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Foto-Tipps: Besser fotografieren mit dem Smartphone

Mit modernen Bildsensoren und manuellem Modus inklusive RAW-Aufnahme müssen sich Smartphones nicht mehr hinter ausgewachsenen Digicams verstecken – insbesondere bei Tageslicht. Wir zeigen Euch sechs Tipps, wie Ihr mit aktuellen Oberklasse-Smartphones tolle Fotos schießt, hier am Beispiel des OnePlus 5T.

Wir hatten in diesem Herbst einen Fotoworkshop veranstaltet, bei dem neben einem Profi-Fotografen auch rund 50 Leser anwesend waren. Es ging darum, gemeinsam in Berlin spannende Fotothemen zu erschließen und mit einem aktuellen Highend-Smartphone das beste herauszuholen. Für Euch möchten wir an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Tipps rekapitulieren.

Tipp 1: Korrekte Farben & RAW-Modus

Im ersten Tipp wollen wir uns der korrekten Farbwiedergabe widmen. Hier ist es ganz essenziell, dass sich die Kamera-App des Smartphones korrekt auf die vorherrschenden Lichtverhältnisse einstellt, beziehungsweise genauer: auf die Farbtemperatur. Abhängig von der Lichtquelle (Sonne, Neonröhren, Glühlampen) und den zwischen Lichtquelle und Motiv liegenden Materialien (Wolken, Atmosphäre, Farbfolien) hat Licht eine andere Farbtemperatur.

Das menschliche Auge stellt die Farbwahrnehmung automatisch auf unterschiedliche Bedingungen ein – und idealerweise schaffen das auch Kameras mit dem sogenannten automatischen Weißabgleich. Schwierige Bedingungen können dafür sorgen, dass dies nicht klappt. In diesem Fall hilft ein manueller Weißabgleich. Wie Ihr diesen einstellt, sodass weiße Flächen auf den Fotos hinterher auch wirklich weiß sind, seht Ihr im folgenden Video.

Wer nicht nur im JPEG-, sondern auch im RAW-Format fotografiert, kann übrigens den Weißabgleich auch nach der Aufnahme noch anpassen. Wir haben uns bereits an anderer Stelle ausführlicher mit dem RAW-Format bei Smartphones auseinandergesetzt.

Tipp 2: Bildkomposition

Mit unserem zweiten Tipp wollen wir uns der Bildkomposition widmen – und speziell der Linienführung. Die zahlreichen Gebäude von Großstädten laden nämlich gerade dazu ein, den Blick des Betrachters mit ihren geraden Linien ins Bild zu ziehen. 

Wichtig ist hier, dass die Aufnahmen einen Vordergrund haben, von dem ausgehend die Linien einen Raum aufspannen und dem Foto Tiefe verleihen. Und wer weiß, vielleicht findet Ihr auch die eine oder andere Gelegenheit, den Betrachter entlang oder am Ende dieser Linien etwas entdecken zu lassen.

Gerade bei der Bildkomposition ist Übung unglaublich wichtig. Probiert bei jedem Motiv immer mehrere Blickwinkel und Kompositionen aus. So habt Ihr nämlich immer einen direkten Vergleich verschiedener Perspektiven und könnt effektiv von den Unterschieden lernen. Und: Fotografiert so viel, wie es nur geht. Um Henri Cartier Bresson zu zitieren: „Deine ersten 10.000 Fotos sind deine schlechtesten.“ Aber eben auch die wollen erst einmal gemacht werden.

Tipp 3: Architektur und Symmetrie

Für den dritten Tipp bleiben wir noch einmal bei der Bildgestaltung – und in der Innenstadt. Architektur-Aufnahmen bieten häufig die Gelegenheit, Symmetrien zu nutzen. Symmetrien strahlen Ordnung aus und unterstreichen somit die systematische Struktur von Bauwerken.

Allerdings ist es wichtig, dass diese Symmetrien auch präzise eingefangen werden. Dazu haben aktuelle Smartphones wie das hier eingesetzte OnePlus 5T mehrere Werkzeuge an Bord. Hilfreich sind hier einerseits die Hilfslinien, die sich in der App hinzuschalten lassen. Und andererseits sorgt die integrierte Wasserwaage dafür, dass das Smartphone für das Foto gerade ausgerichtet ist.

