Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
4 Min Lesezeit 11 mal geteilt 44 Kommentare

Bloatware in Android: So machen Hersteller es richtig

Kürzlich baten wir Euch, uns bei unseren Bemühungen gegen Bloatware zu unterstützen. Unserer Ansicht nach mag niemand auf einem neuen Telefon vorinstallierte Apps, die sich nicht ohne Weiteres löschen lassen. Das Problem ist, dass nur sehr wenige sich lautstark dagegen aussprechen. Niemandem gefällt es, doch wird auch nicht wirklich etwas dagegen getan. Das wollen wir ändern.

 

Glücklicherweise füllen nicht alle Hersteller ihre Smartphones mit, verzeiht die Wortwahl, Schrott-Apps, um ein paar Euro extra zu verdienen. Also haben wir uns mit ein paar dieser tendenziell löblichen Beispiele in Verbindung gesetzt und nachgefragt, warum sie sich zu diesem Weg entschlossen haben. Motorola, OnePlus und HTC waren so nett, uns ihre Position zu Bloatware zu erklären.

moto e vs moto g camera
Motorola hat eine gute Bilanz hinsichtlich schnellen Updates und wenigen vorinstallierten Apps. / © ANDROIDPIT

Mal abgesehen von den Google-Apps, zu denen die Hersteller verpflichtet sind, lädt Motorola nur ein paar ausgewählte Apps auf seine Geräte. Das Gute daran ist: Diese Apps sind tatsächlich nützlich. Migrate hilft Euch dabei, Eure Dateien von einem Gerät aufs andere zu übertragen, Assist macht es möglich, Euch rund um die Uhr Hilfe zu allen möglichen Motorola-Problemen zu holen. Zuletzt schrumpfte Motorola sogar die Bloatware-Last und fasste einige Dienste in der Moto-App zusammen, die so als zentrales Sammelbecken für Moto-Features dient und unnötig viele Apps, nun ja, unnötig macht.

Wir fragten Motorola also, warum, und die Antwort war deutlich: Motorola will, dass so wenig wie möglich zwischen dem Nutzer und der Android-Erfahrung steht, und das beinhaltet natürlich auch Apps: "Das Betriebssystem ist nicht versteckt hinter unnötigen Oberflächen und verschwendet so wertvolle Ressourcen und verlangsamt das System. Das bedeutet auch, dass Moto-Geräte nicht überladen sind mit alternativen Versionen von Googles mobilen Diensten, die nicht gelöscht werden können."

androidpit moto x play vs moto x 2014 08
Die Moto-App auf dem Moto X Play (links) hat mehrere andere Apps und Einstellungsoptionen ersetzt. / © ANDROIDPIT

Das bringt uns zu einem wichtigen Punkt: Wenn Android-Geräte bereits mit vorinstallierten Google-Diensten kommen, ergibt es aus Nutzersicht wenig Sinn, ihnen quasi Duplikate aufzuzwingen, die diese nicht entfernen können. Übertriebene visuelle Modigikationen und vorinstallierte Apps verlangsamen zudem den Android-Update-Prozess. Doch nicht nur das, sie machen das System selbst langsamer.

Eine weitere Firma, die diesen angenehmeren Weg geht, ist OnePlus. Die Gründe des chinesischen Startups sind ähnlich, wieder geht es vor allem um die Android-Erfahrung und darum, Nutzer selber wählen zu lassen, welche Apps sie wollen, anstatt sie ihnen aufzuzwingen: "OxygenOS wurde ursprünglich so konzipiert, dass es leicht sein und den Nutzern Auswahl bieten sollte. Wir haben uns auf subtile Funktionen wie Off-Screen-Gesten, App-Berechtigungen, Anpassbarkeit, und die Möglichkeit, zwischen Hardware- und Software-Buttons wechseln zu können, konzentriert, damit Nutzer das Gerät genau so verwenden können, wie sie es wollen."

AndroidPIT OnePlus 2 app drawer
OnePlus fügt dem OnePlus 2 nützliche Apps wie einen Audio Tuner und einen Dateimanager hinzu. / © ANDROIDPIT

Doch es gibt nicht nur löbliche Hersteller, die ohnehin fast pures Android auf ihren Geräten laufen haben. HTC hat sich zunehmend dazu durchgerungen, die Features seines Herstelleraufsatzes Sense in den Google Play Store auszulagern, sodass Apps, die einst als vorinstallierte Bloatware auf seinen Smartphones erschienen, nun als optionaler Download zur Verfügung stehen.

Das hatte HTC zu seiner Strategie zu sagen: "Indem wir Sense-Apps in den Play Store auslagern, können wir schnellere und häufigere Software-Updates zur Verfügung stellen und so neue Features hinzufügen und auf die Bedürfnisse der Nutzer reagieren, ohne an größere Firmware-Updates gebunden zu sein. Dementsprechend war das Nutzer-Feedback enorm positiv, seit wir im vergangenen Jahr damit anfingen, Sense-Apps in den Google Play Store zu verschieben."

htc one m9 teaser photo
HTC hat damit begonnen, mehr und mehr Apps und Features in den Google Play Store auszulagern. / © ANDROIDPIT

Die Vorteile von weniger Bloatware sind klar: Schnellere Feature-, App- und Firmware-Updates, bessere System-Performance, mehr Kundenzufriedenheit, weniger Doppelungen von Diensten, weniger Verschwendung an Speicherplatz und System-Ressourcen, und die Liste hat kein Ende.

