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Bazuc: Vorsicht vor der App zum Verkaufen von SMS

Bazuc - Free Money ist eine zweifelhafte App, mit der Nutzer ihr SMS-Kontingent "verkaufen" können. Die kostenlose Anwendung verspricht einen finanziellen Gewinn, vermeintlich lukrativ für die Inhaber einer SMS-Flat oder eines großen SMS-Volumens. Die Antivirus- und Sicherheitsexperten von Lookout warnen aber vor den damit verbundenen Risiken.

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Geld verdienen mit ungenutzten SMS? Experten raten zur Vorsicht! / © Bazuc

Ist die Bazuc-App installiert, verschickt sie hauptsächlich Werbe-SMS im großen Stil. Für jede Nachricht soll der Nutzer ein Zehntel eines Cent bekommen. Die Sicherheitsexperten von Lookout haben die Anwendung untersucht und warnen vor der Installation.

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Vorsicht vor der App Bazuc - Free Money. / © Bazuc

Die wichtigsten Fakten laut Lookout im Überblick: 

  • 10.000 – 50.000 Nutzer haben Bazuc aus dem Google Play Store heruntergeladen. Google hat Bazuc aus dem Google Play Store entfernt, jedoch ist die App nach wie vor in Stores von Drittanbietern erhältlich. Schätzungen von Lookout zufolge haben vermutlich Tausende die App bereits aus solchen Dritt-Stores heruntergeladen.
  • Alle Nutzer, die die App absichtlich oder unabsichtlich heruntergeladen haben, unterstützen damit Spam-Kampagnen, die es Firmen ermöglichen, Spam-Filter oder andere Sicherheitssysteme zu umgehen.
  • Als Teil dieser Machenschaften wurden die persönlichen Daten der Bazuc-Nutzer veröffentlicht und in Umlauf gebracht.
  • Bazuc ermöglicht Nutzern angeblich den kostenlosen Versand von Nachrichten. Lookout hat jedoch herausgefunden, dass nur 1,5 Prozent der untersuchten Nachrichten tatsächlich von Menschen verfasst und versendet wurden.
  • Da die persönlichen Daten der Nutzer durch die App öffentlich zugänglich sind, werden diese häufig Opfer von Datendiebstahl und lästigen Telefonanrufen. Zudem können sie bei etwaigen Ermittlungen zur Rechenschaft gezogen werden, weil ihr Handy von Dritten für kriminelle Aktivitäten genutzt wird.

In einer E-Mail an AllThingsD äußerte sich der Erfinder von Bazuc, Richard Loomis, zu den Vorwürfen. Ja, es gebe Risiken für die Nutzer von Bazuc, auf diese werde aber ausdrücklich hingewiesen, schreibt er:

"Ja, die Installation ist für den Nutzer mit Risiken verbunden, auf die wir ausdrücklich auf der Website und in der App hinweisen. Wie ich in vielen Jahren Geschäftserfahrung gelernt habe, zahlen sich Ehrlichkeit und Offenheit bezüglich der negativen Aspekte eines Produktes aus und gewinnen das Vertrauen der Kunden. Ich habe nichts zu verbergen..."

"Yes, there are risks involved for the app users, which are very clearly posted in a very large font on both the website and inside the app itself. One thing I’ve learned from many years of business, honesty and being upfront about the negative aspects of anything goes a long way and earns you trust with the people you’re doing business with. I have nothing to hide..."

Loomis bestätigte, dass Bazuc zweimal aus dem Google Play Store entfernt wurde, weil die App eine Klausel verletzte, nach der Nutzer dazu aufgefordert werden müssen, das Verschicken einer SMS zu bestätigen. Derzeit wird Bazuc über die Website vertrieben, aber auch hier mit dubioser Methode: Verweilt ein Besucher zwanzig Sekunden auf der Seite, lädt sich die Android-App automatisch herunter.

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Die deutsche Website von Bazuc. / © Bazuc

Ihr solltet also genau darauf achten, welchte Apps Ihr aus welcher Quelle herunterladet und installiert. Angebote zum schnellen Geldverdienen sind oft eine Falle oder mit erheblichen Risiken verbunden. Im Zweifelsfall erkundigt Euch genau über die Berechtigungen einer App.

Via: AllThingsD Quelle: Lookout

16 Kommentare

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  • Wer ein 1500-SMS-Paket tatsächlich regelmäßig aufbraucht, wird womöglich bald mit Kündigung bedroht werden?


