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Ich habe die Apple Watch ausprobiert und geriet in Versuchung

Ab heute ist die Apple Watch verfügbar, Apples Vorstoß in den hart umkämpften Markt der Wearables und Smartwatches. Ich war für Euch im Apple Store in Berlin und habe die Apple Watch ausprobiert. Meine ersten Eindrücke der Uhr will ich Euch auf keinen Fall vorenthalten!

apple watch displays
Die Apple Watch gibt es in allen möglichen Varianten. / © ANDROIDPIT

Apple Watch: Design und Verarbeitung

Für die Anprobe habe ich mich gleich für das teuerste Modell, die Apple Watch Edition, entschieden. Dieses Modell ist aus 18 Karat Gold gefertigt und kostet in der Variante mit klassischem Lederarmband und 42-mm-Gehäuse stolze 16.000 Euro. Das ist ein Preis, den sicherlich die wenigsten ausgeben wollen, manche gar für übertrieben hoch ansehen. Aber es zeigt auch deutlich, was Apple mit der Apple Watch vorhat: Sie ist ein Mode-Accessoire und soll nicht nur Gadget-Nerds und technikaffine Menschen ansprechen, sondern auch den normalen Bürger, für den die Uhr als Lifestyle-Gadget, als Statussymbol, im Vordergrund steht und der auch bereit ist, ein paar Euro mehr für eine Premium-Uhr auszugeben. Die teuerste Apple Watch hat auch gleich den Vorteil, dass das günstigste Modell der Uhr, das ab 400 Euro losgeht, deutlich preiswerter scheint, als es eigentlich ist.

apple watch edition gold
Sehr dezent (Entschuldigt bitte die Fotoqualität, ich durfte nur mein Nexus 6 zum Fotografieren verwenden und das Licht war sehr schlecht.) / © ANDROIDPIT

Doch genug von der Preispolitik, wie schlägt sich die Apple Watch in Sachen Verarbeitung? Nun, ich hatte schon viele Smartwatches ums Handgelenk und die Apple Watch ist mit Abstand die schönste und am hochwertigsten verarbeitete Smartwatch, die ich bis dato gesehen habe. Und das trifft nicht nur auf die Apple Watch Edition zu, sondern auch auf die anderen und günstigeren Modelle, die ich ebenfalls angeboten bekam. Ja, selbst die Moto 360 mit Edelstahlarmband, die ich derzeit trage, kann in Sachen Verarbeitung nicht mithalten. Versteht mich nicht falsch, die Moto 360 ist selbstverständlich ebenfalls gut verarbeitet, die Apple Watch setzt hier aber neue Standards: Der Übergang zwischen Glas und Gehäuse ist absolut fließend und die Spaltmaße sind so klein, dass sie quasi unsichtbar sind.

Apple Watch: Tragekomfort

Das Gehäuse der Apple Watch Edition wiegt in der 42-mm-Variante aus Gelbgold 69 Gramm und ist dadurch angenehm schwer, jedoch nicht zu schwer, um störend zu sein. Zum Vergleich: Die Moto 360 mit Lederarmband wiegt 49 Gramm.

apple watch metall
Apple Watch mit Metallarmband. / © ANDROIDPIT

Die Apple Watch fühlt sich dank der abgerundeten Kanten sehr gut auf der Haut an und schon nach kurzer Zeit merkt man gar nicht mehr, dass man sie überhaupt trägt. Das ist auch wichtig, denn so eine Uhr trägt man schließlich den ganzen Tag und sollte daher nicht störend auffallen. Ich kann aber nicht behaupten, dass die Apple Watch angenehmer zu tragen ist als andere Uhren (egal ob Smartwatch oder klassische Uhr). Und das ist das, worum es letztendlich geht.

Apple Watch: Display

Kurz und knapp: Vom Display der Apple Watch bin ich absolut begeistert: Es ist sehr hell, Farben sind kräftig und das Beste: Einzelne Pixel lassen sich nicht ausmachen. Andere Smartwatches wie die Moto 360 wirken im direkten Vergleich noch grobpixeliger als sie es ohnehin schon sind. Hier wünsche ich mir für die nächste Generation von Android-Wear-Uhren ein mindestens ebenbürtiges Display. Was ich leider nicht testen konnte: Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung.

