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Ausprobiert: Mit der VR-Kamera Samsung Gear 360 durch Paris

Im Rahmen einer Pressetour durch Paris konnte ich die VR-Kamera Samsung Gear 360 ausprobieren. Das hat sehr viel Spaß gemacht, allerdings zeigten sich schnell Schwächen bei der Bedienung und das Fotografieren mit der Gear 360 will gelernt sein.

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Los geht’s in La Défense, einem Hochhausviertel am Rande von Paris. Nicht alle Hochhäuser sehen besonders hübsch aus, immerhin sticht unter anderem das Gebäude Grande Arche hervor, das auf einer Sichtachse mit dem bekannten Arc de Triomphe steht. Manche Gebäude haben spannende architektonische Ideen oder Details - aber bei weitem nicht alle. Hier wage ich meine ersten Schritte mit VR-Fotografie.

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Die Gear 360 in der Seitenansicht / © ANDROIDPIT

Am Anfang steht eine wichtige Systemfrage. Denn es gibt zwei Wege, ein Foto bzw. Video mit der Gear 360 aufzunehmen:

  • Gear 360 in der Hand halten oder auf den Boden stellen und mittels des Gear-360-Managers auf dem Smartphone auslösen
  • Den Auslöseknopf der Gear 360 drücken - nach zwei Sekunden beginnt dann die Aufnahme auch ohne gekoppeltes Phone.

Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile und keine eignet sich in jeder Situation. Spontanaufnahmen sind ohnehin nicht die Sache der Gear 360: Die Kamera einschalten, das Handy entsperren, auf eine Verbindung mit der Kamera warten und dann im Gear-Manager die Live-Kamera-Funktion starten: Das ist schon ein wenig fummelig. Alternativ gibt es den Auslöseknopf der Gear 360. Weil dieser aber oben auf der Kamera angebracht ist, ist es schwierig den Knopf zu drücken, wenn die Kamera in der Hand gehalten wird. Hier hilft, dass nach dem Auslöäsen ein Zwei-Sekunden-Countdown startet, bevor die Aufnahme gemacht wird.

Gear 360: Panorama-Aufnahmen transportieren Atmosphäre

Mit der Gear 360 versuche ich also, das Panorama und die Atmosphäre der Umgebung einzufangen. Vor Ort in La Défense geht es mir zunächst darum, den besten Workflow zu finden, um Bilder aufzunehmen: Mit dem Mini-Stativ auf den Boden stellen? Möglich, aber der Boden ist dann sehr nah und etwas überbetont. Hoch in die Luft halten? Gute Idee, leider ist das Auslösen der Kamera dann nicht ganz so einfach. Und im Bild gibt es dann meine Hand zu sehen. Ich entscheide mich letztlich je nach Situation mal für die eine, mal für die andere Option. Am besten gefällt mir meist, die Gear 360 auf den Boden zu stellen, auszulösen und dann von der Kamera ein wenig zurück zu treten.

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La Defénse (2D-Foto mit einem Galaxy S7) / © ANDROIDPIT

In La Défense ist vor allem das Panorama reizvoll. Bei Panoramaaufnahmen kommt die Gear 360 aber an ihre Grenzen - das zeigt sich später beim Betrachten der Aufnahmen. Denn den Bildern der Gebäude fehlt es mitunter an optischen Feinheiten, gerade feine Strukturen an weit entfernten Fassaden sind schwer auszumachen. Je näher ein Objekt an der Gear 360 steht, umso besser ist hingegen die Qualität. Grob geschätzt dürfte die beste Entfernung zwischen einem und sechs oder sieben Metern liegen - innerhalb dieser Entfernung gibt die Gear 360 die Details gut wieder, weiter entfernte Objekte können optische Details einbüßen. Insgesamt ist die Bildqualität aber recht gut. Die Originalbilder zeigen sogar manche Details an, die beim Betrachten mit einer VR-Brille untergehen.

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Ein 360-Grad-Foto mit dem Grande Arche im Hintergrund (Bild wurde aus technischen Gründen herunterskaliert) / © ANDROIDPIT

Dieses oben eingebundene Foto wurde aus technischen Gründen herunterskaliert. In voller Auflösung ist es auf Google Fotos hinterlegt. In diesem Google-Photos-Album gibt es weitere 360-Grad-Bilder:

Gear-360-Bilder mit der Gear VR ansehen

Beim Betrachten der Aufnahmen mit der Gear VR fällt das aber gar nicht so sehr ins Gewicht - vielmehr bringt die VR-Brille die Dimension der originalen Szenerie gut rüber und vor allem konserviert die Gear 360 die Atmosphäre des originalen Schauplatzes. Das Grande Arche sieht auf den VR-Bildern genauso imposant aus wie in echt. Sogar entfernte Details am Horizont - bei einigen VR-Bildern zum Beispiel der Eiffelturm - sind mit der Gear VR besser erkennbar als es auf den Gear-360-Bildern ohne VR-Brille zu erwarten wäre.

