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Bosch investiert in Brennstoffzellen für E-Autos
Mobilität 3 Min Lesezeit 20 Kommentare

Bosch investiert in Brennstoffzellen für E-Autos

Die meisten Elektrofahrzeuge aller Größen und Formen haben Bosch-Bauteile in sich. Damit das so bleibt, hat der Konzern nun eine Kooperation mit dem schwedischen Brennstoffzellen-Hersteller Powercell angekündigt. Denn Bosch prognostiziert, dass bis 2030 jedes fünfte E-Auto Wasserstoff tankt.

Lithium-Ionen-Akkus alleine reichen offenbar nicht aus, um den Straßenverkehr zu elektrifizieren. Wasserstoff lässt sich schneller nachfüllen und kann insbesondere große Fahrzeuge wie Lastkraftwagen effizienter von A nach B bringen. Um auch diesen Markt abzugreifen, schloss Bosch nun eine Partnerschaft mit Powercell.

Die ehemalige Volvo-Tochter entwickelt einen Brennstoffzellen-Stack auf Basis der Polymerelektrolyt-Brennstoffzelle (PEM). Den soll das Start-up zusammen mit Bosch zur Serienreife weiterentwickeln. Bosch hat sich zugleich die Lizenz zur Serienfertigung gesichert. Als Launch-Zeitraum peilt man "spätestens 2022" an. In der Meldung heißt es weiter:

"Für Bosch liegt im Geschäft mit mobiler Brennstoffzellen-Technik langfristig Potenzial in Milliardenhöhe. Bis 2030 werden nach Bosch-Schätzung bis zu 20 Prozent aller Elektrofahrzeuge weltweit mit Brennstoffzellen angetrieben."

Die Gesetzgebung kommt Bosch entgegen. So sehe die Europäischen Union Flottenvorgaben für LKWs vor, bei denen bis 2025 die CO2-Emissionen um im Schnitt 15 Prozent, bis 2030 um 30 Prozent gesenkt werden sollen. Wasserstoff statt Diesel und Brennstoffzellen statt Akkus gelten als vielversprechender Lösungsansatz.

Es heißt weiter: "Ein Kilogramm Wasserstoff enthält so viel Energie wie 3,3 Liter Diesel. Für 100 Kilometer benötigt ein 40 Tonner etwa neun bis zehn Kilogramm Wasserstoff." Leider sind Brennstoffzellen-Stacks noch zu teuer. Bosch will zusammen mit Powercell jedoch die Konkurrenz deutlich unterbieten. Und auch der Brennstoff ist mit rund fünf Euro pro Kilogramm noch zu teuer.

Hier hofft Bosch einfach auf "die Industrialisierung und [...] die Verbreitung der Technik am Markt" und damit auftretende "Skaleneffekte", die "an der Kostenschraube drehen“. Das entsprechende Zitat wird Dr. Stefan Hartung zugeschrieben, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions.

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Der Brennstoffzellen-Stack leistet bis zu 150 kW, ist aber deutlich größer als ein Lithium-Ionen-Akku-Stack. / © Bosch, Powercell

Dasselbe gilt für die Verfügbarkeit des Treibstoffs. Es gibt in Deutschland bloß 60 Wasserstoff-Tankstellen. Immerhin ist der explosive Treibstoff binnen weniger Minuten im Tank. Im Fahrzeug wird er über die in Stacks aufgeteilten Brennstoffzellen zusammen mit Sauerstoff kontrolliert verbrannt, wobei elektrische Energie und Wasserdampf entstehen.

Soll ein Fahrzeug mehr PS haben, werden einfach mehr Stacks verbaut. Die jetzigen Powercell-Stacks haben bis zu 125 Kilowatt Leistung. Prototypen wurden schon in LKWs und PKWs getestet. Bosch will seinerseits einen Luftkompressor mit Leistungselektronik sowie das Steuergerät mit Sensoren beisteuern.

Wenn der größte Automobil-Zulieferer einsteigt, ist das Comeback der Brennstoffzellen vielleicht doch noch möglich. Dass diese gegenüber Akku-gestützten Elektrofahrzeugen erhebliche Vorzüge haben können, hat unter anderem Kollege Steffen bereits erörtert.

Quelle: Bosch

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20 Kommentare

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  • Ob die Fahrzeuge in Zukunft nun Akkus, Brennstoffzellen oder einen anderen Treibstoff haben werden, ist von vielen Dingen abhängig.
    Wie ist die vorhandene Infrastruktur?
    Kann man darauf aufbauen?
    Muss eine völlig neue geschaffen werden?
    Wie hoch ist der tatsächliche Nutzen?

    Meiner Meinung nach wäre es leichter die Brennstoffzellen verstärkt voran zu treiben.
    Tankstellen sind schon da und sie müssten nur erweitert werden.
    Raffinerien sind auch schon da und müssten erweitert bzw. Stück für Stück umgerüstet werden.

    Bei Stromtankstellen muss massiv an der Ladeinfrastruktur an jeder Ecke gearbeitet werden....
    sei es das klassische Kraftwerk, erneuerbare Energien, Stromtrassen, Trafostationen, Gebäudestrukturen und und und....
    Da steht der Aufwand nicht mehr zur Relation.

    Desweiteren gibt es schließlich nicht nur Deutschland auf der Landkarte und die Infrastrukturen von anderen Ländern müssen genauso vorhanden sein und angepasst werden um einen grenzübergreifenden Verkehr sicherzustellen. (egal ob Schwerlast- oder Individualverkehr)


  • Warum soviel Gedanken machen über die Zukunft und Kopfschmerzen über die Umwelt.....
    Einfach mal schnell Gretel anrufen,
    die hat bestimmt einen Plan und dann noch eine Asteroiden-Abwehrsteuer einführen im Falle, es droht uns eventuell das gleiche Schicksal wie den Dinos und alles wird gut.🍺😎👍


  • Genau dort liegt auch die Zukunft der Automobilität.
    Die Japaner und die Koreaner fahren schon.
    Audi ist hart auf der Spur.
    Das benötigte Zapfsäulennetz wird in den nächsten 4 Jahren schneller da sein als ihr schauen könnt.


  • "Ein Kilogramm Wasserstoff enthält so viel Energie wie 3,3 Liter Diesel"


    Auch noch interessant:
    Um einen Liter Diesel herzustellen braucht es ungefähr 1 bis 2 kWh.

    Um ein Kilogramm H2 im Elektrolyseverfahren herzustellen braucht es ungefähr 55 kWh (und neun Liter Wasser).


    • Man sieht, Wasserstoff ist erst die Lösung wenn das Energieproblem gelöst ist. Bis dahin ist der Vorsprung in Sachen Wirkungsgrad vom Akku einfach zu groß.


    • Wieviel kwh braucht es um einen Liter Diesel herzustellen? Abgesehen vom Recourcenverbrauch.


    • Glaube ich nicht. Denn auch die Förderung, Transport usw. kosten Geld. Und benötigen massive Infrastruktur.

      Wasserstoff wird erst dann interessant, wenn damit Solarstrom "gespeichert" werden kann. ;-)


  • Wasserstoff ist die Zukunft.

    pepe


    • Denke nicht das Wasserstoff die Zukunft ist, außer wir finden ne möglichkeit den Strom billiger herzustellen. Für die Herstellung von Wasserstoff braucht man viel mehr Strom als man später wider rausbekommt ich denke, wir brauchen bessere Akkus. P


      • Wir werden uns gedanklich davon verabschieden müssen, dass der Kraftstoff so billig bleibt wie er momentan ist. Und die Brennstoffzelle wird der Batterie den Rang ablaufen. Reden wir in 10 Jahren nochmals darüber.


      • Und was machen wir mit den Akkus?
        Wo kommt der Strom mit dem diese geladen werden?
        Wieviel überhaupt?
        Woher kommen die Mengen an benötigten Materialien für die Teile?
        Im Akku liegt die Zukunft nicht.
        Abgesehen davon, liegt zwischen Einergieeintrag und Abgabe ebenso eine erhebliche Differenz.


      • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        @Sandtiger
        Es gibt nicht nur eine Art von Akku. Zwar steht die Entwicklung aktuell eher still (zumindest aus Sicht des Konsumenten), aber es wird eben daran geforscht.
        In Li-Ion-Akkus liegt die Zukunft nicht, das ist richtig. Im Akku als solches aber mit hoher Wahrscheinlichkeit schon.

        Meiner Meinung nach ist es ohnehin sinnvoller, den Strom direkt als Antrieb zu nutzen, statt ihn zur Herstellung von Wasserstoff zu verbrauchen und dann wieder im Auto umzuwandeln...

        Und die Frage woher das Material usw. kommt, kannst du bei allen Möglichkeiten stellen... Akkus sind nicht das Einzige, wofür es Rohstoffe braucht.


      • Star Trek haben viele belächelt aber einige Dinge sind mittlerweile Realität. Vielleicht fahren wir in Zukunft mit Warpantrieb (Materie-Antiemateriereaktor in der Motorhaube 🖖😎).


  • Endlich schnallt mal ein Unternehmen wohin die zukünftige mobile Reise geht.

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