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Wie fühlt sich Android ohne Google eigentlich an?

Update: Nach dem Huawei-USA-Eklat
Wie fühlt sich Android ohne Google eigentlich an?

Das Aus des Google-Supports für Huawei-Smartphones rückt eine alte Frage in neues Licht: Was bleibt von Android übrig, wenn man Google-Dienste entfernt? Ich habe Android ohne Google eine zeitlang getestet und war mit dem Ergebnis zufrieden. Es gibt Alternativen für die meisten Google-Dienste. Zwar muss man dabei in Sachen Nutzerfreundlichkeit Abstriche in Kauf nehmen, dafür gewinnt man eine große Portion Privatsphäre zurück.

Google kümmert sich neben dem quelloffenen Betriebssystemkern von Android auch um Dutzende, nicht quelloffene (closed source) Komponenten. Diese haben jedoch tiefgreifenden Einfluss auf den Funktionsumfang eines typischen Android-Smartphones. Entreißt man also Android den Google-Teil, so wie es bald bei Huawei-Geräten geschehen soll, verändert sich die Nutzererfahrung spürbar. Doch verbirgt sich darin auch eine große Chance.

An Beispielen möchte ich Euch zeigen, wie sich Android ohne Google anfühlt und dass etliche Google-Komponenten gut zu ersetzen sind. Andere Komponenten und Dienste hingegen müsste Huawei neu entwickeln.

Zum Abschnitt

Android ohne Google: Was übrig bleibt

Allen Android-basierten Geräten gemein, ob mit oder ohne Google-Komponenten, ist der quelloffene Kern aus dem Android Open Source Project. Dieser stellt eine vereinheitlichte Schnittstelle zwischen Hard- und Software dar und macht, dass auf Android-Smartphones Android-Apps starten.

Eine inzwischen leicht veraltete Infografik aus dem Fairphone-Open-Project deutet in Grün die quelloffenen Komponenten eines Android-Systems an. Blaue Komponenten werden von Drittanbietern zumeist als Closed-Source-Paket geliefert. Die roten Komponenten sind die besagten Google-Dienste; ebenfalls Closed Source und tief im System verankert.

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Die alte Fairphone-Infografik veranschaulicht noch immer gut, dass Googles proprietäre Apps einen Großteil der Android-Funktionalität bestimmen. / © AndroidPIT

Pures AOSP-Android lässt sich nicht ohne Weiteres auf ein Smartphone installieren. Der quellcode müsste zuerst für die Hardware des Zielgerätes kompiliert sowie mit den passenden Modem-Komponenten ausgestattet werden. Glücklicherweise ist das Netz voller Freiwilliger, die dies für uns übernehmen und entsprechende Builds unter Bezeichnungen wie "Lineage OS" kostenlos zur Verfügung stellen. Dazu später mehr.

Googles Android: Diese Komponenten fehlen

Im Laufe der Jahre hat Google den Kern des einst offen konzipierten Android stark ausgehöhlt. Wichtige Funktionen wie Standortdienste, das Benachrichtigungs-System oder der Diebstahlschutz liegen nicht oder nur rudimentär in AOSP vor. Das ist ärgerlich, da etliche Apps ohne jene Dienste abstürzen oder gar nicht starten.

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Wear-OS-Uhren werden ohne Google-Apps nicht funktionieren. / © AndroidPIT

Auch Features wie Google Cast oder eine Verbindung zu einer Wear-OS-Uhr ist ohne Google-Komponenten nicht mehr möglich. Darüber hinaus fehlen – deutlich offensichtlicher – wichtige Apps wie Maps (auch zur Darstellung von Karten in Drittanbieter-Apps) oder eine App-Quelle wie der Play Store. Dass sich beides ersetzen lässt, sehen wir im nächsten Abschnitt.

Zunächst sei hier noch erwähnt, dass das Fehlen von Google-Apps auch positive Effekte hat. So fehlen einem AOSP-Smartphone auch sämtliche Telemetrie- und Werbedienste von Google. Aus Datenschutz-Sicht ist also Android ohne Google ein deutlicher Zugewinn an Privatsphäre.

