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7 Min Lesezeit 21 Kommentare

AR, VR, MR: Welche Realität darf es sein?

Während es nur wenig Zweifel daran gibt, dass wir in einer Realität leben, wollen uns Technologiekonzerne wie Google oder Facebook in ganz neue Welten entführen. Die Rede ist natürlich von Augmented bzw. Virtual Reality, zuletzt auch von Mixed Reality. Was bedeuten diese Konzepte eigentlich und warum sind sie für uns so relevant?

Was unterscheidet das Konzept Augmented Reality von Virtual Reality?

Augmented Reality (erweiterte Realität): Prominente Beispiele sind Head-Up-Displays, die Informationen in den Sichtbereich des Users einblenden oder Apps, die das Bild der Smartphone-Kamera um Objekte ergänzen.

Virtual Reality (virtuelle Realität): Das Sichtfeld des Users wird komplett abgedichtet und Displays stellen eine völlig neue Umgebung dar, die den Nutzer in fremde Welten entführt.

Was sind die Anwendungsfelder von AR?

Den Anfang bei AR machte Google zusammen mit einigen Partnern. Google Tango war das Augmented-Reality-Projekt, das erstmals im Lenovo Phab 2 Pro kommerziell zum Einsatz kam. Tango setzte auf mehrere Sensoren und Spezial-Kameras, die die Umgebung sehr genau vermessen können. Somit ist es einem Tango-Smartphone möglich, nicht nur ein zweidimensionales Bild zu sehen, sondern es kann eine dreidimensionale Karte der Umgebung errechnen. Es kann also Flächen auf Tischen erkennen und darauf Bälle rollen lassen oder im Museum zu Exponaten zusätzliche Informationen einblenden. Das sah dann so aus:

Mittlerweile gibt es Google Tango in der Form nicht mehr. Die Technologie wurde in die Plattform ARCore überführt, die verstärkt auf den AR-Einsatz direkt auf dem Smartphone setzt, also ganz ohne Headset vor der Nase. Anders als noch beim Lenovo Phab 2 Pro sind heute kaum noch zusätzliche Sensoren nötig, eine vernünftige Kamera im Smartphone reicht zusammen mit viel Rechenpower und kluger Software aus, um AR nutzen zu können.

Der Charme an Augmented Reality ist nicht nur sein Unterhaltungswert. AR-Anwendungen helfen dabei, mehr über die Umwelt zu erfahren. Eingebettete, kontextsensitive Informationen erweisen sich schnell als nützlich. Google zeigt das beispielsweise beim Übersetzer, der bestimmte Schriften direkt im Sucher der Kamera übersetzen kann - Ihr seht dann nicht die unleserlichen fremden Buchstaben, sondern den übersetzten Text.

Sony wiederum hatte als einer der ersten Hersteller AR-Funktionen in seine Kamera-App integriert, sodass Ihr mit einem Xperia-Smartphone zum Beispiel die Dinosaurier wieder zum Leben erwecken könnt. Mittlerweile machen das fast alle. Das Weiße Haus wiederum kann man erkunden, wenn man einen Dollar-Schein hat und diesen mit der App 1600 erfasst.

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1600 - AR auf dem Smartphone / © Screenshots: ANDROIDPIT

Virtual Reality: Abgeschottet in neue Welten

Virtual Reality hingegen eignet sich nicht so sehr für Bewegtbilddemonstrationen. Vielmehr muss sich der User sein - im wahrsten Sinne des Wortes - eigenes Bild machen. Denn der VR-Effekt basiert darauf, dass wir komplett in eine imaginäre Welt entführt werden. Eine VR-Brille sorgt dafür, dass beide Augen ein eigenes Bild zugespielt bekommen und das Gehirn setzt diese Informationen in ein räumliches Wahrnehmen um. Wir nehmen also die virtuelle Realität so wahr, als sei sie lebensgroß.

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VR-Anwendungen entführen in eine ganz eigene Welt / © AndroidPIT

Schon früh engagierte sich Google bei der virtuellen Realität im Mobilsektor. Google Cardboard war der Versuch, eine VR-Brille in den Mainstream zu drücken, was auch ein bisschen geklappt hat. Die Darstellungsqualität ist aber überschaubar, vor allem aber der Tragekomfort der vielen billigen Pappbrillen. Einzig teurere VR-Brillen können auch länger bequem getragen werden. Mit Daydream geht Google einen Schritt weiter und bietet eine recht komfortable VR-Brille namens Daydream View an - mittlerweile in der zweiten Generation - und verlangt von Smartphones einige Features, damit das VR-Erlebnis so gut wie möglich wird.

