Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
3 Min Lesezeit 108 Kommentare

Keine Angst vor Google - Das wahre Problem heißt Facebook

In einer Umfrage wollten wir am Donnerstag von Euch wissen, ob Ihr “Angst” vor Google habt (zur Umfrage). Nein, lautete der überraschende Tenor. Jedoch kam etwas anderes zum Vorschein, das mich grübeln lässt. Nicht etwa Google sei das Problem, nein, Facebook! Mit Verlaub: Das ergibt keinerlei Sinn.

Akkupower von morgens bis abends ist für Heavy User leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.
Stimmst Du zu?
50
50
2892 Teilnehmer
google facebook stephan androidpit teaser
© AndroidPIT

"Also ich habe keine Angst vor Google. Dann schon eher vor Facebook und Co. Ich würde Google sogar eher meine Daten geben als Facebook etc.”

“Google ist harmlos. Facebook ist der Teufel.”

“Ich habe keine Angst vor Google. Bei Facebook, Twitter und Co bin ich schon vorsichtiger.“

Dies sind drei der Kommentare, die mich stutzig machten. Wie regelmäßigen Lesern mittlerweile hinlänglich bekannt ist, habe ich weder mit Google noch Facebook ein philosophisches Problem. Ich kann aber grundsätzlich verstehen, wieso jemand das anders sehen könnte. Was ich jedoch nicht verstehe, ist die Haltung, die hier ausgedrückt wird: Google gut, Facebook schlecht.

Wer Angst davor hat, zum gläsernen Menschen zu werden, dessen Identität und Verhaltensprofile kommerzialisiert und am Ende gegen ihn verwendet werden können, der hat zuallererst natürlich eigenverantwortlich zu sein und sicherzustellen, dass er sich in der Materie bildet und seinen Sorgen entsprechend verhält.

Bei Google ist das nicht so einfach, denn der Konzern ist mit so vielen grundlegenden Aspekten des modernen Lebens verwoben (Kommunikation, Informationsbeschaffung, Navigation etc.), dass es praktisch unmöglich ist, sich gänzlich vor ihm zu verstecken, ohne als Aussteiger im Wald leben zu müssen. Einiges kann man tun, doch es erfordert viel Aufwand und wird immer eher den Charakter eines unvollständigen Lebenswerks haben.

Facebook ist zwar fest ins moderne Sozialleben integriert, jedoch steht und fällt hier alles mit einer einfachen Registrierung. Während man Google nur schwer aus dem Weg gehen kann, ist es bei Facebook denkbar einfach. In beiden Fällen gilt zwar der Grundsatz: Die Konzerne haben nur die Information, die man ihnen zu irgendeinem Zeitpunkt gegeben hat, aber im Fall von Facebook ist das noch viel offensichtlicher als bei Google. Ihr habt Angst vor Facebook? Meldet Euch nicht an oder löscht Euer Profil, sodass in Zukunft keine weiteren Daten gesammelt werden können, ganz einfach. Vom Konzern wird künftig keine Gefahr mehr für Euch ausgehen.

Das Problem ist in diesem Fall nicht die Skepsis oder Angst vor Facebook. Jedoch zu sagen, dass Facebook im Kontext von Datenschutz und Privatsphäre grundsätzlich gefährlicher sei als Google, ergibt für mich keinerlei Sinn. Beide Firmen machen in vielerlei Hinsicht das Gleiche, und was auch immer für Gefahren von ihnen ausgehen mögen, sie gelten für Google, Facebook und jedes gigantische, werbegetriebene, von Nutzerdaten lebende Multimilliarden-Euro-Konglomerat. Hier aus dem Bauch heraus, auf Sympathien basierende Hierarchien zu erstellen, verschleiert nur die Kernproblematik.

Top-Kommentare der Community

  • Markus Knust 23.05.2014

    An den zitierten Kommentaren sieht man schon, auf welchem Niveau die Unterhaltung geführt wird. Darum nervt mich diese Diskussion so. Viele plappern nur irgendwas nach, was sie irgendwo gelesen oder gehört haben und haben dies als ihre Wahrheit angenommen, ohne darüber nachzudenken. Und jeder der anderer, meist differenzierter Meinung ist, ist dumm und ein Konsum Schaf. Das die eigene Interpretation teilweise viel dümmer ist, wird ignoriert, oder gar nicht erst hinterfragt.