Ein häufiges Problem bei Architekturfotografie sind die hohen Helligkeitsunterschiede zwischen Gebäuden und dem Himmel. Hier hilft der HDR-Modus weiter, der mehrere mit unterschiedlichen Helligkeiten aufgenommene Bilder kombiniert und so ein Foto mit erweitertem Dynamikbereich erzeugt. Das sorgt dafür, das letztendlich weder das Gebäude im Vordergrund unterbelichtet noch der Himmel überbelichtet ist.

Tipp 4: Portrait-Fotos

Im nächsten Foto-Tipp wollen wir von Gebäuden zu Menschen wechseln. Für Portrait-Fotos hat das OnePlus 5T wie viele andere aktuelle Smartphones auch einen speziellen Portrait-Modus. Hier nutzt das Telefon den Versatz der beiden Linsen der Dual-Kamera, um eine Tiefenkarte des Motivs zu erstellen und anhand dessen den Hintergrund gezielt weichzuzeichnen. Durch diesen Bokeh-Effekt soll das Auge des Betrachters auf die fotografierte Person gelenkt werden.

Wichtig für ein gelungenes Portrait ist außerdem das richtige Licht, sowohl was die Richtung als auch die Qualität angeht. In puncto Richtung gilt: Idealerweise scheint das Licht der Person nicht frontal ins Gesicht, sondern kommt leicht von der Seite, um das Gesicht plastisch wirken zu lassen. Je weiter von der Seite das Licht und je höher der Kontrast zur Schattenseite, desto dramatischer ist die Wirkung.

In Sachen Qualität ist weiches Licht für Portraits in der Regel empfehlenswert. Weiches Licht sorgt auch für weiche Schatten und lässt so kleine Unebenheiten, Falten & Co. verschwinden. Direktes Sonnenlicht beispielsweise ist sehr hart und wirkt häufig unvorteilhaft. Weiches Licht gibt es dagegen kurz vor Sonnenuntergang, bei bewölktem Himmel oder wenn das Licht von großen Flächen auf das Motiv reflektiert wird – beispielsweise durch eine weiße Hauswand.

Tipp 5: Dynamik durch Bewegung

Unser nächster Tipp führt uns in die Berliner U-Bahn. Hier wollen wir dem Bild durch Bewegungsunschärfe Dynamik verleihen und so die Alltags-Hektik festhalten. Bewegte Objekte erscheinen dann unscharf, wenn wir längere Belichtungszeiten wählen, was im manuellen Modus der Kamera-App möglich ist. Schnell bewegte Objekte erscheinen bereits bei 1/50 Sekunde unscharf, für langsam bewegte Objekte sind Verschlusszeiten von 1/15 Sekunde oder noch länger empfehlenswert.

Wichtig ist allerdings: Verschlusszeiten länger als 1/15 Sekunde lassen sich freihändig nicht mehr zuverlässig stillhalten. Ein leichtes Händezittern reicht dann aus, und das ganze Foto erscheint verwackelt. Wer also länger belichten möchte, sollte hier ein Stativ einsetzen.

Tipp 6: Spiegelungen

Den Abschluss unserer Fototipps bilden Alexanderplatz und Fernsehturm. Gerade weil das höchste Gebäude Deutschlands ein so häufig fotografiertes Motiv ist, wollen wir hier einen etwas anderen Ansatz wählen, als einfach draufzuhalten: Wir knipsen die Spiegelung des Turms über die reflektierende Glasfläche der umliegenden Gebäude und haben so gleich noch die Chance, etwas über die Umgebung zu erzählen. 

Wichtig bei Spiegelungen ist der korrekte Fokuspunkt – schließlich soll die Kamera nicht auf die spiegelnde Fläche, sondern auf das gespiegelte Objekt scharfstellen. Um dies zuverlässig zu gewährleisten, nutzt Ihr am besten den manuellen Fokus im Pro-Modus, wie er sich bei den meisten aktuellen Modellen von OnePlus, Huawei & Co. findet. Hier dreht Ihr die Einstellung dann einfach in die Ferne, und müsst Euch ums Fokussieren keine Sorgen mehr machen. Vergesst nur nicht, für die nächsten Fotos wieder den Autofokus zu aktivieren!

Wenn Ihr noch Feedback für uns oder Anregungen habt für weitere Tipps, dann lasst uns doch gerne einen Kommentar da – vielen Dank!


Dieser Artikel wurde mit der Unterstützung von OnePlus erst möglich. Selbstverständlich hatte der Hersteller bzgl. des Inhaltes keinen Einfluss.

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Top-Kommentare der Community

  • Aries vor 3 Wochen

    > Mit modernen Bildsensoren und manuellem Modus inklusive RAW-Aufnahme müssen sich Smartphones nicht mehr hinter ausgewachsenen Digicams verstecken

    Immer gleiche Quatsch!