Weiterhin bleibt es aber bei dem Problem, dass das Display des Galaxy S7 für VR-Anwendungen keine genügend hohe Pixeldichte hat, sodass stets sogar einzelne Subpixel sichtbar bleiben, worunter auch die Detailschärfe der Gear-360-Bilder leidet. Zum Beispiel ist in einem Bild eines U-Bahnhofs das "Sortie"-Schild ablesbar, über die Gear VR ist das Wort nicht zu entziffern. 

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Erst die Gear VR zeigt, ob die VR-Bilder wirklich was geworden sind / © ANDROIDPIT

Bevor ein Bild auf dem Handy oder der Gear VR anzeigbar ist, muss das Bild von der Kamera kopiert werden. Ich habe einige Bilder auch auf Facebook geteilt, wo es einige User-Beschwerden gab, dass die Bildqualität schlecht sei. Gegenüber den Originalbildern auf meinem S7 sind die veröffentlichten Bilder tatsächlich schlechter. Offenbar komprimiert Facebook die Aufnahmen neu, wodurch die Fotos an Detailreichtum verlieren. Hier mussFacebook dringend nachbessern.

Eine weitere Klage betraf die Perspektive, denn zumindest ein Foto war tatsächlich nicht gerade ausgerichtet - eine nachträgliche Korrektur scheint aber nicht ohne weiteres möglich zu sein. Wer sich die Bilder mit einer VR-Brille ansieht, bemerkt die leicht schiefe Horizontebene aber kaum. Für VR-Fotografen heißt es trotzdem, die Gear 360 besser gleich richtig ausrichten.

Stativ erweist sich als gute Option beim Fotografieren mit der Gear 360

Die Tour führt noch durch weitere Gegenden in Paris. Nach und nach zeigt sich, dass für die VR-Fotografie mit der Gear 360 ein klassisches Stativ recht nützlich ist. Das hebt die Kamera etwas höher, was die Perspektive der Aufnahmen natürlicher erscheinen lässt. Außerdem sorgt es für einen sicheren Stand der Gear 360 und hilft bei der korrekten Ausrichtung.

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Die Gear 360 auf einem Stativ / © ANDROIDPIT

Auch die Suche nach einem VR-tauglichen Motiv ist gänzlich anders als bei der klassischen Fotografie. 360-Grad-Fotos sollten in jeder Richtung über interessante Inhalte verfügen - ein Frontal-Foto ist natürlich möglich, aber ziemlich witzlos. Daher muss die Kamera möglichst nah dran und in die Mitte des Geschehens. Dann schafft es die Gear 360, die Stimmung eines Ortes einzufangen. 

Die Gear 360 im Stade de France

Am Abend besuchte die Reisegruppe noch das Europameisterschaftsspiel Deutschland gegen Polen. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir hier aber keine Bilder aus dem Stadion zeigen. Der Eindruck der VR-Bilder setzt sich auch hier fort: Details sind bei nahen Objekten und Personen gut zu sehen, allerdings sind die Spieler auf dem Spielfeld auf den Bildern nicht gut zu erkennen. Dafür ist die Atmosphäre gleich da - VR-Bilder wecken einfach die Erinnerungen viel besser als es klassische Fotos könnten.

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Samsung Gear 360 / © ANDROIDPIT

Erschwerend kommt im Stadion noch hinzu, dass es zwei Blickrichtungen gibt, die sehr unterschiedliche Lichtverhältnisse aufweisen. In Richtung Spielfeld ist es recht hell, während die Lichtverhältnisse bei Blickrichtung nach hinten deutlich schlechter werden. Mit dieser Beleuchtungssituation kommt die Gear 360 nicht überragend gut klar - vor allem das Spielfeld wirkt überbelichtet.

