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5 Min Lesezeit 10 Kommentare

BlueStacks 4 ausprobiert: So schlägt sich der Android-Emulator

BlueStacks verspricht mit dem Update auf Version 4 vollmundig, dass die Leistung im Vergleich zum Vorgänger und zu High-End-Smartphones um den Faktor sechs bis acht höher sei. Wir haben die jüngste Iteration des Android-Emulators für PCs ausprobiert und sagen Euch, welche Aspekte gut umgesetzt wurden und an welchen BlueStacks für mehr Spielvergnügen noch tüfteln sollte.

Die Gründe, Mobile Games am PC zu spielen, sind zahlreich. Sei es, um dasselbe Spiel mit einem zweiten Account zu spielen, oder um es an einem größeren Bildschirm mit Maus und Tastatur zu spielen. Im Falle von BlueStacks 4 verspricht der Entwickler sogar, dass der Emulator mehr Leistung erziele als teure Smartphones; für manche Smartphone-Besitzer werden einzelne Titel damit also überhaupt erst spielbar.

Doch dann kommt die nächste Frage auf: Wie spielt sich ein Mobile Game überhaupt auf einem PC? Schließlich sind die Eingabemethoden komplett unterschiedlich. Während ein Smartphone auf einen Bildschirm mit Multi-Touch plus ein Arsenal an Sensoren zurückgreift, bietet ein PC eine Tastatur mit Dutzenden Tasten und eine Maus. Neben der Übersetzung der unterschiedlichen Maschinensprachen von Android- und Windows-Systemen stellt die Übersetzung der Eingabe-Befehle die größte Herausforderung für einen Android-Emulator dar. Und auch hier will BlueStacks 4 glänzen.

bluestacks 4 control overlay
Ein aufwändiges Overlay vermittelt zwischen Tastatur und dem virtuellen Touchscreen. / © AndroidPIT

Ähnlich wie seinerzeit das Nvidia Shield Tablet setzt BlueStacks auf Overlays, die Tastaturbefehle auf den virtuellen Touchscreen übertragen. In Tomb Raider etwa lässt sich der virtuelle Trigger in der unteren linken Ecke mit der Shooter-typischen WASD-Kombination belegen, so dass Heldin Lara Croft sich entsprechend im Raum bewegt. Weitere Buttons verteilt man in der Fortgeschrittenen Spielsteuerung, die fortan dauerhaft über den Steuerung-Elementen sichtbar bleiben. Ähnliche Overlays emulieren in Lagesensor-basierten Titeln auf gleiche Weise das Kippen des Gerätes.

Das Problem mit der WASD-Steuerung ist offensichtlich, dass der virtuelle Analogstick durch die Funktionalität eines D-Pads ersetzt wird; also de facto ein Funktionsverlust besteht. BlueStacks will dem mit der Funktion Zielen, Bewegen und Schießen abhelfen. Denn damit kann BlueStacks die Maus mit dem virtuellen Analogstick verbinden.

Doch das funktioniert praktisch gar nicht. Befindet sich der Eingabebereich für Laras Bewegungen, wie im Bild oben zu erkennen, standardmäßig in der unteren linken Ecke, springt dieser bei Maussteuerung quer über den Bildschirm. Auf diese Weise ist es unmöglich, Kontrolle über die Spielfigur zu behalten. Also zurück zu WASD.

BlueStacks ScreenShot Tomb Raider
Die Tastatur-Kürzel bleiben nach der Konfiguration sichtbar. / © AndroidPIT

Die WASD-Steuerung funktioniert für das Action-Adventure einigermaßen gut. Nach einigem Nachjustieren des Overlays befolgt die Heldin all unsere Befehle. Nur gelegentlich wird das W falsch interpretiert und Lara geht, statt zu rennen. So verpassen wir an manchen stellen den Absprung und müssen die Übung wiederholen. Im richtigen Spiel, statt in der Übungshalle, entscheiden solche Patzer zwischen Leben und virtuellem Tod.

Gamepad, nein danke

Die naheliegende Lösung für das Problem wäre, ein Bluetooth Gamepad zu verwenden. Schließlich ist dies mühelos mit Android möglich. Tomb Raider ist auch darauf vorbereitet, schließlich hatte es seinen ersten großen Auftritt unter anderem auf der PlayStation. Im Handumdrehen wären damit die Probleme mit der fehlerhaften Eingabe gelöst.

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Mit einem Gamepad wären die motorischen Schwierigkeiten unserer Heldin im Nu beseitigt. / © AndroidPIT

Zwar lässt sich unser Mad Catz C.T.R.L.R. mühelos mit dem Windows-Computer koppeln. Doch sieht unser Emulator keine Peripherie außer Tastatur und Maus vor. Das ist ärgerlich, da sich etliche Android-Spiele wunderbar mit Gamepads steuern lassen. Besonders Rennspiele, Shooter und Adventures machen mit Analogsticks und Schultertasten deutlich mehr Spaß. Wir haben beim BlueStacks-Sprecher nachgehakt, ob bezüglich Gamepads etwas geplant ist. Doch darauf erhielten wir bislang noch keine Antwort.

Ansonsten gute Performance

Außerhalb der genannten Problemgenres hingegen schlägt sich der Emulator deutlich besser. Echtzeit- oder gar Rundenstrategie wie Red Sun oder Polytopia lassen sich in aller Seelenruhe mit der Maus spielen. Und dann kann man sich auf die anderen Kriterien eines Android-Emulators konzentrieren; und dazu zählen vor allem die Zuverlässigkeit und die Performance.

bluestacks 4 redsun
RTS-Titel wie Red Sun lassen sich ganz gemütlich mit der Maus spielen. / © AndroidPIT

Und hier lässt sich vor allem anmerken, dass BlueStacks fehlerfrei arbeitet. Sowohl in 3D- als auch in 2D-Titeln kommt es zu keinem Zeitpunkt zu Grafikfehlern oder Ruckeln. Auch eine Latenz zwischen Befehls-Eingabe und -Umsetzung war nicht zu spüren. Abstürze gab es lediglich im 3DMark, dessen Sling-Shot-Benchmark nicht starten wollte. AnTuTu hingegen lief geschmeidig durch; selbst der OpenGL-ES-3.1-basierte Test lief fehlerfrei. Auch ein Vulkan-Benchmark ließ sich starten und lief bei 1.600 x 900 mit 20 fps. Technisch scheint BlueStacks also für die kommenden spiele gerüstet.

Unser Testsystem war ein Laptop mit Core i7 4510U und 8 GByte RAM sowie Nvidia Geforce 840M. BlueStacks hingegen wies sich gegenüber Apps als Samsung Galaxy S8+ aus. Die Android-Basis ist Nougat 7.1.2. Google-Apps inklusive Play Store und Google Play Games sind vorinstalliert. Der SafetyNet-Test erhält jedoch eine negative Antwort, so dass manche Titel im Play Store nicht aufgelistet werden.

bluestacks 4 home screen
Die Liste der Testspiele war nicht zu kurz. / © AndroidPIT

BlueStacks 4 verdient ein positives Fazit

Insgesamt ist das Paket, das einem BlueStacks gratis überreicht, wirklich gut. Einzig an den Eingabe-Overlays sollte BlueStacks noch feilen und wenn möglich Controller-Support nachrüsten. Denn abgesehen davon ist BlueStacks meines Erachtens die bedienfreundlichste Methode, um Android-Spiele am PC zu spielen.

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10 Kommentare

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  • Also ich habe ihn zum Castle Clash spielen auf Heim PC und Notebook mal installiert und muß zugeben, es ist ein großer Sprung gegenüber den Vorgängern.
    Das der Controllersupport nicht funktionieren soll, erstaunt mich, da hier sogar für Gamepads Werbung gemacht wird im System. Ich werde das die Tage auch nochmal testen mit PUBG.

    Was die Frage anbetrifft : Wer braucht denn sowas, wenn es PS4, XBOX One und High End Gaming PC´s gibt ?

