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Android first: Die App-Krise von Android könnte bald zu Ende sein

Verfasst von: Andreas Seeger — 28.08.2013

Das App-Angebot hat iOS längst überholt, aber bei der App-Qualität liegt Android weiter hinten. Es ist ja schon zur Regel geworden, dass coole Apps zuallererst für iPhone und iPad veröffentlicht werden und die Android-Umsetzung erst viel später folgt. Doch dieser Trend kehrt sich langsam um, denn auch bei der App-Entwicklung rückt das Google-System langsam auf den Platz, den es verdient, das zeigt das Beispiel Qixxit.

qixxit screenshot web
Die Website von Qixxit zeigt, dass hier Profis am Werk sind. Die App erscheint zuerst für Android.

Doch kommen wir zunächst zur Ausgangslage, zum Ist-Zustand und nennen das Kind ruhig beim Namen: Die Qualität der Android-Apps lässt zu wünschen übrig, vor allem im Vergleich mit Apples iOS. Die Software für iPhone und iPad sieht in der Regel nicht nur besser aus, sie wird meistens auch VOR einer Android-Version veröffentlicht. Bildlich gesprochen ist es doch so: Während der iPhone-Hipster stolz die neue App XYZ auf seinem schicken iPhone 5 präsentiert, steht der Android-Nutzer schüchtern in der Ecke und starrt Löcher in den Boden. Das jüngste Beispiel ist für mich der legendäre Spieleklassiker Baldur's Gate, der für das iPad schon seit Monaten erhältlich ist, während mein Nexus 10 immer noch darauf warten muss. 

Komplexe Technik neigt zur Pfadabhängigkeit

Die Suche nach den Ursachen für diese App-Krise ist schwerer, als es auf den ersten Blick scheinen mag, denn eigentlich spricht vieles für Android. Der Marktanteil ist mittlerweile so groß (80 Prozent aller verkauften Smartphpones laufen laut IDC mit Android), sodass ein App-Entwickler mit diesem System deutlich mehr Kunden erreicht als mit iOS. Auch das ewig wiederkehrende Argument, dass Apple-Nutzer eine höhere Bezahlbereitschaft haben, wird schnell löchrig, wenn man genau hinschaut. Verwiesen wird dabei immer auf Umfragen und auf Umsatzzahlen (hier eine aktuelle Erhebung), aber ich denke, es handelt sich hier um ein klassisches Henne-Ei-Problem. Android-Nutzer werden nur für Apps mehr Geld ausgeben, wenn diese Apps hochwertig sind, und wenn diese hochwertigen Apps zum Kauf angeboten werden. Auf dem Nexus 10 fehlt mir oft der Anreiz. Beide Voraussetzungen sind momentan nicht gegeben und daher muss jede Umfrage und jede Statistik, die aktuell zitiert wird, zwangsläufig in die Irre führen.

Und ich schreibe das aus eigener Erfahrung. Als ich ein iPad hatte, habe ich viel öfter auf den Kaufen-Button getippt, einfach weil die Angebote da waren.

app annie index play store
Der Umsatz mit iOS-Apps ist deutlich höher als mit Android-Apps. Aber die entscheidende Frage lautet doch: Sind die Kunden Schuld oder die App-Produzenten? / © AppAnnie

Kommen wir zum dritten Punkt, der ebenfalls eine gewichtige Rolle bei jeder App-Strategie spielt: dem Entwicklungsaufwand. Und hier spricht eine kleine Szene Bände, die sich vor wenigen Stunden tatsächlich genau so abgespielt hat: Ich bin rüber zu unserem Android-Entwickler Henrique Rocha gegangen und habe ihn direkt gefragt: "Was ist einfacher, entwickeln für Android oder iOS?", worauf die Antwort wie aus der Pistole geschossen kam "iOS, weil das System deutlich weniger fragmentiert ist. Als Android-Entwickler muss ich so viele Geräte und System-Versionen berücksichtigen!". Daraufhin kam sofort Widerspruch von unserem Senior UX UI Designer Frank Neulichedl am Tisch gegenüber: "Diese Zeiten sind längst vorbei. iOS muss mittlerweile auf 14 unterschiedliche Geräte angepasst werden." Er verwies in diesem Zusammenhang auf einen Blog-Artikel, der aufzeigt, dass der Entwicklungsaufwand bei beiden mobilen Systemen etwa gleich hoch ist. 

Bei genauer Betrachtung spricht also vieles für Android und wenig für iOS. Trotzdem ist die Realität eine andere, und die Frage aller Fragen lautet: Warum? In meinen Augen bietet das sozialwissenschaftliche Konzept der Pfadabhängigkeit den besten Erklärungsansatz (hier die Definition bei Wikipedia) und das im Detail zu erklären, würde an dieser Stelle zu weit führen, ein Satz muss reichen: Für Unternehmen ist es bequemer, auf iOS zu setzen, weil die Infrastruktur in den vergangenen Jahren darauf optimiert wurde (also die Programmierer entsprechend ausgebildet und die Hard-/Software entsprechend angeschafft). Diesen Pfad zu verlassen, ist nicht nur mit einem enormen Aufwand verbunden, es kostet auch viel Zeit. Anders gesagt: Bis die Realität des Smartphone-Marktes innerhalb des mobilen Ökosystems vom Ende der Nahrungskette (Konsument) bis zu ihrem Anfang (App-Produzenten) durchgedrungen ist und Veränderungen anstößt, können ein paar Jahre vergehen. Aber so langsam ist das Ende der iOS-Dominanz absehbar. Auch bei den App-Entwicklern wird es langsam chic, voll auf Android zu setzen. 

qixxit android app screenshot
Qixxit: Die neue Mobilitäts-App startet im Oktober 2013. / © Qixxit

Das Beispiel Qixxit

Vor wenigen Tagen erreichte mich eine Pressemitteilung von Qixxit, einem von der Deutschen Bahn initiierten Mobilitätsportal, das im Gegensatz zum DB Navigator den Öffentlichen Nahverkehr (U-Bahn, Bus und Straßenbahn, Mietfahrräder, Fernbusse, Deutsche Bahn mit Nah- und
Fernverkehr) mit anderen Angeboten (Mietwagen und Carsharing) anbieterübergreifend verknüpft. Im Oktober 2013 soll Qixxit als Website und als kostenlose App starten. Und wie man sich unschwer denken kann, wenn man den Namen "Deusche Bahn“ hört und den Ansatz berücksichtigt, handelt es sich hier nicht um zwei Indie-Entwickler, die in den Abendstunden eine App schreiben, sondern um ein Projekt in einer ganz anderen Größenordnung. 

Qixxit schreibt also in einer Pressemitteilung, dass sie "ab Oktober 2013 als Website und kostenfreie mobile App für Android zur Verfügung stehen. Eine iOS-Version folgt zum Jahreswechsel.“ Das hat mich neugierig gemacht. Also habe ich Kontakt aufgenommen und mit Stephan Hörsken vom Qixxit-Team gesprochen. Er erklärte mir, dass zwei Gründe ausschlaggebend waren für die "Android first"-Strategie. 

1. Die größere Marktdurchdringung von Android. "Obwohl bei uns viele ein iPhone haben, ist Android viel stärker verbreitet. Ich sehe da ein großes Missverhältnis zwischen der persönlichen Wahrnehmung und den Statistiken", erklärt er.

2. Die Möglichkeit, Beta-Phasen zu durchlaufen. Die Qixxit-App wird zunächst in einer sogenannten "Private Beta" veröffentlicht, also nur für einen eng begrenzten Nutzerkreis zugänglich gemacht, um Fehler und Unstimmigkeiten zu identifizieren und vor dem offiziellen Launch zu beseitigen. Googles Play Store ist in dieser Beziehung viel flexibler als der App Store. Bei Apple könnte man eine solche Beta-Phase entweder gar nicht oder nur mit großem Aufwand realisieren. 

