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Brumm Brumm! EU will Elektroautos, die Geräusche machen
Mobilität 2 Min Lesezeit 63 Kommentare

Brumm Brumm! EU will Elektroautos, die Geräusche machen

Eines der unvorhergesehenen Probleme bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge ist die Art und Weise, wie Menschen die Straße nach Gehör überqueren. Da Elektrofahrzeuge so leise sind, können Fußgänger sie aber nicht hören. Ab dem nächsten Monat müssen alle Elektrofahrzeuge in der Europäischen Union bei langsamer Fahrt ein Geräusch abgeben.

Wenn Ihr ab Juli ein Elektroauto für den Straßenverkehr in der Europäischen Union zulassen wollt, muss es mit einem so genannten Acoustic Vehicle Alert System, kurz AVAS, ausgestattet sein. Das AVAS aktiviert sich bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h oder weniger und erzeugt ein Geräusch von mindestens 56 Dezibel. Das soll Fußgänger schützen, die an das Geräusch von Verbrennungsmotoren gewöhnt sind und sich im Straßenverkehr danach richten. So sollen sie auch anrollende Elektrofahrzeuge frühzeitig hören.

Das Gesetz mit dem Titel "Einheitliche Bestimmungen für die Genehmigung geräuscharmer Straßenfahrzeuge hinsichtlich ihrer verringerten Hörbarkeit" tritt am 1. Juli 2019 in Kraft. Interessanterweise unterliegen nur Fahrzeuge mit vier oder mehr Rädern der neuen Gesetzgebung, so dass E-Roller und Elektromotorräder ausgenommen sind.

Es gibt keine Erwähnung im Gesetz, wie das Geräusch zu klingen hat. Es scheint, als könne es jeglicher Klang sein, so lange er über 56 Dezibel liegt. Das scheint eine Vorlage für Witze zu sein. Werden wir etwa Elektrofahrzeuge hören, die Crazy Frog oder ABBA spielen? Oder wie wäre es mit dem Motorgeräusch eines Ferrari F40?

Tatsächlich werden die Automobilhersteller davon nicht überrascht sein. Mehrere arbeiten schon seit einiger Zeit an Lösungen, und viele Elektroautos, die heute auf der Straße unterwegs sind, haben bereits AVAS-Systeme installiert. Bei Jaguar klingt das so:

BWM verfügt bei seinen i3-Modellen über ein ähnliches System. Aber es gibt auch andere Alternativen:

Was haltet Ihr von diesem Gesetz? Lasst es uns wissen.

Quelle: New Atlas

Top-Kommentare der Community

  • Martin Keller vor 1 Woche

    @Sascha Grebe: Blinde? Kinder? Alte Menschen? Es gibt nicht nur Smombies...

  • Tenten vor 1 Woche

    Finde ich richtig und notwendig. Mir ging es in den letzten Monaten schon öfter so, dass ich beinahe vor zu leise Fahrzeuge gelaufen wäre. Das hat auch nichts mit Smombie zu tun, wie hier einer anmerkt, das kann in einer belebten Gegend recht schnell passieren, da wuseln zig Fußgänger um einen, links ist noch der Radweg, vor einem parkt noch einer ein, dem man aus dem Weg geht und schon ist die Aufmerksamkeit kurz überfordert und man tritt auf die Straße. Für Blinde oder sehschwache ältere Menschen sind diese leisen Schleicher eh eine große Gefahr.
    Ich würde mir sowas übrigens sogar für Fahrräder wünschen. Wer in einer Großstadt unterwegs ist, kennt diese Kategorie Radfahrer, die mit 30 bis 40 Sachen auf dem Radweg durch die Stadt schießen und sich nicht um andere Verkehrsteilnehmer scheren, die unachtsam oder gezwungenermaßen auf den Radweg kommen. Ist ja schließlich IHR Radweg. Diese Raser würde man auch gerne schon von weitem hören können.

  • rich17 vor 1 Woche

    Es soll auch Taube und Schwerhörige geben, dazu auch Blinde und weitere. Ich finde es schon sehr gut, dass die Politik an diese Menschen denkt. Ich persönlich wäre da nie auf die Idee gekommen, dass auch diese Menschen von diesen für uns "gesunde" Besserungen, verschlechterungen kriegen.

  • Tom Hedgehog vor 1 Woche

    Hier geht es eher um das unvermeidliche Mass an Dummheit. Als Kind, als ich alt genug für den Gehsteig war, war das erste was ich gelernt habe, lins-rechts-links vergewissern, dann losgehen.

  • Jürgen D. vor 1 Woche

    In deiner Welt gibt es anscheinend keine blinden, bzw. (schwer) sehbehinderten Fußgänger.

    So viel zum Thema Dummheit.