  • Angebote zum "Geld verdienen im Internet", auch noch in holprigem Deutsch - sicher etwas, das sich alle sofort installieren sollten, und womit sich locker ein dreistelliger Eurobetrag im Monat erzielen lässt. (Obwohl, das habe ich schon, aber nicht unbedingt "locker" und mit einem ganz anderen Angebot).


  • Fehlt eigentlich nur noch, das die Nutzer zu den SMS-Geschichten, auch noch ihr privates Bankkonto zwecks Zahlungsabwicklung zwischen dem Laden und seinen Kunden bereitstellen ...


  • Bei O2 ist es Verboten automatisierte Massen SMS zu versenden. Außerdem SMS verschicken braucht auch Strom. Auf der Straße verdient man als Bettler mehr.
    Stom + Kaum Verdienst + seinen Handyvertrag riskieren = Solche Dubiosen Apps nicht holen


  • Also wenn ich schon auf einer von Google schlecht übersetzten Seite lande, werde ich dort doch sicherlich nicht meine Telefonnummer angeben.

    Meiner Meinung nach sind die Benutzer, die sich wegen solchen Apps probleme einfangen, selbst Schuld.


  • Sign Chris L.


  • Wie blöd manche Leute wohl sind... allein für den Kleckerbetrag von ca. 7 EUR müssen also 10.000 SMS über das eigene Handy versendet werden....

    Nein, das fällt dem eigenen Provider natürlich nicht auf...

    Meine Fresse, normalerweise würde man sagen: Gier frisst Hirn, aber bei 0,001 Cent ist das ja nicht einmal mehr gierig, sondern einfach nur blöd.


  • Wenn ich schon die Webseite sehe läuten bei mir schon Alarmglocken. Wer immer noch glaubt er bekomme was geschenkt ist einfach nur DUMM.


  • Ich bekomme langsam wirklich Übelkeit... wie viele "Unternehmen" mittlerweile auf diesen "Micro-Cent"-Zug aufspringen. Schlimmer noch: Wie viele Nutzer Denken, dass es sich wirklich lohnt und einfach Ihre nummer herausgeben. Das wäre wohl das letzte was mir einfallen würde.
    Ich hasse Spam in jeder Form und es wäre wohl das letzte das ganz noch zu Unterstützen....


  • den gleichen Gedanken hatte ich auch Fabian p


  • Was viel interessanter wär ob man als Nutzer seine Pflichten gegenüber seinem Provider gar verletzt und sich dadurch sogar Schadensersatzpflichtig macht.
    Man bietet als Privatkunde immerhin sein SMS Volumen oder seine Flat zu kommerziellen Zwecken eines Dritten an. Meine in den AGB's der Netzbetreiber steht auch drin man darf die es nicht gewerbsmäsig nutzen.

    Wär mal interessant von Juristen, die es doch sicher hier auch als User gibt zu erfahren wo die gewerbsmäßige Nutzung in solch einem Fall anfängt und ob man eventuell in Regress genommen werden kann.


  • Cherry Coke, bitte sag mir das war Ironie...


  • Cool, werde ich definitiv mal ausprobieren. Schade dass hier nicht steht wie die Auszahlung läuft.


  • Verweilt ein Besucher zwanzig Sekunden auf der Seite, lädt sich die Android-App automatisch herunter.

    ist das rechtlich erlaubt???


    • Ich denke schon. Normale Browser zeigen in diesem Fall ja einen Download-Dialog mit den Auswahlmöglichkeiten "Speichern", "Öffnen" und "Abbrechen", der dem Benutzer die Möglichkeit gibt, den Download nicht durchzuführen. Auf vielen "normalen" Download-Seiten wie z.B. Sourceforge starten Downloads ja auch automatisch nach einigen Sekunden (z.B. Firefox: http://sourceforge.net/projects/firefox.mirror/files/latest/download). Hier allerdings erst, nachdem man zuvor auf der vorangehenden Seite explizit "Download" ausgewählt hatte. Das sofort zu tun, ist natürlich etwas "unhöflich" und zeigt, worauf es dem Anbieter ankommt - nämlich seine Malware zu verbreiten. Allerdings tut ein Download allein ja noch nix außer Datenverbrauch zu produzieren. Um die App zu installieren, muß der Benutzer dann ja selbst nochmal aktiv werden und die heruntergeladene APK starten und hierzu zuvor noch die Installation von anderen Quellen in den Einstellungen seines Gerätes erlauben.

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