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Asus ZenFone 6 im Hands-on: Das Flaggschiff mit rotierender Kamera
Asus Zenfone 6 (2019) Hardware Smartphone Test 6 Min Lesezeit 11 Kommentare

Asus ZenFone 6 im Hands-on: Das Flaggschiff mit rotierender Kamera

Angesichts anderer chinesischer Hersteller auf dem europäischen Markt, hatte Asus zuletzt einige Schwierigkeiten. Doch seit letztem Jahr kann der taiwanesische Hersteller langsam wieder mehr Aufmerksamkeit erregen. Das neue, in Valencia vorgestellte, Flaggschiff soll Asus wieder zu altem Glanz zurückbringen. Aber ist das ZenFone 6 in der Lage, es mit Konkurrenten wie dem Samsung Galaxy S10+, dem Huawei P30 Pro und dem OnePlus 7 Pro aufnehmen? Erste Antworten gibt es in unserem Hands-on.

Günstiger als die anderen

Asus hat sein neues ZenFone 6 in der spanischen Stadt Valencia vorgestellt.. Das Smartphone wird ab dem 25. Mai in Schwarz erhältlich sein. Eine silberne Version erscheint Mitte Juni.

Preislich bleibt Asus dabei günstig: Die Version mit 6 GByte RAM und 64 GByte Speicher gibt es für 499 Euro. Für 559 Euro bekommt man die Variante mit 8 GByte RAM und 128 GByte Speicher, 599 Euro kostet das Smartphone mit 8 GByte RAM und 256 GByte internem Speicher.

Das Smartphone ist preislich somit etwas unterhalb des OnePlus 7 positioniert und bietet gleichzeitig etwas weniger internen Speicher. Im Vergleich zu anderen Flaggschiffen auf dem Markt ist das ZenFone 6 insgesamt deutlich erschwinglicher und sitzt somit zwischen der Premium-Mittelklasse und den High-End-Geräten.

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Die schwarze Version kommt Ende Mai, gefolgt von der silbernen Version Mitte Juni. / ©  AndroidPIT

Ästhetisch ansprechend und mit schwenkbarer Kamera

Wie andere Smartphones auf dem Markt hat auch das ZenFone 6 ein großes, randloses 6,4-Zoll-Display. Ästhetisch ist das Gerät daher angenehm anzusehen, aber auch zu bedienen - eine Notch oder ein Loch für die Frontkamera fehlen.

Auch ist die Frontkamera nicht wie beim OnePlus 7 Pro oder dem Oppo Reno 10x Zoom in einem Popup- oder Haifischflossen-Mechanismus versteckt. Stattdessen entschied sich Asus für eine rotierende Kamera, die als "Flip-Kamera" bezeichnet wird. Hierbei wird die hintere Dual-Kamera um 180 Grad umgeklappt, und dient dann als Selfie-Cam. Asus garantiert, dass die Kamera 100.000 Mal "geflippt" werden kann. Das entspricht 28 Kamerabewegungen pro Tag für 5 Jahre. Für zusätzlichen Schutz erkennt ein Sensor die Beschleunigungsrate des Telefons, sodass die rotierende Kamera im Falle eines Sturzes automatisch einklappt.

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Der Bildschirm des ZenFone 6 nimmt 92 Prozent der Front ein. / © AndroidPIT

Die Wahl dieses Mechanismus mag ungewöhnlich scheinen, aber ist es ist eine clevere Lösung, die in einem recht einheitlich gewordenen Smartphone-Markt auch noch originell ist. Damit hebt sich Asus vom Wettbewerb ab. Meiner Meinung nach ist dies auch deshalb eine interessante Wahl, weil das Smartphone damit nicht einfach eine blasse Kopie anderer High-End-Geräte ist. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Einsatz dieser rotierenden Kamera im Alltag als sinnvoll erweist.

Interessanterweise hat Asus einen traditionellen Fingerabdrucksensor verbaut, anstatt ihn in das Display zu integrieren. Natürlich ist das eine Kostenfrage, da die In-Display-Sensoren teurer sind. Aber angesichts dessen, dass die Fingerabdruckscanner im Display noch immer nicht allzu gut funktionieren, ist es eine gute Entscheidung.

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Die Smart-Taste befindet sich noch auf der Seite. Sie kann angepasst werden. / © AndroidPIT

Weitere positive Merkmale sind eine Klinkenbuchse, Stereo-Speaker und eine Benachrichtigungs-LED. Andererseits gibt es kein kabelloses Laden und eine IP-Zertifizierung fehlt ebenfalls. Auch dem blauen Asus-Logo auf der Rückseite des schwarzen Modells stehe ich skeptisch gegenüber. Hier hätte ich etwas mehr Diskretion geschätzt.

Ansonsten ist das ZenFone 6 dank einer Kombination aus Metall und Glas ein elegantes Smartphone. Es liegt gut in der Hand und wirkt solide. Mit 196 Gramm ist das Smartphone ziemlich schwer und ist aufgrund seines großen Akkus recht dick.

