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Aakash-Tablet für 35$: Leistungstest des erfolgreichsten Android-Tablets überhaupt

 


Als ich Anfang Februar über das Aakash Tablet - zugegeben etwas polarisierend - schrieb, musste ich mir für einige meiner Thesen, als auch für die Mutmaßung, das $35-Tablet werde mehr oder weniger unbenutzbar sein, ziemlich viel anhören. Es war sicherlich auch drastisch, dass ich in meinem Artikel behauptet hatte, dass der Hersteller Datawind viel Wind um nichts macht, um so - mit ein bißchen Hype - das wenige Geld der Leute in Indien zu bekommen. Immerhin wurde das Gerät schon vor Marktstart 1,4 Millionen Mal vorbestellt.

Nun hat Phandroid in Neu Delhi ein Aakash Tablet in die Finger bekommen. Das Urteil ist so vernichtend, wie ich es erwartet hatte. "Es ist rausgeworfenes Geld - selbst für 35 Dollar" - so leiten die Kollegen ihren Post ein. Der Autor würde das Ubislate nicht mal dann verwenden, wenn er dafür bezahlt würde. 

Eigentlich, so war zumindest der Plan der indischen Regierung, die das Tablet stark subventioniert, sollte das Android Device für Schüler und Studenten herhalten, um auf diese Weise besser, effektiver und schneller lernen zu können. Was ich in meinem Artikel schon damals vermutet hatte, bestätigt sich aber indes. Das Aakash-Tablet ist schlicht nicht verwendbar. Es ist wahnsinnig langsam, der resistive Touchscreen eine Qual. 

"Die Vorteile?", fragt der Phandroid-Autor. "Überhaupt keine. Die 15 Minuten, die ich mit dem Gerät hatte, fühlten sich wie eine Bestrafung an. Und wenn man die Lieferverzögerungen bedenkt, würde ich eine Neuauflage auch keinen neuen Versuch mehr geben."

Dass das Ubislate so versagt, verwundert mich gar nicht, wenn man sich die technischen Spezifikationen ansieht:

  • 366 MHz ARM11 CPU
  • 7'' mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln
  • Resistiver Touchscreen
  • 256 MB RAM
  • Android 2.2

Der Prozessor alleine ist so schwach, dass man gar nicht mal Nostradamus sein musste, um die Performance des Geräts zu erahnen. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass die Schüssel mit Froyo betrieben wird, weiß man, dass das alles nichts weiter als ein Schuss in den Ofen ist. Selbst unter Honeycomb gab es bei vielen Geräte schwere Performance-Probleme mit Prozessoren, die sehr, sehr viel leistungsfähiger waren.

Und so behaupte ich auch heute wieder, dass viele Menschen in Indien sich sehr viel mehr versprochen hatten und nicht wenige davon verhältnismäßig sehr viel Geld verloren haben. 

Quelle: Phandroid

20 Kommentare

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  • Simon P 16.04.2012 19:31:13
    Google sollte hier harte Mindestvorraussetzungen an Hardware ohne Ausnhame durchsetzen.

    Unbedarfte User greifen zu so einem Billiggerät, denken sich "Android ist scheisse!" und greifen dann zum Apple.


    ja das ist natürlich wahr, jeder inder der sich nun ärgert die 35 $ zum fenster hinausgeworfen zu haben, holt sich nun aus frust ein ipad... *kopfschüttel*

  • @zoidroid:

    Wie es bei einem Galaxy Tab aussieht, weiß ich leider nicht persönlich, aber ich nutze seit einer Woche ein iPad 3. Zwar habe ich ein Notebook und Smartphone, aber zum mobilen und schnellen Surfen ist es einfach in jeder Hinsicht besser, wenn man jetzt mal vom reinen Texte schreiben absieht.

    Mein Tablet ist viel kleiner, bietet ein weitaus besseres Display als jedes Notebook, hat eine Akkulaufzeit von weit mehr als 6 Stunden bei fast permanenter Nutzung und ist dazu noch halb so schwer wie jedes Ultrabook.

    Sowas ist für die Uni und für das Surfen auf der Couch oder im Bett (Facebook, Twitter, eMail checken, Blogs lesen, Youtube, Fotos anschauen) weitaus besser als mein Notebook. Beim Schreiben ist die virtuelle Tastatur einer physikalischen natürlich haushoch unterlegen (auch wenn ich den Text gerade am iPad schreibe), aber die restliche Bedienung ist deutlich angenehmer. Selbst meine Mutter, welche ansonsten fast schon eine Technikphobie hat, greift jetzt öfters zum Tablet da es so einfach zu bedienen ist. Natürlich ist das eine sehr subjektive Einschätzung, aber ich persönlich gehe nur noch zum Arbeiten an mein Notebook.