Der heimliche Gigant bei Virtual Reality bleibt jedoch Samsung. Mit seiner Gear-VR-Brille hat der Konzern die aktuell erfolgreichste Plattform für VR-Anwendungen und -Spiele aufgebaut. Laut Zahlen von SuperData und Unity hat Samsung im Jahr 2016 rund 4,5 Millionen Gear VR absetzen können. Auch wenn viele Brillen durch Verkaufsaktionen mit diversen Samsung-Geräten (vor allem dem Galaxy S7) mitgeliefert wurden, kommt die Konkurrenz wie HTC Vive, Playstation VR oder auch Daydream View bei weitem nicht an diese Zahlen heran.

Mit Facebook und der Oculus Go ist eine weitere VR-Brille mittlerweile im Massenmarkt angekommen. Anders als bei den Brillen von Google oder Samsung muss hier kein Smartphone eingelegt werden, die Oculus Go ist ein Komplettpaket - und mit gut 200 Euro recht erschwinglich.

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Die Oculus Go kommt mit viel Zubehör. / © AndroidPIT

Virtual Reality hat viele Anwendungszwecke - Gaming zählt dabei zu den populärsten. Wer sich einmal in ein VR-Spiel gestürzt hat, weiß auch warum: Die Umgebung ist in alle Richtungen sichtbar, man kann sich also in den Räumen oder im Cockpit umschauen, als befände man sich tatsächlich darin. Bewegungen sind oftmals wirklich spürbar. Allerdings haben einige User auch Probleme damit, denn einige bekommen schnell Kopfweh oder gar Übelkeit.

Doch nicht nur Spielesüchtige finden bei Virtual Reality, was sie suchen: Denn auch Urlaubsbilder machen einen ganz anderen Eindruck, wenn sie mit einer 360-Grad-Kamera aufgenommen wurden. Samsungs Gear 360 macht erstaunlich gute Panorama-Fotos, die Urlaubserinnerungen auf ganz neue Art erfahrbar machen. Auch virtuelle Wanderungen auf Berge, zum Beispiel den Mount Everest, machen einen ganz einzigartigen Eindruck - zum Beispiel im Projekt 360 (das von einem Alpin-Ausstatter gesponsert ist).

Immer stärker kommt Virtual Reality auch in der Industrie an. So schult etwa die Deutsche Bahn Mitarbeiter mit VR-Brillen und entsprechenden Szenarien. Auch in der Medizin wird die Technologie gern genutzt, um komplexe Zusammenhänge und Systeme anschaulich zu visualisieren.

Mixed Reality ist mehr als nur die HoloLens

Das kleine Smartphone-Display beschränkt AR-Anwendungen deutlich. VR hingegen macht die Interaktion im Raum unmöglich, weil der User ja nichts sieht. Microsoft hat mit der HoloLens eine AR-Brille entwickelt, die weit über die Möglichkeiten von Smartphone-AR hinaus geht. Die HoloLens kann via Software Informationen ins Sichtfeld des Users einblenden - genau wie bei einem Head-Up-Display. Mittels Gestensteuerung kann man mit den Hologrammen interagieren. Diese wiederum betten sich in die Umgebung des Raumes ein (und können auf dessen Beschaffenheit reagieren).

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HoloLens: Mehr als AR / © MICROSOFT

In Microsofts Vorstellung ist die HoloLens ein Tool in der Produktentwicklung und der Datenvisualisierung. Für Privatkunden ist das System derzeit nicht gedacht und der Preis spricht für sich - 3299 Euro soll eine HoloLens kosten. Mehr zur HoloLens erfahrt Ihr in unserem Test.

Doch Mixed Reality wird bei Microsoft längst für mehr als nur die HoloLens genutzt. Der Software-Riese aus Redmond hat seine Hardware-Partner längst dazu gebracht, zahlreiche Headsets auf den Markt zu bringen. Acer, Dell, HP, Lenovo und andere bieten die technisch weitestgehend identischen Brillen an, die für die Nutzung mit Windows-Rechnern konzipiert wurden.

Sie sehen aus wie VR-Brillen, Microsoft verwendet für diesen kompletten Bereich aber den Oberbegriff Mixed Reality. Unter MR, wie Mixed Reality abgekürzt wird, fasst Microsoft sowohl AR als auch VR zusammen. Das geht Hand in Hand mit der Beschreibung des Begriffs, die sich auf Wikipedia so liest: "Mixed Reality umfasst das gesamte „Realitäts-Virtualitäts-Kontinuum."

