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6 Min Lesezeit 17 Kommentare

Wie Ihr einzelne Apps in Android sperren könnt

Update: Features von Samsung und Huawei

Falls Ihr Euer Smartphone kurz einem anderen geben wollt, sollte derjenige vielleicht nicht all Eure Apps öffnen dürfen. WhatsApp, E-Mails oder die Bildergalerie enthalten sensible Inhalte, die Ihr wahrscheinlich für Euch behalten wollt. Ihr könnt Sie vor den Blicken schützen und trotzdem Euer Smartphone übergeben. Update: Diese App-Locks liefern Samsung und Huawei gleich mit.

Methode 1: App-Lock-Apps

Der Play Store wimmelt von Apps, die sich zum Sperren von Apps eignen. Der Suchbegriff "App Lock" liefert dutzende Ergebnisse. Wir haben uns zwei Beispiele ausgesucht, die nicht zu viele Berechtigungen von Euch einfordern. Folgende zwei Apps haben wir uns näher angesehen:

eine Warnung vorweg: App-Lock-Apps sind kein wirklicher Schutz vor gewieften Neugierigen. Sie sind oft nicht einmal in der Lage, den zuletzt betrachteten Inhalt in einer App komplett zu verbergen; die letzten Nachrichten können vor dem Erscheinen der Code-Eingabe noch schnell erspäht werden.

Bis die Android-Oberfläche und die App-Locker besser miteinander harmonieren, solltet Ihr auf eine Methode ausweichen, die das Android-System schon ab Werk mitbringt. Diese stellen wir weiter unten vor.

Tipp: Sperrt auf jeden Fall die Einstellungen-App, sonst kann ein findiger Mensch Die App-Lock-App einfach deinstallieren und so umgehen.

App Lock von Keepsafe

Keepsafe lässt uns keine Screenshots machen, daher erklären wir die Beobachtungen in Worten. Zunächst gefällt, dass die Apps keine Berechtigungen einfordert. Der Einrichtungsassistent fragt nach der Verschlussart: PIN, Muster oder Fingerabdruck. Letzteren müsst Ihr nicht neu registrieren: Die App greift auf den Fingerabdruck zurück, der in Eurem Android-Handy schon gespeichert ist. Das schafft Vertrauen, denn das heißt, dass die App Euren Fingerabdruck nicht an ihre Macher zurück übermitteln kann.

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AppLock sperrt Apps - unsicher. / © ANDROIDPIT

Als Sicherheit hinterlegt Ihr eine E-Mail-Adresse. Diesen Punkt könnt Ihr aber auch überspringen. Anschließend schickt Euch die App in die Systemeinstellungen, wo Ihr der App den Nutzungsdatenzugriff gewährt. Ohne diesen kann die App nicht erkennen, ob eine zu sperrende App geöffnet wurde. Danach kommt Ihr zurück zu App Lock, wo Ihr die zu sperrenden Apps auswählt. Beliebte Apps wie Einstellungen oder WhatsApp sind gleich oben aufgeführt, der Rest folgt alphabetisch.

Beim Versuch haben wir nur WhatsApp gesperrt. Anschließend sind wir auf den Homescreen gegangen und haben Whatsapp gestartet. App Lock legt sich wie erwünscht über WhatsApp und verhindert dessen Bedienung. Ein Fremder kann ohne PIN, Muster oder Euren Fingerabdruck keine Nachricht abschicken oder andere Nachrichten lesen. Leider reagiert App Lock nicht schnell genug. Für eine kurze Zeit lässt sich WhatsApp trotz App Lock noch bedienen. Wenn also ein ein neugieriger Mensch mehrmals abwechselnd Euer WhastApp öffnet und zurück auf den Homescreen geht, kann er sich durch Eure Chats hangeln und die letzten Nachrichten lesen. Selbst Screenshots sind in der kurzen Zeit durchaus möglich. Ein enttäuschendes Ergebnis.

CM Security Antivirus Applock von Cheetah Mobile

CM Security arbeitet ähnlich wie App Lock von Keepsafe mit einem Muster, das sich über geschützte Apps legt. Alternativ geht es auch mit dem Fingerabdruck. Bei der Einrichtung fragt die App nach Zugriff auf Eure Kontakte. Wir konnten die Berechtigung ohne negative Auswirkungen ablehnen. Als Plan-B für ein vergessenes Muster arbeitet CM mit einer Sicherheitsfrage. Auch CM fragt bei der Einrichtung nach dem Nutzungsdatenzugriff.

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Der App Lock von CM tut, was er soll, aber auch noch viel mehr. / © AndroidPIT

Anmerkung: Cheetah Mobile bietet zusätzlich die App CM AppLock an, die wir aber ausgelassen haben. Sie verlangt Pauschal nach Zugriff auf Standort, Dateien, Kamera, Eure Nummer und noch mehr. Daten, die für die Kernfunktion unnötig sind.