    Zwar ist der Display kleiner, aber bei einer FullHD Auflösung auf 10" hat man ein deutlich schärferes Bild als an einem 13" Notebook mit 1280x720 o.Ä.

    Inwieweit man am Tablet manche Dinge nicht machen kann, wie du beschrieben hast, kann ich nicht beurteilen. Bisher hatte ich das Problem, abgesehen von Flash-Anwendungen, nicht, da ich auf dem Tablet ausschließlich Desktopansicht im Internet verwende.

  • Da muss man sich schon fragen warum die Android verwenden. Mit einem abgespeckten Embedded Linux hätte könnte man auf dieser Hardware in akzeptabler Zeit Internet surfen, PDFs lesen und eine simple Textverwaltung wie AbiWord ginge sich möglicherweise auch noch aus. Dann könnten es die Schüler sinnvoll zum Lernen einsetzen, aber scheinbar war der Wunsch es in die internationalen Medien zu schaffen größer.

  •   19

    @Frank: also besser bedienbar ist definitiv ein Notebook, überhaupt im Internet (sofern man fürs Tablet keine BT tastatur und Maus hat). Ich bin schon am überlegen mein kürzlich gekauftes Galaxy Tab 10.1 zurückzuschicken weil es eher unkomfortabel ist. Der einzige Vorteil den ich sehe sind die Apps und die Mobilität. In ein- und demselben WLan bin ich mitn Notebook schneller als mitn Tablet. Drr Bildschirm ist größer und übersichtlicher. Manche Sachen kann man mitn Tablet gar nicht machen, heute habe ich zum Beispiel ein neues Nachrichtenthema zu meinen Google News hinzufügen, was auch geklappt hat, aber es ist nicht Möglich das neue Thema nach oben zu verschieben.

  • Google sollte hier harte Mindestvorraussetzungen an Hardware ohne Ausnhame durchsetzen.

    Unbedarfte User greifen zu so einem Billiggerät, denken sich "Android ist scheisse!" und greifen dann zum Apple.

  • Ein Tablett steht in direkter Konkurrenz zu einem Pc oder Notebook. Zwar wird der Pc nicht aussterben, da man auf einem Tablet nicht professionell arbeiten kann (Video/Audiobearbeitung), doch ein Tablet soll das Surfen, eMailen und Spielen angenehmer machen. Deshalb muss ein Tablet einem Pc in diesen Bereichen überlegen sein. Es muss einfach alles BESSER können. Jeder, der mal ein iPad oder ein Galaxy Tab für ein paar Tage benutzt hat, weiß was ich mein. Da ist ein Tablet viel angenehmer als ein Notebook, auch wenn es ein Ultrabook oder Netbook ist. Und dieses "Tablet" für 35$ wird keinesfalls besser oder schneller sein als ein Pc und erst recht nicht angenehmer zu bedienen. Dann sollen die Menschen lieber für ein 100$ Tablet sparen oder einfach das Geld sinnvoller investieren. Das Tablet ist eine Verarsche und raubt denen das Geld, die ohnehin schon sehr wenig haben.

  • Kann man damit ins Internet? Hat es Wlan? Ich sehe darin mehr ein elektronisches Lexikon dank wikipedia.in
    Und als ich früher nur meine PSP mit 333Mhz und 32mb RAM zum surfen hatte dauerte der Seitenaufbau eben 70-300 Sek. Und die Bedienung war mit Analog-Pad und Playsi Knöpfen alles andere als ein Kinderspiel (daran hat sich bis zur PSP-Go auch kaum was geändert). Ich sehe die Specs als puren Luxus sofern das Tab Wlan hat

  • Das Ziel eines Tablets muss ja generell sein, dass es bedienbar ist und so flüssig läuft, dass es die Arbeit im Vergleich zu Stift und Papier wirklich effizienter macht. Und das Ziel dürfte hier klar verfehlt worden sein, denn die Hardware ist schlicht zu langsam, um mit der Software klar zu kommen. Android ist in Version 2.2 schon längst nicht mehr ordentlich für Geräte mit weniger als 500 MHz geeignet, erst recht nicht bei der Bildauflösung. Und die meisten Apps werden das Gerät sicher auch schnell an ihre Grenzen bringen.