  • Marcell 23.05.2014

    ich lebe seit jahren hervorragend auch ohne FB.

  • nox 23.05.2014

    Das ist nicht schizophren, das sagt uns nur das Facebook ein Vertrauensproblem hat und Google nicht.
    Ich vertraue Google auch eher pfleglich mit meinen Daten umzugehen als Facebook. Bei Facebook gehe Ich grundsätzlich davon aus, wenn Facebook sie hat, kann sie jeder haben.
    Was nicht heißt das ich Google alles anvertraue. Aber alle meine Kontakte oder den Kalender würde ich halt nicht über Facebook laufen lassen.

  • Siniox 23.05.2014

    Du fragst auf einer Android Seite ob die Leute Angst vor Google haben und wunderst dich über das Ergebnis? Google kann man genauso aus dem weg gehen wie facebook, aber wozu? Google bietet einen mega Mehrwert. und was macht Google mit deinen Daten schon groß? Zeigt dir zu dir passende, unaufdringliche Werbung. Der Gegenwert, den man von Google bekommt, ist dagegen riesig.

    Und Facebook? Die sammeln jeden Futzel den sie bekommen. Selbst Dinge die man eingegeben hatte, aber nicht abgeschickt hat. Und was bekommt man dafür? Spam, geistigen Durchfall und Duckfaces. Ständig braucht man ein FBAcc um sich anzumelden oder um überhaupt was machen zu können.

    Wenn du jeden scheiß von Facebook feierst dann mach es, aber wunder dich nicht das die meisten es eben nicht tun.

  • Markus Knust 23.05.2014

    Das sieht man übrigens schön an eurem Artikel über die Weitergabe von Bildern, bei Whatsapp und Co.
    Da schreibt irgendwer einen reißerischen, einseitig beleuchteten, Artikel und einige User übernehmen das dann in ihre Ideologie, ohne die andere Seite zu sehen. Und die gibt's immer.

108 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:

  • Facebook sammelt aber auch Daten von mir ohne das ich dort registriert bin. Bsp. Freund von mir war an meinem PC und hat sich bei Facebook eingeloggt, 2min.später bekommt er einen Freundes Vorschlag (das war meine Arbeitskollegin) die zwei Personen haben nichts miteinander zu tun, und ich war mit meinem PC vorher noch nicht auf Facebook.


  • Ich weiß, ist schon etwas älter hier, aber mal ein kleiner Einwurf...
    ...wem gehört nochmal "WhatsApp" und welche AGB's gelten jetzt für
    "WhatsApp"...? - Aaah, ja.


  • Leider kommt man Facebook nicht so ohne weiteres davon.
    Der Like-button, den viele Webseiten bereitstellen wird beim Aufbauen ins facebook-Cooke DATR geschreiben. Da das Cookie pro Browser eindeutig ist (und das dann oft pro User und Computer) kann man hier einen recht deutlichen Browserverlauf ablesen...
    Meh.


  • Ich hoffe ihr seid heute alle schon zur Wahl gegangen und habt denen auch erlaubt das sie Euch GEN-Tec und Chlor - Huhn vorsetzen dürfen.


  • Schließlich sind die Bösen ja nicht dumm, sie Fragen ja ob sie uns unter den Rock fassen dürfen.


  • Man stelle sich vor man macht den Briefkasten auf und alle Post ist offen und gelesen, da wäre ich aber ganz schön angepisst, nun das ist aber genau das was Google und Co machen. Das beste dabei, alle Stimmen mit dem Klick auf die AGB "Akzeptieren" zu. Also wozu hinterher noch drüber lamentieren?


    • Naja, so ganz passend ist die Analogie nicht. Der Grund, aus dem es dich ärgern würde, ist aller Wahrscheinlichkeit psychologisch betrachtet der, dass du dir vorstellst (bzw es in deiner Analogie auch Sinn ergäbe), dass ganz konkret ein Mensch deine Post gelesen hat und nun weiß, was er kein Recht hat zu wissen. Was deine E-Mails angeht, so gibt es nicht einen einzigen Menschen (bei Google), der diese gelesen hat. Stattdessen sind es anonyme, leblose Computeralgorithmen, die diese "gelesen" haben. Psychologisch ist das ein himmelweiter Unterschied! Und um die Psychologie geht es hier eben.