    Eine ausgewachsene Digicam hat ein Objektiv mit hochwertig verarbeiteten Linsen und keine einfache Glasscheibe vor einem Bildsensor.
    Eine ausgewachsene Digicam hat einen optischen Zoom oder bietet Wechselobjektive an, anstatt einem digitalen Zoom, der nur ein Ausschnitt des vollen Bildes oder eine Ausschnittsvergrößerung mit Interpolation der fehlenden Pixel ist.
    Eine ausgewachsene Digicam hat keinen Bildsensor in der Größe des kleinen Fingernagels.
    Ein größerer Bildsensor kann, bei gleicher Pixelanzahl und Technologie, mehr Licht verarbeiten und ist damit rauschärmer.
    Eine ausgewachsene Digicam hat eine mechanische Blende, die auf die Bildgestaltung elementaren Einfluß hat.
    Eine ausgewachsene Digicam bietet ein Gewinde für Filter, so dass zum Beispiel erst Elemente in einem Gewässer von außen sichtbar werden (Polarisationsfilter).
    Eine ausgewachsene Digicam bietet einen externen Blitz an, der alleine aufgrund seines Abstandes zum Objektiv den Rote-Augen-Effekt verringert, indirektes Blitzes und Mehrfachblitz an, so dass die Ausleuchtung des Objektes beeinflußt werden kann.

    Deshalb kann die im Smartphone eingebaute Kamera für die meisten ausreichen und durchaus sehr gute Ergebnisse liefern. Zu behaupten, die Kameras der Smartphone müssten sich nicht hinter ausgewachsenen Digicam verstecken, ist falsch, denn der Gestaltungsspielraum ist einfach eingeschränkt.

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  • Mia vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Servus, ich nochmal 😁

    Also danke erstmal für den "Lehrgang"
    Viele Handy haben noch keinen manuellen Modus, da kann man ein wenig die Helligkeit einstellen, dass wars aber auch schon.

    z. B. Mit der App Manual Camera, kann man "mehr" mit der Handy Camera rausholen.


  • Ich bin mit den Bildern meines Smartphones zufrieden, für alles andere habe ich eine richtige Kamera.


  • Mia vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Ich bin auch der Meinung, dass man ein Handy nicht mit einem Foto vergleichen sollte.
    Daher sollte man eine andere Einleitung schreiben....

    Des weiteren wäre schön, wenn ihr mal ein paar Beispiel Bilder gezeigt hättet (mit der App sehe ich nix)
    Edit : am Browser sieht man es 😁


  • Aries vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    > Mit modernen Bildsensoren und manuellem Modus inklusive RAW-Aufnahme müssen sich Smartphones nicht mehr hinter ausgewachsenen Digicams verstecken

    Immer gleiche Quatsch!

    Eine ausgewachsene Digicam hat ein Objektiv mit hochwertig verarbeiteten Linsen und keine einfache Glasscheibe vor einem Bildsensor.
    Eine ausgewachsene Digicam hat einen optischen Zoom oder bietet Wechselobjektive an, anstatt einem digitalen Zoom, der nur ein Ausschnitt des vollen Bildes oder eine Ausschnittsvergrößerung mit Interpolation der fehlenden Pixel ist.
    Eine ausgewachsene Digicam hat keinen Bildsensor in der Größe des kleinen Fingernagels.
    Ein größerer Bildsensor kann, bei gleicher Pixelanzahl und Technologie, mehr Licht verarbeiten und ist damit rauschärmer.
    Eine ausgewachsene Digicam hat eine mechanische Blende, die auf die Bildgestaltung elementaren Einfluß hat.
    Eine ausgewachsene Digicam bietet ein Gewinde für Filter, so dass zum Beispiel erst Elemente in einem Gewässer von außen sichtbar werden (Polarisationsfilter).
    Eine ausgewachsene Digicam bietet einen externen Blitz an, der alleine aufgrund seines Abstandes zum Objektiv den Rote-Augen-Effekt verringert, indirektes Blitzes und Mehrfachblitz an, so dass die Ausleuchtung des Objektes beeinflußt werden kann.

    Deshalb kann die im Smartphone eingebaute Kamera für die meisten ausreichen und durchaus sehr gute Ergebnisse liefern. Zu behaupten, die Kameras der Smartphone müssten sich nicht hinter ausgewachsenen Digicam verstecken, ist falsch, denn der Gestaltungsspielraum ist einfach eingeschränkt.


