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Android One: Die Google-Initiative gehört auf den deutschen Markt

Android One - Googles Versuch, Länder wie Indien oder Bangladesch zu erobern, ist ein Riesenerfolg. Jetzt könnten die Billig-Smartphones auch auf den europäischen Markt kommen - zum Glück. Denn von One-Smartphones hierzulande würden alle Android-Nutzer profitieren.

Mit Android One hatte Google vor zwei Jahren ein echtes Erfolgsprojekt gestartet: Günstige Smartphones für sich entwickelnde Märkte wie Indien, Indonesien oder auch die Türkei. Mike Hayes, bei Google für die Geschäftsentwicklung von Android und Chrome verantwortlich, sagte nun der Economic Times, Android One sei Teil einer breiter angelegten Hardware-Strategie bei Google. In Indien wolle Google das Programm ausweiten, so der Manager. Es seien weitere Smartphones geplant und auch mit den Launch-Partnern von 2014 sei Google weiterhin im Kontakt.

android one
Eine Auswahl von Android-One-Smartphones / © Screenshot: ANDROIDPIT

Unterdessen hat Google eine neue Hardware-Abteilung gegründet und für diese einen neuen Leiter gefunden. Rick Osterloh, bis vor kurzem Chef von Motorola (später Teil von Lenovo), ist nun als Senior Vice President Hardware für Google tätig. Damit untersteht er direkt Sundar Pichai, seines Zeichen CEO von Google.

In der Hardware-Abteilung findet unter anderem die Entwicklung von Nexus-Smartphones statt. Auch Projekte wie das Pixel C oder die Chromecast-Streaming-Sticks sind hier verortet. Osterloh hat außerdem das Android-One-Programm unter seiner Kontrolle. Osterloh dürfte der Entwicklung von Google Hardware neuen Schwung verleihen - gerade mit dem Pixel C patzte der Konzern bei der Qualitätssicherung und konnte auftretende Probleme erst nach mehreren Firmware-Updates beheben.

Bringt Google Android One nach Europa?

Die Verpflichtung von Osterloh zeigt, dass Google seine Bemühungen im Feld der Hardware ausweiten möchte. Neue Nexus-Smartphones sind ohnehin zu erwarten, zumal neue Android-Versionen praktisch nur auf diesen Geräten vom Start weg verfügbar sind - welcher Entwickler möchte schon gerne monatelang auf das Android-N-Update warten? Die desaströse Update-Situation bei den meisten Android-Herstellern setzt Google also weiter unter Druck, die Nexus-Linie am Leben zu halten. Denkbar wäre allerdings, ein richtiges Google-Phone zu bauen - dafür könnte dann zum Beispiel der Markenname Pixel zum Einsatz kommen.

Aber Osterloh könnte wirklich nach den Sternen greifen und geradezu einen Moonshot in Google-Manier hinlegen. Und zwar, indem er Android One in anderen Märkten lanciert. Meine Prognose: Von Android-One-Smartphones in Europa (oder anderen westlichen Märkten) würden alle Android-Nutzer enorm profitieren. Ja, ich gehe noch weiter: Die gesamte Plattform könnte mit einem solchen Schritt ihr größtes Problem loswerden.

Das hat zwei Gründe: Zum einen sind Android-One-Smartphones technisch durchaus konkurrenzfähig. Sicher, die Kamera könnte einen Tick besser auflösen und bei manch einem Modell würde ich mir mehr Speicher oder mehr RAM wünschen. Aber für Alltagsaufgaben wie Chatten oder Surfen sind die Phones gut geeignet.

Aber das ist nur der eine Teil: Viel wichtiger ist die Software. Denn im Low-Cost-Segment haben System-Updates Seltenheitswert. Und an diesem Problem beißt sich Google schon seit Jahren die Zähne aus. Die meisten Highend-Smartphones erhalten ein oder zwei größere Updates, bei den günstigeren heißt es für Käufer schon feiern, wenn mal ein Sicherheits- oder Stabilitäts-Update eintrudelt.

