Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.

7 Min Lesezeit 22 Kommentare

So sperrt Ihr einzelne Apps unter Android

Ihr wollt Euer Smartphone kurz jemand anderes geben und Ihr wollt nicht, dass derjenige Eure Apps öffnen kann? Mit Recht, denn WhatsApp, Gmail oder die Bildergalerie enthalten sensible Inhalte, die Ihr wahrscheinlich für Euch behalten wollt. Wir zeigen Euch, wie Ihr eure Daten vor fremden Blicken schützen und trotzdem Euer Smartphone übergeben könnt.

Methode 1: App-Lock-Apps

Im Google Play Store wimmelt es vor Anwendungen, die sich zum Sperren von Apps eignen. Der Suchbegriff "App Lock" liefert dazu dutzende Ergebnisse. Wir haben uns zwei Beispiele ausgesucht, die nicht zu viele Berechtigungen von Euch einfordern. Folgende zwei Apps haben wir uns näher angesehen:

Eine Warnung vorweg: App-Lock-Apps bieten keinen perfekten Schutz vor gewieften Neugierigen. Sie sind manchmal nicht einmal in der Lage, den zuletzt betrachteten Inhalt in einer App komplett zu verbergen. So können die letzten Nachrichten vor dem Erscheinen der Code-Eingabe oder über die Multi-Tasking-Ansicht erspäht werden.

Bis die Android-Oberfläche und die App-Locker perfekt miteinander harmonieren, solltet Ihr auf eine Methode ausweichen, die das Android-System schon ab Werk mitbringt. Diese stellen wir weiter unten vor.

Tipp: Sperrt auf jeden Fall die Einstellungen-App sowie den Paket-Installer, sonst kann die App-Lock-App einfach deinstalliert oder zurückgesetzt werden und die Sperre so umgangen werden.

Schützen(Smart AppLock)

Die App Schützen(Smart AppLock) sieht auf den ersten Blick etwas unübersichtlich aus, bietet aber auch zahlreiche Funktionen. Beim ersten Start der App legt man einen Master-PIN fest, der beim Öffnen gesperrter Apps eingegeben werden muss. Für mehr Komfort kann man auch den Fingerabdrucksensor zum Entsperren der Anwendung benutzen. Dann wird nach dem Nutzungsdatenzugriff gefragt, um das Overlay zu ermöglichen, das sich über gesperrte Apps legt. 

smart-app-lock-app-ap-01
Die App Schützen(Smart AppLock) hat einen großen Funktionsumfang. / © Screenshots: AndroidPIT

In der App selber könnt Ihr unter App Lock festlegen, welche Apps künftig gesperrt werden sollen. Doch nicht nur das. Ihr könnt auch eine Fake-Fehlermeldung durch Schützen (Smart AppLock) einblenden lassen, sodass Unbefugte denken, die Anwendung wäre abgestützt. Darüber hinaus könnt Ihr auch Bachrichtigungen sperren, den vorgeschalteten Sperrbildschirm anpassen oder zusätzliche Funktionen wie WLAN, Bluetooth oder Multitasking sperren.

Im Gegensatz zu manch anderen Sperr-Apps reagiert die Anwendung auch schnell genug, damit Inhalte nicht trotzdem für kurze Zeit angezeigt werden. Außerdem greift die App auf den Fingerabdruck zurück, der in Eurem Android-Smartphone schon gespeichert ist. Das schafft Vertrauen, denn das heißt, dass die App Euren Fingerabdruck nicht an ihre Macher übermitteln kann.

Security Master - Antivirus, AppLock, Booster

Security Master - Antivirus, AppLock, Booster arbeitet mit einem Muster, das sich über geschützte Apps legt. Alternativ geht es auch mit dem Fingerabdruck. Als Plan-B für ein vergessenes Muster arbeitet die App-Sperre mit einer Sicherheitsfrage. Auch hier wird bei der Einrichtung nach dem Nutzungsdatenzugriff gefragt, damit das Overlay möglich wird.

app lock cheetah mobile ap 01
Security Master sieht gut aus, ist aber leider nicht zu Ende gedacht. / © Screenshots: AndroidPIT

Der Bequemlichkeit halber kann man hier aktivieren, dass die App-Sperre nur beim ersten Öffnen der Anwendung aktiv ist und erst wieder aktiviert wird, wenn das Display deaktiviert wird. Damit hat man selber weniger Stress und kann das Handy einfach einmal kurz Sperren und wieder entsperren, wenn man es weitergibt. 