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Ein typisches Watchface. Zusätzliche Elemente wie Wetter und Weltuhr lassen sich personalisieren. / © ANDROIDPIT

Apple Watch: Bedienung

Die Apple Watch wird auf zwei Arten bedient: Via Touchscreen und über die digitale Krone auf der rechten Seite, die man drehen und drücken kann. Zusätzlich dazu gibt es auch noch einen Knopf für das Freunde-Menü, bei dem bis zu zwölf wichtige Kontakte angezeigt werden.

Ich habe es in der Vergangenheit schon mal gesagt (siehe mein Meinungsstück zur Pebble Time) und auch bei der Apple Watch ist das nicht anders: Eine Smartwatch mit richtigen Knöpfen ist einfach so viel angenehmer zu bedienen und die Digital Crown ermöglicht eine sehr intuitive Interaktion mit der Apple Watch: Dreht man die Krone, scrollt man entweder durch Menüs oder kann herein- beziehungsweise herauszoomen. Ein Druck auf die Krone bringt einen zum Apps-Menü zurück, alternativ kann man die digitale Krone auch zwei Mal schnell hintereinander drücken, um zur Uhrzeit zu gelangen.

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App-Übersicht. Via Digital Crown kann direkt in die mittlere App hereingezoomt werden. / © ANDROIDPIT

Der Finger wird immer dann benutzt, wenn man mit Elementen interagieren will. Ein langer und fester Druck (die Apple Watch kann zwischen Druckstärken unterscheiden) in der E-Mail-App öffnet beispielsweise ein Menü mit Aktionen wie Löschen. Ebenfalls sehr schön: Erhält man eine Benachrichtigung, vibriert die Uhr nicht einfach, es fühlt sich so an, als ob mir jemand mit seinen Fingern auf mein Handgelenk klopft. Das empfand ich als sehr angenehm und kräftig genug, um keine Benachrichtigungen zu verpassen, was mir bei der Moto 360 schon ein paar Mal passiert ist, da die Vibration nicht besonders stark ist.

Alles in allem hat mir die Bedienung der Apple Watch besser als bei Android Wear gefallen, da die Bedienung deutlich intuitiver ist und man nicht mit einem verwirrenden Gerüst aus Google-Now-Karten mit unterschiedlichen Wischgesten konfrontiert wird, bei denen man erst einige Zeit braucht, bis die Bedienung in Fleisch und Blut übergegangen ist. Bei der Apple Watch hat man deutlich schneller den Bogen raus.

Apple Watch: Software

Erinnert Ihr Euch noch an WAP? Das war das mobile Internet auf Handys, bevor es Smartphones und das richtige Internet im mobilen Formfaktor gab. Ungefähr so muss man sich das Aussehen von Apps für die Apple Watch vorstellen: Sie sind schlicht gehalten und auf das Wesentliche konzentriert. Einige Apps, wie zum Beispiel die vorinstallierte E-Mail-App sind für meinen Geschmack gar zu schlicht, aber sie erfüllen ihren Zweck. Übrigens: Zum Start der Apple Watch gibt es bereits mehr als 3.000 Apps. Eine Zahl, von der Android Wear bei Start nur träumen konnte.

apple watch musik
Das Software-Interface ist teilweise sehr schlecht. / © ANDROIDPIT

Apple Watch: Fazit

Die Apple Watch ist eine sehr schöne Uhr, hat jedoch mit den gleichen Kinderkrankheiten von Android Wear zu kämpfen und die Akkulaufzeit ist wohl das größte Problem der Apple Watch. Und hier zeigt sich, dass selbst ein Konzern wie Apple auch nur mit Wasser kocht und keine Smartwatch mit einer Woche Laufzeit aus dem Hut zaubern konnte. Hier hat die Pebble immer noch die Nase vorn.

Unterm Strich ist die Apple Watch keine Uhr für Technik-Enthusiasten, denn dafür ist sie deutlich zu teuer. Wer aber schon Teil des Apple-Ökosystems ist und viel Wert auf das Aussehen einer Uhr legt, für den könnte die Apple Watch schnell zum treuen Begleiter werden. Vor allem hoffe ich aber, dass sich andere Hersteller viel von der Apple Watch abschauen, vor allem in den Bereichen Verarbeitung, Display und Bedienung. Denn hier kann die Uhr von Apple richtig punkten und lässt jede Android-Wear-Uhr alt aussehen. Das hat aber natürlich auch seinen Preis und so wird es spannend zu sehen, wie hoch die Kundenakzeptanz gegenüber der Apple Watch letztendlich sein wird.

