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App-Entwickler im Interview: Chris Pruett von Robot Invader

In unserem Entwickler-Interview lassen wir diese Woche Chris Pruett zu Wort kommen. Zusammen mit seinem Kollegen Casey Richardson programmierte er im Indie-Entwickler-Team Robot Invader die Android-App Wind-up Knight. Inzwischen ist die kleine Truppe auf vier Personen angewachsen. Heute beantwortet er uns einige Fragen zur App und seiner Laufbahn als Entwickler.

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teaser robot invader
Entwickler der Game-App "Wind-up Knight" von Robot Invader: Casey Richardson, Chris Pruett und Mike Witt. / © Robot Invader

Hallo Chris, “Wind-up Knight” war nicht Euer erstes Projekt. Wie habt Ihr Eure Entwickler-Karriere angefangen und welche Spiele habt Ihr zuerst für welche Plattformen oder Konsolen entwickelt?

Wir sind alteingesessene Spiele-Entwickler und schreiben Game-Software schon seit Jahren für alle möglichen Plattformen. Das erste Spiel, das ich herausgebracht habe, lief auf einem 25 Megahertz schnellen System 7 Mac. Mein Partner Casey und ich stiegen 2001 professionell in die Branche ein und arbeiteten an Spielen für den Game Boy Advance. Seitdem machen wir auch Spiele für alle möglichen modernen Konsolen. Zur Zeit liegt unser Fokus auf Android und iOS.

Mein erster professioneller Titel war “Power Rangers Time Force” für den Game Boy Advance, obwohl das Spiel schon fast komplett fertig war, als ich ins Team kam.

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Power Rangers Time Force für den Game Boy Advance. / © SnakeEater7771

Ich arbeitete außerdem auch an den Game-Boy-Advance-Spielen “Crash Bandicoot” und “Crash Bandicoot 2: N-Tranced”, “X-Men Legends” für die PlayStation Portable und “Spider-Man 3” für PlayStation 2, PlayStation Portable und Wii und noch an einigen weiteren Titeln.

Kannst Du uns einen kurzen Überblick geben, wie “Robot Invader” die App “Wind-up Knight” entwickelt hat? Wer war für was zuständig?

Ich bin gelernter Entwickler und Casey ist hauptsächlich für die Animationen zuständig. “Wind-up Knight” wurde in fünf Monaten entwickelt und von Casey designt und geleitet. Mike Witt, unser künstlerischer Leiter, kümmert sich um die Grafik und ich schrieb den Code und arbeitete viel am Script. Wir veröffentlichten das Spiel Ende Oktober 2011 für Android, im Dezember des selben Jahres dann auch für iOS. Etwas mehr als ein Jahr später brachten wir dann unser zweites Spiel Rise of the Blobs heraus.

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Die zweite Game-App von Robot Invader: Rise of the Blobs. / © AndroidPIT

Wann hast Du Dich dazu entschieden für Android zu programmieren? Gab es dafür einen speziellen Grund?

Von 2008 bis 2011 arbeitete ich im Android-Team von Google. Meine Rolle als Entwickler ging allerdings auch darüber hinaus: Ich war verantwortlich dafür, Spiele-Entwickler zu finden, die Android-Spiele programmieren wollten, und stand ihnen helfend zur Seite. Nebenbei entwickelte ich mein eigenes Android-Game, ein Side-Scroller mit dem Namen Replica Island. Ich veröffentlichte es kostenlos mitsamt Quellcode.

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Chris Pruetts erstes Android-Spiel: Replica Island. / © AndroidPIT

Obwohl es ein simples Spiel war, hatte "Replica Island" schnell Millionen von Nutzern - das waren weitaus mehr, als ich mit meinen kommerziellen Konsolen-Spielen zuvor erreicht hatte. 2011 verließ ich Google, um für Android und andere mobile Betriebssysteme Spiele in Vollzeit zu entwickeln.