Das Testsystem: Was lässt sich wie ersetzen?

Für meinen neuen Test von Android ohne Google kam diesmal ein OnePlus 5 zum Einsatz. Das bespielte ich mit Lineage OS for microG, das zuletzt mit Android Pie auf Patch-ebene Mai 2019 lief. Diese modifizierte Abzweigung (Fork) des populären Lineage OS hatte ich im separaten Artikel vorgestellt.

Das für knapp 200 Smartphones erhältliche Betriebssystem vereint die oben erwähnten Builds mit dem microG-Paket und der App-Quelle F-Droid. Die Installation erfolgt via TWRP (externer Link), nachdem man auf dem Smartphone den Bootloader entsperrt. All dies erfolgt bei dem Smartphones der meisten Hersteller unter Verlust der Gewährleistungsansprüche.

Weitere Abschnitte

  1. Apps finden und herunterladen
  2. Was funktioniert
  3. Was noch nicht funktioniert
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Mit TWRP lässt sich Android auch ohne Google-Apps installieren. / © AndroidPIT

Schon beim ersten Start fällt der Unterschied auf: Ohne Google-Dienste verbindet Ihr Euch mit dem WLAN, sucht Android nach System-Updates, lässt Euch eine Display-Sperre einrichten und startet dann einfach in den Hauptbildschirm. Lange Hinweise zu Nutzungsbedingungen, das Aktivieren zahlreicher Standortdienste oder die Anmeldung in Google-Konten oder dergleichen entfallen. Es ist ein bisschen wie früher.

Apps finden, herunterladen und installieren

Zuerst öffne ich den Play-Store-Ersatz F-Droid, der – ohne Log-in – zunächst seine Paketquelle aktualisiert. Dann stehen mir mehrere tausend Apps zur Auswahl, also deutlich weniger als beim Play Store. Der Vorteil: Alle sind gratis, quelloffen und werbefrei.

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Ohne Play Store weicht man auf Alternativen wie F-Droid (rechts) aus. / © AndroidPIT

Viele dort nicht vorhandenen Apps kann man im Yalp-Store herunterladen. Dort gibt es Closed-Source-Dienste wie Slack, BVG-Fahrinfo, Skype, ProtonMail und viele andere. Yalp-Store ist wie eine Art Hintertür in den Play-Store und verwendet ein Fake-Account. Leider lassen sich mit Yalp-Store aber nur kostenlose Apps herunterladen. Threema hätte ich beispielsweise für einen vollkommenen Test außerhalb des Play Stores auf der Threema-Website neu kaufen und dort herunterladen müssen.

Wenn Huawei nicht mehr den Play Store vorinstallieren darf, könnt Ihr neben den oben genannten Alternativen noch mit einer offiziellen des Herstellers rechnen. Huawei betreibt nämlich schon länger einen eigenen App Store, der auf den aktuellen Modellen zu finden ist.

Ein Problem sind wartungsfreie App-Updates im Hintergrund. Während der Play Store dank seiner Privilegien Apps auch im Hintergrund und ohne nachzufragen installieren und aktualisieren durfte, geht das mit den unabhängigen App-Quellen nicht. Die modifizierte F-Droid-Variante der getesteten Lineage-OS-Version erlaubt zwar wartungsfreie Updates, nicht aber der Yalp Store. Der fragt bei jeder App erneut, ob Ihr sie installieren wollt. Und wenn eine App in mehreren Eurer App-Stores erhältlich ist, können sogar Konflikte bei den Updates auftreten.

