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Bei Amazon entscheidet die KI, wer die Kündigung bekommt

Bei Amazon entscheidet die KI, wer die Kündigung bekommt

Amazon setzt automatisierte, KI-getriebene Prozesse ein, um die Arbeit seiner Mitarbeiter zu kontrollieren, auszuwerten und gegebenenfalls auch Konsequenzen einzuleiten. Ein Bericht aus dem Unternehmen zeigt, dass sogar Abmahnungen und Kündigungen teilweise automatisiert verschickt werden.

Die Grundlage des Berichts des US-Magazins The Verge ist ein Schreiben von Amazon-Anwälten das dem Magazin vorliegt. Darin wird berichtet, dass insbesondere in den Logistikzentren von Amazon in den USA die Produktivität der Arbeiter von einem System mitgeschrieben und ausgewertet wird. Erfüllen die Versandmitarbeiter ihre Quoten nicht, schreibt das System nicht etwa nur eine Warnung an den Vorgesetzten oder eine Nachricht an den Mitarbeiter, sondern im Ernstfall sogar direkt die Abmahnung und Kündigung.

Eine der Kenngrößen dabei ist die so genannte "Time off Task", die besagt, wie viel Zeit zwischen zwei gescannten Arbeitsgängen eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin vergeht. Ist diese Zeit, abgekürzt TOT, zu oft zu lang, gibt es Probleme. Das führt dazu, dass Mitarbeiter keine Pausen einlegen und sogar den Toilettengang unterdrücken, um das System bei Laune zu halten.

Zwar kann der Vorgesetzte der betroffenen Mitarbeiter sein Veto einlegen und die von der KI ausgesprochenen Kündigungen so verhindern. Aber seien wir ehrlich: Wie oft wird so ein Widerspruch, der aktiv ausgesprochen muss, wirklich kommen, vor allem dann, wenn es sich um eine Position mit geringen Voraussetzungen in die Qualifikation handelt, die man relativ unkompliziert neu besetzen kann?

Die Zahlen aus dem Dokument sprechen von 300 Entlassungen auf Grund von Ineffizienz in einem Jahr in dem US-Logistikzentrum, das der Bericht beschreibt - das sind stolze 10 Prozent der Belegschaft. Ob es anderswo genauso aussieht, ist unterdessen nicht bekannt.

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Amazon ist in kurzer Zeit ein riesiger Konzern geworden. / © Ioan Panaite/Shutterstock

Treibt es nicht zu weit!

Praktiken wie die nun aufgedeckte von Amazon (apropos: Lohnt sich eigentlich Amazon Prime?) können einen gefährlichen Weg bedeuten - und zwar für die Gesellschaft als Ganzes. Die Schere zwischen den Gehältern ist in vielen Ländern, auch in den USA, ohnehin bereits viel zu weit auseinander. Das führt dazu, dass sich die Bindung zwischen Arbeitnehmer und und Unternehmen mehr und mehr lockert - das soziale Gefüge "Arbeitsplatz" bröselt immer mehr. Vor allem Menschen, die wenig Geld verdienen, sind jedoch auf eine gewisse Sicherheit angewiesen.

Wenn ein Computer mir nichts, dir nichts die Kündigung verschicken kann, ist das fatal. "Was wir immer wieder von den Arbeitern hören ist, dass sie behandelt werden wir Roboter, was angesichts der Überwachung und Kontrolle durch automatische Systeme auch nachvollziehbar ist", sagt Amazon-Kritikerin Stacy Mitchell vom Institute for Local Self-Reliance

Dass moderne Technologie zur Optimierung im Unternehmensumfeld eingesetzt wird, ist gut und richtig, und natürlich wirft auch die Amazon-KI niemanden raus, nur weil einmal ein Paket zu langsam verpackt wurde. Für mich ist der Knackpunkt die Tatsache, dass der menschliche Vorgesetzte von sich aus einschreiten muss, um eine Kündigung zu verhindern - es müsste genau andersrum sein.

Findet Ihr es in Ordnung, wenn Mitarbeiter von einem Algorithmus gefeuert werden können?

Via: Winfuture Quelle: The Verge

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Top-Kommentare der Community

  • Tenten vor 5 Monaten

    Ja, was soll man sagen? Wir bestellen das Hundefutter im Internet, weil es uns zum Selbstkaufen zu schwer ist. Wir bestellen Kleidung in zwei Größen und vier Farben und fürs neue Handy bestellen wir auch gleich mal drei oder vier Geräte, der Rest, der nicht taugt, wird einfach zurückgeschickt. Die neue Bluray gäbe es bei Müller um die Ecke, aber wir bestellen lieber bei Amazon, da ist sie einen Euro billiger. Auch das Klopapier ist bei Amazon günstiger und man muss nicht dran denken und es rumschleppen. Wir lieben den Kapitalismus und unterstützen ihn, wo immer es geht, solange wir es damit bequem und billig haben. Das hat natürlich Schattenseiten, wo einer was abstaubt gibt's immer auch einen Verlierer. Aber das wollen wir natürlich nicht hören, müssten wir uns ja eingestehen, dass wir es selbst sind, die diese Zustände schaffen und nicht irgendwelche "anderen". Und kommt so ein Fall mal wieder in die Presse, dann sind wir alle - oh, Überraschung - natürlich total betroffen!! Wie kann denn das nur sein!