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105 Kommentare

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  • https://youtu.be/Xgj62qxBt50
    Alexibexis Review

  • Zur Info, das Gehäuse der "Edition" besteht aus Gold gemischt mit Keramik. Karat bezieht sich auf den Massenanteil der Mischung. Keramik hat jedoch eine geringe Dichte. Das heißt der Volumenanteil des Goldes ist entsprechend niedrig, der Massenanteil trotzdem hoch. Damit wird ein hoher Karatwert bei geringer absoluter Goldmasse erreicht.

  • Ich glaube die Aufregung über die Uhr ist verständlich. Vor ca. 2 Jahren noch hat man Apple Produkte gekauft weils Apple war. Allein der Name war Kaufgrund No. 1. Dann aber sieht es gegenüber anderen Marken hochwertiger aus. Die Funktionen sind meist nicht die allerneusten. Aber die Funktionen die es beherrscht sind immer intuitiv, nutzbar, effektiv, selbsterklärend. Obwohl andere Marken vielleicht diese Funktion schon seit längerer Zeit anbieten, wird es erst mit einem Apple ein "ohne diese Funktion kann ich nicht leben" Funktion.
    Mittlerweile aber zieht es net mehr. Der Apple Nutzer mag sein Gerät immer weniger je öfter er neber einem 12 jährigen im Bus sitzt, der das neuste Iphone mit 32 GB, ein bis zur Unkenntlichkeit verkratztes Display und Rahmen, aus seiner Hosentasche holt und anfängt pou zu spielen.
    So sind die Erwartungen natürlich hoch wenn Apple ein neues Produkt herausbringt.... :)

  • Also ein Galaxy s6 in echtgold kostet 2100€

  • Absolut kein Bedarf. Das liegt nicht an Apple, auch andere Smartwatches haben für mich meinen wirklichen Mehrwert. Auf dem Smartphone hab ich alles was ich benötige und ich muss mir nicht bei jeder WhatsApp, Clash of Clans oder Zeitungsbenachrichtigung auf den Arm klopfen lassen.
    Und um die Uhrzeit zu erfahren, da schau ich auf meine ganz normale Armbanduhr

  • was soll dieser alberne Drehknopf an der Uhr eigentlich ? Nur weil Opa's Uhr von annodazumal auch einen Drehknopf hatte ? Wenn schon digital dann bitte richtig, einen Schalter/Taster kann man ja nun wesentlich eleganter unterbringen im Jahr 2015.

    • Sieht in meinen Augen auch nicht alberner aus als die ganzen Android Uhren. Man kann sich ja auch fragen, warum überhaupt Uhr? Nur weil Opa eine Uhr hatte? Warum nicht was anderes, neues?

      • von Android hab ich gar nichts geschrieben.
        Ich weiß nicht mal ob Android-Uhren auch noch so einen Retro-Drehknopf haben - wenn ja genauso albern, ist aber nicht das Thema hier.

    • Der "Drehknopf" ist das beste was apple an einer smartwatch machen konnte. Bitte erst urteilen wenn man die watch Live proieren konnte. Die digital crown erleichtert die Bedingung ungemein.

    • Durch die Krone kann man scrollen ohne auf dem kleinen Display das meiste mit seinem Finger zu verdecken. Außerdem kann es einem bei einem kleinen Display sonst auch schnell passieren von unten über den displayramd zu streichen und so, statt zu scrollen eine andere Aktion auszuführen.

  • Meinst du wirklich, "Das Software-Interface ist teilweise sehr schlecht." (Bildunterschrift), oder hast du da schlecht mit schlicht verwechselt?

  •   51
    XXL 25.04.2015 Link zum Kommentar

    Ich lehne mich jetzt ein bisschen weit zum Fenster hinaus, aber wahrscheinlich ist die Aussage nicht so falsch. Wer die teuerste Version der Apple Watch kauft, hat definitiv nicht alle Latten am Zaun und outet sich als absoluter Banause was Uhren, Technik oder Luxusgüter anbelangt. Solche Leute darf man dann mit gutem Gewissen als komplett depperte Apple-Jünger bezeichnen. Warum?