    Ganz einfach : Gelgenheitsspieler wie ich, die es schön finden Ihre Android Spiele gemütlich am großen Screen zu zocken. Was die Grafik anbetrifft stört mich da gar nichts , im Alter von 12 Jahren bin ich mit dem ATARI VCS 2600 groß geworden und später hatte man ein Super Nintendo oder nen Mega Drive und mächtig Spaß mit den Games. Für mich reicht das locker zum zwischendurch Zuhause zocken.
    Menschen die vor lauter Aufregung über den nächsten Konsolenlaunch nicht schlafen können und die jeden Partikeleffekt am High End PC feiern, die kann und soll so etwas sicher nicht zufriedenstellen.

    Daher verstehe ich z.B. Bruce W.´s Kommentar, aber das muß halt nicht für jeden gelten. Ich empfinde z.B. das heutige Konsolen-Gaming als ungeeignet für Gelegenheitsspieler wie mich.


  • halt halt.... ihr habt ernsthaft tomb raider in bluestacks aufm pc probiert? eins der einzigen spiele dies auch aufm pc gibt? siehe steam.
    irritierend.


  • Atom vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Ich verstehe nicht wozu, abgesehen von Testzwecken und Entwicklungs-technischen Gründen, man ernsthaft einen Android Emulator in Erwägung ziehen sollte. Gerade wenn es um Spiele geht sind diese eben für mobile Spiele typisch kürzer gehalten und grafisch auf selbigen Niveau. Nett für zwischendurch aber mehr auch nicht.


  • Ich verstehe nicht warum Google so etwas nicht selbst anbietet. Abgesehen von Chrome vernachlässigen die den PC extremst. Warten die darauf, dass Windows endlich PWAs perfekt integriert um loszulegen oder sind die einfach nur zu blind das Potential zu erkennen?


    • @Benjamin Ich halte nicht viel von PWAs. Außerdem gibt es ChromeOS. Inzwischen kann man Android Apps sehr gut für "Desktop Systeme" anpassen. Die neuen Apis sind vielversprechend.


      • PWAs wären aber die einzige alternative zu nativen Windows-Programmen. Und ich weiß nicht was ich mit dem Hinweis auf ChromeOS soll. ChromeOS ist nicht mal annähernd konkurrenzfähig gegenüber Windows für alle die mehr wollen als nur etwas Internet und ein bisschen Casual Gaming.


      • ChromeOS kann inzwischen linux programme laufen lassen. Wer spielen möchte kommt an windows nicht vorbei. Wieso sollte Google einen eigenen emulator für windows bringen? Es gibt doch einen Emulator in Android Studio.


      • Der Emulator in Android Studio ist aber eben nur was für Entwickler und nichts für Nutzer im Alltag. Schön, dass ChromeOS, jetzt einige Linux-Programme beherrscht, aber an die Mächtigkeit einer richtigen Linux-Distro kommt es immer noch nicht heran. Und der Desktop wird halt immer noch von Windows dominiert und da verstehe ich halt nicht, dass die da nicht ein paar kleine Programme anbieten, welche die Nutzung der Google-Dienste etwas nativer gestalten. Z.B. das was Microsoft jetzt mit Your Phone anbieten will, hätte Google schon lange anbieten müssen und sogar noch mächtiger. Dass PushBullet und Microsoft hier einspringen müssen ist einfach nur peinlichst hoch 10. Das wäre so ein massiver Mehrwert. Auch für Google Mail, könnten die problemlos mal eben einen ordentlichen Desktop-Client bauen, damit man die Mails besser auch offline sichern könnte. Da würden vor allem auch alle die besser erreichen, die nicht mit Chrome arbeiten wollen oder können. Und die könnten noch viel mehr erreichen, aber aus mir nicht ersichtlichen Gründen lassen die das Potential komplett liegen und erreichen so viele Konsumenten nicht, während Apple da in seinem Ökosystem das bequeme Rundum-Paket liefert.


      • Aber nur auf Pixelbooks im Entwicklermodus in einer VM !
        Das sehe ich genauso Sinn befreit wie Android "auf" Windows !


      • @becker falsch es wird die ART genutzt. apks können direkt aufgerufen werden.

        @Benjamin Wagener eigentlich nur für entwickler aber rein theoretisch könnte man den auch so nutzen. der playstore wird aus supported.

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