63 Kommentare

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  • Irgendwie fehlt mir das Verständnis für lärmproduzierende Elektrofahrzeuge. Ständig wird über die Lärmbelastung im Strassenverkehr berichtet und wie schädlich die doch ist. Und jetzt will man die leisen Fahrzeuge wieder laut machen?? Das ist doch stumpfsinnig.
    Wenn sich schon Autofahrer und Fussgänger über die neue Situation im klaren sind, kann man sich doch einfach den Gegebenheiten anpassen. Das man die endlich leisen Fahrzeuge wieder künstlich laut macht übersteigt mein Verständnis für Lärmbekämpfung im Strassenverkehr.


    • Bastian Siewers
      • Admin
      • Staff
      vor 6 Tagen Link zum Kommentar

      56 Dezibel ist allerdings recht weit unter dem, was aktuell Verbrenner so an Lärm verursachen, wenn ich nicht irre. Es gibt ja noch einen Unterschied zwischen "Geräusch" und "Lärm". Hier spielt der Sicherheitsaspekt eben eine größere Rolle. Ich kann mir jetzt per se nicht direkt vorstellen, wie laut 56 Dezibel im Straßenverkehr letztlich sein werden, aber ich glaube nicht, dass es mit heutigen Verhältnissen an mancher Straße vergleichbar sein wird.


      • 56 Dezibel sind am Tag zusammen mit dem Rest der Daylight-Geräuschkulisse sicher leise. Aber in der Nacht können 56 Dezibel schon wieder eine störende Lautstärke darstellen. So oder so, ich finde es trotzdem nicht nötig künstlich Lärm zu erzeugen. Wer sich am Verkehr beteiligt, sei es mobil oder als Fussgänger, soll das mit der nötigen Aufmerksamkeit und den gegebenen Umständen tun. Dann kann man auch auf diese Geräuschkulisse bei eFahrzeugen verzichten.


      • Bastian Siewers
        • Admin
        • Staff
        vor 5 Tagen Link zum Kommentar

        Jein, natürlich sollte man immer alles im Blick haben. Nur kann man nie alles sehen. Die Kreuzung hier vor unserem Office ist das beste Beispiel. Abgesehen davon, dass es oftmals hilfreich ist, ein kommendes Fahrzeug auch zu hören, fühle ich mich so schlicht sicherer. Nach hinten gucken kann ich nämlich leider nicht ;)


  • Das wurde Zeit. Diese lautlosen Schleicher sind wirklich eine Gefahr. Außerdem - auch bei den herkömmlichen Fahrzeugen wird Sound Design betrieben, warum sollte das hier nicht so sein.


  • Was für ein Schwachsinn. Seit ewigen Zeiten gibt es Phonmessungen damit die Autos nicht zu laut sind. Jetzt hat man die Chance die Welt leiser zu machen und dieser nichtsnutzige EU Verein macht es zunichte. Überall kämpft man gegen Umweltverschmutzung damit der nichtsnutzige Mensch so lange wie möglich den Planeten bevölkern kann, aber gegen die Licht und Lärmverschmutzung wird nichts getan, dabei wäre das für die Insekten, die im Gegensatz zum Menschen alles tun damit der Planet am Leben bleibt, viel wichtiger.


    • Passt doch, da wird der nichtsnutzige Mensch von der nichtsnutzigen EU regiert. Blöd nur, dass dich keiner fragt.

      Seit hundert Jahren kommt die ganze Welt prima mit Fahrzeuglärm zurecht. Warum bitte soll jetzt ausgerechnet etwas zum Problem werden, das vielleicht nicht mal halb so laut sein wird? Plötzlich sind alle Prinzessin auf der Erbse und hochempfindlich, so sehr, dass nicht mal mehr das Sicherheitsargument gilt.


    • Glaube kaum, dass Lärm vorgeschrieben wird. Es ist auch nur von langsamer Fahrt die Rede, wenn die Kiste schneller wird erzeugt sie ohnehin Fahrgeräusche, die einen Motor übertönen.


  • Müsste man dann Pedelecs nicht auch mit einem Zwangsgeräusch ausstatten? Zumindest die die schneller als 25 kmh fahren. E-Scooter & Co. hört man auch nicht, aber die Gefahr für Leib und Leben sollte man nicht unterschätzen, also auch dafür ein Zwangsgeräusch.


  • Gerade die Generation " Kopf runter" muß man schützen, die mit Blick aufs Handy ihre Umgebung vergessen und schwerhörige wie auch blinde Menschen. Daher wäre ein Motorengeräusch sinnvoll. Auch muss man das Elektroauto riechen können.... Ich empfehle den Geruch des Trabi... Das waren noch Zeiten 😊. Den Trabi hat man gehört bevor man ihn sah und immer gerochen nachdem er schon lange weg war.


  • "Das AVAS aktiviert sich bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h oder weniger und erzeugt ein Geräusch von mindestens 56 Dezibel."

    Eigentlich leider ziemlich witzlos. M. E. müsste die Schwelle zumindest bei 30 km liegen, wie sie in den meisten Innenstädten gefahren werden dürfen.

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