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Hype vorbei? Angry-Birds-Macher entlassen mehr als ein Drittel der Belegschaft

Rovio Entertainment hat mit Angry Birds 2 einen großen kommerziellen Erfolg eingefahren, anscheinend blieb dieser Erfolg aber hinter den Erwartungen der Entwickler zurück. Denn wie nun bekannt wurde, hat das finnische Unternehmen fast ein Drittel der Belegschaft entlassen. Ist das das Ende der Erfolgsgeschichte rund um die wütenden Vögel?

Zahlen lügen nicht und auf den ersten Blick sind sie durchaus beeindruckend: Angry Birds 2 wurde in der ersten Woche nach Release über 20 Millionen Mal heruntergeladen, eine Woche später verbuchte der Titel 30 Millionen Downloads. Das kann sich sehen lassen und auch wenn das neue Bezahlsystem - auch von uns - hart kritisiert wurde, ist davon auszugehen, dass die Macher mit Ingame-Inhalten viel Geld verdient haben und es auch in Zukunft noch verdienen werden. Anscheinend blieb Angry Birds 2 aber hinter den Erwartungen zurück, denn wie arstechnica.com berichtet, hat Rovio Entertainment 260 von 700 Mitarbeitern entlassen.

Hierzu äußerte sich bereits CEO Pekka Rantala in einem offiziellen Statement und gab bekannt, dass dies eine schwierige Entscheidung gewesen sei. Der Schritt ist aber nötig, damit Rovio Entertainment auch in Zukunft erfolgreich bleibt, so Pekka Rantala. Wie ist dieser Rausschmiss von mehr als einem Drittel der Entwickler zu bewerten?

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Wurde mit Angry Birds 2 nicht genügend Geld verdient? / © Rovio Entertainment, ANDROIDPIT

Es ist zunächst nicht ungewöhnlich, dass es in der Videospiel-Branche eine hohe Fluktuation gibt, wenn es um Entwickler und Designer geht. Viele arbeiten für ein paar Jahre bei einem Studio, entwickeln an mehreren Spielen mit und verlassen dann das Unternehmen wieder, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Auch nichts Ungewöhnliches: Wenn ein Spiel nicht erfolgreich ist, wird ein Studio geschlossen und alle Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit.

Der letzte Punkt trifft wohl eher nicht auf Angry Birds 2 zu, denn auch wenn die Kosten für das Spiel nicht bekannt sind, dürfte durch die hohen Downloadzahlen, die in den kommenden Monaten wohl noch weiter ansteigen, genügend Geld zusammengekommen sein, um zumindest einen Großteil der Entwickler zu halten. Ein wirklich neues Spiel ist Angry Birds 2 ja bekanntlich auch nicht.

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In Zukunft wird es wohl nicht mehr so viele Spiele mit den wütenden Vögeln geben. / © Rovio Entertainment, ANDROIDPIT

Dass es nun doch so viele Mitarbeiter getroffen hat, ist durchaus bemerkenswert und lässt zumindest erahnen, wie es um das Unternehmen und die Marke Angry Birds steht. Wie gesagt: Der Kampf Vögel vs. Schweine ist immer noch überaus erfolgreich, aber man merkt dem Spiel, beziehungsweise dem ganzen “Angry-Birds-Konzept” doch an, dass seine Zeit langsam vorbei ist. Das sehen wohl auch die Verantwortlichen so, weshalb sie sich zu diesem radikalen Schritt entschlossen haben. Wobei diese Vorgehensweise auch nicht wirklich neu ist, zumindest nicht bei Rovio Entertainment, denn bereits Ende 2014 wurden 130 Stellen gestrichen. Anscheinend braucht es einfach nicht mehr so viele Entwickler, um die Angry Birds fliegen zu lassen.

Die Entlassungen könnten auch darauf hindeuten, dass Rovio Entertainment die Arbeiten an neuen Spielen einstellen oder zumindest zurückfahren wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden schon bald Zusatzinhalte wie Levels für Angry Birds 2 angeboten, ob es hingegen neue Ableger oder in den kommenden Jahren ein Angry Birds 3 geben wird, ist aufgrund der harten Einschnitte bei Rovio nicht sicher.  