Security Master ist allerdings nicht bis zu Ende gedacht. Die App kann sogar Eure Benachrichtigungen verbergen, wenn Ihr ihr die Berechtigung auf Anfrage erteilt. Leider schafft es aber auch Security Master nicht, die App schnell genug zu sperren. Ein kurzer Blick auf die zuletzt dargestellten Inhalte ist noch immer möglich. Außerdem lässt sich der Paket-Installer nicht sperren. Damit können Unbefugte die App einfach aus dem App-Drawer über den Homescreen deinstallieren, selbst wenn die Einstellungen gesperrt sind.

Weiterer Cheetah-Mobile-typischer Nachteil ist die lästige interne Werbung. Ständig will man Euch noch mehr von den Cheetah-Produkten empfehlen und erklären, dass Euer Smartphone ganz furchtbar schlecht optimiert ist. Unsere Empfehlung zum Optimieren ist die Deinstallation der App selber und zu Bordmitteln zu greifen.

Methode 2: Apps sperren mit Bordmitteln

Wie sperre ich Apps auf Samsung-Smartphones?

Bei Samsung-Smartphones könnt Ihr Apps, aber auch Bilder und andere Dateien in dem Sicheren Ordner ablegen. Dieser wird durch einen separaten Code von eurem Hauptkonto abgeschirmt. Noch nicht einmal mit einem USB-Kabel und einem PC könnt Ihr von außen auf die Daten im sicheren Ordner zugreifen.

samsung secure folder 2018 03
Der Sichere Ordner in Samsung-Smartphones bietet einen wirklich geschützten Bereich. / © AndroidPIT

Die Kapselung hat jedoch zur Folge, dass Ihr WhatsApp oder andere Apps im sicheren Ordner komplett neu einrichten müsst. Benachrichtigungen gelangen bedingt vom sicheren Ordner zu Eurem Hauptprofil. Ein üppiges Einstellungs-Menü erleichtert das Festlegen Eurer gewünschten Privatsphäre-Optionen. Im Gegenzug erhaltet Ihr Schutz auf System-Ebene, der auch von findigen Spionen nur schwierig zu knacken ist.

Wie sperre ich Apps auf Huawei/Honor-Smartphones

Die Huawei-Benutzeroberfläche EMUI bietet gleich zwei Sicherheits-Features. Mit dem PrivateSpace legt Ihr eine Art zweiten Benutzer an, der sensible Infos bearbeiten darf. Die App-Sperre funktioniert hingegen wie bei den erwähnten Sperr-Apps. Achtet bei Letzterer Auch darauf, den Play Store zu sperren, damit Unbefugte zum Beispiel nicht einfach eine andere Galerie-App installieren, um auf Eure Bilder zugreifen zu können. Leider lassen sich über das Bord-Mittel nicht die Einstellungen sperren.

huawei app lock securespace de ap 01
Huawei-Smartphones bieten zwei vorinstallierte Sicherungsmethoden. / © Screenshots: AndroidPIT

Bei Huaweis Private Space werden Bilder, Daten und Apps vom Hauptnutzer gekapselt. Allerdings ruft Ihr diesen Space nicht in Form einer App auf. Zum Starten des geschützten Bereiches nutzt Ihr auf dem Sperrbildschirm einfach einen anderen Finger als für Euer Hauptprofil.

Wie sperre ich Apps auf LG-Smartphones

Bei LG-Smartphones gibt es derzeit keine Möglichkeiten mit Bordmitteln bestimmte Apps zu sperren. In den Einstellungen gibt es unter Allgemein - Sperrbildschirm & Sicherheit lediglich die Inhaltssperre. Mit der ist möglich Bilder in der Galerie und Notizen in LGs Notizapp abzusichern, aber nicht die Anwendung an sich. Die Dateien werden quasi abgeriegelt und sind auch nicht mit anderen Apps einsehbar.

lg inhaltssperre de ap 01
Bei LG lassen sich nur Bilder und Notizen wegsperren. / © Screenshots: AndroidPIT

Das ist allerdings vergleichsweise umständlich. Zunächst müsst Ihr in der Galerie-App das Menü in der rechten oberen Ecke aufrufen, dort Sperren auswählen und anschließend entsprechende Dateien markieren. Wollt Ihr die Bilder wieder einsehen, müsst Ihr im Startbildschirm der App Gesperrt Dateien anzeigen über das gleiche Menü auswählen und müsst dann die vorher festgelegte PIN oder das Entsperrmuster eingeben. 