    • Hallo Aries,

      „ausgewachsene Digicam“ bezeichnet an dieser Stelle einfach eine dedizierte Kamera – und nicht unbedingt eine DSLR oder DSLM, sondern gerne auch eine einfache Kompaktkamera. Und da wirst Du Wechselobjektive, großen Bildsensor, Filtergewinde, mechanische Blende & Co. vergeblich suchen. Unterschiede gibt es sicherlich noch, die für die meisten Einsatzzwecke aber keinen Klassenunterschied mehr ausmachen, so wie es noch vor einigen Jahren der Fall war.

      Abgesehen davon kannst Du den Großteil der obigen Tipps auch mit Deiner wie auch immer von Dir definierten „ausgewachsenen Digicam“ beherzigen – der Vergleich zwischen unterschiedlichen Kameraklassen war ja nun wirklich nicht das Thema dieses Artikels. Falls das Interesse hier so groß ist, widmen wir dem aber gerne mal einen eigenen Artikel.

      Schöne Grüße,
      Stefan


      • Aries vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Was Du unter einer "ausgewachsenen Digicam" verstehst, kann ich natürlich nicht erahnen. Bei dem Begriff "ausgewachsene Digicam" impliziere ich (und sicher nicht nur ich) schon etwas mehr, als eine Kompaktkamera für unter 100 Euro.

        Aber bleiben wir bei den Kameras für knapp 100 Euro: Die haben alle bereits einen optischen Zoom und eine deutlich bessere Optik im Vergleich zu Smartphones. Die Sensorgrößen dieser Preisklasse beginnen dort, wo sie bei Smartphones enden (um 1/2,3 Zoll).


      • Das nächste Mal werde ich es einfach präziser formulieren, damit es keine Missverständnisse gibt ;-) Und nachdem das Thema Smartphone-Kamera gegen Kompaktkamera gegen DSLR/DSLM für so viele Emotionen sorgt, werden wir uns das in den nächsten Wochen vielleicht einfach mal genauer ansehen – darum geht es an dieser Stelle wie gesagt gar nicht.


    • Peter vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Zu behaupten das Smartphonekameras sich nicht mehr hinter "ausgewachsenen" Digicams verstecken müssen ist seit Jahren schon richtig. Gerade bei Tageslicht, wie im Artikel beschrieben machen Smartphones seit längerem schon so gute Fotos, die mindestens auf Augenhöhe sind von vielen Kameras. Gerade bei Einsteigerkameras unter 200€ sind die Sensoren fast immer gleich groß wie bei Smartphones. Hier ist der optische Zoom der einzige Vorteil. Und Smartphones haben zudem auch einen manuellen Modus, der bei den billigen Digicams fehlt. Natürlich kann man jetzt hochpreisige DSLR Kameras im Vollformat hernehmen zum Vergleich. Aber auch teure Vollformat Systeme sehen wieder alt aus gegen Mittelformat. Besonders wenn diese dann 50 MP oder mehr haben. Da kann man mit dem Bildausschnitt noch mehr rausholen als bei vielen anderen mit Zoom. Smartphones sind mittlerweile so gut, das viele diese auch zum fotografieren der Urlaubsbilder hernehmen. Und wenn man jetzt alles aufzählt was Digicams nicht alles für mehr Möglichkeiten haben als ein Smartphone, das bedeutet nicht sofort das sie ausnahmslos deshalb gleich besser sind.
      Ich sehe das bei machen noch so, die pauschalisieren das Smartphones einfach nicht so gut sein können als Digicams, punkt. Das ist noch aus der Zeit von vor 6 bis 7 jahren. Obwohl es da auch schon recht gute Smartphonekameras gab siehe Nokia.


      • Aries vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Die technischen Daten sagen, dass die Bildsensoren bei Smartphones bestenfalls so groß sind, wie bei Kameras unter 200 Euro. Die meisten Smartphones haben noch einmal deutlich kleinere Sensoren.

        Eine ausgewachsene Kamera macht mehr aus, als die Bezeichnung als Kamera. Das sind keine Low-Price-Kameras. Der Vergleich mit dem Vollformat ist vollkommen überzogen. Bis dorthin gibt es im Preisbereich von 300 bis 500 Euro noch viel, was man wirklich als ausgewachsene Kamera bezeichnen kann. Da muss man keine Vollformat-Kamera zu 1700 Euro oder mehr heranziehen.