Bei Android One ist das anders: Ein kurzer Check zeigt, dass viele der Smartphones aus diesem Programm ein Update auf Marshmallow erhalten haben. Dabei profitieren die Hersteller von der Vorarbeit seitens Google und das kommt indirekt eben auch bei den Nutzern an. Die Updates wären für viele Nutzer ein echtes Verkaufsargument und wenn sich erst einmal der Erfolg einstellt, wären auch andere Hersteller abseits Android One gezwungen, ihr Engagement in puncto Updates deutlich auszuweiten.

Mein Wunsch an Rick Osterloh ist also klar: Rick, bring Android One nach Europa.

Wie seht Ihr das? Glaubt Ihr auch, Android würde von mehr Android-One-Phones profitieren? Sagt es uns in den Kommentaren.

35 Kommentare

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  • Wie teuer ist so ein one überhaupt?

  • Metrixon vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Nein, das Problem ist nicht die Hardware. Solide Geräte zu einem vernünftigen Preis gibt es ja durchaus, z.B. Moto G oder Moto E.
    Das Problem ist die Updatefunktion. Mir ist nachwievor schleierhaft, wieso Google das nicht in den Griff kriegt. Angepasste UIs hin oder her - unter Linux kann man Systemdateien auch via Paketmanager updaten, egal ob da nun KDE, GNOME oder was auch immer als GUI drauf läuft.

    Warum kann Google nicht einen zentralen Updatemechanismus bereitstellen und das an eine Art Zertifizierung binden. Wenn ein Hersteller das nicht mitmachen will muss er nicht und wenn ein Hersteller das System so verändert, dass es sich nicht automatisch updaten lässt (FireOS z.B.), dann gibt es dafür eben keine Zertifizierung.
    Aber es würde den größten Minuspunkt bei Android beseitigen und die Hersteller entlasten, denn diese müssen sich im Idealfall nicht mehr um die Updates kümmern.
    Dazu wäre das sicher ein gutes Kaufargument gegenüber nicht-zertifizierten Anbietern: "wer unser Smartphone kauft, erhält OS Updates automatisch von Google".

    Ich nutze Android schon lange und mag es eigentlich sehr, aber die Fragmentierung ist nervig und in der heutigen Zeit auch ein massives Sicherheitsproblem. Bisher hatte Google Glück, dass Dinge wie die Stagefright-Lücke nicht schlimmere Ausmaße angenommen hat.
    Gerade der Sicherheitsfaktor lass mich schon gen iOS schielen...

    • MajorTom vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Das zweite Problem wie ich es sehe ist Standardisierung. Hierüber entsteht Qualität. Das ist Apple's Stärke, Android's Schwäche. Wie du schon sagst könnte man einiges machen.
      Aber die Hersteller wollen das überhaupt ?
      Wenns nach mir geht sollte Google eine reine original Plattform schaffen wie Apple. Parallel dazu alle anderen. Und jeder ist glücklich. Das könnte man sofort realisieren.
      Aber ob das den Herstellern schmeckt wenn Google eine reine original Plattform bringt ? Konkurrenz im eigenen Haus ?

      Android one würde sich an Kunden wie Moto g richten. Problem ist aber wie bei nexus. Was keiner kennt, kauft keiner. Der Käufer will Sony, Motorola oder sonstwas draufstehen haben. Selbst wenn der Verkäufer im mm dem Kunden sagt full Support, dann versteht er das wohl nicht. Er will ein sgs7 gut sichtbar für sein Umfeld. Was auch nicht schlimm ist. An ein Betriebssystem mit den kompletten persönlichen Daten erwarte ich mehr.

      Das gleiche mit nexus. Zeige ich jemand auf der Arbeit mein nexus, dann werde ich gefragt was das ist. Die wollen Samsung Galaxy und Co. Das was bekannt ist. Daher sage ich vorraus, dass Android one sogut wie keinen Einfluss hat. Aber ich begrüße das sie hier offiziell verfügbar werden. Z.B. bei Amazon günstig abgreifen.

      Digitale Sicherheit und Datenschutz im Ganzen ist so ein Thema. Alle wissen dass etwas fürchterlich schief läuft. Und alle verdrängen und oder akzeptieren es zähneknirschend.
      Iss Pferdeäpfel, oder bleib draußen 😛

      •   40
        KaiKiste vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Nöö dann bin ich einer der wenigen ,hab ein iPhone 6s 64GB und ein Nexus 5x 32GB Ice Blue,bin sehr zufrieden damit .

        Ich sehe die Probleme auch nicht bei Google ,sondern ehr bei den Hersteller ihren Oberflächen ,wo sie auch nicht von weg gehen .

  • Um auf die Frage zu antworten:
    Jein, "back to the roots" bitte! (sprich Geräte wie Nexus 5 und davor)

    • MajorTom vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Schlecht sind die neuen 5x und 6p nicht. Sogar sehr gut.
      Problem ist einfach dass die 450 Euro noch in den Köpfen der Leute ist. Google selber hat seine Einnahmen für die Entwicklung über die Nutzerdaten. In wie weit das einen Abschlag rechtfertigt oder nicht ...schwer zu sagen. Fakt ist halt das viele Leute über den Preis jetzt verunsichert sind. Dazu das alte Klischee der damaligen nexus bis 4.0.

      Ich selber kann gut mit der jetzigen Form der leben, auch preislich. Am liebsten wäre mir eine reine Plattform wie Apple als Original, die auch ganz klar so kommuniziert wird (Marketing usw.).
      Mein altes nexus5 läuft ummernoch einwandfrei und ist in einem einwandfreiem Zustand nach bald 3 Jahren. Auch mein nexus9 macht gute Arbeit ohne Schnickschnack. Basics müssen laufen ohne Zicken. Dazu regelmäßig Support. Schon bin ich zufrieden.
      Was ich wohl mit veränderten Geräten nicht werde. Da mach ich auch Abstriche mancher features, die aber meist mehr Gimmicks sind.

  • Hab was nicht kapiert: "Die desaströse Update-Situation bei den meisten Android-Herstellern setzt Google also weiter unter Druck, die Nexus-Linie am Leben zu halten." - wieso nötigt also z.B. der Herr Huawei den Herrn Google, neue Nexi zu bauen, weil er selber keinen Bock auf Update-Anpassung hat?

    • Metrixon vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Na ja, schau Dir doch mal an, wie lange es dauert, bis aktuelle Androidversionen Verbreitung finden. Ohne die Nexusgeräte gäbe es für Entwickler keine Möglichkeit, neue Androidversionen auf echter Hardware zu testen.

  • MajorTom vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Dieße Geräte wurden gebaut (Google) um gleich zu Beginn die Leute an einen Google Account zu "binden". Damit man nicht in besseren Zeiten zu Apple geht (Schwellenländer).
    Viel mehr Einfluss werden sie hier auch nicht haben. Denn Android beginnt zu arbeiten, wenn Google (Nexus,one) fertig ist. Alle wissen es und kaufen trotzdem dieße suboptimale Plattform.
    Die Lage ist wie sie ist. Daran ändert auch one nichts. Systembedingt nicht machbar in seiner jetzigen Form (Support).

    Wer ein günstiges vollsupport Handy möchte oberhalb Moto g wird hier wohl gut bedient. Denn auch die moto's brauchen "Monate" wie alle anderen.

    Und wer kauft schon ein Handy wo niemand den Namen kennt. So läuft das im Westen.
    Ist wie mit nexus. Nur informierte und dann interessierte kaufen das nexus.
    Die Masse will ihr neues Galaxy S7 schön sichtbar für sein Umfeld am Tisch liegen sehen. Schlimmer wie Apple heute.

  • Es gibt doch schon gute günstige Geräte wie die Moto G Serie, warum dann No-Name-Geräte verlangen welche nicht mal für den deutschen Markt gedacht sind? Außerdem wird ein Preisverfall nicht existieren was auf dem deutschen Markt ja quasi ein Muss ist.

    •   40
      KaiKiste vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Nur das die Motos genauso schlecht ,oder weniger schlecht geworden sind, in Sachen Support .

      Lohnt sich also auch nicht mehr da zuzugreifen ,was bleibt ist Googles Nexus dann noch .

  • Ich glaube nicht, dass wir davon profitieren würden. Denn am Ende bedeutet günstig kaufen ja nicht, auch sinnvoll zu kaufen. Man muss überlegen, dass zukünftige Entwicklungen finanziert werden wollen. Und das geht eben nicht zu den preisen.
    Derzeit profitieren Länder wie Indien und andere Schwellenmärkte über die One-Phones von den Fortschritten die mit dem Geld finanziert wurden, welches wir für unsere Phones bezahlt haben.
    Man muss halt immer bedenken das ein Telefon aus mehr als seinen Komponenten besteht.

    Das One ist keine Lösung für die Fragmentierung. Ganz im Gegenteil - es ist ein weiteres Telefon auf der Liste und bietet keinerlei Verbesserung der Problematik. Denn: Nicht jeder möchte ein low-budget-phone an dem immer irgendwas nicht so ist wie er es doch eigentlich wollte. Das macht unzufrieden. Unser Markt ist ganz anders aufgestellt als die der Schwellenländer. In Indien sind manche Dinge als Begeisterungsmerkmal einzustufen die bei uns längst Leistungsmerkmale sind.

    Android muss mit seiner Fragmentierung leben. Es ist nicht nur ein Ärgernis, sondern auch gerade ein Grund für die Stärke. Es ist im Grunde ein Teufelskreis den es nie verlassen kann ohne direkt die Vielfalt zu töten die es auszeichnet.

    • René H. vor 10 Monaten Link zum Kommentar

      Das wäre aber vielleicht etwas für die Schulen. Die Kinder/Schüler bekommen das Mobiltelefon von der Schule (natürlich gegen Bezahlung). Das wären dann die Geräte die in Informatik benutzt werden (andere Geräte sollten nicht zugelassen sein/werden). Vorteil wäre dass alle Schüler das selbe Gerät hätten. Niemand müsste dann einem anderen Schüler "das Handy zocken" (um mal in der Sprache der Jugend zu sprechen), oder neidisch auf das sein was ein anderer hat.

  • René H. vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    An der Optik könnten die noch etwas verbessern. So wie jetzt sehen die nach nichts aus.

  • Ingalena vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Ein interessanter Artikel.
    Ich würde noch gerne wissen, welche Smartphones mit dem Android One laufen oder sn dem Programm beteiligt sind.
    Sind das die bekannten Marken im unteren Preissegment?

  • Google muss den Druck auf die Hersteller bezüglich Update-Politik erhöhe, so viel ist klar. Ob dazu aber Android One der richtige Weg ist? Aufgestellt ist A1 für "einkommensschwache Bevölkerung in unterentwickelten Ländern". Dabei sollte es damit auch bleiben. Wenn sich Google als HW- Hersteller etabliert und es wahr ist, dass die meisten Firmen mit Android Geräten kein Geld verdienen,könten eben diese Hersteller sich vom Markt abwenden. Damit würde einerseits die Vielfalt verloren gehen, andrerseits könnten die sich andere Märkte suchen. Google sollte viel mehr mit den Herstellern zusammenarbeiten und darüber mehr Kontrolle über die Update-Politik der Hersteller zu bekommen. Das könnte man beispielsweise mit einer breiteren Palette "Nexus Geräte" machen.

  • A. K. vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Natürlich toll für Leute, die sich kein teures Smartphone leisten können/wollen. Jedoch denke ich, dass viele Hersteller damit ein Problem bekommen würden. Zusätzlich gibt man das Segment der "Luxusphones" nämlich immer mehr an Apple (und zT Samsung) ab.

  • MajorTom vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Warum nicht gleich wie Apple eine saubere Linie bauen ?
    Und ob Europa von Android one profitieren würde ? Glaube nicht großartig. Android ist und bleibt ein Durcheinander.

    • Die "Android One"-Plattform soll einkommensschwache Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern adressieren. Die dafür vorgesehenen Smartphones sollen deutlich unter 100$ kosten. Sie dürfen nur erheblich geringere Anforderungen an die Software stellen, als fünf- bis zehnmal so teure Mittelklassegeräte der Markenhersteller.
      Android könnte damit seinen Marktanteil, der jetzt schon bei 80% liegt, nicht nur erheblich ausweiten. Gleichzeitig könnte, sozusagen von unten kommend, eine stärkere Vereinheitlichung von Android erreicht werden. Wenn auch hierzulande Billiggeräte zeitnah und lange Upgrades bekommen, setzt das die Markenhersteller natürlich unter Druck, ihnen gleich zuziehen. Entweder indem sie stärker auf Stock-Android setzen, oder indem sie mehr Manpower zur Pflege ihrer Derivate einsetzen. Ich nehme an, das wollte der Autor zum Ausdruck bringen.

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