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Bots können die Fake-News-Pandemie nicht stoppen

Bots können die Fake-News-Pandemie nicht stoppen

In einem gemeinsamen Statement zur aktuellen Lage schwören sich die größten Internet-Konzerne auf den Kampf gegen Fake-News ein. Zusammen wollen sie die Verbreitung von Fehlinformationen und Betrugsmaschen im Netz stoppen. Leider beweist Facebook bislang wenig Geschick und blockiert auch vertrauenswürdige Quellen. So wird ein Problem bekämpft, indem ein neues geschaffen wird.

Wie Kollege Daniel bereits an fünf Beispielen gezeigt hatte, grassieren parallel zur Pandemie auch Falschinformationen und Betrugsversuche im Netz. Diese werden bevorzugt da verbreitet, wo Leute sich aufhalten und (glauben, sich zu) informieren: Auf Facebook, Twitter oder direkt in den Google-Suchergebnissen.

Die Konzerne wollen nun ihre Vormachtstellung im WWW kombinieren und sagen derlei Betrügern den Kampf an. Eigens dazu veröffentlichen sie ein gemeinsam unterzeichnetes Statement … auf Twitter:

Google, Facebook, LinkedIn, Microsoft, Reddit und Twitter wollen also künftig Know-how austauschen, um Fake von Fakt besser maschinell unterscheiden zu können. Reddit verweist seine User bisher vornehmlich auf das US-Amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC), sobald sie nach Begriffen “coronavirus” oder “COVID-19” suchen. Googles "Entdecken"-Funktion hat seit neuerdings einen Button, mit dem Nutzer verdächtige News melden können.

Facebook beweist jetzt schon, dass das nicht klappt

Ein von Usern gefütterter Fake-Erkennungs-Algorithmus kann natürlich von den gleichen Kräften ausgetrickst werden, wegen denen er erfunden wurde. Den jüngsten Beweis liefert Facebook, das laut Ars-Technica-Bericht auch legitime Informationsportale ausgeschlossen hatte. Nutzer berichteten, dass auf der Pinnwand oder in Gruppen geteilte Nachrichten zu Corona verschwunden waren und sie eine Warnung wegen Verbreitung von Fake-News erhalten hätten. Selbst der besagte Ars-Technica-Bericht zum Thema fiel später dieser Filterung zum Opfer.

Aus Fehlinformation wird dann fehlende Information; das kann keine Lösung sein. Facebook arbeite an dem Problem, heißt es in dem Bericht weiter. Hoffentlich können sie zusammen mit Google und den anderen eine Möglichkeit finden, weniger pauschal gegen Corona-bezogene Inhalte vorzugehen. Manch einer berichtet, dass selbst Spendenaufrufe durch Facebooks aggressive Filter vereitelt wurden – in Ländern ungerechter Gesundheitssysteme bedeuten derlei Gelder den Unterschied zwischen Leben und Tod.

Auch wenn die geplanten Algorithmen sich voraussichtlich verbessern werden, behalten sie einen erheblichen blinden Fleck – der zwei Milliarden Nutzer betrifft:

Fake News verbreiten sich unbemerkt in WhatsApp-Chats

Kollegin Julia hatte schon vor zwei Wochen das Thema Fake News per WhatsApp-Kettenbrief aufgegriffen. Und mehr als eine umfangreiche Handlungsempfehlung, wie Ihr dagegen vorgeht, kann bisher niemand liefern. Denn anders als Facebook-Beitrage (oder Chat-Nachrichten) lassen sich WhatsApp-Nachrichten nicht auf Servern analysieren. Die ansonsten löbliche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung macht die oben genannten Methoden zur Bekämpfung von Fake News wirkungslos.

Allenfalls die Absender von Kettenbriefen könnten global gesperrt werden, da immerhin die Meta-Daten den WhatsApp-Servern bekannt sind. Was ansonsten ein Kritikpunkt an der Privatsphäre mit dem Messenger wäre, kommt der aktuellen Situation zugute. Falls Euch also ein Kontakt oder eine Nummer durch besonders aggressiven Kettenbrief-Spam und Panikmache auffällt: Meldet ihn/sie!