        Im übrigen gilt das gleiche für die Smartphones. Hier wird ein OnePlus 5T verwendet, das einen der besten Bildsensoren für Smartphones besitzt. Dieser hat eine Diagonale von 1/2,8 Zoll. Eine Canon Ixus 185 und eine Nikon Coolpix A10 (beide um 100 Euro) haben bereits einen etwas größeren Sensor: 1/2,3 Zoll. Aber wieviel Smartphone-User haben einen der Top-Sensoren in ihren Geräten?

        Es ist auch falsch, dass billige Kameras keinen manuellen Fokus bieten würden. Fast alle bieten die Möglichkeit der Vorfokussierung über leichten Druck auf den Auslöser an.

        Ich bestreite mit keinem Wort, dass heutige Smartphones ab einer gewissen Preisregion erstaunlich gute Fotos machen können. Aber eben nur sehr eingeschränkt. Seien es Lichtverhältnisse oder Bildausschnitte, bereits eine billige Kamera bietet mehr Optionen und ist man bereit, auch für die Kamera in Preisregionen eines Smartphones vorzustoßen, sind die Einsatzmöglichkeiten ungleich größer.

        Die beste Kamera ist natürlich die, die man dabei hat. Wer aber den Spaß an der Smartphonefotografie gefunden hat, sollte sich auch mal mit einer reinen Kamera auseinandersetzen. Richtig auseinandersetzen! Das muss keine DSLR sein, eine Kompaktkamera reicht. Dann versteht man auch, was ich meine. Wer in den Bereich der Fourty-Third- oder in den DX/APS-C-Sensoren vordringt, erkennt auch, dass die auf den ersten Blick so tollen Bokeh-Effekte der Zwei-Linsen-Kameras in Wahrheit fehlerträchtige Rechenalgorithmen sind.

        Wohnen kann man in 30 qm-Appartement und das nicht unbedingt schlecht. Eine 3-Zimmer-Wohnung mit 80 qm und Balkon ist dennoch nicht damit vergleichbar und ungleich bequemer. Ein Haus mit 200 qm Wohnfläche und 1000 qm Garten erst recht nicht. Hat man einmal die Vorteile genossen, will man nicht zurück in die 30 qm-Wohnung. Vielleicht als Ferienwohnung auf Mallorca, aber nicht für den Alltag. So ist das auch mit Smartphone-Kameras, Kompakt-Kameras, Bridge-Kameras, System-Kameras und der breiten Palette an DSLRs.


      • Da kann ich dir Zustimmen. Was ich übrigens noch nicht gesehen habe, ist eine handyknipse welche nicht gleich total alles verschmiert bei low-light. Darin liegt einer der sehr grossen mankos


      • Peter vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Ich habe nicht von manuellem Fokus, sondern vom manuellen Modus geschrieben. Den haben die billigen Kameras nun mal nicht. Es geht in dem Bericht auch nicht um wieviel den nun teure DSLR Kameras besser sind, sondern wie nahe Smartphones an gute Kameras schon drann sind. Und natürlich muss man bei Smartphones nur die mit der besten Kamera vergleichen. Die billigen Smartphones haben leider immer noch eine deutlich schlechtere Qualität, auch bei Tageslicht. Ich habe in den letzten 2 Jahren drei DSLR /DSLM wieder verkauft. (Nikon D7200, Canon eos 80D, und Fijifilm Xt2. Ganz einfach, weil ich bei diesen Kameras wirklich nur im Lowlight Bereich einen klaren Vorteil sah. Und das Zoomen löste ich einfach durch näher ran gehen.
        Zum schnell fahren auf der Straße braucht man nicht zwangsläufig ein Formel 1 Auto oder ein Raketenfahrzeug. Das kann man auch sehr gut mit Porsche, BMW, Audi, usw..
        Mit dem LG g4 und der Langzeitbelichtung konnte ich wirklich sehr gute Nachtaufnahmen machen. Da waren viele Details zu sehen und wirklich überraschend scharf.


      • In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmal anmerken, dass die Software auch eine zunehmende Rolle bei der Fotografie spielt. In Sachen Computational Photography haben Smartphones mit der Hardware-Ausstattung ganz andere Möglichkeiten als Kompaktkameras – und das wird sich in Zukunft noch verstärken.

        Das erste Google Pixel etwa hatte rein vom Bildsensor her keine außergewöhnlichen Voraussetzungen und zum Beispiel als fast einziges Smartphone in dieser Preisklasse keinen optischen Bildstabilisator. Ich hab dieses Jahr mal Vergleichsfotos gesehen von einem Sony-IMX-Chip aus der Mittelklasse mit der Standard-App des jeweiligen Smartphone-Herstellers und der portierten Pixel-App. Das war wirklich ein unfassbarer Unterschied.