Was funktioniert

Android ist ohne den Google-Ballast erfreulich schnell. Und dank des vorkonfigurierten F-Droid sowie nach Einrichtung des Yalp-Store hatte ich binnen weniger Minuten die meisten Apps installiert, die ich sonst auch verwende. Zunächst eine Tabelle für die schnelle Übersicht:

Verfügbare Apps in Android ohne Google

App Alternative / Quelle
Google Kalender Calendar, Nextcloud
Google Gerätemanager Cerberus
DB Navigator Yalp Store
BVG Fahrinfo Yalp Store
Google Maps MAPS.ME, OsmAnd; F-Droid oder HERE WeGo, Yalp Store
Gmail Protonmail, Yalp Store
LastPass Yalp Store
YouTube NewPipe, F-Droid
ING Online Banking Yalp Store
Telegram F-Droid-Variante ohne GMS
DriveNow / MultiCity / Free2Move Yalp Store

Größte Bedenken hatte ich bei Benachrichtigungs-intensiven Apps wie Telegram oder Standort- und Maps-abhängigen Apps wie DriveNow oder BVG Fahrinfo. F-Droid-Varianten der Apps sind in der Regel nicht auf Google-Schnittstellen angewiesen. Yalp-Store-Anwendungen hingegen können ohne zusätzliche Konfiguration die Ersatz-Schnittstellen des microG-Frameworks ausweichen. Ich bin begeistert.

Was (noch) nicht funktioniert, und Chancen für Huawei bietet

Auch wenn fast alle Apps starten, funktionieren sie nicht immer perfekt. So gibt es bei ING Banking eine Fehlermeldung, wenn ich Push-Benachrichtigung aktivieren möchte. Offenbar gibt es hier Schwierigkeiten mit der als "voll funktionstüchtig" deklarierten Cloud-Messaging-Implementierung von microG. Ähnliche Fehler halten Nutzer auf GitHub tabellarisch fest.

Das wichtigste Manko für mich sind die mangelnde Synchronisierung und Sicherung von E-Mails, Kalender, Kontakten, Fotos und dergleichen. Um vieles muss man sich bei Android ohne Google selbst kümmern. Während ich viele dieser Funktionen mit einem selbst betriebenen NextCloud-Server, der Synchronisations-App DAVx5 sowie mit ProtonMail umschiffen konnte, fehlt dem einfachen Um- oder Aussteiger eine einfachere Alternative.

Huawei müsste hier eine Art Migrations-Assistenten anbieten, der Google-Dienste wie Kalender, Kontakte, E-Mails und ganz wichtig auch den Diebstahlschutz des Smartphones auf Huawei-Servern übernimmt. Etliche dieser Dienste hat der Hersteller schon für seine chinesischen Kunden im Einsatz, die Google in ihrem Land aus einem anderen Grund nicht nutzen können. In Europa verkaufte Modelle zeigen Ansätze entsprechender Huawei-Cloud-Dienste, die jedoch eine untergeordnete Rolle spielten. Vielleicht ändert sich das bald.

Smart Home dann am einfachsten mit Amazon und Alexa

Verwendet Ihr Android ohne Google, sind auch mit microG-Framework Google-Cast-Geräte für Euer entgoogletes Smartphone unsichtbar. Generell lohnt dann eher der Einsatz von Amazons Alexa für die Verwaltung Eures Smart-Home-Setups. Und wenn Ihr den umstrittenen Daten-Konzernen komplett abschwören wollt, ist vielleicht eine Drittanbieter-Lösung wie der Athom Homey eine Alternative für Euch.

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Alexa lässt sich sogar als Standard-Assistent konfigurieren und lauscht dann nach einem langen Druck des Home-Buttons. / © AndroidPIT

Finde mein Smartphone

Diebstahlschutz ohne Google ist auch heikel. Cerberus dient hier als gute Alternative zum sonst vorhandenen Gerätemanager, auch wenn Ihr für den Service einmalig zahlen müsst. Dann könnt Ihr Euer Smartphone theoretisch per SMS oder Internet aus der Ferne steuern, seinen letzten Standort abrufen, Selfies vom Dieb machen und an eine festgelegte E-Mail-Adresse senden, das Gerät sperren, Daten löschen und mehr.

Huawei könnte einen solchen Dienst ebenfalls anbieten, so wie es Samsung mit FindMyMobile bereits vormacht (externer Link). Ich persönlich würde mich auch über eine selbst-gehostete Alternative freuen, die ich idealerweise als NextCloud-App einrichten kann. Ein sinnverwandtes Projekt namens Open DeviceManager (externer Link) ist zurzeit tot. Die F-Droid-App FindMyPhone (Link) beantwortet eine SMS oder eine E-Mail mit den GPS-Koordinaten Eures Smartphones.