Bevor wir also Bloatware als naturgegeben und unvermeidbar akzeptieren, erinnern wir uns daran, dass es bereits ein paar Hersteller gibt, die es besser machen. Wenn wir wollen, dass die anderen dem Beispiel folgen, müssen wir das kundtun. Unterschreibt unsere Petition, lasst Euren Geldbeutel beim nächsten Smartphone-Kauf für Euch sprechen, und dann können wir vielleicht schon bald übertriebener Bloatware adieu sagen.

Was für ein Smartphone habt Ihr? Seid Ihr unglücklich über die Menge an Bloatware, die mit ihm kam?


Dieser Artikel wurde aus dem Englischen von Stephan Serowy übersetzt.

11 mal geteilt

44 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
  • Danke für die Infos. Samsung ist für mich angesichts des unverschämten Umfangs von Bloatware nicht mehr diskutabel. Das Galaxy S 2 war mein erstes und letztes Smartphone dieser Firma.

  • Warum Hersteller wie Samsung extra Geld ausgeben um so etwas wie TouchWiz zu entwickeln, bleibt ein Rätsel. Wie meine Oma schon sagte :"Besser ist der Feind des Guten "

  • Einfach nur bestimmte Phones kaufen aus mehreren Gründen als Bloatware.
    Die Hersteller juckt eure Meinung mal garnicht solange ihr alles von einer bestimmten Marke kauft.
    Sorry. Meine Meinung

  • s3 Neo aber es hält sich in grenzen und was unnötig ist wird deaktiviert

  •   23

    Gelöscht

  • Samsung ist (S6 ausgeschlossen, habe ich noch nicht so detailliert gesehen) von den Herstellern wirklich am schlimmsten. Wobei Sony meiner Meinung nach auch viel unnötiges Zeug dabei hat.

  • Huawei P8. Ein paar überflüssige Apps waren vorinstalliert, die man aber problemlos deinstallieren konnte. Alles in allem weitgehend frei von Bloatware!

  • Motorola Moto G aus genau diesen Grund. Reines Android ohne viel Blödsinn.

    •   23

      Moto g hat auch eigene Apps vorinstalliert,sind allerdings weniger Spyware Apps.

  • Hab ein Note 4, war mit viel Bloatware ausgestattet von den viele Apps für den italienischen Markt bestimmt sind (deutscher Vertrag, trotzdem italienische Version erhalten), aber mit Root hab ich alles was mich gestört hat entfernt und lebe nun glücklich und zufrieden bis ich mir ein neues Smartphone kaufen muss. :)

    • Viel Spaß, falls du von der Gewährleistung resp. Garantie Gebrauch machen willst!

      • Er sagte ja, bis er sich ein neues Smartphone kaufen muss. Na dann mal auf Holz geklopft, dass er das deswegen nicht früher machen muss als ihm lieb ist. :D

      • Zwischen den Zeilen wollte ich damit sagen: deaktivieren der überflussigen Apps hätte es auch getan. Rooten zum Entfernen der besagten Apps ist nicht unbedingt nötig.

      • Dadurch sind sie ja nicht weg.
        Ich bin ja auch nicht weg, wenn ich mir die Augen vors Gesicht halte. Auch wenn das kleine Kinder immer denken.

      • Was ist denn "besser", wenn sie ganz weg sind? Sie sind ja nicht gigabyteweise groß und RAM- bzw. CPU-Nutzung entfällt durch deaktivierte Apps auch.
        Auf philosophischer Ebene habe ich keinen Bock, dies auszudiskutieren.

      • Warum wird Gewährleistung immer wieder so hartnäckig als Argument verwendet? Mal Ehrlich, wann nimmt man die denn schon mal in Anspruch? Zu Zeiten mechanischer Geräte, wie Videorekorder und sowas, war das vielleicht ein Argument. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein einmal funktionierendes elektronisches Gerät den Geist innerhalb der Garantiezeit aufgibt, ist geringer als bei einem Flugzeugabsturz live dabei zu sein!

  • Das Deutsche AndroidPit Team sollte ich bitte ein Beispiel am Englischen nehmen. Finde den Artikel gut ;)

  • LG hat, finde ich, auch wenig Bloatware.
    Auf dem Samsung Galaxy S4 hatte ich knapp 60 Apps deaktiviert (deinstallieren ließen sich die wenigsten).
    Auf dem G4 sind es nur noch 17 und ein paar könnte ich noch deinstallieren, aber ich will noch ein paar Tage abwarten.
    Vielleicht kann ich sie doch noch gebrauchen ;)
    Inzwischen habe ich den Eindruck, Samsung müllt seine Smartphones besonders stark zu.

  • Finde es so wie es HTC macht wirklich gut, obwohl da auch noch einige Apps dabei sind die ich nicht benötige und nicht deinstallierbar (aber deaktivierbar ;)) sind.

Zeige alle Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!