Android-Features zum Sperren von Apps

Anders als Apps funktionieren die Bordmittel von Android zuverlässig. Je nach Herstelleraufsatz unterscheidet sich jedoch deutlich, wie die von Google in Android integrierten Features implementiert wurden. Die folgenden Features wurden mit Android 5.0 Lollipop bereits im Herbst 2014 eingeführt.

Legt einen Nutzer oder ein Gast-Konto an

Wenn für Euch die oben genannten Apps zu unzuverlässig arbeiten, solltet Ihr Optionen des Betriebssystems verwenden. Soll der temporäre Nutzer gar nicht Euer Hauptprofil verwenden, könnt schnell ein Gastkonto oder ein zweites Nutzerkonto auf Eurem Smartphone anlegen. Das macht Ihr über die Einstellungen. Geht dort auf System, tippt auf Erweitert und anschließend auf Mehrere Nutzer. 

AndroidPIT multi user 2985
Tippt auf eines der Icons ünter den Schnelleinstellungen und fügt einen Nutzer hinzu. (Android 9) / © AndroidPIT

Der neue Nutzer ist einfach angelegt. Anschließend erscheint in der ausgeklappten Benachrichtigungs-Leiste ein User-Symbol über das Ihr den Nutzer ganz leicht wechseln könnt. Der Gast hat sein eigenes oder gar kein Google-Konto, darf wenn überhaupt nur Apps aus dem Play Store installieren, auf Wunsch nicht telefonieren, keine SMS schicken und vor allem nicht auf die Daten der anderen Nutzer zugreifen. Das beinhaltet natürlich auch Eure Apps. Legt Ihr ihn als Nutzer und nicht als Gast an, könnt Ihr das Handy sogar regelmäßig an einen anderen weitergeben, der seine Daten darauf wie in einem eigenen Safe abspeichern kann.

Fixiert eine bestimmte App

Vielleicht ist die umgekehrte Logik zu den App-Lock-Apps die richtige für Euch: Legt fest, welche App (Singular!) der andere verwenden darf. Dank der Bildschirmfixierung von Android 5.0 Lollipop beherrscht Android ab Werk genau diesen Trick.

Geht dazu in die Einstellungen auf Sicherheit & Standort erweitert die angezeigten Elemente und tippt am unteren Ende auf Bildschirmfixierung. Apps fixiert Ihr, indem Ihr auf die Pin-Nadel in der Task-Übersicht (Android 8) oder auf das App-Symbol und auf Fixieren (Android 9) drückt.

android nougat screen pinning
So heftet Ihr Apps unter Android 8 an. / © AndroidPIT

Fixierte Apps lassen sich über das gleichzeitige Drücken der Zurück-Taste und der Multitasking-Taste (alte Navigationsleiste) oder Home-Button und Zurück-Taste zwar wieder lösen. Dann fragt Android jedoch nach dem Muster für die Bildschirmsperre oder den Pin, falls Ihr das so eingestellt habt. Also sind prinzipiell all Eure Apps gesperrt, außer eben der fixierten.

Fazit

App-Lock-Apps sind eine witzige Idee, ihre Sicherheitswirkung sollte aber nicht überschätzt werden. Android-Bordmittel oder Hersteller-Features auf System-Ebene greifen tiefer und lassen sich weniger einfach umgehen. Genauso sieht es mit einigen Hersteller-Implementierungen aus.

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern

22 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Warum hat eigentlich keine Galerieapp ein Feature, einige Bilder auszuwählen, damit man die jemandem zeigen kann und derjenige auch nur diese Bilder sehen kann und nicht darüber hinaus wischen? Es gibt zwar zwei Apps, die sowas als Zusatz anbieten, aber die sind umständlich zu bedienen. Einfacher wäre es direkt in der Galerie.


    • C. F.
      • Blogger
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Bei Apple respektive iOS geht das ganz gut. Du legst einfach ein neues Album an und kopierst die Bilder einfach dort rein. Diese sind dann unter "Fotos" und in dem neuen Album sichtbar. Würde mich wundern, wenn das keine Android-App können sollte.