Eure App “Wind-up Knight” läuft ziemlich gut im Google Play Store. Hattet Ihr bei der Entwicklung irgendwelche Probleme? Vielleicht kannst Du uns eine kleine Geschichte dazu erzählen.

Wir arbeiteten wirklich hart, um “Wind-up Knight” zu entwickeln und in der ersten Zeit lief es nicht besonders gut und kostete uns viele schlaflose Nächte. Nach dem Start hatten wir zahlreiche Probleme mit Samsung-Geräten. Das Galaxy S konnte unsere App beispielsweise nicht herunterladen, weil sie größer als 30 Megabyte war und das Galaxy S2 hatte einen Fehler im Grafik-Treiber, weshalb die App dort sehr langsam lief. Diese Probleme sind inzwischen behoben, aber kurz nach der Veröffentlichung des Games bereiteten uns die Samsung-Geräte viel Kopfzerbrechen.

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Tolle Grafik und flüssiges Gameplay: Wind-up Knight. / © AndroidPIT

Für Android zu programmieren bedeutet außerdem immer mehr Arbeit, weil man den Nutzern einen guten Support bieten muss. Alle Anfragen kommen direkt zu uns, während das bei anderen Plattformen ganz anders aussieht. Das kann in die Produktivität bei einer Firmengröße wie unserer ein großes Loch reißen und viel Zeit kosten. Aber im Großen und Ganzen ist Android sehr gut für uns: Unsere Spiele laufen und sind profitabel.

Plant Ihr noch mehr Spiele für Android in der Zukunft? Vielleicht könnt Ihr uns schon etwas über das nächste Projekt verraten.

Jetzt arbeiten wir gerade an einem neuen Spiel, das auf jeden Fall für Android erscheinen soll, sobald es fertig ist. Ich kann Euch allerdings jetzt noch nicht allzuviel verraten. Als Vorgeschmack gibt es vorerst nur diese beiden Bilder.

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Geheimnisvoll: Die ersten Bilder zum nächsten Spiel von Robot Invader. / © Robot Invader
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Was sich wohl hinter dieser Tür verbirgt? Wir sind gespannt! / © Robot Invader

Wir wollen “Wind-up Knight” außerdem auch für die OUYA herausbringen. Es ist wirklich beeindruckend, das Game auf einem Fernseher mit Controller zu zocken. (Ist bereits erschienen.)

Welche Hard- und Software verwendet Ihr für die Entwicklung von Android-Games?

Wir benutzen die Spiel-Engine Unity für die Entwicklung. Ich habe einen Haufen Geräte, auf denen ich teste, meistens aus Googles Nexus-Serie, etwa das Nexus One, das Nexus S, das Nexus 7, das Nexus 4. Es sind aber auch Tablets wie das Motorola Xoom dabei. Die genannten Modelle decken das Spektrum der Geräte-Typen sehr gut ab und unterstützen auch eine Reihe von verschiedenen Systemen und Hardware-Profilen. Wir nutzen darüber hinaus Tegra-Hardware von Nvidia für unser Performance-Tuning.

Hast Du ein paar Tipps für andere Entwickler?

Erfolg auf Android hat man nur, wenn man gute Spiele entwickelt, die das System ernst nehmen. Viele Entwickler verbrennen sich die Finger, weil sie ihr iOS-Spiel so schnell wie möglich auf Android portieren wollen und das nicht gut machen oder Probleme mit bestimmten Geräten haben. Wenn Ihr plant, Android vom ersten Tag an zu unterstützen und auf die Plattform-Regeln achtet, werdet Ihr gute Erfahrungen machen.

Eine Frage zum Schluss: Welches Smartphone oder Tablet nutzt Du privat und auf welche Apps würdest Du auf keinen Fall verzichten wollen?

Ich benutze hauptsächlich ein Nexus 4. Mein Lieblingsgerät ist und bleibt aber das Nexus 7. Spiele, die ich auf keinen Fall missen möchte, sind zum Beispiel Triple Town, The Room, Sword and Sworcery und Backflip Madness.

Vielen Dank für das Interview, Chris!

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