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Bosch Toolbox - Das Schweizer Taschenmesser für Handwerker

Wer baut, braucht eigentlich ständig was zum Schreiben: Maße müssen genommen und Notizen zu Projekten festgehalten werden. Wer glaubt, dass das mit dem Smartphone zu umständlich ist, sollte sich einmal die Bosch Toolbox ansehen. Was die App des Geräte-Herstellers alles zu bieten hat und wie sie sich in der Praxis schlägt, verrate ich Euch hier in meinem Testbericht.

Bewertung

Pro

  • Nützliche Tools für Handwerker
  • Trennung von Werbe- und Nutzelementen
  • Praktische Baudokumentation
  • Startseite und Dokumentationen individuell anpassbar

Contra

  • Viel Eigenwerbung
  • Querformat in Aufmaßkamera nicht optimal nutzbar
Getestet mit Android-Version Root Mods Getestete Version Aktuelle Version
Samsung Galaxy S2 4.1.2 Ja 2.3 5.3

Funktionen & Nutzen

Nach dem Start der App wird schnell klar, dass es sich bei der Bosch Toolbox nicht nur um Eigenwerbung dreht, sondern vor allem Handwerker von den nützlichen Funktionen profitieren können. Im Kacheldesign erreicht Ihr verschiedene Einzelelemente wie beispielsweise die Aufmaßkamera oder eine Taschenlampe. Per Drag & Drop verschiebt Ihr die auf zwei Seiten angeordneten Kacheln nach Euren Wünschen und könnt so die von Euch am häufigsten verwendeten Elemente auf dem Startbildschirm der App platzieren. Über die Einstellungen setzt Ihr die Kachelanordnung wieder zurück oder schaltet die Push-Benachrichtigungen in der Statuszeile aus. Zur Bedienung einzelner Funktionen findet Ihr Tutorial-Videos und detaillierte Anleitungen.

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Kacheln nach eigenen Wünschen sortieren. / © AndroidPIT

Aufmaßkamera: Maß nehmen auf dem Smartphone

Die Aufmaßkamera ist das wohl wichtigste und umfangreichste Tool in der Bosch-Werzeugkiste. Hier könnt Ihr ein Bild aus Eurer Galerie importieren oder ein Foto direkt mit der Kamera aufnehmen. Anschließend gebt Ihr dem Projekt einen Namen und könnt dann Kanten und Linien per Fingerzeig im Foto einzeichnen. Die Linien lassen sich über ein Lupensymbol mit etwas Fingerspitzengefühl passgenau platzieren.

Im nächsten Schritt gebt Ihr den gemessenen Zahlenwert an, wählt die dazugehörige Einheit aus und könnt zur besseren Erkennung die Farbe der Notiz verändern. Inzwischen lassen sich auch Dezimalzahlen erfassen. Vergesst nicht nach jedem Artbeitsschritt auf das Häkchen oben rechts zum Speichern zu drücken. Mit der Zurücktaste gelangt Ihr nur wieder zur Ordner-Ansicht. Wer den Warnhinweis dazu über die Einstellungen in der Aufmaßkamera deaktiviert hat, muss hier bei Unachtsamkeit ständig von vorn mit den Zeichnungen beginnen.

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Per Fingerzeig Linien und Winkel einzeichnen. / © AndroidPIT

Neben den Linien können auch Winkel eingefügt werden. Ist Euer Foto aus der richtigen Perspektive aufgenommen, dürften diese auch stimmen. Nachmessen empfiehlt sich jedoch in jedem Fall. Zusätzlich könnt Ihr an beliebigen Stellen auch kleine Notizen ablegen. Das macht Ihr entweder per Texteingabe, Video oder mit einer Audio-Aufnahme. Im Test funktionierten alle Varianten problemlos.

Abschließend wählt Ihr einen Ordner für das Projekt aus oder erstellt einen neuen. In Euren Aufnahmen gibt es zudem eine Export-Funktion. Wer sein Bauprojekt an andere Personen schicken möchte, macht das ganz einfach per Mail. Optional können die Bilder auch über Google-Cloud-Print ausgedruckt werden und lassen sich zusätzlich in der Galerie ablegen.

Ein Manko hat die Aufmaßkamera jedoch: Nehmt Ihr Bilder im Querformat auf, lassen sich diese leider nicht im Querformat bearbeiten. Das Bild wird verkleinert und Ihr müsst in der Hochkant-Ansicht Eure Zeichnungen eintragen.