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8 Kommentare

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  •   54

    Wahrscheinlich steht Rovio Entertainment wirtschaftlich nicht mehr so gut da...
    Tragisch für die Mitarbeiter, die ihre Arbeit verlieren 😢

  • Ich finde den Schritt nachvollziehbar, wenngleich auch tragisch für die betroffenen Mitarbeiter (die sicher nicht lange arbeitslos bleiben).
    Beim Entwicklung einer Software entsteht der größte Aufwand vor Veröffentlichung (wenn die Kunden nicht eine fortlaufende Weiterentwicklung fordern und dafür bezahlen). Wenn sich das Unternehmen dann - aus welchen Gründen auch immer - dazu entschließt, Nachfolger nur als Derivate des Ursprünglichen Produktes anzubieten (evtl wg. mangelnder Rentabilität) ist ein Teil der Ressourcen entbehrlich.
    Es ist ja nicht so, das sie den Laden zumachen. Die restlichen 500 Mitarbeiter pflegen halt die Folgeversionen, kümmern sich um die anderen Geschäftsbereiche und zählen die Kohle.
    Dss diese Strategie nicht nachhaltig ist, steht auf einem anderen Blatt.
    Vielleicht hat das Management ja in 5 Jahren ganz andere Pläne und man möchte einfach die Kuh melken, bevor man weitere Veränderungen vornimmt...

  • Naja, das ist doch der ganz normale Lauf der Dinge, man muss kein Hellseher sein, um voraussagen zu können, dass sich solche einfachen Spielprinzipien schnell überholt haben. Kurze Level, ohne einen epischen Spielverlauf, klar, dass das schnell langweilig wird. Das war schon vor zig Jahrzehnten so mit Pong, Moorhuhn oder auch einem Tamagotchi. Selbst Mikado ödet nach der dritten Runde an. Wer da glaubt, man könnte mit so einer simplen Idee eine langjährige Spielserie entwickeln, der muss sehr naiv sein.

  • Also ich spiel nur gelegentlich mal 1, 2 Runden und gut ist. Habe noch gar nicht alle Teile durch. Außerdem geb ich bei solchen Games lieber mal nen Euro auf zwei aus statt mir Werbung oder F2P in-app Käufe anzutun. Ich vermute einfach, dass ich da nicht der einzige bin und es daher einfach weniger Interesse an dem Spiel gibt. Das gleiche bei Plants vs. Zombies 2 wie habe ich mich auf das Spiel gefreut und mit dem F2P kram haben se es so verhunzt. Da spiel ich lieber den ersten Teil nochmal.

    Nm2C

  • So ist das wenn man nicht gerade mit Innovationen glänzt. Fast immer das gleiche. Nur ändert sich etwas das Design/die Grafik von dem Spiel und es wird eine Zahl hinten dran gehängt um es als neuen Teil zu verkaufen. Rovio sind das Activision der Android Games

  • Vielleicht sollte man noch anmerken dass Rovio das Ziel hatte eine globale Entertainment Firma zu werden. Spiele waren nur ein Teil der Strategie - Filme, Merchandising etc. sollte die Firma unabhängig machen wenn einzelne Bereiche nicht mehr rentabel sind. Kurz gesagt, sie wollten das nächste Disney werden.

    Der Weg dorthin ist wahrscheinlich schwieriger als gedacht und sich zu sammeln ist da nicht falsch.

  • Lade sicher nicht so ein abzocker Spiel

  • Ich würde sagen der Hype ist wirklich vorbei.
    Ist doch bei jedem "großen" Spiel so. Erst spielen es alle und irgendwann wird es immer mehr vergessen:
    - Doodle Jump
    - Flappy Bird
    - aa
    - 2048
    - Angry Birds
    - Temple Run
    - ...

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