      • Doch, solche Apps gibt's natürlich schon. Aber ich möchte eben nicht kopieren oder irgendwas neu anlegen, sondern einfach in ein Album gehen und dann zum Beispiel zwei Fotos antippen als Start und Ende und dann kann ich mein Gerät aus der Hand geben und sicher sein, dass der andere auch nur die Fotos im festgelegten Bereich anschauen kann.


  • Wozu soll ein anderer mein Handy bekommen???


  • Was dazu erwähnt werden muss, das bei den Apps auch die Einstellungen gesperrt werden müssen! Denn wenn man in die Einstellungen geht und die, App lock App einfach in den Einstellungen Deaktiviert hat eine fremde Person kompletten Zugriff auf die gesperrten Apps! Wenn man dann alles gelesen hat was man lesen wollte, aktiviert man einfach die lock App wieder und der ausgespähte bekommt davon gar nichts mit!


  • Ich blende ungenutzte oder private Apps im Smart Launcher Pro einfach aus, wenn ich nicht will dass jemand da rankommt stelle ich eine PIN zum Anzeigen ausgeblendeter Apps ein.


  • 😀👍super Bericht. Danke für die Tipps


  • Das Sperren von einzelnen Apps (oder evtl. sogar von App-"Teilbereichen") ist eine Funktion die ich schon öfters vermisst habe und die mMn direkt in Android selbst eingebaut sein sollte. Denn so nachträgliche Lösungen mit normaler Drittapp sind doch sehr suboptimal und etwas tiefgreifendere Varianten wie mit Xposed & Maxlock sind wegen Root&Co komplizierter einzurichten.
    Nein, um einfach und zumindest einigermaßen sicher und zuverlässig zu funktionieren, sollte so etwas direkt ins System integriert sein. (Wobei mir Huaweis/Honors Weg mittels Benutzerkonten glaub ich nicht so ideal gefallen würde, das ist für mich ein anderer Ansatz, den man vielleicht noch zusätzlich machen kann.)


  • "Unsere Empfehlung ist die Deinstallation der CM-App". 😂


  • > Zunächst gefällt, dass die Apps keine Berechtigungen einfordert.

    Ach wirklich?
    Bei mir fordert App Lock von Keepsafe sie:
    - Konten auf dem Gerät suchen
    - Aktive Apps abrufen
    - Auf alle Netzwerke zugreifen
    - Google Play-Rechnungsdienst
    - Beim Start ausführen
    - Fingerabdruckhardware verwenden
    - Netzwerkverbindungen abrufen
    - Ruhezustand deaktivieren
    - Internetdaten erhalten

    Und Kontakte lesen! Aber das kann man ausschalten und es ist per Voreinstellung ausgeschaltet.

    Wäre auch Zauberei, wenn keine Rechte nötig wären und die App dennoch funktionieren würde.

    > Die App greift auf den Fingerabdruck zurück, der in Eurem Android-Handy schon gespeichert ist. Das schafft Vertrauen, denn das heißt, dass die App Euren Fingerabdruck nicht an ihre Macher zurück übermitteln kann.

    Was ist dann mit der Kombination "Fingerabdruckhardware verwenden" und "Auf alle Netzwerke zugreifen" möglich?

    Eric, da hast Du Dir aber einen ordentlichen Faux Pas geleistet.


  • Huawei hat es auch direkt an Bord. Im "Telefonmanager". Lässt sich auch mit Fingerabdrücken nutzen.


  • Habe auf meinem s6 von Samsung das Originale App Lock drauf geflasht und kann die Apps per Fingerabdruck entsperren was ich sehr komfortabel finde.


  • Ich benutze sowohl unter Android 5.1 als auch unter 6.0 CM Applock ohne jede Probleme, d.h. die eingestellten Apps sind sicher vor unbefugtem Zugriff gesperrt und gewähren auch keinen Einblick in Inhalte.


  • Nutze seit Jahren AppLock von DoMobilLab. Die Premium generiert zB eine zufällige Zahlenfolge, sodass "Mitlesenden" das Merken der Zahlen schwerer fällt. Ebenso biete es bei jeder neu installierten App gleich mit an, diese zu sperren. Alles sehr komfortabel und schnell. Empfehlung meinerseits.


  • Android Nougat hat doch AppLock von Haus aus? (oneplus 3 mit Android 7.0)


  • Gibt es App-Lock Apps, die Apps per Fingerabdruck sperren können bzw. sich per Fingerdruck entsperren lassen?

Zeige alle Kommentare

Empfohlene Artikel

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern