, vielleicht sogar ziemlich lange. Bis dahin bleibt die Unsicherheit.

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Trump ging zudem explizit auf die Frage nach Huawei ein. Diese Angelegenheit müsse "bis zum Schluss" offen bleiben. Kein Wunder, schließlich outete der US-Präsident das chinesische Unternehmen als Gefahr für die nationale Sicherheit. Solche Probleme lassen sich per Definition nicht einfach mit einem Handelsvertrag aus der Welt schaffen - es sei denn natürlich, die Gefahr für die Sicherheit ist nur ein vorgeschobenes Argument gewesen.

Gegenwind von Demokraten und Republikanern

Auch an der Heimatfront hat Donald Trump in der Causa Huawei noch dicke Bretter zu bohren, wenn er es mit der Begnadigung tatsächlich Ernst meint. Sowohl Politiker der Demokraten als auch Trumps eigener Partei, der Republikaner, haben Kritik am Ende des Huawei-Banns geäußert. "Huawei ist einer der wenigen wirkungsvollen Hebel, die wir haben, um China dazu zu bringen, beim Handel fair zu spielen", schrieb der Fraktionschef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer auf Twitter. Republikaner Marco Rubio sieht in Huawei nach wie vor eine "Bedrohung der nationalen Sicherheit", sein Parteifreund Tim Cotton aus Arkansas bezeichnet Trump in einem Tweet gar als "engen Partner der Volksbefreiungsarmee".

Das Ifo-Institut aus München in Person von Clemens Fuest sagt gegenüber dem Handelsblatt: "Die Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen China und den USA ist ein Waffenstillstand, aber noch kein Frieden. Es spricht viel dafür, dass die USA in China eine Konkurrenz für ihre geopolitische Vormachtstellung sehen und deshalb den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas hemmen wollen." Fuest rechne deshalb "mit einer Fortsetzung des Handelskonflikts".

Bedenkt man diese Punkte sowie die generelle Wankelmütigkeit, die Donald Trump in seinem politischen Handeln bisher ausgezeichnet hat, scheint die Angelegenheit für Huawei also noch lange nicht vorbei zu sein. Wirklich sicher sollte sich das Unternehmen - und damit auch seine Kunden - erst fühlen, wenn die Tinte unter den entsprechenden Papieren trocken ist.

Was glaubt Ihr, ist Huawei schon alle Sorgen los oder kommt da noch mehr auf das Unternehmen zu?

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28 Kommentare

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  • Ich sehe das Ganze anders.
    Einige Wochen vor Ablauf der drei monatigen Frist rudert Trump zurück und lässt amerikanische Unternehmen wieder mit Huawei Handel betreiben.

    Punkt 1: Große amerikanische Unternehmen wie Alphabet haben Berichten zufolge großen Druck auf Herrn Trump ausgeübt, was er ja auch mit seinem Satz "amerikanischen Firmen würde der weitere Stopp sehr Schaden" irgendwie, durch die Blume gesprochen, verdeutlichte.

    Punkt 2: Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass einige Zulieferer wie Intel längst wieder an Huawei liefern, da sie eine Lücke im Verbot fanden und diese geschickt nutzten. Das wäre auch mit den meisten Anderen passiert, also fing das Ding sowieso an zu bröckeln.

    Ich glaube, und das ist natürlich nur eine Vermutung, dass Trump sehr wohl bewusst war, dass er das nicht mehr lange aufrecht erhalten kann. Es war von vorneherein klar, dass sich Google die fast 20% Marktanteil nicht durch die Lappen gehen lässt.

    Sarah


  • Ich schätze es ging Trump auch weniger um die Smartphones, sondern um die Technik für 5G.
    Da will er unbedingt die amerikanischen Firmen im Spiel haben, obwohl Huawei in der Technik um einiges besser ist.


    • es geht um alles zu kontrollieren... die Menschheit in der Hand zuhaben. ich kaufe huawei gerade weil ich gegen trump bin...der soll wissen das es auch richtig in die hose gehen kann..das andere länder auch macht haben. wir sind kein sklaven von irgendjemanden.


      • HEB vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Also ist Dir eine permanente flächendeckende Überwachung wie in China also lieber, so das man immer weiß wo du bist und was Du machst? Das ist nur eine Frage mehr nicht.


      • Klar, deshalb ist auch nie etwas von der flächendeckenden Überwachung der Amerikaner zu hören, gel? 🤦‍♂️


      • HEB@.Das ist doch in Deutschland unterwegs auch so.


      • HEB vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Hast du Dir mal Beiträge angesehen was und wie das ganze in China abläuft? Bestimmt nicht, ich kenne z.B. in Deutschland keine Stadt in der in jeder Ecke eine Kamera ist die Dich überwacht und wo man dann genau weiß wer dort lang geht.
        Also möchtet Ihr auch gerne dieses tolle Soziale Punkte System aus China auch gerne haben?
        Sorry man sollte immer und jeder Zeit alles aus jeder Perspektive aus betrachten und nicht nur aus einer.


      • Kameras gibt es auch in GB an jeder Ecke. Und eine soziale Kontrolle gibt es auch hier, nur subtiler als in China.
        Wenn Du auf dem Land aus der Kirche austrittst wissen das auch alle und viele schauen Dich seltsam an. Und wenn Du in den sozialen Medien vom Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machst, kann Deine nächste Bewerbung daran scheitern. Altersdiskriminierung wurde per Gesetz verboten. Was erreicht wurde ist, dass Dir halt keiner sagt, dass Du zu alt bist, wenn Du mit > 50 nochmal eine Stelle suchen musst, aber gedacht und als wahrer Grund genommen wird das allemal immer noch.
        Aber was chinesische Technik damit zu tun haben soll, dass wir hier deren Überwachungssystem bekommen, erschließt sich mir nicht. Die (5G-Infrastruktur-)Technik wurde u.a. vom britischen Geheimdienst überprüft und für sauber befunden. Und wieso sollte die chin. Regierung oder chin. Geheimdienste Dich scoren? Um Dich wie für asoziales Verhalten zu bestrafen?


      • HEB@ auf der Autobahn wirst mit Gesichtserkennung gefilmt an Bahnhöfen und in jeder Großstadt an Plätzen wird gefilmt. Der Heiko Maas hat ja so ein schönes Gesetz durch gebracht. Und alles was du irgendwo postest wird überprüft.
        Alles unter den Deckmantel, Kampf gegen den Terror. Deswegen werden alle überwacht.


      • HEB vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        O.K. Wenn Ihr alle das tolle System aus China haben wollt, dann immer weiter so, schaut nicht genau hin und wir werden dann irgendwann auch ein total überwachtes und beschränktes I-Net haben ein Soziales Punkte System, wo dann so mancher keine Wohnung oder Kredit mehr bekommt nur weil er mehrfach bei rot über die Straße gegangen ist. Aber wenn es dann so weit ist, dann fangt nicht an zu heulen sondern seid Euch bewusst das Ihr heute mit dem nicht nachdenken über bestimmte Machenschaften egal von wo Sie auch ausgehen den Grundstein legt. Fragt mal Chinesen wo Sie lieber leben bei sich oder in einem anderen Land und dann fragt auch warum? Ich rede hier nicht allgemein eine Firma oder irgend welche Technologie schlecht, ich zeige nur auf was mit der Technologie möglich ist und wo Diese schon nicht zum Schutz sondern zur totalen Überwachung eingesetzt wird. Und dann fragt doch einfach wo das Geld dafür herkommt? Macht Euch einfach einmal selbst schlau, darüber kann man sich super Unterhalten und auch Streiten.


      • Was Du beschreibst ist mit jeder Technik möglich, nicht nur mit chinesischer.
        Und was die Mehrheit der Chinesen darüber denkt, kannst Du so wenig wissen, wie jeder andere, denn befragt wurden sie ja wohl nicht darüber.
        Vielleicht finden Sie es ja gut, wenn Ampelsünder keine neue Wohnung bekommen?

        Nur weil die Technik aus China kommt, besteht doch keine Gefahr, dass hier deshalb ein Überwachungsstaat entsteht. Der entsteht, wenn die Politik das beschließt, und die bürgerliche Gesellschaft nichts dagegen unternimmt.
        Sollen wir auch nichts mehr aus Indien kaufen, weil es dort, obwohl schon lange Demokratie, es immer noch ein Kastensystem gibt, und Frauen in weiten Teilen der (männlichen) Gesellschaft kaum Wertschätzung dort genießen? Kommt das zu uns, weil wir indische Technik kaufen? Das ist doch weltfremd.


    • Absolut richtig! Huawei ist hier Technologieführer und Trump betreibt schlicht Protektionismus. So will er die rückständige und teure US-Technologie in den Markt drücken.
      Spionage ist nur möglich, wenn Daten gesendet werden, und auch das nu ohne Wissen des Nutzers. Scheinheilig: Google, Facebook und Co spiionieren den Nutzer schon ewig aus. Aber America ist ja first...

      Sarah


  • Ich bin ganz anderer Meinung als Steffen in diesem Artikel darlegt. Das ist nur politisches Geplänkel und Herr Trump hat ja angeblich auch gesagt, dass die Verkäufe der US-Unternehmenan Huawei zumindest für die Handyproduktion bzw. Belieferung nicht mehr eingeschränkt werden sollen. Ob das nun wirklich so ist, wie ich es verstanden haben,weiß ich nicht, aber ich weiß, dass die betroffenen US-Unternehmen weiter liefern werden und auch dürfen. Also sollte das scheue Reh jetzt nicht auf die Straße getrieben werden um es zu überfahren, sondern ein wenig Streicheleinheiten verteilen, damit es zahm wird.


  • HEB vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Was weiter kommt wird die Zeit zeigen. Ich persönlich sehe es so, man sollte Huawei (auch wenn ich persönlich nichts davon habe) nicht unbedingt bannen, aber eventuell ein offenes Auge darauf haben was und wie Sie es machen. Eventuell sollte man auch jedes Produkt genauer unter die Lupe nehmen, ich bin immer noch der Meinung Vorsicht ist besser als später zu jammern. Alles in Bezug auf die Einhaltung der Umweltverschmutzung und der Wahrung der eklatanten Menschenrechte in China. Ich weiß das will keiner hören und dann kommt wieder ja auch die USA spionieren, alles richtig. Aber wollt Ihr hier wirkliche eine lückenlose Überwachung so wie es jetzt schon in China ist, oder so ein Sozialsystem mit den Punkten? Nun ich nicht unbedingt. Und nur deshalb bin ich der Meinung man sollte sich die Produkte aus China jedes mal genauer ansehen.


  • Ich bin sehr gespannt, wie die US-Unternehmen, für die Huawei ein wichtiger Kunde ist, ihr Geschäft absichern werden. Besonders falls Trump wiedergewählt werden sollte. Einige überlegen ja angeblich schon, ob sie ihre Produktion auslagern.
    Bezweifle jedenfalls, dass die es einfach hinnehmen werden, das ihre Verkäufe wegbrechen, besonders jetzt wo sie um die Gefahr wissen.


  • Bei Trump weiß man nie. Aber vermutlich wird ein Kompromiss ausgehandelt werden, dass Geschäfte mit Huawei möglich sind, wenn auch eingeschränkt


  • Huawei ist auch für die USA eine Marke auf die man ungern verzichten möchte...

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