    Diese Woche war zu lesen, dass die Gewinn-Marge bei der Goldedition gegen 85% beträgt! Hinzu kommt, dass dieses lächerliche Stück Technik nicht mal ansatzweise etwas mit Stil oder einem Luxusgut zu tun hat. Und das Beste ist, dass das Teil nach zwei Jahren vielleicht noch einen Drittel Wert vom ursprünglichen Verkaufswert hat und in zwei weiteren Jahren ein überteuertes Stück Technik für die Vitrine ist, da sie schlicht nicht mehr brauchbar ist. Wer sich eine iWatch Goldedition kauf, hat im Grunde einfach das nötige Kleingeld, um der Welt zu zeigen wie blöd er ist;)

    Eine Smartwatch hat generell wenig gemein mit einem Schmuckstück oder mit Stil. Nur schon der Display verhindert das, ausserdem ist es nur ein bisschen Elektronik. Der ganze Hype um die Smartwatches hat mich lustigerweise dazu bewogen, wieder mal eine richtige Uhr zu kaufen. Diese war zwar auch nicht günstig, jedoch wurde da hochwertige Technik und Materialien verbaut und sie ist wertbeständig, zeitlos und wird mir mehr als nur 1-2 Jahre Freude bereiten. Ach ja, und ich hab nicht ein weiteres Gerät, dass ich andauernd einstöpseln muss... Batterielaufzeit ist mindestens drei Jahreˆˆ

    •   13

      Wenn ich das lese bekomme ich Magenkrämpfe, alleine schon im ersten Absatz muss man Menschen beleidigen die ein Produkt kaufen, dann wird darüber gelässtert, das eine Firma es schaft ein Livestyle Produkt auf den Markt zu bringen, was mal nicht nach nur 3 Monaten nur noch 75% des Anfangspreises bringt. Und dann wird sich als Prophet hingesellt und als Hellseher. Wer wirklich glaub das man in 2 Jahren eine Applewatch die mal 16.000€ gekostet hat für 5333,33333 bekommt, der lebt auf dem Mond. Ach um nochmal in die Wunde zu stechen: Es gibt Produkte auf den Markt die brauchen keine 2 Jahre um nur noch ein drittel Wert zu sein oder wie war das mit LG´s oder Sony´s Meisterwerk für 50€.

      • Was kaufst du lieber?
        Eine Rolex für 20000€ die über ein Jahrhundert halten kann
        oder eine alberne AppleWatch für 18000€ die vllt nur 2-3jahre hält weil die Software veraltet?:)

    • @XXL: Ich halte es für gewagt, zu behaupten, die goldene Apple-Watch ziele auf Kunden ab, die geistig gestört sind. Man sollte nicht vergessen: Es gibt auf dieser Welt sehr viele Personen, die monatlich 100.000,- Euro und mehr verdienen. Sprich: Menschen, denen Geld KOMPLETT hupe ist. Und die sind nicht alle dank geistiger Umnachtung zu Wohlstand gekommen. Ich wage mal die Vermutung: Das genaue Gegenteil ist der Fall.

      Und wenn Du, lieber XXL, Geld bis zum Abwinken hast, dann sind Preisschilder auf Produkten Dein geringstes Problem im Leben. Dann besitzt Du vielleicht auch eine Lange 31 für rund 110.000 Euro oder sogar eine Patek Philippe Grand Complications für eineinhalb Millionen Euro. Warum nicht mal eine goldene Apple Watch ausprobieren, würde Dir finanziell nicht weiter auffallen.

      Und das ist der Trick: Die goldene Apple-Watch ist ein raffinierter Marketing-Kniff. Grund: Der hohe Preis lässt eine "Luxus-Vermutung" in den Köpfen von Konsumenten entstehen und diese "Luxus-Vermutung" färbt auch auf die günstigeren Modelle ab. Das ist nur extrem gekonnte Markenführung!

      Das musst Du den Apple-Mitarbeitern zugestehen: Sie sind einfach verdammt gute Verkäufer. Sei es Ihnen gegönnt, wenn Verbraucher ihre Produkte in Scharen kaufen.

      Das würden wir beide doch auch nicht anders machen...hätten wir die entsprechende Geschäftsidee, oder?

  • Was bringt mir diese Uhr? Emails auf einem winzigen Display am Handgelenk mühselig lesen? Ich sehe einfach keine darseinsberechtigung für solch ein Spielzeug

    • Wenn dir am Tag weit über 100 Nachrichten reinkommen bist du froh, wenn du nicht jedesmal dein Handy rausholen musst.

      • man muss ja auch nicht für jede Email sein Handy rausholen... was denn das für ne Logik ???
        langt. ja wohl dicke wenn du am Tag 3- 4 Mal nach Email schaust.
        Mal abgesehen davon zieht man sein Handy ja auch noch für andere Dinge aus der Tasche und dann sieht man ja u.a. ob Email eingetrudelt ist.

      • Ja, wenn du Student bist oder Schüler kannst du das so handhaben. Geschäftlich geht das nicht.

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