  • Sebastian B. vor 5 Monaten

    Und wieder einmal wird von ki geredet wo einfach nur ein bisschen Daten für eine Statistik gesammelt werden. Geht der ki Blödsinn eigentlich nächstes Jahr weiter? Oder hat man schon ein neues bullshithingowort für 2020?

  • El Loco vor 5 Monaten

    Stückzahllisten und ähnliches gab es schon früher... auf Papier, es gibt Lochkarten, Meister die durch die Hallen laufen usw. Alles das hat früher auch schon Druck ausgeübt und war auch nicht besser als heute. Heute geht es nur schneller.
    Davor waren es Steuern und Abgaben an den Landvogt...

    Die "Arbeitsversklavung" gibt, gab, es immer schon, heute nur was flotter.

    Wir haben genug für alle und genug technische Unterstützung, dass sich kein Mensch sich mehr totschuften muss.
    Nicht Amazon ist allein "das Böse", wir brauchen ein komplettes Umdenken in der Welt, wird aber nicht passieren.
    Aber es ist natürlich einfacher hier, mal wieder Amazon & Co anzuprangern als seinem Mitarbeiter 5 Minuten später einfach mal entspannt den Rest des Tages frei zu geben, damit er morgen besser gelaunt zur Arbeit kommt.
    Jeder Bauer weiß, ne entspannte Kuh gibt mehr Milch, das weiß er schon seit Hunderten Jahren, ändert sich was? Nö...

  • Hannes B. vor 5 Monaten

    Dass eine gewisse Einschätzung der Arbeitsleistung ist sicher nicht verwerflich, wenn man an einem Montageband arbeitet muss man auch im Takt bleiben. Wer alle 10 Minuten rauchen muss, sollte sich im Klaren sein, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Wird das aber dahingehend übertrieben, dass die Mitarbeiter mit Windeln zur Arbeit kommen, um nicht zur Toilette gehen zu müssen, ist das echt nicht tragbar. (Praxis z.B. in Asien bei Zulieferern unserer "Markenfirmen") Wenn eine KI dann gleich die Kündigung aussprechen darf ist das nichts anderes als absurd. Aber was ist über dem Teich nicht absurd, das ist nur ein Beispiel.

  • Michael P vor 5 Monaten

    Ja, lasst uns mal wieder mit dem Begriff "KI" um uns werfen, denn da läuft uns doch gleich ein wohliger Schauer angesichts der Maschinen-Oberherren den Rücken runter.

    Im Original-Artikel auf The Verge steht auch nirgends irgendwas von "AI" oder dergleichen. Wozu auch. Zur Erfassung von Kennzahlen und deren statistischer Auswertung incl. Generierung von Events (Abmahnungsvorschlag, Kündigungsvorschlag) auf Basis hierbei bestimmter Werte ist keinerlei Machine Learning oder dergleichen erforderlich.

    Macht aber nix, Hauptsache heute mal wieder "KI" geschrieben...

62 Kommentare

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  • Wovon reden wir denn hier? Zunächst doch mal nur über völlig objektive Beurteilung der Arbeitsleistung. Ob das gut oder schlecht ist, hängt doch davon an, ob an die Mitarbeiter unrealistische Anforderungen gestellt werden, ob es eine Quote gibt (z.B mindestens 10 pro Monat müssen gehen) oder ob die Tätigkeiten überhaupt vergleichbar sind. Das Alles erfahren wir aber nicht. Ich persönlich würde mir am Arbeitsplatz oder früher in der Schule oft wünschen, dass objektiv und nicht nach Nasenfaktor beurteilt würde. Wer mal niedrig qualifizierte Kräfte in den USA beim Arbeiten beobachtet hat, kann sich vorstellen wo das Problem liegt...


    • Qualifizierte Kräfte wollen manche Arbeitgeber nicht, da diese viel mehr kosten als Billiglöhner (sieht man ja in der Baubranche, auch in DE). Manche Arbeitgeber wollen Sklaven, und keine Arbeitnehmer die sich mit dem Unternehmen identivizieren.


  • Ich persönlich finde, dass geht eindeutig zu weit. Eigentlich sollte jeder vernünftige Mensch aus meiner Sicht einen großen Bogen um Amazon machen, die ja nicht nur für günstige Preise, sondern auch für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen bekannt sind (teilweise auch in Deutschland) . Zumindest habe ich das so in Erinnerung.


    • Na klar...
      Die Anderen sind ja so viel besser als das böseböse Amazon, gelle?
      Träum weiter!


      • Hihi, andere Unternehmen sind nicht besser, aber da es hier um Amazon geht, habe ich ausnahmsweise mal nicht auf anderen Unternehmen rum gehackt. Mach doch mal ne Auflistung, welche Unternehmen noch so "böse böse" sind ...


  • Und wieder einmal wird von ki geredet wo einfach nur ein bisschen Daten für eine Statistik gesammelt werden. Geht der ki Blödsinn eigentlich nächstes Jahr weiter? Oder hat man schon ein neues bullshithingowort für 2020?


