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Android-Wear-Boss geht: Neue Chance für Googles Wearable-Plattform?

David Singleton, seines Zeichens Vice President of Engineering für Android Wear, hat Google verlassen. Ist das eine neue Chance für Android Wear?

Häufig sind Wechsel in der Führungsetage von Abteilungen oder Unternehmen nicht nur mit Abschiedstränen verbunden, sondern bieten auch neue Chancen. Wer beispielsweise die Entwicklung von Android betrachtet, seit Andy Rubin vom Chefsessel gegangen ist, wird einräumen: Nicht alles ist besser, aber vieles anders. Vor allem: Android hat seit Jahren mehr Struktur, wenngleich Probleme wie die lahmen Updates noch immer nicht gelöst sind.

Ohne Frage sind die Probleme von Android Wear größer. Die Plattform hat zwar in diesem Jahr mit Wear 2.0 erheblich aufgeholt, es fehlt aber an einer konsequenten Strategie und einem überzeugenden Konzept. Viel spricht dafür, dass dafür auch handelnde Personen verantwortlich sind.

Android Wear hat kein Führungsproblem

Hauptverantwortliche sind die Personen hingegen nicht: Android Wear hat weniger ein Führungsproblem - zumindest, soweit das von außen zu beurteilen ist. Vielmehr mangelt es an überzeugenden Features und vor allem an spannender Hardware. Zum Beispiel seitens der Chipsätze: Zwar ist Qualcomms Wearable-Plattform Snapdragon Wear 2100 auf mobile Nutzung hin optimiert, aber das Datenblatt weist einigermaßen betagte Werte auf. Nun mag die Performance noch immer halbwegs stimmen, die Größe des Chips ist aber noch immer zu groß: Beim genauen Hinsehen erweisen sich praktisch alle Wear-Watches als klobig.

Ein kurzer Seitenblick sei hier erlaubt: Selbst Apple schafft es nicht so recht, mit Smartwatch-Funktionen zu punkten. Auch die Apple Watch weckt in puncto Design kaum Begeisterung. Features à la Telefonieren auf einem Surfbrett mitten in einem See sind nett, aber eben doch meist unnötig. Ein echtes Must-Have ist die Apple Watch auch nach drei Generationen nicht.

Android Wear ist auf die Darstellung von Benachrichtigungen optimiert, eine Funktion, die für die meisten User eher unnötig ist. Apple versucht hingegen offenkundig, eher die Fitness-affinen User anzusprechen. Letztlich scheint dies auch für Wearables ganz generell der richtige Weg zu sein: Surfen, Kommunizieren oder Musikhören sind eher Aufgaben des Smartphones. Die Beobachtung des Körpers aber klappt nur, wenn das Device stets am Körper anliegt, was beim Smartphone nicht der Fall ist.

Ich behaupte: Der Abgang von David Singleton ist für Android Wear weder eine gute noch eine schlechte Nachricht. Vielmehr ist es eine berufliche Entscheidung von Singleton, die für diesen Schritt gesorgt hat. Ob Android Wear damit vor dem Aus steht, darf aber bezweifelt werden: Zu sehr hat Google große Namen aus der Modebranche ins Boot geholt. Fragt sich nur: Warum haben sich die auf Android Wear eingelassen? Vielleicht, weil Smartwatches hip wirken. Vielleicht sogar, weil es Kunden gibt, die Mode und Technik vereint am Handgelenk baumeln sehen wollen.

Den großen Markt dafür sehe ich mittlerweile nicht mehr. Vor knapp zwei Jahren habe ich mir eine Fossil Q Founder gekauft - mittlerweile nutze ich sie kaum noch. Warum? Für mich ist vor allem das Always-on-Display vom LG V30 zum Smartwatch-Killer geworden. Mehrwerte liefert die Q Founder mir nicht mehr so recht.

Wie seht Ihr die Zukunft von Android Wear? 

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18 Kommentare

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  • Ich hatte Mal eine Moto 360 und habe mir jetzt (als Belohnung für mich selbst 😊) eine Huawei Watch gebraucht geschossen.

    Und obwohl ich echt gespannt auf die Neuerungen mit AW 2.0 war, bin ich jetzt mäßig enttäuscht.
    Ich hatte die Uhr, um Mal schnell die Nachricht zu sehen, wenn es vibriert. Jetzt bleibt die Benachrichtigung minimiert, bis ich wische...nervt und geht gegen den Sinn der Watch.
    Wenn ich Nachrichtem diktiere gab es vorher einen Countdown, das heiß ich konnte wirklich alles Freihand machen. Jetzt muss ich zum senden einen winzigen Button treffen... Warum? 🙄
    Und solche "kleinen" Dinge, die einfach nur Nerven gehen immer weiter. Und irgendwie wird mir sogar die dunkle UI schon wieder zu langweilig, da war das quitschbunte irgendwie abwechslungsreicher ;) aber natürlich ist das neue etwas seriöser.