      Davon abgesehen: Wenn der Postbote deine Briefe gelesen hat, weiß er womöglich Dinge, die er gegen dich verwenden könnte (vielleicht könnte er mit deinen Kontodaten etwas anfangen oder er wüsste, dass du nächste Woche im Urlaub bist und könnte dann einbrechen etc.). Nichts davon trifft jedoch auf Googles Suchalgorithmen zu.


  • Sind das Verbrecher? Wieso auch? Sie veröffendlichen ja Ihre AGBs,Steht doch drinn für was die eure Daten missbrauchen.Man soll sich doch an der eigenen Nase nehmen.


  •   26

    moinsen
    ob google oder facebook, sind doch alles verbrecher meiner meinung nach, beide unternehmen sind in den usa und können jeder zeit auf verlangen die daten an die nsa weitergeben.siehe patriot act!
    beide unternehmen finanzieren sich gröstenteils durch werbung, bei fast allen apps die ich bis jetzt so im google play store gesehen habe werden trotz kauf noch zugriffsrechte auf meine persönlichen kontakte etc verlangt.
    das allein sollte einen schon stutzig machen, weshalb brauch eine app diese rechte?? wenn es nicht gerade whats app oder ein anderes chatprogramm ist etc.
    aber ich gehe jede wette ein,das google es verlangt, von denen die die apps dort reinstellen , um noch an mehr daten zu kommen, ich bin seit einiger zeit auch auf der anderen seite unterwegs, dort im app store habe ich keinerlei apps gefunden die diese rechte verlangen, es steht zwar mal bei das die app zugriff aufs mikrofon haben möchte oder mir eine push mittelung senden möchte, aber das kann ich von meiner seite aus direkt blocken!und das in app käufe möglich sind.


  • Ich zitiere dich mal: Ich selber bin nicht ganz Harmlos.. Und nur dort liegt das ganze.
    Die Menschen Liefern den Stoff,und die Giganten Spritzen ihn sich..


  • Also.. ich würde die Aussage " Google ist harmlos. Facebook ist der Teufel.”(das war doch wieder Pöbel-Troll Senior, oder?^^) eher zu "Facebook ist der Teufel; Google ist ein Dämon.. und ich selbst bin auch nicht ganz harmlos." relativieren.
    Was das heißen soll?
    Keine Ahnung. xD


  • Der Grösste Datensammler ist der Mensch selber.Ihr Schiesst ja eure Daten nur so Ins Nirvana raus.Und alles beginnt zu Hause,am Rechner.Gelöschte HDs? Gelöschte Accounts?
    Gelöschte einträge in irgend einem Sozialem Netzwerk? Sowas gibt's nicht.Was ist sicher?
    Alles was Ihr nicht in eure Rechner ablegt!!


  •   32

    Wenn wir schon dabei sind.
    Wie verdient AP sein Budget ?
    Werbung und APP ?


  • Ich bin auch einer der Leute, die Google mögen und Facebook nicht. Ich finde aber, dass ich da zumindest nicht komplett grundlos zu dieser Meinung komme.
    Ich habe das Gefühl, dass Google keine böse Firma ist, da sie jede Menge Dinge tun, die die (Technik-)Welt braucht und die andere nicht machen, siehe Project Ara oder preiswerte Smartphones mit ihrer Tochter Motorola (Moto E, Moto G). Zudem ist Google für uns ein echter Mehrwert, ohne deren Suche und deren Produkte wie Android, Drive, Play Music und Docs hätte ich viele meiner täglich genutzten Tools nicht. Das alles ist gratis, daher finde ein "bezahlen" durch Daten ok. Facebook hingegen ist eine meiner Meinung nach komplett überflüssige Plattform, weshalb ich dort auch keinen Account habe. Ich habe ihn gelöscht, nachdem mir auffiel, dass man dort eigentlich nur total sinnlose Unterhaltungen hat und wichtige Sachen anders abklärt.
    Zudem wird mir Google durch die vielen Open Source Projekte sympathischer. Neben den bekannten Dingen wie Android gibt es dort z.B. AngularJS oder auch Chrome, dessen Javascript-Engine für die weltweit erfolgreiche open-source-Serversoftware Node.js eingesetzt wird.
    All diese positiven Dinge, die Google unternimmt, geben mir das Gefühl, dort nicht nur ausgebeutet zu werden. Zudem habe ich bei Larry Page das Gefühl, er will mit dem ganzen Geld die Welt verbessern. Will er vielleicht nicht, aber der Typ ist einfach mega sympathisch. Der Zuckerberg ist da irgendwie eher so ein neureicher Typ für mich.