  • Stückzahllisten und ähnliches gab es schon früher... auf Papier, es gibt Lochkarten, Meister die durch die Hallen laufen usw. Alles das hat früher auch schon Druck ausgeübt und war auch nicht besser als heute. Heute geht es nur schneller.
    Davor waren es Steuern und Abgaben an den Landvogt...

    Die "Arbeitsversklavung" gibt, gab, es immer schon, heute nur was flotter.

    Wir haben genug für alle und genug technische Unterstützung, dass sich kein Mensch sich mehr totschuften muss.
    Nicht Amazon ist allein "das Böse", wir brauchen ein komplettes Umdenken in der Welt, wird aber nicht passieren.
    Aber es ist natürlich einfacher hier, mal wieder Amazon & Co anzuprangern als seinem Mitarbeiter 5 Minuten später einfach mal entspannt den Rest des Tages frei zu geben, damit er morgen besser gelaunt zur Arbeit kommt.
    Jeder Bauer weiß, ne entspannte Kuh gibt mehr Milch, das weiß er schon seit Hunderten Jahren, ändert sich was? Nö...


    • Es gibt aber auch keinen Grund Amazon für diese Praktiken zu verteidigen und alles zu relativieren. Frage - warum tust du es dann ?


  • Sehr miese Art. Das gleicht schon an Sklaventreiberei... 🙄

    KI bewertet die Leistung einzelner Mitarbeiter..... Ein Mitarbeiter der trotz Schnupfen und Erkältung a
    noch zur Arbeit kommt, wird dann auch gekündigt nur weil er 85 % Leistungen bringt statt 💯 %? Dann würde ich mich lieber krank melden.
    Soll mir dann noch mal einer mit dem Spruch kommen : "Jeder Mitarbeiter ist unbezahlbar, der Leistung bringt."....
    Eher heißt es:
    "Nichts geht über das Wohl der Firma. Das Wohl vieler, wiegt mehr als das eines einzelnen Mitarbeiter."

    Wird die KI auch den Chef und die oberste Chefetage überwachen und deren Leistungen?... eher nicht.

    Wie einige hier bereits erwähnt haben, ist es ziemlich einfach jemanden zu kündigen,wenn man dem Chef nicht gefällt. Ausreden für eine ordentliche Kündigung findet die Firma immer und billige Arbeitskraft als Ersatz auch. Was interessiert der Firma, das wohl eines einzelnen Mitarbeiter? 🙄.... Überhaupt nicht. Bist du krank, dann fragt der Chef höchstens nach warum und wie lange, nur um dem Mitarbeiter zu kontrollieren und nicht aus Mitgefühl. Selbst wer ewig in einer Firma war, so sagen wir mal 30 Jahre, bekommt bei Eintritt in die Rente einen billigen Blumenstrauß eventuell und ein wertlose Kopie, einer vom Chef signierten Urkunde mit langweiliger Danksagung und das wars. Die Urkunde ist ein Standardschreiben was irgendwann mal angefertigt wurde, Die Sekretärin kopiert dies, setzt den Namen des zukünftigen Rentner ein und Datum und nicht mal der Chef selber überreicht dies, sondern eher die Sekretärin selber nur mit feuchten Händedruck. Das Wohl eines einzelnen Mitarbeiter zählt meist nur unter Arbeitskollegen oder in sehr kleinen Betrieben, aber nie in großen Firmen.
    Die Erfahrung durfte ich auch schon machen. Selbst in Zeitarbeitsfirmen. Heutzutage geht es nur leider noch um das blanke Überleben und Profitgier.


  • Das geht solange gut, solange die Arbeiten leicht vergleichbar sind. Wenn einer schwierige Aufgaben hat, wird er weniger erledigen als bei einfachen Angelegenheiten.

    Das ist selbst bei Paketen so...


  • Dass eine gewisse Einschätzung der Arbeitsleistung ist sicher nicht verwerflich, wenn man an einem Montageband arbeitet muss man auch im Takt bleiben. Wer alle 10 Minuten rauchen muss, sollte sich im Klaren sein, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Wird das aber dahingehend übertrieben, dass die Mitarbeiter mit Windeln zur Arbeit kommen, um nicht zur Toilette gehen zu müssen, ist das echt nicht tragbar. (Praxis z.B. in Asien bei Zulieferern unserer "Markenfirmen") Wenn eine KI dann gleich die Kündigung aussprechen darf ist das nichts anderes als absurd. Aber was ist über dem Teich nicht absurd, das ist nur ein Beispiel.


  • Ja, lasst uns mal wieder mit dem Begriff "KI" um uns werfen, denn da läuft uns doch gleich ein wohliger Schauer angesichts der Maschinen-Oberherren den Rücken runter.

    Im Original-Artikel auf The Verge steht auch nirgends irgendwas von "AI" oder dergleichen. Wozu auch. Zur Erfassung von Kennzahlen und deren statistischer Auswertung incl. Generierung von Events (Abmahnungsvorschlag, Kündigungsvorschlag) auf Basis hierbei bestimmter Werte ist keinerlei Machine Learning oder dergleichen erforderlich.

    Macht aber nix, Hauptsache heute mal wieder "KI" geschrieben...


  • Uta vor 5 Monaten Link zum Kommentar

    Beim Lesen bekam ich eine Gänsehaut. Wenn dieser Prozess auf andere Unternehmen überschwappt, so landen wir bald in einer der vielen schon auf Film festgehaltenen, dunklen Zukunftsvisionen.


    • Ganz ehrlich? So düster finde ich eine Zukunft, nach der man nach Leistung beurteilt wird nicht. Viele Beamte wären ihren Job schnell los, würde man die persönliche Leistung tatsächlich bewerten. Auch in unserer Firma gibt es genug Leute, die die Arbeit von anderen mitmachen müssen, weil die sich geschickter drücken können.


      • billigstes Beamtenbashing, um solche unmenschlichen Praktiken auch noch zu verteidigen. Und Menschen sind nun mal unterschiedlich, falls du das immer noch nicht begriffen hast. Einige leisten mehr, andere weniger...so what, was ist dein Problem ? Bist du jetzt von Neid zerfressen, weil irgendjemand mal 10 Minuten weniger gearbeitet hat als du und trotzdem das gleiche Gehalt bekommen hat ? Neoliberales rumgeschwalle, mehr ist das nicht. Alleine schon der letzte Satz "....gibt genug Leute, die die Arbeit von anderen mitmachen müssen, weil die sich geschickter drücken können" strotzt nur so von Klischees. Nun mal Butter bei die Fische - was genau müssen denn "Fleißigen" so an Arbeiten mitmachen, was die "Faulen" nicht machen ?
        Vielleicht sind die "Faulen" auch nur einfach intelligenter, organisieren ihre Arbeit besser, oder überlassen die stupiden Tätigkeiten den Dummen ? Und was genau treibt einen Arbeitnehmer, der du ja auch bist, dazu an solche Praktiken wie bei Amazon auch noch gutzuheißen ? Wie heißt es so schön.... die dümmsten Kälber suchen sich ihren Schlachter immer selbst.

        Im übrigen frage ich mich, da du ja einer größten Vielschreiber hier bei APIT bist, ob du deine zahlosen Kommentare alle immer nur in deiner Freizeit schreibst. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dafür ist es einfach zuviel was du hier postet - also wer macht denn dann deine Arbeit, während du hier einen Kommentar nach dem anderen fabrizierst ? Sollte man mal dein Chef drüber informieren, was der davon hält.... mal sehn ob du dann immer noch so locker flockig über das Leistungsprinzip schwadronierst.


  • Der Artikel dürfte sich auf Verhältnisse in Amazon Niederlassungen auf dem amerikanischen Kontinent, oder jedenfalls solche ausserhalb Europas beziehen. In Deutschland und vermutlich auch den meisten anderen Ländern Europas dürfte eine Kündigung aufgrund von "Schlechtleistung" sehr viel schwieriger sein. Hier müssen "betriebliche Gründe" (wozu allerdings auch Rationalisierungsmaßnahmen zur Gewinnmaximierung zählen) oder schweres persönliches Fehlverhalten vorliegen, das zudem zuvor zweifach abgemahnt werden muss. Bei Kündigungen aus betrieblichen Gründen müssen in Deutschland zudem soziale Faktoren wie Dauer der Betriebszugehörigkeit, Familienstand, Alter usw. bei der Auswahl berücksichtigt werden, jedenfalls ab einer bestimmten Betriebsgröße.

    Der Kern des Übels, da finde ich den Artikel nicht ganz fair, liegt aber nicht bei Amazon und nicht bei der KI, sondern im amerikanischem Arbeitsrecht, das man an hiesigen Verhältnissen gemessen durchaus als inhuman bezeichnen kann, letztlich aber eine innere Angelegenheit der USA ist. Nicht nur bei Amazon dürfte in der beschriebenen Weise gehandelt werden.
    Ich habe selber eine zeitlang für ein US-Unternehmen in Deutschland gearbeitet, schreibe deshalb auch aus persönlicher Erfahrung.
    "Low Performer" (MA mit vermeintlich schlechter Arbeitsleistung) werden dort nicht zwingend an absoluten Kriterien gemessen, sondern einfach an ihrer relativen Leistung in Bezug auf ihre Gruppe, ihr Team usw. gemessen, bzw. vom Gruppenleiter bestimmt. Anders als bei einer KI kann hier ein "Nasenfaktor" durchaus eine Rolle spielen, wer sich beim Gruppenleiter erfolgreich "einschleimt" oder sonstwie Sypmathiegründe bei ihm hat, hat durchaus bessere Chancen. Ansonsten kann er seinen Job so gut machen wir er will, wenn er zu den 10% (die Zahl ist willkürlich, und kann auch nur 5% oder 20% sein) seiner Gruppe mit schwächster Arbeitsleistung gehört, wird er als "Low Performer" eingestuft. Wiederholt sich das zwei, drei Mal, muss er in den USA mit Kündigung rechnen. So soll die Leistungsfähigkeit der Belegschaft permanent "optimiert" werden, die Messlatte ständig höher gelegt werden. Hierzulande lässt das das Arbeitsrecht so nicht zu, auch nicht für US-Firmen. Die Streichung von Leistungsprämien usw. geht aber auch hier.
    Trotzdem ist die Produktivität in den USA schlechter als in vier europäischen Ländern, und nur etwas besser als in Dlt. und der wirtschaftlich ebenfalls sehr erfolgreichen Schweiz.

    https://de.usembassy.gov/de/labor-day-2017/laborday-521x420/

    Bei der Auflistung ist zudem unklar, ob sie sich auf die Arbeitsleistung pro Arbeitskraft oder pro Arbeitsstunde bezieht, bei längeren Arbeitszeiten in den USA durchaus ein bedeutender Unterschied.
    Die USA, die lange die Globalisierung am heftigsten befeuert haben, haben durch sie allerdings auch eine Form der industriellen Verödung erlitten, mit dem Niedergang vor allem "klassischer" Industrien wie Stahl, Maschinenbau, Autoindustrie usw., trotz des inhumanen Arbeitsrechts, vor allem wohl aufgrund mangelnder Investitionen.
    Wen wundert es da, wenn in einem solchen Umfeld Trumps Heilversprechen, die ja im Kern tatsächlich gegen Globalisierung gerichtet sind, ("USA first") jedenfalls da, wo die USA Globalisierungsverlierer sind, auf eine dankbare Wählerschaft stoßen.


    • US Firmen hantieren hier sehr wohl am EU Recht vorbei. Da wird auch mal eine Niederlassung von heute auf morgen geschlossen und alle Mitarbeiter fristlos entlassen. Diese Klauseln finden sich schon in den Arbeitsverträgen. Man darf dem Ami nicht trauen!


  • In DE kann man sich gegen jede Kündigung wehren. Und da ein Arbeitspensum sicher nicht Bestandteil des Arbeitsvertrages ist, und m.W. nach deutschem Arbeitsrecht nicht werden kann (die Sklaverei wurde abgeschafft), wird jedes Arbeitsgericht eine solche Kündigung kassieren.


    • Wenn man jemanden loswerden will, wird man ihn los. Man muss nur ds richtige Etikett auf die Kündigung kleben. Abgesehen davon, wer will in einem Laden arbeiten, von dem er weiß, dass er ihn loswerden will? Dürfte die Hölle sein.


  • Zum Glück haben wir noch keine KI in unserer Firma. Da läuft immer noch Windows XP auf den Rechnern.


    • Einer echten "KI" ist es vollkommen egal, unter welchem Betriebssystem sie läuft...
      Und das, was hier als "KI" bezeichnet wird, erst recht.


  • is das jetzt moderne sklaverei? menschliche ( nicht bestien) vorgesezte sollten den Überblick behalten, nicht irgendwelche Algorithmen. menschen konnen nun mal nicht arbeiten wie robotter und das soll so bleiben, sonst landen wir alle noch in der klappse, oder der selbstötung. dieser bericht ist für mich ein grund mehr kein amazon kunde zu werden, wo werden sonst noch solche machenschaften getrieben? damit ich diese unternehmen boykottieren kann?


    • Die Frage lautet nicht allein, ob Amazon der Bösewicht ist. Sie sollte vielmehr lauten, warum die Politik solche Spielchen duldet und nicht zeitnah mit den passenden Gesetzen antwortet. Viele Gesetze, Verordnungen usw. sind zu einer Zeit entstanden, bei der man nicht im entferntesten Dinge wie Globalisierung oder Digitalität (hier: KI) auf dem Schirm hatte. Auch beim Thema Steuern nutzen Großkonzerne das System aus und bewegen sich nah am Rand der Legalität.


  • Betrifft diese Regelung Amazon weltweit oder nur bestimmte Länder?
    Gerade der Bezug zu den USA, der im mittleren Teil des Artikels genannt wird, ist interessant. In den USA herrscht eine Mentalität, dass jemand ein Nichtsnutz ist, wenn er es zu nichts beruflich gebracht hat - wer nicht reich oder ist oder nach Reichtum strebt, ist selbst schuld. Unterstrichen wird diese Mentalität durch die Wahl von Trump, der in die gleiche Kerbe schlägt. In Japan wiederum definiert man sich über die Arbeit und die Zeit, die man dort verbringt.
    Ich fände es sinnvoller, Amazon filtere mit einer KI diejenigen Bewertungen heraus, die offensichtlich boshaft, euphorisch/pathetisch, fake oder falsch sind. Wenn bspw. ein Film noch gar nicht zu kaufen ist, findet man schon häufig Bewertungen des eigentlichen Films, wie er im Kino wahrgenommen wurde oder Bewertungen à la "Ich freue mich auf die Blu-ray Disc". Oft geht auch die Versandverpackung oder Versandgeschwindigkeit in eine Wertung ein, obwohl diese weder eine hilfreiche, noch eine notwendige Information über das eigentliche Produkt gibt.


  • Das ist schon mehr als grenzwertig. Der Einsatz von KI ist bei so einem riesigen Unternehmen nachvollziehbar. Zeit ist Geld. Würde ich als Arbeitgeber vielleicht auch so machen. Aber man darf es nicht zu weit treiben. Das sich die Mitarbeiter durch das System selber unter Druck setzen ist mehr als verständlich, wer will schon seinen Arbeitsplatz verlieren? Aber bei aller Liebe zur KI, das Menschliche darf nicht vernachlässigt werden. Wie oben im Text schon geschrieben steht, ein Hinweis des Systems an den Vorgesetzten ist ok, der muss sich aber dann mit dem Mitarbeiter beschäftigen. Jeder hat auch mal eine schlechte Zeit, da darf dann nicht so ein System kommen, nackte Zahlen auswerten und sagen der Mitarbeiter bringt es nicht mehr und ihn automatisch kündigen.


  •   25
    Gelöschter Account vor 5 Monaten Link zum Kommentar

    Bei uns in der Firma werden gerade 20% der Belegschaft "entsorgt" weil mal wieder eine Unternehmensberatung beschlossen hat das wir zu viele sind. Leider müssen wieder einmal viele gehen die gute Arbeiter sind, während die Versager inkl. der Führungsebene weiterhin zeigen dürfen das sie eigentlich diejenigen sind die gehen müssten.
    Bei uns wäre so eine KI definitiv sinnvoller als das was wir jetzt haben.


    • Die KI würde dann aber auch von der Führungsebene bestellt und das gleiche Resultat liefern wie eure jetzige Entlassungswelle.
      Wenn man einen Teich trocken legen will, sollte man ja auch nicht die Frösche fragen.


  • Ja, was soll man sagen? Wir bestellen das Hundefutter im Internet, weil es uns zum Selbstkaufen zu schwer ist. Wir bestellen Kleidung in zwei Größen und vier Farben und fürs neue Handy bestellen wir auch gleich mal drei oder vier Geräte, der Rest, der nicht taugt, wird einfach zurückgeschickt. Die neue Bluray gäbe es bei Müller um die Ecke, aber wir bestellen lieber bei Amazon, da ist sie einen Euro billiger. Auch das Klopapier ist bei Amazon günstiger und man muss nicht dran denken und es rumschleppen. Wir lieben den Kapitalismus und unterstützen ihn, wo immer es geht, solange wir es damit bequem und billig haben. Das hat natürlich Schattenseiten, wo einer was abstaubt gibt's immer auch einen Verlierer. Aber das wollen wir natürlich nicht hören, müssten wir uns ja eingestehen, dass wir es selbst sind, die diese Zustände schaffen und nicht irgendwelche "anderen". Und kommt so ein Fall mal wieder in die Presse, dann sind wir alle - oh, Überraschung - natürlich total betroffen!! Wie kann denn das nur sein!


    • Bitte nicht "wir", ich habe keinen Hund! Und die letzten Handys habe ich im Erzeugerland bestellt, da wäre es mit Rücksendung etwas kompliziert. Klamotten vom Versandhandel passen sowieso nicht, auch wenn man 4 Größen bestellt. Allerdings ist der Onlinehandel in zwei Punkten unschlagbar im Vorteil, nämlich Auswahl und Vergleichbarkeit. Viele Artikel wirst du auch in einer Großstadt in keinem Laden finden und wenn doch oft nur einen kleinen Teil der Palette. Geh mal in einen großen Elektronikmarkt und suche nach einem Tablet. Lächerlich. Außer ein paar Samsung und Apfel Modellen Fehlanzeige. Daher ist das Einkaufen im Internet schon sinnvoll. Es ist nun mal eine Entwicklung die wir nicht stoppen können, außer jemand findet einen Weg das Netz zu löschen. Wäre aber doof, weil wir dann auch nicht mehr an dieser Stelle diskutieren könnten.Übrigens, Amazon ist mitnichten so billig.


      • Ich habe mit meinem Kommentar nicht gegen das Kaufen im Internet argumentieren wollen, ich kaufe selbst sehr viel im Netz, weil es oft auch gar nicht anders geht. Und natürlich ist Amazon nicht in allem immer der Billigste, wie auch. Mir ging es mehr darum, zu zeigen, dass wir die Gesellschaft, in der wir leben, uns selbst geschaffen haben, mit all ihren Vorteilen, aber auch Nachteilen. Wenn es also einen Missstand gibt, dann sollten wir nicht mit dem Finger auf andere zeigen, sondern uns klar darüber sein, dass wir selbst an diesem Prozess beteiligt waren. Keiner von uns ist der Gutmensch schlechthin, jeder hat in der ein oder anderen Weise zu diesen Missständen mit beigetragen.
        Am Ende also doch Wir!

        P. S. Auch ich habe keinen Hund, das spielt aber auch keine Rolle.


      • Stimmt.


    • Ich bestelle nur das im Internet was ich im Fachhandel nicht bekomme. Z.B. spezielle Kabel und Kabeladapter. Zu 99% gibt es das nur bei Amazon.


    • Ich habe noch nie Klopapier bestellt, aber im Grossen und Ganzen muss ich Dir recht geben, auch wenn ich Klamotten und Schuhe doch lieber vor Ort kaufe.

      Allerdings ist der Handel vor Ort auch selbst Schuld daran!