    Ich hoffe einfach, die nächste Version bekommt ein paar Features zurück (und auf so eine alte Uhr)


  • Ich habe aktuell einen einfachen Fitness Tracker von Fitbit. Zum Schrittezählen bringt das was, wie genau das ist wirft mir jedoch immer wieder zweifel auf. Ich überlege derzeit mit eine Smartwatch zu kaufen, wobei mir die entscheidung zwischen einer Tizen Basierten Samsung Gear (S3/Sport) oder einer Android Wear Alternative wie zB. der Fossil Q Explorist sehr schwer fällt. Die Sportfeatures der Gear Serie, insbesondere der Gear Sport, sind natürlich absolut Top und vor allem für Schwimmer ist die Sport sehr praktisch. Da die Sport gefühlt ziemlich stillschweigend releast wurde konnte ich bisher noch keinerlei Reviews dazu finden und nicht mal in einem MediaMarkt war sie verfügbar.
    Ich glaube im allgemeinen schon, dass Smartwatches eine Zukunft haben, mit dem wachsenden AI Trend vielleicht sogar eine bessere dennje. Jedoch kann ich mir nur schwer vorstellen, dass es jemals ein One for all Modell geben wird, da es einfach nicht nur vom Design sondern auch von den verbauten Features abhängt, was für einen Mehrwert die Uhr mit sich bringt. Sportler sind es gewohnt für eine GPS Uhr einen Haufen Geld hin zu blättern um alles mögliche Tracken zu können. Einen viel telefornierer wird aber weniger der Puls als aktuelle Ereignisse interessieren. Was Google und die Hardware Partner letzendlich daraus machen steht noch in der Zukunft und lässt sich meiner Meinung nach kaum vorhersagen.


  • Phi vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Vor einer Woche ist meine neue Ticwatch E angekommen. Davor habe ich einen Fitness Tracker von Garmin benutzt. Die Möglichkeiten für Fitness affine User sind im Prinzip da, leider krankt Android Wear (oder die Ticwatch E?) noch an Kinderkrankheiten. Z.B. lässt sich Spotify nicht damit bedienen, auch an der Sprachsteuerung hakt es leider noch ordentlich. Wenn das allerdings mal laufen sollte und endlich mehr optimierte Apps erscheinen, dann lässt sich das Ruder hoffentlich noch rumreißen ...


  • Moritz
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    vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Meine Gear S2 läuft noch immer Top und bin sehr zufrieden!


    • Tim vor 1 Woche Link zum Kommentar

      die läuft ja auch nocht mit Android Wear ^^

      Meine G Watch R konnte ich bis vor wenigen Monaten ein sattes halbes Jahr nicht benutzen, da die Software eine Kopplung zwischen Smartphone und Uhr verhindert hat. Auf der Uhr stand "Einrichtung auf dem Smartphone fortführen", auf dem Smartphones hingegen stand ununterbrochen weiterhin "suche nach Updates" und das ging auch nicht mehr weg.
      Die Kopplung mit dem iPhone hat problemlos funktioniert - bringte mir nur nichts und so konnte ich sie ein halbes Jahr ausschließlich als normale Uhr nutzen.


  • Ich habe jetzt seit 3 Jahren eine AW Smartwatch (LG Watch R) und bin immer noch sehr zufrieden. Ich kaufte sie mir, weil sie mir hauptsächlich meine Benachrichtigungen (Email, WhatsApp, LiveScores etc) anzeigen, Musik steuern und die Uhrzeit anzeigen soll. Ich finde, das macht sie perfekt - muss nicht das Telefon bei jeden Piepen aus der Tasche holen. Für mich einen Riesenvorteil und möchte es nicht mehr missen.