CM Security Antivirus Applock ist eigentlich gut und durchdacht. Die App kann sogar Eure Benachrichtigungen verbergen, wenn Ihr ihr die Berechtigung auf Anfrage erteilt. Leider schafft es aber auch CM nicht, die App schnell genug zu sperren. Ein kurzer Blick auf die zuletzt dargestellten Inhalte ist noch immer möglich.

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CM hat einige durchdachte Funktionen - leider auch weniger durchdachte. / © AndroidPIT

Weiterer Cheetah-Mobile-typischer Nachteil ist die lästige interne Werbung. CM will Euch noch mehr von seinen Produkten empfehlen und erklären, dass Euer Smartphone ganz furchtbar schlecht optimiert ist. Unsere Empfehlung zum Optimieren ist die Deinstallation der CM-App.

Methode 2: Apps sperren mit Bordmitteln

Samsungs sicherer Ordner

Bei Samsung-Smartphones könnt Ihr Apps, aber auch Bilder und andere Dateien in dem Sicheren Ordner ablegen. Dieser wird durch einen separaten Code von eurem Hauptkonto abgeschirmt. Noch nicht einmal mit einem USB-Kabel und einem PC könnt Ihr von außen auf die Daten im sicheren Ordner zugreifen.

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Der Sichere Ordner in Samsung-Smartphones bietet einen wirklich geschützten Bereich. / © AndroidPIT

Die Kapselung hat jedoch zur Folge, dass Ihr WhatsApp oder andere Apps im sicheren Ordner komplett neu einrichten müsst. Benachrichtigungen gelangen bedingt vom sicheren Ordner zu Eurem Hauptprofil. Ein üppiges Einstellungs-Menü erleichtert das Festlegen Eurer gewünschten Privatsphäre-Optionen. Im Gegenzug erhaltet Ihr Schutz auf System-Ebene, der auch von findigen Spionen nur schwierig zu knacken ist.

Huawei/Honor PrivateSpace

Die Huawei-Benutzeroberfläche EMUI bietet mit dem PrivateSpace ein vergleichbares Feature. Auch hier werden Bilder, Daten und Apps vom Hauptnutzer gekapselt. Allerdings ruft Ihr diesen Space nicht in Form einer App auf. Stattdessen legt Ihr auf Eurem Honor- oder Huawei-Smartphone quasi einen zweiten Benutzer an. Zum Starten des geschützten Bereiches nutzt Ihr auf dem Sperrbildschirm einfach einen anderen Finger als für Euer Hauptprofil.

Android-Features zum Sperren von Apps

Anders als Apps funktionieren die Bordmittel von Android zuverlässig. Leider sind sie nicht für jeden verfügbar. Die folgenden Features wurden mit Android 5.0 Lollipop im Herbst 2014 eingeführt.

Legt einen Nutzer oder ein Gast-Konto an

Wenn für Euch die oben genannten Apps zu unzuverlässig arbeiten, solltet Ihr Optionen des Betriebssystems verwenden. Soll der temporäre Nutzer gar nicht Euer Hauptprofil verwenden, könnt schnell ein Gastkonto oder ein zweites Nutzerkonto auf Eurem Smartphone anlegen. Das tut Ihr über einen Button, der sich über den Schnelleinstellungen am oberen Rand befindet.

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Tippt auf eines der Icons über den Schnelleinstellungen und fügt einen Nutzer hinzu. / © AndroidPIT

Der neue Nutzer ist einfach angelegt. Er hat sein eigenes oder gar kein Google-Konto, darf wenn überhaupt nur Apps aus dem Play Store installieren, nicht telefonieren, keine SMS schicken und vor allem nicht auf die Daten der anderen Nutzer zugreifen. Das beinhaltet natürlich auch Eure Apps. Legt Ihr ihn als Nutzer und nicht als Gast an, könnt Ihr das Handy sogar regelmäßig an einen anderen weitergeben, der seine Daten darauf wie in einem eigenen Safe abspeichern kann.

Bildschirmfixierung

Vielleicht ist die umgekehrte Logik zu den App-Lock-Apps die richtige für Euch: Legt fest, welche App (Singular!) der andere verwenden darf. Dank der Bildschirmfixierung von Android 5.0 Lollipop beherrscht Android ab Werk genau diesen Trick. Wie Ihr diese Funktion bedient, haben wir Euch in folgendem Artikel erklärt:

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Heftet Apps an. / © AndroidPIT

Fixierte Apps lassen sich über das gleichzeitige Drücken der Zurück-Taste und der Multitasking-Taste zwar wieder lösen. Dann fragt Android jedoch nach dem Muster für die Bildschirmsperre, falls Ihr das so eingestellt habt. Also sind prinzipiell all Eure Apps gesperrt, außer eben der fixierten.

Fazit

App-Lock-Apps sind eine witzige Idee, ihre Sicherheitswirkung sollte aber nicht überschätzt werden. Android-Bordmittel oder Hersteller-Features auf System-Ebene greifen tiefer und lassen sich weniger einfach umgehen.

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17 Kommentare

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  • Was dazu erwähnt werden muss, das bei den Apps auch die Einstellungen gesperrt werden müssen! Denn wenn man in die Einstellungen geht und die, App lock App einfach in den Einstellungen Deaktiviert hat eine fremde Person kompletten Zugriff auf die gesperrten Apps! Wenn man dann alles gelesen hat was man lesen wollte, aktiviert man einfach die lock App wieder und der ausgespähte bekommt davon gar nichts mit!


  • Ich blende ungenutzte oder private Apps im Smart Launcher Pro einfach aus, wenn ich nicht will dass jemand da rankommt stelle ich eine PIN zum Anzeigen ausgeblendeter Apps ein.


  • 😀👍super Bericht. Danke für die Tipps


  • Das Sperren von einzelnen Apps (oder evtl. sogar von App-"Teilbereichen") ist eine Funktion die ich schon öfters vermisst habe und die mMn direkt in Android selbst eingebaut sein sollte. Denn so nachträgliche Lösungen mit normaler Drittapp sind doch sehr suboptimal und etwas tiefgreifendere Varianten wie mit Xposed & Maxlock sind wegen Root&Co komplizierter einzurichten.
    Nein, um einfach und zumindest einigermaßen sicher und zuverlässig zu funktionieren, sollte so etwas direkt ins System integriert sein. (Wobei mir Huaweis/Honors Weg mittels Benutzerkonten glaub ich nicht so ideal gefallen würde, das ist für mich ein anderer Ansatz, den man vielleicht noch zusätzlich machen kann.)


  • "Unsere Empfehlung ist die Deinstallation der CM-App". 😂


  • > Zunächst gefällt, dass die Apps keine Berechtigungen einfordert.

    Ach wirklich?
    Bei mir fordert App Lock von Keepsafe sie:
    - Konten auf dem Gerät suchen
    - Aktive Apps abrufen
    - Auf alle Netzwerke zugreifen
    - Google Play-Rechnungsdienst
    - Beim Start ausführen
    - Fingerabdruckhardware verwenden
    - Netzwerkverbindungen abrufen
    - Ruhezustand deaktivieren
    - Internetdaten erhalten

    Und Kontakte lesen! Aber das kann man ausschalten und es ist per Voreinstellung ausgeschaltet.

    Wäre auch Zauberei, wenn keine Rechte nötig wären und die App dennoch funktionieren würde.

    > Die App greift auf den Fingerabdruck zurück, der in Eurem Android-Handy schon gespeichert ist. Das schafft Vertrauen, denn das heißt, dass die App Euren Fingerabdruck nicht an ihre Macher zurück übermitteln kann.

    Was ist dann mit der Kombination "Fingerabdruckhardware verwenden" und "Auf alle Netzwerke zugreifen" möglich?

    Eric, da hast Du Dir aber einen ordentlichen Faux Pas geleistet.


  • Huawei hat es auch direkt an Bord. Im "Telefonmanager". Lässt sich auch mit Fingerabdrücken nutzen.


  • Habe auf meinem s6 von Samsung das Originale App Lock drauf geflasht und kann die Apps per Fingerabdruck entsperren was ich sehr komfortabel finde.


  • Ich benutze sowohl unter Android 5.1 als auch unter 6.0 CM Applock ohne jede Probleme, d.h. die eingestellten Apps sind sicher vor unbefugtem Zugriff gesperrt und gewähren auch keinen Einblick in Inhalte.


  • Nutze seit Jahren AppLock von DoMobilLab. Die Premium generiert zB eine zufällige Zahlenfolge, sodass "Mitlesenden" das Merken der Zahlen schwerer fällt. Ebenso biete es bei jeder neu installierten App gleich mit an, diese zu sperren. Alles sehr komfortabel und schnell. Empfehlung meinerseits.


  • Android Nougat hat doch AppLock von Haus aus? (oneplus 3 mit Android 7.0)


  • Gibt es App-Lock Apps, die Apps per Fingerabdruck sperren können bzw. sich per Fingerdruck entsperren lassen?


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    Gelöschter Account 07.01.2017 Link zum Kommentar

    Einige HTC-Geräte kommen von Haus mit Boost+. Etliche Funktionen darin braucht man vermutlich nicht bzw. sind eher kontraproduktiv, aber damit lassen sich auch Apps sperren. Funktioniert auch mit anderen Geräten ohne Probleme.

    Einige Apps, Threema z.B. bieten bereits App lock von Haus aus an.