Baudoku: Alle Projekt-Informationen auf einem Blick

Ein weiteres nützliches Tool ist die Baudoku. Hier können Handwerker und Bauherren Details zu einzelnen Projekten genauestens dokumentieren. Neben Projektnamen, Kürzel und Adresse könnt Ihr zusätzlich die beteiligten Mitarbeiter eintragen. Das erledigt Ihr manuell oder über die Verknüpfung mit Eurem Adressbuch. Die Gesamtkosten könnt Ihr hier ebenfalls eintragen und dazugehörige Fotos anhängen. Eine Kategorie wie beispielsweise “Neubau” oder “Sanierung” findet Ihr unter dem entsprechenden Feld.

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Felder für Projekte individuell anpassen. / © AndroidPIT

Für zusätzliche Notizen steht Euch das Feld “Kurzinfo” zur Verfügung. Über das Bauarchiv wechselt Ihr in den app-eigenen Kalender und könnt dort auf Wunsch Projekte für spezielle Termine erstellen. Alle Dokumentationen und Berichte lassen sich editieren und als PDF oder txt-Datei exportieren.

Zusätzlich könnt Ihr zu den einzelnen Projekten Berichte schreiben. Dort lassen sich beispielsweise bauliche Mängel mit Fotos belegen und festhalten. In den Kategorien könnt Ihr auch zwischen Baustellenanweisungen oder einer Bauabnahme entscheiden. Eigene Kategorien sind manuell erstellbar. Spielt das Wetter für den Baubericht eine besondere Rolle, findet Ihr dafür ein Extra-Fenster und könnt die Wetterdokumentation aktivieren.

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Im Baubericht könnt Ihr ebenfalls viele Notizen optional ergänzen. / © AndroidPIT

Die Einstellungen haben in der Baudoku wirklich einen entscheidenen Bonus: Fehlen Euch in der Übersicht einige Felder oder Kategorien, wie beispielsweise für die abgeleisteten Arbeitsstunden, könnt Ihr diese manuell unter “Einstellungen Projekt” ergänzen. Für den Bericht funktioniert das genauso.

Weitere Spielereien

Bosch Toolbox bietet noch weitere kleine Tools an, wie beispielsweise eine Taschenlampe, die entweder das Displaylicht einschaltet oder die LED Eurer Rückkamera aktiviert- beide Lichtquellen lassen sich jedoch nicht gleichzeitig nutzen. Für alle Einheitenmuffel gibt es noch einen praktischen Umrechner. Hier könnt Ihr Distanzen, Flächen, Volumen, Geschwindigkeit und vieles mehr von der gegebenen in die benötigte Einheit umrechnen. Selbst Einheiten, die für ein Bauunternehmen keine große Rolle spielen dürften, wie beispielsweise die Windgeschwindigkeit, sind hier vertreten.

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Praktisch: Taschenlampe und Einheitenumrechner. / © AndroidPIT

Eigenwerbung: Gut getrennt von Funktions-Tools

Wer mit Boschgeräten arbeitet, wird das große Aufgebot an Eigenwerbung wahrscheinlich effektiv nutzen. Alle anderen können in den zahlreichen Angeboten zumindest stöbern oder die entsprechenden Kacheln auf die zweite Seite verbannen. Neben der Service- und Kontakt-Option bringt Bosch auch die Aktion “Bonus Bang” mit. Hier lässt sich dann wirklich Bares sparen. Für laufende Angebote gibt es Rabatt-Aktionen und Ihr könnt direkt aus der App daran teilnehmen - dafür ist allerdings eine Registrierung notwendig, inklusive Bankdaten für die Gutschrift. In den einzelnen Produkten gibt es die nötigsten Informationen und natürlich den Sparbetrag.

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Detaillierte Angaben findet Ihr im Produktkatalog. / © AndroidPIT

Mit einer eigenen Kachel wirbt die App außerdem für das Spiel Dust Fighter, das Ihr jedoch extra im Google Play Store herunterladen müsst. Hier handelt es sich um einen klassischen Endless-Runner, bei dem Ihr Euch an der Stichsäge beweisen und Hindernissen ausweichen müsst. Weiter gibt es noch die Händlersuche. Wo Ihr in Eurer Nähe Bosch-Werkzeuge kaufen könnt, seht Ihr bei der GPS-Suche auf einer Karte und könnt direkt aus der App heraus anrufen.

Zu guter Letzt gibt es von Bosch noch einen ausführlichen Produktkatalog. Von Akkuschrauber bis Winkelschleifer findet Ihr hier zahlreiche Werkzeuge und könnt Euch die technischen Details in Ruhe ansehen. Der Button “Händler finden” zeigt Euch, wo Ihr das Gerät in der Nähe bekommen oder bestellen könnt.

Bildschirm & Bedienung

Die Bosch Toolbox präsentiert sich in einem übersichtlichen Kacheldesign, das sich per Drag & Drop individuell anpassen lässt. Zwar erinnert das Design eher an das neue Windows-Betriebssystem und bringt auch Elemente aus der iOS-Version mit, ist aber für die Bedienung äußerst effektiv und übersichtlich. Aufmaßkamera und Baudoku lassen sich individuell anpassen und sind so für jeden Handwerker eine nützliche Unterstützung auf dem Bau. Wer jedoch die Zurück-Taste des Smartphones zu schnell und unbedacht drückt, verliert schnell seine angelegten Zeichnungen. Die ständige Sicherung über das Speicherhäkchen ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.

Speed & Stabilität

Bosch Toolbox lief im Test sehr stabil und zuverlässig, es gab keine Abstürze oder Ruckler.

Preis / Leistung

Bosch Toolbox ist kostenlos und enthält keine Werbeanzeigen, die sich nicht ausschalten lassen. Für den Funktionsumfang der Gratis-App ist die Eigenwerbung in den Extra-Rubriken vertretbar.

Abschließendes Urteil

Die Bosch Toolbox präsentiert sich als App einer der größten Werkzeug-Hersteller sehr übersichtlich und gut durchdacht. Hier werden Produktkatalog und nützliche Tools für Handwerker auf eine unaufdringliche Art und Weise miteinander verbunden und sind zudem individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassbar. Funktional können Aufmaßkamera und Baudoku auf jeden Fall überzeugen. Neben Taschenlampe und Einheiten-Umrechner wäre allerdings auch eine integrierte Wasserwaage keine schlechte Ergänzung gewesen.

Wer überhaupt nicht an Bosch-Geräten interessiert ist, wird hier über die Eigenwerbung schimpfen, allerdings kann bei der sauberen Trennung von Tools und Katalog kaum gemeckert werden. Alles in allem ist die Anwendung als Handwerker-App empfehlenswert und kann dem ein oder anderem sicher eine Unterstützung bei eigenen Bauprojekten sein.

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8 Kommentare

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  • Für das Erstellen von Rapportzetteln oder Serviceberichten finde ich auch ADDIGO Service Report sehr praktisch!

  • für Handwerker nur von Vorteil wenn Sie ein zweiten Accu oder ein Ladekabel dabei haben sollten, da laut Bild 2 min gleich 2 Prozent verloren gehen....Schade aber bei diesem Accu killer nimmt man besser Papier und Bleistift zur Hand.

  •   26

    "Für handwerker" jep klar. Einzig einen Shortcut zur Taschenlampe braucht man aufm homescreen. Wer sonst rumhantiert macht sich auf der Baustelle zum deppen.

  • @Conqueror
    Da steht doch nicht, dass es ein Sponsored Test ist, also wurde die App aufrichtig getestet und für gut befunden!

  • Was verdient Ihr Redakteure speziell an diesen Apps, dass diese immer und immer wieder vorgestellt werden, und bei den Usern gnadenlos durchgefallen sind.

  • Die App wurde doch schon mal getestet und ist in den Userkommentaren haushoch durchgefallen.
    Warum denn dann noch ein Testbericht?

  • Design Technisch ja grauenhaft, kein holo Design und Buttons wie "Zurück" a la iPhone gehören nicht in eine Android App.
    Android Design Vorgaben wurden grosszügig ignoriert, schade!

    • Und das stört natürlich ein Handwerker, wo im eigentlich Scheiss egal ist, wie das Design ist, das damit die Arbeit schneller erledigt ist, das ist wichtig.
      z.B. Ein Admin macht am PC auch alles per Texteingabe und nicht über eine schöne Oberfläche. ^^

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