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Apple will das Smartphone abschaffen, aber bitte nicht so!

Apple will das Smartphone abschaffen, aber bitte nicht so!

Die harmlose Überschrift der Kollegen von Business Insider lautet " Apple hat bei einer geheimen Versammlung Geräte vorgestellt, die das iPhone ersetzen sollen". Der Wahnsinn geht also los. Das Smartphone – nein das iPhone erhält einen Nachfolger. Und zwar keine neue Generation, sondern ein komplett neues Gerät, ein Gadget, von dem wir jetzt vermutlich nicht einmal wissen, dass wir es eines Tages brauchen.

Nachdem der Samsung-Chef schon im Sommer das Aus des Smartphones prophezeit hatte, nachdem Nubia schon ein Wearable vorgestellt hat, das "die Zukunft" bedeuten sollte, nun also Apple. Und Apple kommt – glaubt man den berichten – direkt mit handfesten Ideen um die Ecke.

Die Rückkehr von Google Glass – mit Apfelgeschmack

Apple Eyes, so "The Information" soll das iPhone "in etwa einem Jahrzehnt" ersetzen. Wenn wir die Geschichte also von vorne starten, gibt es das Pionier-Produkt – in dem Fall Google Glass aus der Mottenkiste – Apple macht es benutzerfreundlich und massenmarkttauglich und es wird ein absoluter Welterfolg.

2022 will Apple dem Vernehmen nach die erste Generation seines neuen Wearables auf den Markt bringen. Ein handliches AR-Headset, mit empfindlichen Sensoren bespickt und bereit die digitale Projektionsfläche erlebbar zu machen und nicht mehr als 2D-Plattform auf einer prozessorbetriebenen Tafel Schokolade. 2023 soll das Gerät schon viel massentauglicher sein. Eher einer Sonnenbrille ähneln und schon deutlich näher an dem sein, was eines Tages das Smartphone ersetzen wird - laut der Führungsriege in Cupertino.

Google Glass hero
Google Glass landete vor Jahren in der Mottenkiste. / © ANDROIDPIT

Den Weg dahin hat Apple schon länger eingeschlagen. Als die digitale Welt am Scheideweg VR vs AR stand, hatte Apple schnell für klare Verhältnisse gesorgt, sich für AR entschieden und sollte vorerst Recht behalten haben. Das ist der Stand 2019. Jetzt biegt Apple weiter ab – und landet auf dem Holzweg.

Aus der Not eine Tugend – Die digitale Uhr lässt sich nicht neu starten

Ich glaube nicht an diesen Verlauf der Geschichte, an die Wiederholung des iPhone-Weges. Apple macht aus der Not eine Tugend, merkt, dass die Innovationsschritte kleiner werden und will jetzt den Reset-Knopf drücken.

Aber: Bedeutet Apple Eyes – so der kolportierte Name des Projektes – den Ausweg aus dem Smartphone-Dilemma? Vielleicht sehe ich es auch grundlegend falsch, aber das entscheidende Kriterium für ein Massenphänomen ist der Alltagsgebrauch. Ein Smartphone basierte auf dem Handy der 90er und frühen 2000er Jahre. Ein Gerät, dass alle, die es schon besaßen, freiwillig bei sich trugen.

Das ist der krasse Unterschied zur Brille, die nur in Ausnahmefällen zum freiwilligen Accessoire taugt. Spinnen wir das Szenario weiter: Wer schon eine Brille hat, muss sich – zumindest in der Übergangsphase – eine von Apple kaufen. Wer keine hat, muss auf einmal lernen, eine zu tragen. Tatsächlich schlägt Apple sich mit den eigenen Klischeewaffen. Wer uns beim iPod noch ein Gerät gezeigt hat, dass wir vorher nicht brauchten, der versucht es nun mit einem Gadget, mit dem eine Gruppe rein vom Formfaktor schon Erfahrung hat.

Es sind so profane Dinge, wie diese Ungleicheit, von denen der Erfolg der neuen Gadget-Generation abhängig ist. Ideen gibt es reichlich. Foldables sind nur ein Evolutionsschritt des Smartphones. Für die Revolution taugen sie wohl genau so wenig wie smarte Brillen. Auch wenn es Hoffnung gibt.

Smartwatches als Heilmittel?

Bleiben jetzt noch die klassischen Wearables: Smartwatches, Tracker, wie wir sie heute schon kennen. Hat am Ende tatsächlich Nubia mit dem Umschnall-Smartphone den heiligen Gral gefunden?

AndroidPIT nubia alpha camera
Das Nubia Alpha - Konzept mit Zukunft? / © AndroidPIT

Interessant ist am Ende auch, ob wir eine dezentrale Lösung finden: Einen Mix aus Armband und Kopfhörer. Multifunktionale In-Ears hat uns auch Sony schon vor ein paar Jahren als Xperia Ear mit Zukunfts-Konzept vorgestellt. Aber auch hier kommt das Problem hinzu: Ein Gadget, dass uns sprichwörtlich die Sinne vernebelt kann eigentlich nicht funktionieren. Eigentlich.

Am Ende hoffe ich trotzdem, dass sich Geschichte wiederholt: Dass Apple - gerne auch jemand anderes - ein Gadget hervorzaubert, von dem wir vorher nicht wussten, dass wir es brauchen und das dann in der Lage ist, das Leben zu ergänzen oder zu erleichtern.

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Top-Kommentare der Community

  • Verano vor 1 Monat

    Und sie nennen es nicht iEye, was für eine vertane Chance

  • Tim vor 1 Monat

    Der Punkt ist eher, dass Smartphones viel zu etabliert sind. Sie haben quasi den "perfekten" Formfaktor für den Alltag usw.
    Von einer AR-Brille, völlig egal wie umgesetzt, kann man das nicht sagen. Damit wird sich niemals so komfortabel Nachrichten schreiben, Videos anschauen, Videos und Bilder aufnehmen usw. lassen.
    Von allem anderen, was man mit einem Smartphone so macht (Gaming, Musik, Wecker, usw.) mal ganz zu schweigen.

74 Kommentare

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  • " Apple hat bei einer geheimen Versammlung Geräte vorgestellt, ... "

    Ich lach' mich tot! War da ein Schild an der Tür: "Geheime Versammlung". Komm' se rin aber nicht weitersagen " ?


  • Als Brillenträger weiß ich, dass eine erklassige Gleitsichtbrille und diese smarten Funktionen nicht in ein Teil gepackt werden können und angenehm tragbar sind.

    Auch die Nubia Geräte können mir ein Smartphone mit einem 6,5" + Display zum Schreiben nicht ersetzen. Von den Stift Funktionen von einem Note gar nicht zu sprechen.

    Diese Dinger sind bis auf unbestimmte Zeit Gadgets, die vielleicht nett, aber keine alltagstauglichen Werkzeuge sind.


  • Würde ich mir niemals zulegen, ausser vielleicht für Zuhause. Ich müsste Brille tragen, finde es aber total hinderlich und unbequem und trage lieber Kontaktlinsen.


  • Apple hat 1977 mit dem Apple II dem Personal Computer zum Durchbruch verholfen. Danach kamen nur noch ein paar Achtungserfolge für neue Ideen oder überteuerte Live-Style-Produkte, aber keine echte Revolution.

    Erst 2001 konnten sie mit dem iPod wieder soetwas wie ein Vorreiter werden. Mit dem iPhone wurden sie es 2007 auch wieder. Vor 2025 ist demnach nichts wirklich neues von Apple zu erwarten ;)

    Jedes mal wurden sie jedoch von ihrem Mitbewerbern überholt. Das dürfte auch künftig wieder so sein.


  • Warum sehe jetzt schon schielende oder halbblinde Menschen mit Äpfel vor den Augen?


  • Finde Armband-Phone gelungen. Aber die Brille finde ich eine logische Entwicklung. Beide Hände bleiben frei. Wenn dann noch das Gewicht niedrig bleibt, würde ich unverzüglich mein Smartphone weglegen


  • Vielleicht ist es ja etwas was man als eingenständige Brille tragen kann und/oder an einer bestehenden Brille befestigen kann. Sowas wie ein kleiner 3D Projektor der dann in einiger Entfernung das Bild projiziert. Eingabe sollen dann ggf. akustisch erfolgen...hmm


  • Ich selber möchte mir niemals vorstellen ohne mein Smartphone zu sein. Allerdings glaube ich dass sich irgendwann die neuen Geräte durchsetzen werden - aber niemals im nächsten Jahrzehnt. Ich finde das ganze ist vergleichbar mit den wenigen Faltsmartphones auf dem Markt. Das ganze wird sicher ewig dauern, bis es massentauglich und auch für einen fairen Preis käuflich ist. Es wird sicherlich Testphasen geben, aber ich denke, die große, für den breiten Markt taugliche, Innovation wird das so schnell nicht.


    • Warum irgendwann? Wenn es heute keiner will, weil es unpraktisch ist wird später auch niemand denken: "Oh, heute ist ja irgendwann! Dann muß ich wohl, ob ich will oder nicht." 😉
      Und was die Falt-Dinger angeht, will auch keiner erst aufklappen müssen. Sollte ein Faltphone im zugeklappten Zustand so schmal sein, wie ein einfaches Phone und ein absolut ordentliches Außendisplay haben, könnte es eine Chance haben.


      • Also ich fände ein Faltphone geil, so wie das RAZR v3, nur als Smartphone. Ist dann kleiner in der Tasche und Display geschützt.


  • Ich begrüße neue Ideen, wo aber bitte ist hier die Massentauglichkeit? Selbst Brillenträger müssen das ja nun nicht toll finden, ihre teuere und schone Brille mit einer smarten Brille zu ersetzen. Ich will es jedenfalls nicht. Nie und Nimmer. Wenn sie sowas entwickeln und damit ein Bild ( Holo) vor der Nase (ohne Brille oder ähnlichem) hinzaubern, dann können wir drüber reden.
    Mein Gesicht soll frei bleiben, außer ich entscheide dass ich ne Brille will oder brauche (zum sehen).


  • Im Bericht geht es zwar um die Apple Ankündigung. Aber warum glaubt ihr, dass nur Apple an etwas neuem arbeitet? Die anderen großen Konzerne werden da auch aktiv sein. Nur müssen die nicht unbedingt was neues ankündigen.
    Apple braucht so eine Ankündigung aber, um endlich den Nimbus der mangelnden Innovationskraft los zu werden.


    • "Apple braucht so eine Ankündigung aber, um endlich den Nimbus der mangelnden Innovationskraft los zu werden."

      Soso, und im Androidlager werkelt man dann aus eben den gleichen Gründen an Faltgeräten. Was willst du Apple also vorwerfen?


  • Als Erweiterung kann ich mir das gut vorstellen, als Ersatz eher nicht.


  • Diese Technik wäre interessant durchaus in 10 Jahren oder später aber mal dran gedacht, das viele eine Brille mit Sehstärke tragen? Wie verhält sich das dann? Abgeneigt bin ich der Brille nicht, da es mal was anderes ist und für die ganze Smartphonesüchtigen ein Vorteil, weil die ihr Liebling dann nicht ständig an sich haben und wieder beide Hände frei für andere Sachen. Man hat ja schon immer gesagt, sollen die sich ihr Handy ans Ohr kleben.😅


  • Entweder man lässt den Kommentar Korrektur lesen oder man beherrscht den Unterschied zwischen "das" und "dass".


    • Ja, mit dem „dass das ..“oder 😕💭 „ das dass...“ ist schon ne komplizierte Sache ähnlich dem Komma setzen. Deutsche Sprache, schwere Sprache. Deutsch gilt generell als schwere Sprache neben Asiatischen Sprachen. Hinzu kommen noch beim deutschen die verschiedenen Dialekte. Ein echter Sachse und ein echter Bayer hätten durchaus Probleme sich zu verstehen.


      • Früher schrieb man, wenn man sich nicht ganz sicher war, das Wort in beiden Varianten untereinander und wusste dann sogleich, welches das r/Richtige war. Heute weiß ich es dennoch nicht mehr und die letzte Rechtschreib"halb"reform hat mit den Rest gegeben. Am b/Besten, man fügt jedem p/Posting einen Kasten mit allen Groß- und Kleinbuchstaben sowie, Satzzeichen mit der Überschrift "Zur freien Entnahme" hinzu. Ich tat dies damals in der Schule, was aber beim Lehrer gar nicht gut ankam.

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