Wieder muss die VR-Brille herhalten: Die Atmosphäre des Stadionbesuchs ist sofort da - die Details bzw. Spieler auf dem Spielfeld in der Entfernung kommen aber nicht so gut rüber. Für VR-Bilder ist der Aufnahmeort aber auch nicht ideal, denn im Publikum ist eben nicht die Action, sondern die findet auf dem Platz statt - da hätte also die Gear 360 stehen müssen. 

Gear 360: Ein Kurzfazit aus Paris

Für ein vollständiges Fazit hat die kurze Reise nach Paris natürlich nicht gereicht - wir werden die Gear 360 in den kommenden Tagen und Wochen ausführlich testen. Insgesamt macht das Fotografieren mit der Gear 360 viel Spaß, aber die Ergebnisse überzeugen nicht immer - wenngleich die Ergebnisse über die VR-Brille meist beeindruckend ausfallen. Aber feine Details in einiger Entfernung kann die Kamera nicht so sauber zeichnen. Im weiteren Test nehmen wir auch die Video-Funktion näher unter die Lupe und suchen nach Wegen, die besten VR-Bilder zu knipsen.


Offengelegt: Samsung bezahlte die Reisekosten nach Paris, die Verpflegung vor Ort und hat uns am Abend zum Europameisterschaftsspiel Deutschland gegen Polen eingeladen.

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Top-Kommentare der Community

  • Uta 21.06.2016

    Top! Ein wirklich toller Artikel mit tollen Bildern, die die Qualität der Kamera wunderbar verdeutlichen...

12 Kommentare

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  • Klasse gemacht. Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich hab die Kamera jetzt seit ein paar Tagen und bin noch am Ausprobieren. Im Märt fliege ich nach Rom und freue mich schon darauf, die Kamera dort zum Einsatz zu bringen.
    Aufgrund des ARtikels und der tollen Fotos im Beitrag sehe ich der Sache jetzt noch positiver entgegen :-)
    Danke!

  • Uta 21.06.2016 Link zum Kommentar

    Top! Ein wirklich toller Artikel mit tollen Bildern, die die Qualität der Kamera wunderbar verdeutlichen...

  • Paris in 3D, in 14 Tagen ;-) aber mir bezahlt niemand die Reise :O

  • Bleibe bei meiner Theta S....

  •   27

    Leicht OT
    Erinnert ihr euch noch an die Studenten-Panono-Kamera von 2013? Kann man jetzt kaufen:

    http://www.zeit.de/digital/mobil/2016-03/panono-wurfkamera-360-grad-samsung-vr-brille-test

    Tolle Idee, aber die nervige, notwendige Server-Bildbearbeitung passt nicht zum ambitionierten Preis.

  •   27

    Cool:
    "Offengelegt: Samsung bezahlte die Reisekosten nach Paris, die Verpflegung vor Ort und hat uns am Abend zum Europameisterschaftsspiel Deutschland gegen Polen eingeladen."

    Danke für die Info. Schade, die Publikums-Viewer-Simulation aus dem Stadion hätte ich gerne gesehen. Gibts auch Filme? Wie sieht es mit der VR-Tauglichkeit der Aufnahmen außerhalb des Samsung-Universums aus?

    • Videos sind mit der Gear 360 natürlich auch möglich. Darauf gehe ich im ausführlichen Test genauer ein. Die Aufnahmen lassen sich mit anderen VR-Brillen ansehen - auf einige Fallstricke gehe ich im ausführlichen Test ebenfalls ein. Nur so viel: So ganz einfach ist es nicht, anderen Gear-VR-Besitzern die Aufnahmen zugänglich zu machen. Cardboard-Besitzer schnappen sich einfach die Aufnahmen auf Google Photos.

      • Guten Tag alle zusammen,

        ich hatte ebenfalls überlegt, mir eine Gear 360 z kaufen. Wenn wir von Problemen sprechen, die Bilder zu teilen, ist damit nicht gemeint, diese auf einen Laptop oder ein anderes externes Gerät zu ziehen oder?

        Mit freundlichen Grüßen
        Jurassic Park

      • Nein, die Dateien kannst du auf dein Smartphone ziehen und von dort auf einen PC oder wohin auch immer kopieren. Auf der SD-Karte sind die Dateien ebenfalls vorhanden, da fehlt dann allerdings noch der Schritt, die Dateien zu einem echten Panorama zusammenzusetzen.

  • Wirklich beeindruckend wie man sich einfach mal mitten in Paris befindet und sich dann auch noch in alle Richtungen drehen kann. Kommt mir beim Durchschauen vor wie Urlaubsfoto 2.0 :D

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