Fazit

Ob Augmented Reality oder Virtual Reality oder beide zusammen: Beide Konzepte unterscheiden sich recht deutlich. AR lässt Informationen in ganz neuem Glanz erscheinen und ermöglicht es zum Beispiel Museen oder Shops, neue Wege der Interaktion zu beschreiten. VR dagegen ist eher eine einsame Angelegenheit, denn von der realen Umgebung schottet man sich vollständig ab. Das hat allerdings seinen ganz eigenen Reiz. Immerhin lässt sich das Signal aus der Brille auf Smartphones oder den Fernseher streamen.

VR- und AR-Anwendungen werden uns in den nächsten Jahren begleiten, denn die Hersteller suchen nach Features, die die potente mobile Hardware ausreizen. Das Smartphone wird so zum Fenster in die Welt, ganz gleich, ob diese nun real, erweitert oder virtuell ist.

21 Kommentare

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  • Welche Realität darf es sein?...
    Immer noch die eigene und reale Welt.


  • Für mich erschließt sich der Unterschied AR und MR nicht.
    Ansonsten sind alles gute Ansätze, die hoffentlich stetig weiter entwickelt werden.


  • Ich finde das System von Microsoft am interessantesten


  •   19
    Gelöschter Account 12.02.2017 Link zum Kommentar

    Ich finde AR sehr viel interessanter bei nem Smartphone! VR ist auch mega ...auf ner Konsole o pc. Freu mich schon auf die ersten AR Schritte von Apple für das iPhone. Apple wird in dem Sektor große Schritte machen u is so gut wie ohne Konkurrenz


    • ich glaub eher weniger das apple in naher Zukunft was weltbewegendes im AR bzw. VR Bereich präsentiert. die Konkurrenz arbeitet seit jahren schon und haben außerdem einige vielversprechende lösungen auf dem markt. aber ich lass mich gerne überraschen. das iPhone 8 könnte echt spannend werden


      •   19
        Gelöschter Account 12.02.2017 Link zum Kommentar

        Apple steht nur zu AR u entwickelt auch nur in diese Richtung...Finde ich persönlich auch gut so...alle große Smartphone Hersteller beschränken sich zur Zeit auf VR. Bin mal gespannt ob mit dem Jubiläum iPhone die ersten AR Schritte gemacht werden.

        P.s. Hoffe die Apple AR Brille kommt mit dem iPhone 8 zusammen raus. Apple u Carl Zeiss,die kann nur gut werden.


      • das ist natürlich unsinn weil alle großen unternehmen mehr oder weniger in AR investieren. htc hat zb erst vor kurzem wieder in ein israelisches unternehmen investiert. google arbeitet an project aura, das bei androidpit anscheinend keine erwähnung findet.
        dann muss man natürlich auch klar sagen dass ar brillen das smartphone ablösen und nicht parallel benutzt werden sollen.
        und da gibt es dann eine ganze reihe hersteller die in dem bereich aktiv sind.
        mobile vr ist dann auch irgendwann nichts weiter als die komplette abdunklung der äußeren glasschicht und bei gelegenheit eine weiche stoffbrille zur weiteren abdunklung rings um die brille


    • Apple bekommt noch nicht mal ein vernünftiges Smartphone hin. Und der preis für Apple's “lösung“ will ich nicht mal wissen!


  • Was spannender ist ? Gute Frage. Jedes für sich gleichwertig für mich.


  • vr noch n8cht brauchbar. Dran sieht einfach noch zu viel Pixel. Habe die oculus und die ist definitiv unbrauchbar. Einmal benutzt und dann nie mehr. Sie 29. Kann man auch sparen und warten auf die nächste Generation


  • Sind VR-Brillen jetzt eigentlich augenschädlich oder nicht?


  •   26
    Gelöschter Account 12.02.2017 Link zum Kommentar

    Super Bericht und sehr informativ. Leider liest diese Seiten niemand aus dem Mainstream fürchte ich. Wir eingefleischten Technikfreaks dürften diese Technik kennen. Aber trotzdem eine gute Zusammenfassung, auch für mich, der sich mit diesem Zeug noch nicht wirklich beschädigt hat. Gleich Mal etwas mit AR spielen. Hab ja ein XPeria.😀


  • Nokia hatte schon mit seinen lumias einen kleinen aber vielversprechenden AR-Vorgeschmack geleistet


  • Ich stehe total auf AR und hoffe auf eine großartige Zukunft damit. Hololens von Microsoft beeindruckt mich immer wieder egal wie oft ich mir Videos damit anschaue. Hoffentlich werden diese Systeme in Zukunft für den breiten Massenmarkt erschwinglich, ohne das die Qualität darunter leidet.

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