Fazit

Die Abhängigkeit des Android-Ökosystems von Google und seinen Diensten zeigt sich auf zweierlei Ebenen, doch beide damit entstehenden Probleme sind behebbar. So beweist LineageOS for microG, dass bestehende Play-Store-Apps auch ohne Anpassung trotz fehlender Google-Schnittstellen laufen: Ihre Abhängigkeit von den Google-Diensten lässt sich austricksen.

Grundfunktionen wie Diebstahlschutz, Synchronisierung von Terminen, Kontakten oder E-Mails sowie Backups von Fotos stellen Google-Aussteiger vor eine größere Herausforderung. Sie müssen sich um Alternativen kümmern, sei es über Drittanbieter oder durch einen eigenen Server.

Huawei könnte jedoch an all diesen Punkten gut ansetzen. es muss nur die Infrastruktur für Millionen von Kunden kurzfristig bereitstellen. Und die müssen außerdem gewillt sein, ihre Daten von einem Daten-Giganten aus den USA zu einem ebenfalls in Zweifel geratenen Unternehmen nach China zu migrieren.

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Top-Kommentare der Community

  • Eric Ferrari-Herrmann
    • Mod
    vor 2 Monaten

    Geil, darauf habe ich gewartet. Dann bitte dein Gehalt, deine Adresse und den Geburtsnamen deiner Mutter. Go!

  • Karsten 🍩😋🥛 vor 2 Monaten

    Horst Mustermann
    Musterstraße 0
    00815 Musterhausen

    Mutter: meine olle Meckermutter
    Vater: Herbert Mustermann


    Monatliches Einkommen : 100 Monopoly-Dollar beim überqueren von LOS.

    Telefonnummer : 0123/4567890

    Email : Mustermann @mustermail.de

    Lebenslauf :
    Als Baby zur Welt gekommen, hätte man mich schon fast vertauscht. Ein Glück konnte man mein Vater davon abhalten. Geld hatten meine Eltern nie so richtig. Bis zum 18. Lebensjahr dachte ich immer, Brötchen und Brot wären grün pelzig. Spielzeug hatte ich auch nicht. Kein Handy, keine Playstation, kein Internet.... ☹️... Nur draußen spielen und Spaß sollte es mir machen. Damals gab es noch kein Siri und Alexa.... Da hab ich noch mit meinem Teddybär geredet...
    Der Spruch : „Wenn du nicht aufräumst, fliegt alles aus dem Fenster!“
    Und ich wollte nicht glauben, bis ich mich samt meinen Sachen wirklich vom Hof aufsammeln musste.
    Zur Schule musste ich zu Fuß. Kein Mamataxi jeden Tag.
    Einmal wollte ich meine Eltern ins staunen versetzen und hab denen erzählt, das ich nach meinem Ableben mein Hirn der Wissenschaft spende. Meinte meine Mutter :" Ja die brauchen bestimmt noch ein paar Türstopper."
    Als ich fünf war, habe ich meine Mama gefragt, wann die Welt bunt geworden ist. Ich habe nämlich nicht verstanden, warum alte Fotos schwarz-weiß waren. Ich dachte, die Welt sah früher einfach so aus.
    Ich konnte einfach nicht glauben, dass Darth Vader der Vater von Luke Skywalker sein sollte. Immerhin hatten beide unterschiedliche Nachnamen. Ich war mir sehr, sehr sicher.Die größte Enttäuschung meiner Kindheit war, als ich herausfand, dass es auf einer Schnitzeljagd gar keine Schnitzel gibt.
    Eine sehr herbe Enttäuschung war auch, nachts einen Gummibärchen ins Glas Wasser zu legen, sich am nächsten Tag mega freuen wie riesig der ist und dann feststellen das es einfach kacke schmeckt 🤢

  •   40
    Gelöschter Account 25.05.2017

    Also erstmal Danke Eric für deinen Selbstversuch und das Aufzeigen von möglichen Alternativen. 👍

    Für meinen Teil bin ich zwar Technik interessiert aber das geht mir persönlich schon zu tief in die Materie, dass ich da teils nicht mehr folgen kann und mir daher aufgrund fehlendem Wissen auch zu umständlich wäre. Muss ich mir eingestehen.