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Trotz Glasrückseite lässt sich das Smartphone nicht kabellos aufladen. / © AndroidPIT

IPS statt AMOLED

Asus hat sich für ein 6,4 Zoll großes IPS-Display entschieden.  Die Farben wirken kräftig und das Display ist hell genug - Asus verspricht 600 nits. Auch in sonnigen Umgebungen wie Valencia.

Das ZenFone bietet eine Full-HD-Plus-Auflösung. Für die meisten Benutzer reicht das aus. Wer mehr möchte, wird jedoch das OnePlus 7 Pro wegen seiner Auflösung und der Bildwiederholfrequenz von 90 Hz bevorzugen. Wir schauen uns das Display im vollständigen Test noch genauer an.

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Kein AMOLED, aber der Bildschirm sieht gut aus. / © AndroidPIT

Android Pie und ZenUI 6

In der Vergangenheit wurde Asus häufig zu Recht wegen seiner mit Bloatware infizierten Oberfläche kritisiert. Doch Asus hat sich weiterentwickelt und bietet nun ein sauberes Betriebssystem, das einer Stock-Android sehr nahe kommt.  Noch ist aber nicht alles ist perfekt. Noch immer gibt es allerlei zusätzlich Apps wie Facebook, Messenger und Instagram, aber Asus macht erhebliche Fortschritte.

Mit dem ZenFone 6 stellt Asus auch ZenUI 6 vor, eine Android-Version auf Basis von Android Pie. Die neu gestaltete Benutzeroberfläche enthält Animationen und wurde so konzipiert, dass sie einfach mit einer Hand zu bedienen ist. Einen Dark Mode gibt es ebenfalls.

Während meines erstens Tests ist das ZenFone 6 angenehm zu Nutzen und läuft sehr flüssig. Asus hat auch die nächsten beiden großen Android-Updates, Android Q und Android R, für das Smartphone in Aussicht gestellt.

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ZenUI 6 ist recht nah am puren Android. / © AndroidPIT

Power unter der Haube

Mit dem Snapdragon 855 und seinen 6 oder 8 GByte RAM ist das ZenFone 6 perfekt gerüstet, um mit anderen Flaggschiffen zu konkurrieren. Natürlich hatte ich bisher keine Gelegenheit, das Smartphone auszureizen. Aber ich mache mir keine Sorgen um die Leistung des Geräts. Das ZenFone 6 scheint für alle Arten von Anwendungen gut gerüstet. Asus macht an dieser Stelle keine Kompromisse.

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Die rotierende Kamera kann sich um bis zu 180 Grad drehen. / © AndroidPIT

Eine rotierende Kamera

Anders als viele vielleicht gehofft haben, hat das Asus-Telefon nicht die aktuell angesagte Kombination aus Weitwinkel-, Teleobjektiv- und Ultra-Weitwinkelobjektiv an Bord. Stattdessen gibt es eine Dual-Kamera. Das motorisierte, rotierende Kameramodul enthält eine Hauptkamera mit dem 48-Megapixel-Sensor Sony IMX586 (f/1.79 Blende) und eine zweite Kamera mit 13 Megapixel und Ultraweitwinkel mit einem Blickwinkel von 125 Grad. Ein Motor dreht das Modul bei Bedarf um 180 Grad.

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Das ZenFone 6 ist das erste Smartphone, mit dem sich 4K-Videos bei 60 fps über die "Frontkamera" aufnehmen lassen. / © AndroidPIT

Die Kamera fokussiert schnell ist und die ersten Aufnahmen sehen bereits gut aus. Asus bietet auch einen HDR+- und einen Super-Night-Modus für bessere Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen. Asus setzt beim ZenFone auf die Kamera und die Rechnung scheint, in Anbetracht des Preises, auf den ersten Blick aufzugehen.

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Es ist auch möglich, die rotierende Kamera nur um 90 Grad umzuklappen. / © AndroidPIT

Ein Monster-Akku

Bei Asus ist es fast schon Tradition, Smartphones mit langer Akkulaufzeit anzubieten. Das ZenFone 6 sollte uns in dieser Hinsicht ebenfalls nicht enttäuschen. Im ZenFone 6 steckt ein Akku mit einer Kapazität von 5.000 mAh. Selbst bei intensivem Gebrauch sollte dieser zwei Tage überstehen und in dieser Hinsicht dem Huawei P30 Pro das Wasser reichen können. Das Asus unterstützt außerdem Quick Charge 4.0. Kabellos lässt sich das ZenFone jedoch nicht aufladen.

Asus Zenfone 6 (2019): Technische Daten

Abmessungen: 159,1 x 75,4 x 9,2 mm
Gewicht: 167 g
Akkukapazität: 5000 mAh
Display-Größe: 6,4 Zoll
Display-Technologie: LCD
Bildschirm: 2340 x 1080 Pixel (403 ppi)
Kamera vorne: 13 Megapixel
Kamera hinten: 48 Megapixel
Blitz: Dual-LED
Android-Version: 9 - Pie
Benutzeroberfläche: ZenUI
RAM: 6 GB
8 GB
Interner Speicher: 128 GB
256 GB
64 GB
Wechselspeicher: microSD
Chipsatz: Qualcomm Snapdragon 855
Anzahl Kerne: 8
Max. Taktung: 2,8 GHz
Konnektivität: HSPA, LTE, NFC, Dual-SIM , Bluetooth 5.0

Erstes Fazit: eine echte Überraschung

Mit seinem ZenFone 6 setzt Asus auf Originalität und überrascht mit einer rotierenden Kamera. Das neue Flaggschiff des taiwanesischen Herstellers hat mit seinem ansprechenden Design und seinen guten technischen Eigenschaften einiges zu bieten, zumal der Akku eine lange Laufzeit verspricht. Hinzu kommen eine vielversprechende Kamera und ein erschwinglicher Preis. Damit könnte das Asus ZenFone 6 zur Konkurrenz für das OnePlus 7 oder das kommende Honor 20 Pro werden.

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11 Kommentare

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  • top Teil , Display hätte einen kleinen Tick größer sein können und das mit der Kamera ist auch nicht so meins. aber sd Kartenslot und einen riesen Akku.👍


  • Für mich ist das Smartphone perfekt. Kamera ist überhaupt nicht wichtig. Geschweige denn Selfies. Kann man Fotos schießen? Ja! Wer besseres will holt sich eine Spiegelreflexkamera... Meine klare Meinung.

    Viel wichtiger ist Speicher RAM und Leistung. Es muss flüssig laufen, nicht hacken und laden bis der Arzt kommt.

    Habe mir vor nicht mal einem Monat ein Honor geholt, sonst würde ich es mir direkt holen.


  • Sieht mal wieder so aus als hätte Asus ein gutes und ungewöhnliches Smartphone im Programm.
    Der Preis ist auch mehr als Fair.
    Wenn es auch noch die Langzeitqualität vom Zenphone 2 hat (welches mehrfach in meiner Familie im Einsatz ist)
    könnten es ein würdiger Nachfolger werden.


  • Schade, leider kein AMOLED-Display. Aber an sich ein gutes Gerät. Ich mag es wenn Hersteller nicht auf In-Display-Technologien beim Entsperren setzen, da mit Panzerglasfolien hier oft Probleme entstehen.


  • Asus ist im Smartphonemarkt ein Exot, zumindest hierzulande. Das macht einen Wiederverkauf schwer. Man sollte sich gut überlegen ob man da zuschlägt. Zumal es auch beim Zubehör keine große Auswahl geben dürfte.


    • Ob nun Exot oder Underdog ist doch egal. Man sollte es jedem selbst überlassen was er kaufen mag. Wiederverkaufs Wert haben doch die meisten Android Geräte sowieso keinen sehr hohen, also was soll´s.


  • Mit 500mAh auch bei intensiver Nutzung zwei Tage überstehen.

    Das sehe ich nicht. Das entspräche einem Verbrauch von 2500 mAh pro Tag. Dafür muss man kein Heavy User sein, wenn man auch noch die große Bildschirmdiagonale bedenkt. Ich will den Akku keinesfalls schlecht reden. Andere Hersteller bieten schließlich weniger, aber ich bezweifle die im Artikel getroffene Aussage.


    • Julius Stiebert
      • Admin
      • Staff
      vor 4 Tagen Link zum Kommentar

      Natürlich ist das nur eine Einschätzung, die auf Erfahrungswerten basiert. Wir werden das ZenFone noch richtig testen und konkretere Aussagen zur Akkulaufzeit liefern.


  • An sich recht solide, aber mich stört einfach massiv dieses Glasrücken + kein Qi Konzept. Entweder Qi einbauen oder keine gottverdammte Glasrückseite... Glas hat abseits von kabellosem Laden ausschließlich Nachteile.

    Und auch diese Mechanik hat mal wieder mMn viel zu viele Nachteile für die wenigen Vorteile, die es bietet. Die Kamera hat aufgrund des wenigen Platzes im Modul nicht einmal einen OIS...


    • Das mit dem Glas auf der Rückseite, da bin ich voll bei dir. Ich verzichte lieber auf Qi habe aber dafür ein etwas unempfindliches Gerät welches ich nicht in Watte packen muss. Mit der Kamera, nun das ist immer etwas wo man nicht allgemein urteilen kann.

      H G


    • Also ich persönlich sehe nicht so unbedingt den praktischen Vorteil des kabellosen Ladens. Die meisten Ladeadapter haben inzwischen eine Möglichkeit, sich die Ladestärke und -geschwindigkeit mit dem Handy eigenständig auszuhandeln.

      Und bei 99,99% der Geräte muss man sich die Lade-Matte ja zusätzlich zum Gerät kaufen.

      Und ob jetzt die Matte an einem Kabel hängt oder das Handy, finde ich eher irrelevant.

      Ist aber nur meine persönliche Meinung, wer Wert darauf legt, kann das gerne nutzen.

      Mein Gerät könnte es auch, aber bevor ich 3 Stunden warte bis das kabellos aufgeladen ist oder eben ne Stunde schneller mit direktem Laden bin, da nehme ich die schnellere Variante und bisher habe ich noch keine Akkuleistungseinbußen festgestellt.

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