        Aber ganz klar: Der Klassen-Unterschied zwischen DSLRs und Smartphones wird sicherlich noch längere Zeit bestehen bleiben.


    • Da ist noch ein ganz wichtiger Aspekt, die Größe des Sensors, also die Fläche die er einnimmt. Das hat einer erheblichen Einfluss auf die Tiefenschärfe. Wer gerne mit der Tiefenschärfe spielt wird mit dem Handy enttäuscht sein, selbst mit einem APS-C Sensor ist da nur beschränkt was möglich, Vollformat oder noch besser 6x6 sollte es dann sein. Will man hingegen Makro Fotografie betreiben ist der kleine Sensor sogar von Vorteil, weil einfach viel mehr scharf wird.
      Ein Handy Fotoapparat mit einer Spiegelreflex zu vergleichen ist genauso Bullshitt wie eine Spiegelreflex (Vollformat) mit einer 6x6 oder gar einer Fachkamera. Es vergleicht doch auch keiner einen Traktor mit einem F1 Rennauto. Alles hat seinen Einsatzbereich und den muss man kennen, dann wird man auch glücklich!
      Gruß
      Oli


      • Peter vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Finde ich nicht das der Vergleich Handycamera gegen DSLR bullshit ist. Weil gerade so ein Vergleich zeigt wo beide Systeme stehen. Und viele, bzw. fast alle haben ein Smartphone.
        Ob Traktoren schon mit Formel 1 Autos verglichen wurden weiß ich jetzt nicht, aber es gibt unzählige Vergleiche von unterschiedlichen Kategorien. Formel 1 Auto gegen Motorrad.. Motorrad gegen Düsenjet, Düsenjet gegen Formel 1 Auto, oder sogar ein kleines ferngesteuertes Auto gegen einen richtigen Lamborghini. Oder Mensch gegen Maschine...
        genau diese krassen Unterschiede machen einen Vergleich erst interessant.


      • Hallo Peter,

        Du hast mich nicht richtig verstanden. Ein Handy und eine DSLR sind zwei von Grund auf verschiedene Arten von Kameras. Daher auch mein Vergleich Traktor F1 Auto, ich will mal ein F1 Auto bei der Kartoffelernte sehen ;-)
        man muss einfach wissen was womit geht und was nicht. Handys werden sich im Portrait Bereich niemals etablieren, außer die Handys werden ordentlich dick und eine Fachkamera, mit der man prima Stillleben fotografieren kann, wird sich niemals in der Reisefotografie etablieren können. Der Vergleich hier ist also erst einmal beiden Kameras gegenüber unfair.
        Aber auch ich setze die Handy Kamera immer mehr ein, aber sie wird nie die DSLR verdrängen können, da gibt es Naturgesetze zu überwinden.
        Gruß
        Oli


      • Die Tiefenunschärfe ist sicherlich auch etwas, das den Naturgesetzen unterliegt. Smartphones werden aber in zunehmendem Maße besser darin, diese nachzuahmen. Klar sieht man noch Fehler, aber der Effekt wird immer besser – gib' dem ganzen mal noch ein paar Jahre ;-)


      • Wenn es darum geht dann, geht es ja schon, mit Bild Nachbearbeitungsprogrammen. Dann komme ich sogar ganz ohne Kamera aus. Aber ich denke das hat dann nichts mehr mit der Kamera und dem eigentlichen Fotografieren zu tun sondern ist automatisierte Bildbearbeitung. Aber an der Stelle wird es wohl sehr philosophisch.
        Wie bereits gesagt, man muss die Stärken und Schwächen seines Systems kennen.
        Gruß
        Oli


      • Definitiv, ich bin auch davon überzeugt, dass sich die Fotografie (wenn man sie dann noch so nennen möchte) in den nächsten Jahren noch enorm wandeln wird. Wenn Du ein Foto schießt, wird Deine Kamera wissen, wo und was Du gerade knipst und dann die Qualität mit Details verbessern, beispielsweise aus existierenden Fotos aus dem Internet oder einfach durch Algorithmen – letztere haben Google & Co. ja schon eindrucksvoll demonstriert. Canon hatte dazu auch mal vor einigen Jahren eine Demo zu einer „Wonder Camera“.
        Schöne Grüße,
        Stefan

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