      Wir leben in einem kleinen Tal in Oberbayern, 60km südlich von München und bei uns kann man gerade mal bei Aldi oder Müllermarkt oder einigen total überteuerten Nobel-/Touristenshops (habe hier, als ich vor 30 Jahren hierher gezogen bin, einmal ein paar Schuhe gekauft - für 250 DM. Das war damals richtig viel Geld!!) einkaufen.

      Mit vielen Dingen ist das hier so. Ein Kabel, das ich bei Ebay für 4 Euro (inkl. Versand!!) bekommen hätte, musste ich hier, weil ich es schnell brauchte, für 19,90 Euro kaufen.

      Vor ca. 12 Jahren wollte ich meinen ersten LCD TV kaufen. Meine Wahl fiel auf einen Phocus (war ein Tochterunternehmen von Phillips) mit einer Diagonale von 40 Zoll und einem Listenpreis von 1399 Euro.
      Eine Anfrage bei den hiesigen Händlern brachte mir als günstigsten Preis 2600,- Euro!!!
      Bei Ebay bekam ich das Gerät dann für 1190,- Euro inkl. Versand und mit einem zusätzlichen Jahr Garantie vom Händler.

      Bei 10-20% mehr kaufe ich gerne vor Ort, weil ich dann hier auch einen Ansprechpartner habe. Aber der doppelte Preis geht gar nicht, zumindest nicht bei Artikeln in der Preisklasse!
      Wir haben selbst ein Geschäft hier und unter anderem auch ein paar Schreibwaren im Sortiment. Unsere Preise sind i.d.R. bis zu 100% höher als bei Müller, weil wir bei den Stückzahlen, die wir ein-/verkaufen, zu Preisen einkaufen müssen, zu denen Müller verkauft.

      Allerdings sehen unsere Kunde da bei kleinpreisigen Artikeln wie Kopierpapier, Ordnern oder Schnellheftern gerne drüber hinweg, wenn sie dafür nicht mehr extra bei Müller in der Schlange an der Kasse stehen müssen.

      Bei vielen anderen Artikeln geht es da den Menschen hier bei uns genauso wie mir - es gibt sie einfach nicht, weil sich kein Geschäft im ländlichen Bereich mehr etwas hinlegt, was es doppelt oder dreimal so teuer wie im Netz verkaufen muss.

      Das eine zieht dann das andere nach sich - man kauft da, wo man es (und dann meist noch deutlich günstiger als im 60km entfernten München) bekommt und der Einzelhandel vor Ort hat wieder einen Kunden verloren.

      Das ist ein Kreislauf, den der Einzelhandel, zumindest in ländlichen Bereichen kaum gewinnen kann!


      • Der Fachhandel ist nicht schuld, sondern der billige Onlinehandel. Der Fachhandel muss teurer sein, der hat ja auch Kosten (die immer mehr steigen, schon alleine die Mieten sind kaum noch zu bezahlen). Viele lassen sich im Fachhandel beraten und kaufen dann doch im Internet.


      • Leider sehen vile nurden günstigen Preis im Netz und wünscht sich aber Beratung bzw. "Anfassen" vor Ort. Doch man sollte, ich sehe das zumindest so, auch im Einzelhandel kaufen und Amazon und Co. außen vor lassen. Das geht nicht immer, aber es kommt doch auch nicht immer und bei jedem Kunden oder Kauf auf jeden Euro an. Und wenn man vergleicht, sollte man genau prüfen (können) ob das Produkt für 4 € dem Produkt für 20 € in jedem Fall entspricht. Es soll vorkomen, das man billges Zeugs kauft und am Ende drauf zahlt .... Der Einzelhandel vor Ort hat in jedem Fall Kosten, die er umverteilen muss, die ein Online Händler nicht unbedingt haben muss ... ich könnt noch lange so weiter machen mit den Argumenten ...

        Eines ist aber klar, der Service im Online Handel ist gut, zumindest bei vielen Anbietern, und das muss auch so sein, es geht mir darum, dass der Einzelhandel bei der Marge kaum ne Chance hat wenn der Kunde immer nur nach dem günstigsten sucht.


    • der nächste Kommentar von dir, der nur mit Stereotypen arbeitet. Nichts davon trifft auf sämtliche Leute zu die ich kenne. Was nicht ausschliesst das es solche Praktiken gibt. Wer Klamotten online bestellt muss auch fast so handeln, weil die Anprobe-Kabine eben zu Hause ist. Wenn ich Schuhe im Laden kaufe probiere ich auch mehrere bis mir ein Paar passt. Wenn der Online-Händler das nicht möchte, soll er eben nur eine Klamotte pro Besteller verschicken, ist doch nicht das Problem vom Kunden.
      Im übrigen ist das der nächste Kommentar von dir, in dem du versuchst die üblen Praktiken von Amazon rechtzufertigten und zu relativieren. Gibt es da irgendeinen Grund dafür, den wir kennen sollten ?


  • In Deutschland ist solch ein vorgehen in der Regel nicht so einfach möglich.
    Der betrieblichen Interessenvertretung und Betriebsräten sei Dank.


    • Hat Amazon überhaupt einen Betriebsrat? Und falls ja, hat der überhaupt Einfluss?