  • Mich betrifft Google viel mehr als Facebook.Der Unterschied liegt vor allem darin...Facebook kann ich vermeiden,einengen in seinen Möglichkeiten.Bei Google sieht es da vor allem in der Suchmaschine Ergebnisse schon etwas komplizierter aus.Andere Funktionen kann ich zwar auch deaktivieren oder erst gar nicht erst aktivieren,aber bei dieser habe ich so meine Probleme.Wo ich auch noch nicht eine befriedigende Lösung gefunden habe.....vor allem unter Android.Hier ist die Einflussnahme am Größten und Kosten mir die meiste Zeit und Nerven.Das kann ich von Facebook nun überhaupt nicht sagen.


    •   17

      Ich finde es genau umgekehrt, Facebook kann man nicht vermeiden (Stichwort Schattenprofile), Android und Google Services kann man irgendwo noch umgehen/einschränken


  • Im Grunde genommen wird vielen Menschen nur Angst gemacht. Wenige argumentieren auf Grund eigener Erfahrungen, die meisten reagieren auf Grund von hörensagen. Im Grunde genommen wird die Angst der User dazu genutzt um Argumente gegen etwas oder jemanden zu finden der nur einer kleinen Gruppe von Menschen bzw. Organisationen gefährlich werden kann. Da wird die Sau durchs Dorf getrieben um abzulenken. Ich habe die Erfahrung in meinem Leben gemacht, das die Menschen mit der Wahrheit am wenigsten umgehen können. Inzwischen haben sich viele meiner anerzogen und eingelebten Ängste relativiert, da ich die Flucht nach vorn angetreten habe in dem ich mich diesen Ängsten gestellt habe. Danach sieht man die Dinge aus einer vollkommen anderen Perspektive. Meine erste Frage, wenn jemand versucht an meiner Angst-Harfe zu zupfen, ist immer die: "Warum macht er das ?" In 80% Prozent der Fälle kann man reine Nächsteliebe ausschließen. Wenn man Glück hat, sucht das Gegenüber nur einen Abgleich um seine eigene Angst zu relativieren, allerdings ist es sehr oft so das es reine Manipulationsversuche sind.
    Es ist hierbei vollkommen egal ib das nun Google, Facebook oder der eigene Partner oder Freunde sind. Das Schema ist immer gleich.
    Man darf auch fragen wie ehrlich man selbst ist. Das klärt dann auch die Sichtweise warum manche Menschen hinter allem nur das Schlechte sehen. Sie spiegeln ihr eigenes Verhalten auf das Gegenüber. Es ist weder das Buch, noch das Internet noch sonst irgendwelche Medien schlecht. Es ist immer nur das, was die Menschen daraus machen. Wenn man so manche Behauptungen hört, darf man das hinterfragen. Es gibt kein Genralrecht auf richtig oder falsch. Allein wenn man sich mit dem Ursprung einer Sprache und dem Sinn von Wörtern beschäftigt, merkt man wie der Sinn von manchen Begrifflichkeiten sich innerhalb einer Generation schon verändern. Wir reden heute von positiv behafteten Dingen und negativ behafteten Dingen. z. B. haben es die Menschen geschafft, das Hakenkreuz, welches seit ca. 6.000 Jahren immer wieder in vielen Kulturen auftaucht zu einem negativ behafteten Symbol zu stilisieren, bei dessen Abbild man sofort nur noch an die Nationalsozialisten denkt. Was will ich damit sagen ? Die Menschen brauchen ein Feindbild um ihrer Ängste definieren zu können. Inzwischen werden Google und Facebook dazu genutzt um dumme Menschen in Angst und Schrecken leben zu lassen. Die NSA wird zur Zeit als die Quelle alles bösen an die Wand reflektiert ubd wofür das ? Nur um den Blick von anderen Dingen abzulenken. Dabei finden sich viel beunruhigendere Dinge in unserer nächsten Nähe die uns in unserem Leben viel mehr zu setzen als irgendwelche Dinge die weit weg sind. Nur schaut man da gern weg, denn so wird man mit dem Handlungsbedarf nicht konfrontiert. Statt dessen zeigt man mit dem Finger eher auf entferntere Dingen und sagt "man müsste" und "man sollte" nur um sich selbst in der Meute der Labertaschen zu verstecken.

Zeige alle Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!