Stoppt den Fake selbst

Wie kommt man denn nun an zuverlässige Informationen? Für dieses globale Ereignis gibt es Websites aus der ganzen Welt, die hervorragende, aktuelle Informationen bereitstellen. Wer gerne Zahlen und Infografiken sieht, kann sich eine Übersicht derselben auf Tagesspiegel ansehen.

Fachliche Aufklärung für Deutschland findet Ihr bei der Primärquelle, dem Robert-Koch-Institut. Darauf basierende Handlungsempfehlungen für den Alltag gibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Täglich neue Informationen zu Erkenntnissen rund um Corona veröffentlicht der Immunologe Christian Drosten im Podcast des NDR.

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15 Kommentare

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  • Woher sollen die den wirklich wissen was Fake und Fakt ist? Nicht mal die Mainstreampresse kann das immer richtig unterscheiden. Und: Für unseriös wird doch oft alles erklärt was nicht aus dem Mainstream kommt oder wo jemand ungeschickt Infos verbreitet. Wahr oder nicht bleibt dabei doch auf der Strecke. Das eigentliche Problem ist doch ehr die Unfähigkeit vieler Menschen genauer hinzusehen, die eigene Intuition zu verwenden ssowie auch die Unfähigkeit richtig im Netz nachzuforschen, das reicht bis zur Intoleranz bzw. Faulheit der Überprüfung. So wird das nicht. Nur die Anhänger einer generellen Zensur gewinnen hier. Es gibt leider kein Patentrezept und Falschmeldungen von richtigen zu unterscheiden, es sollte jedem überlassen bleiben und jeder sollte die Fähigkeit haben vernünftig zu sein und nicht jede erhaltene Infos weiterzugeben. Es ist und bleibt ein Problem. Nur meine Meinung.


  • ich vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Wer legt denn fest was oder wer Fake News schreibt oder verbreitet?

    vllt verbreiten die die meinen sie sind vertrauenswürdig die Fake news.

    woran erkennt man das es eine Fake News ist ohne selbst vor ort gewesen zu sein?

    das wäre wie vor Gericht Aussage gegen Aussage. wem vertraust du mehr.


  • Ich persönlich sehe weniger Probleme in Fake News als darin, dass es keinen Journalismus mehr gibt. Ein Großteil der Nachrichten, mit denen man konfrontiert wird, ist nicht mehr recherchiert oder gar überprüft, sondern schlichtweg nur noch abgeschrieben und umformuliert, damit nicht überall der identische Text veröffentlicht wird. Hinterfragt oder überprüft wird da gar nichts. Man übernimmt einfach und hofft, dass es schon stimmen wird. Das hat nichts mit Journalismus zu tun, das ist höchstens Schülerzeitungs- oder Fanzineniveau. Und das ist oft weit gefährlicher als wirkliche Fake News, denn hier ist man oft nur eine Spur neben der Wahrheit und niemand wird das bemerken oder argwöhnisch werden. Im Techbereich mag das keine großen Auswirkungen haben, aber in der Politik oder in andern Bereichen durchaus. Würden Journalisten sich wieder ihres Berufsethos besinnen, statt nur noch Abschreiber zu sein, wäre der Problematik schon sehr geholfen.
    Dass das Thema Fake News bevorzugt dann auftaucht, wenn in den USA Wahlkampf betrieben wird und man dort mittels Fake News und Micro Targeting versucht, Stimmen zu beeinflussen, hinterfragt auch kaum noch einer. Man lässt sich stattdessen brav von Trump und Co zum "journalistischen" Handlanger machen.


    • @Tenten, das liegt aber auch daran das heutzutage alles so extrem schnell gehen muss und gerade bei Journalisten will /muss jeder der erste sein der etwas bringt. So nach dem Motto : Hauptsache schnell, egal wie ausführlich. Der Journalismus ist extrem hart umkämpft und man muss wirklich mehrere Berichte sehen/lesen um sich langsam mal ein Bild von einer Situation zu machen (wie aktuell die Corona Krise).


      • Ja, das stimmt. Und es liegt natürlich auch daran, dass alles möglichst nichts kosten darf. Man kann es sich gar nicht erlauben, selbst zu recherchieren, weil das von den Kosten her gar nicht geht. Hier sehe ich aber zunächst einmal die Herausgeber in der Pflicht, attraktive Modelle anzubieten. Man kann nicht immer nur alles auf den Konsumenten schieben. Das ist ein Kreislauf, es gibt keine Qualität, weil keiner dafür zahlt, aber keiner zahlt dafür, weil es keine Qualität gibt. Diesen Kreislauf muss man durchbrechen und das wird nicht der Konsument sein, der dazu den ersten Schritt macht.
        Ich sehe das ja bei unserer örtlichen Tageszeitung, da gibt es online einige Artikel frei verfügbar und einige andere, die es nur im Abo gibt. Diese Artikel, für die du dann aber bezahlen musst sind nicht etwa qualitativ besser, nein, die sind ebensowenig wie die freien Artikel recherchiert. Nur die Themen dürften auf breiteres Interesse stoßen, also verlangt man Geld dafür. Und das nicht wenig, der Preis ist viel zu hoch für diese mindere Qualität. Nichts gegen Abomodelle, aber so wie das im Moment gehandhabt wird, funktioniert es nicht. Hier sind die Herausgeber und Redaktionen in der Pflicht, sich etwas anderes zu überlegen. Und Lösungsansätze gäbe es, man müsste nur bereit sein, sich zu bewegen.


  • Fake News 🙄... Hab ich neulich gelesen, das Zähne putzen auch schützen soll.


  • Da hilft keine KI um dumme Menschen vor dummen Nachrichten zu schützen.
    Man braucht denkende Menschen um die Nichtdenkenden vor dem falsch Denken zu schützen.
    Bei der Masse von Nichtdenkenden ist es eine Sisyphosarbeit.
    Eine Lösung gibt es nur wenn man Mittel anwendet die jeder Denkende ablehnen muss.
    Also müssen wir Dummheit weiter ertragen und nicht zu unserem Problem machen sondern auch mal drüber lachen und den Kopf schütteln.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Kein Facebook, kein WhatsApp, keine Fake News. So einfach geht das.


    • Dazu muss man aber bei den Vollverstrahlten Gehör finden, die meinen, diese ganze Sache ist n riesiger Abenteuerzeitvertreib und Corona-Partys feiern, im Biergarten abhängen, sich Schiffsüberführungen anschauen, Shoppingbummel machen, ihre Blagen in die Frühlingssonne scheuchen, kurz gesagt, Asoziale, denen die Gesundheit und das Leben anderer Mitmenschen mal sowas von am Arsch vorbeigeht. Die stehen doch auf FakeNews!
      Wie willst du solchen Leuten, die ihren eigenen Hintern nicht mal finden, wenn du den mit Uran vollstopfst und denen n Geigerzähler in die Hand drückst klar machen, die sollen auf WA und FB verzichten?
      Viel Erfolg dabei.


    • Glaubst du wirklich das nab Fake News nur über Facebook und WhatsApp erhalten kann? Das geht genauso über Threema und Signal. Oder denkst du auch wenn du man BMW und Audi aus dem Straßenverkehr zieht gibt es keine Autounfälle mehr?


      • C. F.
        • Blogger
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Also ich habe über Threema noch nichts bekommen...


      • Ich über WhatsApp und Facebook auch noch nicht... Das hängt ja auch nicht mit den einzelnen Plattformen zusammen sondern mit welchen Leuten man da Kontakt hat bzw. welcher Art von Seiten man folgt.


    • Zitat: "Kein Facebook, kein WhatsApp, keine Fake News. So einfach geht das" Aus meiner Sicht leider nicht. Das reduziert zwar die Quellen der Fakenews was gut ist, aber Journalisten sind auch nicht zimperlich bei der Übernahme von News, das kommt aus meiner Sicht auch sicher viel "durch" was nicht wirklich wahr sein muss. Außerdem kann man als intelligenter Mensch bei diesen ganzen Seiten auch selektieren oder eben nur Dinge konsumieren, die keinerlei News darstellen, kaum Infos enthalten ... so halte ich das meist und wenn ich dann mal News für gut finde und selbst poste, so erwarte ich, dass der Leser (z.B. bei facebook) selbst denkt, wobei ich drauf achte dass keine Manipulation nach meinem Empfinden vorhanden ist, das ist aber selektiv und subjektiv...immer. Dies ist zwar keine sichere Methode zu Verhinderung von Fakenews aber eine die zumindest schlimmeres verhindert.

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