  • Tim vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Das Problem ist einfach, dass Google die ganze Geschichte komplett falsch und nur halbherzig angegangen ist.
    Mit dem Verbot, dass die Hersteller keine eigenen Oberflächen etc. verwenden dürfen, hat Google dafür gesorgt, dass Samsung, LG und Co. sich ausschließlich auf das Design konzentrieren konnten und dass das nach hinten los geht, war von vorn herein klar.
    Dazu kam dann das Google wirklich nur mehr als Halbherzig neue Software geliefert hat. Genau das hätte man aber schnell (so wie Apple) tun müssen, da man den Herstellern ihren Einfluss weggenommen hat.
    Hätte man Lg, Sony, Samsung usw. so arbeiten lassen, wie bei normalem Android, hätte es vielleicht von Anfang an eine Tastatur zur Eingabe gegeben und eben nicht ausschließlich Sprache, was die Uhren Anfangs völlig unbrauchbar gemacht hat.
    Android Wear hatte so unglaublich viele Kinderkrankheiten, die einfach nicht geändert/gefixt wurden, weil Google eben der einzige war, der dafür zuständig war.
    Gäbe es bspw. nur Stock-Android gäbe es heute in 8.0 auch noch kein Multi-Window usw., das gibt es nur dank Samsung und weil es sich danach viele gewünscht haben. Das fehlte Android Wear von Anfang an.

    Vom sich massiv verspäteten Wear 2.0 will ich gar nicht anfangen. Da verbietet man schon den Herstellern alles und trotzdem kommen die updates so stark verspätet.
    Apple hat es richtig gemacht. auch wenn der Erfolg Anfangs etwas ausblieb, ist man dran geblieben und hat zeitnahe und vor allem regelmäßig Updates geliefert...


  • Ich mag die Android Wear Uhren, aber ich ahne dass Google da womöglich bald den Stecker ziehen wird...

    Ich verwende die Watch als Tracker, zum dezenten Nachrichten lesen, bei Handys ohne Fingerscanner als "Trusted Device" und zum steuern von Musik ohne das Handy aus der Tasche holen zu müssen 📱

    Wünsche Android Wear eine bessere Zukunft und hoffe auf guten Google Support 😇


    • Tim vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Zum Thema Musik steuern: Klappt nur leider auch nur, in dem man die Musik erst auf dem Handy startet... von der Uhr aus die Musik starten geht immer noch nicht... Genauso wie Nachrichten schreiben. Man kann ausschließlich antworten oder es eben per Sprache machen... Allein mit sowas verfehlt Google den Nutzen solcher Uhren massiv...


      • Ich weiß, natürlich sollte es eingebaut sein, aber probiere Mal Wear Messages! Sobald man eine Nachricht bekommen hat, kann man damit dem Kontakt immer per Tastatur/Emoji/Sprache antworten.


      • Seit dem letzten Update auf Android Wear 2.6 (Huawei Watch) kann ich über die Kontakte sowohl SMS als auch WhatsApp Nachrichten initiieren. Außderdem ist es möglich, über Spotify die Wiedergabe der Musik zu starten.


  • Hatte mir mal eine gekauft nach 3Wochen wieder verkauft, da war der Spaß vorbei. Hat irgendwie keinen Mehrwert für mich gehabt.


  • C. F.
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    vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Haben Smartwatches überhaupt eine Zukunft, oder wird hier nur noch ein totes Pferd geritten? Den großen Durchbruch haben sie jedenfalls nicht geschafft.


    • Moritz
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      vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Der große Durchbruch kann aber jederzeit kommen, sobald es Innovationen gibt. ;-)


      • Tim vor 1 Woche Link zum Kommentar

        ob man von einem toten Hühnchen noch irgendwelche Innovationen erwarten sollte ist eher fraglich. Ich bezweifle, dass da was kommt. Google hat's einfach verbockt.


      • Ich frage mich, welche große Innovationen denn überhaupt erwartet werden? Aufgrund des kleineren Bildschirms sind Tippaktionen ergonomisch eigentlich unsinnig und die Funktionalität dadurch begrenzt. Das Antworten auf WhatsApp Nachrichten mache ich, trotz möglicher Schreibeingabe, immer noch per Spracheingabe. Für mich könnte man höchstens tatsächlich die Fitnessfunktionen verbessern. Wäre für mich persönlich aber nicht notwendig.


      • HEB vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Nun das mit den Innovationen ist immer wieder beliebtes Thema, egal welches Produkt von welchem Hersteller auch immer, und wenn man dann geziehlt danach fragt was kommt dabei raus meisten nichts.


      • C. F.
        • Blogger
        vor 1 Woche Link zum Kommentar

        "Der große Durchbruch kann aber jederzeit kommen, sobald es Innovationen gibt. ;-)"

        Welche Innovationen? Soll sie kleine Raketen abschießen können? Verkehrsschilder vorlesen? Von 1000 ab rückwärts zählen?

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