    Ohne jetzt in die Datenschutz bedenklichen Dinge einzusteigen würde ich aber mal behaupten, dass das verwenden der Google Dienste den meisten Leuten einen gewissen Luxus bringt und auch die Dinge vereinfacht. Navigation, Kontakte zu synchronisieren ebenso den Kalender, Bilder in der Cloud von überall und jedem Decice abrufen zu können, Google Suchanfragen und vieles mehr.

    Diesen Vorzug der Bequemlichkeit, macht sich natürlich auch Google zu Nutze und bedient sich dieser Dinge. Alles hat halt seinen Preis und dieser ist halt manchmal größer als deren nutzen oder aber als man auf den ersten Blick erkennen kann.

    Nur wenn man es mal realistisch betrachtet wird behaupte ich mal, ist es eine Win to Win Situation. Beide Seiten haben etwas davon, denn beide ziehen einen Vorteil aus den verschiedenen und verwendeten Diensten.

    Aber ich selbst hatte stets unter Android einige Dinge deaktiviert bzw. deinstalliert ( was ja ohne Root teils nicht möglich ist) welche ich definitiv nie genutzt oder in Benutz hatte. Somit kann man einiges schon mal reduzieren, was ich denke ja auch schon mal ein kleiner Gewinn für jeden einzelnen ist. Hierfür ist jedenfalls kein großes Fachwissen nötig und man beschränkt sich auf das wesentliche, welches man braucht oder meint zu benötigen.

    Trotzdem fand ich den Artikel sehr interessant😃👌

59 Kommentare

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  • Moin. Kompliment für den sehr ausführlichen Beitrag.


  • Sehr guter Beitrag. Auch finde es mittlerweile skandalös was die Google, respektive die Amis hier durchziehen wollen. Und obwohl ich jahrelang Google mit all seinen Produkten genutzt habe, wissend um die Datenkrake, so habe ich nun nach dem Huawei Boykott die Nase voll. So kann es nicht weitergehen.
    Auch wenn ich jetzt nicht gleich das ganze Android Betriebssystem von meinen Geräten verändern werde, so werde ich mich zumindest weitgehendst von Google lösen. Sowohl auf meinen PCs als auch bei meinen Mobilgeräten.
    Also erst einmal die Suchmaschine wechseln, kein Chrome mehr, kein Maps, Gmail, Kalender, Google-Drive usw. Es gibt Alternativen dafür. Natürlich muss man erst einmal nach den besten Alternativen suchen – nach all den Jahren der blinden Abhängigkeit von Google.
    Und dann hoffe ich, dass es auch irgendwann noch ein 4. Betriebssystem für Mobilgeräte geben wird – neben Android, Windows und IOS.


  • Ohne Google würde ich am meisten den Playstore vermissen.
    Und vermutlich ein paar Hintergunddienste, die selber (für mich) unsichtbar sind, aber den Betrieb am Laufen halten.
    Und evtl. noch GoogleMaps.

    Aber eindeutig am meisten doch den Playstore. Ich möchte meine schon gekauften Apps weiter nutzen und auch neue kaufen können.
    F-Droid ist ja schön und gut, ich hab auch ein paar Apps von da, aber als alleinige App-Quelle finde ich das nicht zufriedenstellend. Und bei alternativen Bezahl-AppStores habe ich Bedenken u.a. wegen a) Umfang/Auswahl, b) Beständigkeit (ahem...) und c) Zahlungsarten: Ich schätze am Playstore SEHR, dass ich einfach Guthabenkarten kaufen und damit zahlen kann.

    Auf Sachen wie Fotosicherung in der Cloud, Kalender- und Adressbuch Synchro, Smarthome etc. verzichte ich dagegen gerne.


  • Während der Artikel zwar top ist, vermisse ich beispielsweise die Alternative nicht zu Google alleine, sondern zu Amerikanischen Apps und Services. Es geht ja um die USA und wie sie Huawei, also China blockieren. Wenn ich nun Alternativen zu Google nehme, dies aber Amazon etc sind, dann unterstützte ich die Amis immer noch. Somit kann man ja auch gleich weiterhin Google Apps benutzen. Es ist wichtig zu verstehen, um was es sich hier handelt. Es ist ein Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China (einseitig!) Und da muss man gezielt auf amerikanische Services und Apps verzichten.


    • Shu On Kwok
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      In Bezug auf eine echte und 100%ig Alternative zu Google Diensten plus einem App Store für Android, der so reichhaltig ist, gibt es wohl nicht. Man könnte ggf. auf F-Droid als eine Art App Store Ersatz. Bei alternativen Apps die, so wie ich dich verstehe, nicht auf Server und Dienste in den USA zugreifen gibt es schon zahlreiche. Statt Google oder Bing könntest du auf Qwant ausweichen. Bei Messenger Diensten auf Telegramm, Threema oder Wire umsteigen. Das sind nur erste Vorschläge. Für welche Apps brauchst du denn noch "Nicht-US" Alternativen


  • Ich wusste garnicht wie wenig von mir in irgendwelchen Clouddiensten vorhanden ist.
    Google kennt keine Standort und Einstellungen meinerseits.
    So richtig bewusst wie penibel ich mit meinen Daten bin wurde mir neulich klar als ich mein neues Handy einrichtete.

    Ohne GMail, Kalender, Cloud (von wem auch immer), und Maps & Co. kaum Berechtigungen erteilt,ist wirklich Handarbeit angesagt. Mit in zwei, drei Stunden alles einrichten ist es da nicht getan.
    Der Lohn ist aber in tollen Offlinefähigkeiten und ' Du weißt nicht ' zu finden.


  • Mich würde inteeessieren, wie google es mitbekommt, welches Smartphone Modell, Type, Hersteller ich habe. Wäre es nicht einfacher ihnen etwas anderes zu übermittel? Bei mein Android Emulator unter Windows 10 kann ich verschiedene Hersteller und Modelle einstellen. Eine App die dies ändern kann ohne sas Geräz zu rooten wäre natürlich toll🤔


    • Reicht, wenn du die build.properties anpasst, damit lässt sich auch die Android version Manipulieren. dafür brauchst du aber Root.


  • Behny vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Toller Artikel und sauber recherchiert. Aber ziemlich nerdy. Der Normal User wird schon an LineageOS scheitern. Die Masse hat es gerne einfach und versteht die dahinter stehenden, technischen Lösungen gar nicht. Das ist ja der große Jammer! Man hat sich an soviele, komfortable Dienste gewöhnt und wenn diese weg sind, sind 99% der User aufgeschmissen. Dazu kommt, dass man hier die Wahl der Qual hat. Google oder Huawei? Also den Teufel mit dem Belzebub austreiben! ;-) Es gibt sicher bessere Lösungen!


    • Für die meisten ist das Handy so wie andere elektronische Geräte in Haushalt. Wenn sie funktionieren ist es gut. Wenn nicht werden sie zur Reparatur gebracht. Die wenigsten wollen oder können da selber was machen. Ich denke es ist für die meisten mittlerweile auch zu umfangreich geworden was man am Handy alles einstellen kann. Apps Installieren, Klingeltöne und Hintergrundbild einstellen. Das wars dann meistens was gemacht wird. Das liegt aber auch an der Entwicklung des Smartphones. Früher konnte man zb auch vieles an seinen Auto selber reparieren. Wenn du heute den Motorraum aufmachst traust du dich gar nicht mehr hinzulangen.

      Behny


      • Oder Sicherheitsfeatures wie "ARB" oder lange Wartezeiten beim Bootloader Unlock wie bei Xiaomi. Mein Galaxy S4 davor konnte ich Supereinfach Flashen und Rooten wie ich lustig war, was man mittlerweile beim Redmi Note 5 z.B. alles machen muss und auf was man alles achten muss damit man es nicht Hardbricked, ist mir ehrlich gesagt dass Risiko zu hoch. Weshalb ich mein Telefon seit einem halben Jahr jetzt unmodifiziert nutze.


      • Bei Xiaomi musst du eigentlich nur aufpassen, dass du den Bootloader nicht wieder schließt, wenn du ne Custom Recovery drauf hast, ansonsten gibt ein relativ geringes Risiko, etwas zu bricken.


  • Peco vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Hmm,

    abgesehen das der besitz eines smartphones schon den Verlust eines Teiles der Privatsphäre bedeutet.
    Gebe ich dir teilweise Recht.
    Aber ist es nicht besser einem grossen Konzern deine Daten anzuvertrauen? Dieser hat doch wesentlich mehr Ressourcen um diese zu schützen wenn er sie speichert. Das mag mein Irrglaube wohl sein.

    Aber bei Apps von weniger seriöseren Quellen, würde ich mir mehr Sorgen machen.


  • Wie fühlt sich Android ohne Google eigentlich an?

    Wie Windows ohne Microsoft eben...


  • Mal ganz ehrlich, das ist mir völlig egal.
    1. Hab ich nichts zu verbergen.
    2. Was wollen die bei Google mit der Flut an Daten, wer soll das alles auswerten?


    • Geil, darauf habe ich gewartet. Dann bitte dein Gehalt, deine Adresse und den Geburtsnamen deiner Mutter. Go!


      • Horst Mustermann
        Musterstraße 0
        00815 Musterhausen

        Mutter: meine olle Meckermutter
        Vater: Herbert Mustermann


        Monatliches Einkommen : 100 Monopoly-Dollar beim überqueren von LOS.

        Telefonnummer : 0123/4567890

        Email : Mustermann @mustermail.de

        Lebenslauf :
        Als Baby zur Welt gekommen, hätte man mich schon fast vertauscht. Ein Glück konnte man mein Vater davon abhalten. Geld hatten meine Eltern nie so richtig. Bis zum 18. Lebensjahr dachte ich immer, Brötchen und Brot wären grün pelzig. Spielzeug hatte ich auch nicht. Kein Handy, keine Playstation, kein Internet.... ☹️... Nur draußen spielen und Spaß sollte es mir machen. Damals gab es noch kein Siri und Alexa.... Da hab ich noch mit meinem Teddybär geredet...
        Der Spruch : „Wenn du nicht aufräumst, fliegt alles aus dem Fenster!“
        Und ich wollte nicht glauben, bis ich mich samt meinen Sachen wirklich vom Hof aufsammeln musste.
        Zur Schule musste ich zu Fuß. Kein Mamataxi jeden Tag.
        Einmal wollte ich meine Eltern ins staunen versetzen und hab denen erzählt, das ich nach meinem Ableben mein Hirn der Wissenschaft spende. Meinte meine Mutter :" Ja die brauchen bestimmt noch ein paar Türstopper."
        Als ich fünf war, habe ich meine Mama gefragt, wann die Welt bunt geworden ist. Ich habe nämlich nicht verstanden, warum alte Fotos schwarz-weiß waren. Ich dachte, die Welt sah früher einfach so aus.
        Ich konnte einfach nicht glauben, dass Darth Vader der Vater von Luke Skywalker sein sollte. Immerhin hatten beide unterschiedliche Nachnamen. Ich war mir sehr, sehr sicher.Die größte Enttäuschung meiner Kindheit war, als ich herausfand, dass es auf einer Schnitzeljagd gar keine Schnitzel gibt.
        Eine sehr herbe Enttäuschung war auch, nachts einen Gummibärchen ins Glas Wasser zu legen, sich am nächsten Tag mega freuen wie riesig der ist und dann feststellen das es einfach kacke schmeckt 🤢


      • Behny vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Ist zwar echt witzig, ;-) geht aber knallhart am Problem vorbei. Google wirst Du mit "Mustermann" nicht abspeisen können. Das weißt Du hoffentlich???? ;-)


      • @Eric
        Das ist doch Blödsinn. Es macht sehr wohl einen riesigen Unterschied, ob ein Unternehmen diese Daten erhebt und automatisiert verarbeitet, oder ob ich diese Daten einem Menschen (und dann noch für jeden öffentlich sichtbar) gebe.

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