    Von daher stimme ich Fabien und Wurst Hansel eindeutig zu: Bedenkt man, wie viel Geld 35 $ für einen Inder ist, dürfte der Kosten-Nutzen-Faktor für das Teil gleich Null sein. Was hilft es, wenn ein Gerät mindestens genau so lang braucht, um Dinge nachzuschlagen oder eingegeben Text zu verarbeiten, wie man selbst in einem Buch nachgeschlagen hat und handschriftlich etwas zu Papier gebracht hat?

  • @Thomas Weissenbacher: Du musst das mit dem Nexus One verwechseln, das G1 hat 192 MB RAM und einen 528MHz Prozessor, ist teilweise also sogar schlechter ausgestattet, als das Tablet hier, was natürlich nichts heißt. Ich denke auch, dass man da besser noch einmal ca. 15 Euro drauflegen sollte für einem kapazitiven Screen, 512 MB RAM und 1GHz Prozessor. Dann könnte das ganze sogar mit Android 4.0 laufen und wäre einigermaßen gut benutzbar.

  • Probieren die Hersteller ihr Verbrechen auch mal aus oder schrauben sie einfach nur die ganzen Chips zusammen und gut ist's?!?

  • soviel wie ich weiß, soll die mitgelieferte 2gb Speicherkarte nicht einmal erkannt werden, sondern nur eine uralte 64 GB Speicherkarte. Außerdem gibt es keine direkte Anbindung zum play store...

  • Also ich weiß ja nicht, was ihr vor 20 Jahren für einen Rechner hattet, aber ich war für alles dankbar, was ich kriegen konnte...

  • Läuft darauf Shadowgun? *duckundweg*

    Aber ernsthaft: Sogar das T-Mobile G1 war leistungsfähiger...

    1 GHz Prozessor, 512 MB RAM, kapazitiver Touchscreen, 50$ teurer - das müsste doch hinhauen?

  • Ich bleibe bei meinem Kommentar im ersten Blog.
    Wir hier in Europa können nicht entscheiden was für die Armen in Indien Schrott ist und was nicht.
    Wenn ein Inder das testet, die Zielgruppe und deren Bedürfnisse (die deutlich anders sind als unsere) kennt und sagt das ist für uns Schrott, dann glaube ich ihm das.
    Also ist es für Indien Schrott, das wissen wir jetzt und wußten es nicht vorher
    Das es für uns Schrott ist wußten wir schon immer. Dafür brauchte man keinen Test, da stimme ich dem Autor zu.

  • Hey, ich hab hier noch ein Hyundai-Tablet mit Android 1.5 !!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Funktioniert genauso nich xD

  • hab grad mal etwas gegoogelt, Akkuzeit max 3h, wenn das für Schüler sein soll, müssen die aber kurze Schultage haben. Hab übrigens noch ein 7' oneTab rumliegen und dass ist schon grottig schlecht sodass ich es nichtmal anzusehen wage, und das hat nen doppelt so schnellen Prozessor!, aber auch resistiver screen und so. Einziger Vorteil, man kann einen USB Stick ohne Probleme anschließen, hatte es für die Kinder zum Film schauen genommen, dafür war es ideal

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    16.04.2012 Link zum Kommentar

    Ich sehe es wie Wurst Hansel. Genau das habe ich in meinem ersten Blog auch geschrieben, aber leider sehr viel Unverständnis dafür geerntet. 35 Dollar für Schrott sind 35 Dollar zu viel - vor allem dann, wenn das für die Menschen dort auch schon kaum bezahlbar ist. Wer schon mal das Smartpad von 1&1 in der Hand hatte: Sogar das ist von seinen Specs her besser, als das Aakash-Tablet. Das Smartpad war kaum zu benutzen.

  • "Mit wenig Geld sollte man nicht wählerisch sein" Gerade mit wenig Geld muss man wählerisch sein. Ist man arm, kann man es sich nicht leisten, 35 Euro für Müll rauszuwerfen.
    Da werden die Armen nur noch ärmer gemacht, sonst nix.

  •   19

    Das wird wohl auch eher für die ärmeren Kasten sein. Mit wenig Geld sollte man nicht wählerisch sein. Hierzulande ist es ein No-Go, das würd ich nichtmal verwenden wenn es mein einziges digitale Gerät wäre ;)

  • Killer-Tablet :D

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