      • Die meisten Standorte haben einen Betriebsrat.
        Laut § 102 Abs.1 Betriebsverfassungsgesetz muss der BR vor einer Kündigung / Abmahnung gehört werden und die Gründe sind dem BR mitzuteilen. Erfolgt diese Anhörung nicht, ist eine Kündigung / Abmahnung unwirksam.

        Wie gesagt, in Deutschland ist ein vorgehen, wie im Artikel beschrieben, so nicht möglich.


      •   25
        Gelöschter Account vor 5 Monaten Link zum Kommentar

        Und wie viele Betriebsräte kennt ihr die wirklich viele Kündigungen verhindern konnten?
        Ich erlebe es gerade wieder live das der Betriebsrat nicht wirklich viel Macht hat wenn die Unternehmensführung Personal abbauen will und das zum 3. Mal in 10 Jahren.


      • Wenn "aus betrieblichen Gründen" gekündigt wird, können Betriebsräte nicht viel machen, die im Artikel beschriebene Vorgehensweise zu kündigen ist aber nach deutschem Arbeitsrecht nicht zulässig, nach amerikanischem aber offensichtlich schon. Hierzulande müssen grobe arbeitsrechtliche Verstösse oder schweres, zuvor abgemahntes persönliches Fehlverhalten vorliegen, um aus persönlichen Gründen gekündigt zu werden.
        Das beschriebene Verhalten dürfte sich also nur auf amerikanische Standorte und sicher nicht Amazon alleine beziehen. Eine arbeitsrechtliche Klage hierzulande dagegen dürfte aussichtsreich sein.
        Errungenschaften des deutschen Arbeitsrechts wie Betriebsräte, paritätische Mitbestimmung usw. haben aber auch schon nachweislich Arbeitsplatzabbau verhindert, oder zumindest abgemildert.


      • Der BR muss/soll zwar gehört werden. Aber die Kündigung verhindern kann er eher nicht.


      • Wenn sie gegen geltendes Recht verstößt schon. Das kann sogar der Mitarbeiter selber. Dass er sich dann mitunter auch mit einer Abfindung zufrieden geben muss, statt auf Wiedereinstellung beharren zu können, weil nun das "Vertrauensverhältnis" zum Arbeitgeber (wohlgemerkt verursacht durch letzteren) gestört ist, halte ich allerdings für einen Mangel im Arbeitsrecht.


      •   25
        Gelöschter Account vor 5 Monaten Link zum Kommentar

        @Micheal K.
        Jeder Arbeitsgeber kann das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen rechtmäßig kündigen. Sie müssen sich nur an die Kündigungsfrist halten und schon bist du raus. Da kann der Betriebsrat rein gar nichts machen habe ich oft genug erlebt. Zum Glück nicht am eigenen Leib.


      • Prinzipiell stimmt das. In der Praxis scheitert das aber oft am Kündigungsschutzgesetz, nachdem die Kündigung sozial gerechtfertigt sein muss.
        Möglicherweise kann das Kündigungsschutzgesetz nicht immer angewendet werden, vielleicht bei kleinen Betrieben nicht, und während der "Probezeit" nicht, und was weiss ich, wann nicht, ich bin kein Arbeitsrechtsexperte, aber meistens kann ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer auch ordentlich nicht einfach unbegründet kündigen, weil eben das Kündigungsschutzgesetz greift.
        Ginge das einfach so, würden kaum Abfindungen zur freiwilligen Aufhebung des Arbeitsverhältnisses angeboten, denn das würde aus Sicht des Arbeitgebers ja überhaupt keinen Sinn machen - er müsste ja nur ordentlich kündigen.
        Schlechte Arbeitsleistung wäre sogar ein Grund für eine ordentliche Kündigung laut Quelle.
        Als ich bei den Amerikanern gearbeitet hatte, meinte aber der Betriebsrat, das Ranking zur Begründung einer Kündigung käme vor keinem deutschen Arbeitsgerichts durch, und tatsächlich wurde während meiner gesamten Zeit dort noch nicht mal der Versuch unternommen, irgend jemanden zu kündigen, weil er dem Ranking nach als "Low Performer" galt.

        https://www.finanztip.de/ordentliche-kuendigung/

        http://www.gesetze-im-internet.de/kschg/BJNR004990951.html#BJNR004990951BJNG000200311


        Quellen: finanztip, gesetze-im-internet


    • Insofern es sie gibt. Im übrigen steht auch nicht immer fest, auf wessen Seite diese Betriebsräte stehen. Erinnert euch an die VW Affäre, als man diese (fürstlich bezahlten) Herren mit allem möglichen bis hin zu Prostituierten korrumpiert hat.


  • Die Frage ist halt, sind die Kennzahlen realistisch und für einen normalen Arbeitnehmer auch machbar? Ja? Dann ist das teilweise nicht schlecht soweit, sofern auch wirklich faule MA dadurch identifiziert werden können. Aber so wie ich Amazon kenne, sind die Kennzahlen utopisch und kaum erreichbar. Davon abgesehen ist es in Deutschland schwierig jemanden wegen Schlechtarbeit feuern zu können.

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