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Bedienungshilfen in Android: So macht man Smartphones stark für schwache Augen

Smartphone-Displays haben für viele Menschen einen Haken: Die Schrift ist oft zu klein und alle Bedienfelder sind zu nah beieinander. Es gibt aber Mittel und Wege, wie man Android mit Bordmitteln ein wenig besser bedienbar macht - größere Schriften, Zoom und TalkBack machen Smartphones selbst für Menschen mit den schwächsten Augen gut verwendbar. Wir zeigen, wie das geht.

Akkupower von morgens bis abends ist für Heavy User leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.
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old man looking at smartphone
Nicht verzagen: Auch für schwache Augen sind moderne Smartphones geeignet. / © PathDoc, shutterstock.com

Android und Touchbedienung allgemein wurde von jungen Menschen für junge Menschen gemacht. Doch was dabei niemand bedacht hat, ist, dass die Linsen in unseren Augen mit den Jahren an Flexibilität verlieren und man damit seine Fähigkeit einbüßt, nahe Gegenstände - wie ein Smartphone - zu fokussieren. Diese Altersweitsichtigkeit wird meistens mit Lesebrillen ausgeglichen. Doch will man nicht jedes mal das Nasenfahrrad suchen, nur um schnell die Uhrzeit vom Telefon abzulesen. Daher hat man im Android-Betriebssystem Bordmittel mitgeliefert, mit denen sich die Schriften und die gesamte Bedienung auf diesen unvermeidlichen Sehfehler hin optimieren lassen.

TalkBack

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Neben dem konsequenten Vorlesen all dessen, was man am Bildschirm bedient, liefert TalkBack mit seiner Gestensteuerung ein Werkzeug, mit dem sich Smartphones fast blind bedienen lassen. / © ANDROIDPIT

TalkBack ist ein Sprach- und Sound-Feedback zu dem, was sich gerade auf dem Bildschirm abspielt. Der Screenreader liest Texte in Apps und Browser-Fenstern und das, was man gerade tippt, laut vor. Listen lassen sich mit akustischer Untermalung durchscrollen und Elemente durch einfaches Antippen vorlesen, durch zweifaches Antippen aktivieren. Gestensteuerung macht auch komplexere Menü-Befehle greifbar. Das Tutorial zu TalkBack geht über mehrere Minuten und wer es einmal absolviert, der wird merken, dass es sich mit verbundenen Augen durchführen lässt - was ziemlich beeindruckend ist!

Untertitel

Für diejenigen, deren Gehör beeinträchtigt ist - und auch dies kann eine gewöhnliche Verschleißerscheinung des Alters sein - hat Android auf System-Ebene Untertitel eingeführt, die es allen Apps auf eine einheitliche Weise ermöglicht, Sprache als Text auszugeben und über das angezeigte Bild zu legen. Wer möchte, kann dafür eine Sprache auswählen, die von der Systemsprache abweicht.

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Untertitel (links) sollen alle Apps und Videos mit Bildschirmtext versehen, und so die ausgegebene Sprache in lesbare Form bringen. Leider wird das noch nicht flächendeckend unterstützt. Besser funktioniert der Zoom (rechts), der stufenlos Bildschirmbereiche vergrößert. / © ANDROIDPIT

Vergrößerungsbewegungen

Die Bildschirmlupe (siehe oben) gibt dem dreifachen Antippen des Bildschirms einen neuen Sinn: Der Bereich um den Finger herum wird schlagartig auf das Doppelte seiner Größe gestreckt. Man kann den Finger auch bewegen, was den angezeigten Bidschirmausschnitt verschiebt. Mit einem zweiten Finger kann man zusätzlich Pinch-to-Zoom durchführen, also den Zoom stufenlos nachjustieren.

Großer Text

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Großer Text erhöht Größe und Dicke der Systemschriftart und erzielt damit so lange eine bessere Lesbarkeit, wie Zeilenumbrüche möglich sind. Abgeschnittene Einträge in Menüs oder App-Beschriftungen sind unerfreuliche Nebenwirkungen. / © ANDROIDPIT

Die Option gibt den Bildschirmschriften in Menüs, Homescreen, App Drawer und einigen Apps ein paar zusätzliche Pixel, was ihre Lesbarkeit deutlich erhöht. Leider werden durch die zusätzliche Breite ab und an Wörter abgeschnitten, was die Lesbarkeit wiederum verschlechtert. Auch funktioniert der Kniff nicht im Benachrichtigungs- und Schnelleinstellungs-Drawer.

Fazit

Ob für Seh- oder Hörgeschädigte: Google und die Open-Source-Gemeinde haben in Android tolle Werkzeuge mitgeliefert, mit denen auch Nutzer mit verringerter Sinnesleistung noch viel von ihrem Smartphone haben. Insbesondere TalkBack ist ein beeindruckendes Tool, das man einmal mit Köpfhörer und verbundenen Augen ausprobieren sollte. (Das Deaktivieren allerdings war gar nicht so einfach. Wenn Ihr das Tutorial anfangt, dann absolviert es auf jeden Fall. Andernfalls werdet Ihr nicht mehr zurecht kommen!

Leider muss vor allem für Schwerhörige noch viel getan werden, da die Untertitel-Ausgabe noch große Lücken aufweist. Eine Spracherkennung mit Übersetzung ist aber vielleicht in wenigen Jahren schon kein Problem mehr. Immerhin wird dieses Feature auf YouTube schon länger experimentell eingesetzt. 

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