Die Argumentation von Hörsken ist in meinen Augen wasserdicht und ich denke, dass auch andere Unternehmen die Realitäten früher oder später anerkennen werden und die Konsequenzen daraus für ihre App-Strategie ziehen. Und wer weiß, vielleicht kann ich ja demnächst endlich Baldur's Gate auf dem Nexus 10 spielen.

Der studierte Historiker hat schon für viele verschiedene Publikationen im Mobilfunkbereich gearbeitet, unter anderem für Europas größtes Telekommunikationsmagazin CONNECT. Er ist an der Ostsee aufgewachsen, lebt aber schon seit mehr als 12 Jahren in Berlin. Das Meer vermisst er immer noch.

35 Kommentare

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  • 14

    ich glaube es liegt daran das die bezahl Methode bei Apple einfacher ist, würde das per paypal gehen würde ich auch oft kaufen.

  • 14

    ich glaube es liegt daran das die bezahl Methode bei Apple einfacher ist, würde das per paypal gehen würde ich auch oft kaufen.

  • Das Beispiel hinkt aber ziemlich. Die Bahn verdient ihr Geld mit dem Verkauf von Fahrkarten und nicht mit dem Verkauf von Apps. Sie verfolgt also ein komplett anderes Geschäftsmodell als Gameloft und Konsorten. Die Bahn schaut nicht wo man Apps gut verkaufen kann, sondern wo man mit Apps möglichst viele User erreicht - und das ist nun mal über eine App für das verbreitetste mobile Betriebssystem.

    Daraus zu schließen dass eine Lawine hochklassiger Spiele für Android am Anrollen ist erscheint mir dann doch etwas weit hergeholt.

    Ich denke das Haupt-Problem bei Android ist nach wie vor die einfache Verfügbarkeit von Raubkopien, sowie der Art wie Google Play funktioniert (Eingeschränkte Bezahloptionen etc.). Google ist halt eine Werbe-Firma. Entsprechend ist Google Play seit eh und je auf kostenlose Apps mit Werbung fokussiert. Damit finanzieren sich halt keine Blockbuster.

  • Noch ein Beispiel:
    Diamond Dash ist in der IOS Version um weiten besser.
    Wer die Chance hat soll es mal vergleichen.

    Mich Persönlich nervt es sehr dieser IOS Hype, wann wird endlich umgedacht und Android mindestens genauso Unterstützt und Supportet wie IOS.

    Sorry wollt ich mal raus lassen.

  • also ich würde ja Apple nicht so scheiße finden wenn die nicht so abgeriegelt wären, ihre Kunden bevormunden, so täten als wären die das Ultimative und das Zeug überteuert verkaufen... ja Samsung z.B, ist auch nicht billig aber momentan besser als das IPhone.. Naja und seit ich das Note 2 habe ist mir eh alles andere zu klein und Apple hat son Ding momentan ja nicht mal^^
    Jedenfalls bin ich mit Android und dem Note 2 superzufrieden und heule um keinen Cent was das Ding gekostet hat, wo ich bei anderen Dingen das schon öfters getan hab^^

  • Wow, also wenn alle Apps so aussehen würden wie Timely, könnte Apple aber sowas von einpacken.
    Aber auch die neue Designrichtung von iOS 7 gefällt mir sehr gut. Auch wenn sie sich ein Stück an Android orientiert, was ja nicht schlecht ist!

  • "Ich sehe da ein großes Missverhältnis zwischen der persönlichen Wahrnehmung und den Statistiken" - ein Problem, dass nicht nur im App Developing anzutreffen ist. Wenn ich höre wie Mensch X mit Mensch Y über Gerät A spricht, ist X der Überzeugung es ist genial, weil er es benutzt, wohingegen Y überzeugt ist das sein Gerät B viel besser ist und mehr bietet.

    Will sagen: Mensch geht zumeist von sich selbst aus. Wenn man eben hauptsächlich für IOS programmiert, wird man zwangsläufig hier sein Spiel anbieten. Dann heulen die Androidleude in Foren rum und werden von Appleleude gehated...dann sieht sich der Entwickler unter Zugzwang (oder auch nicht) und/oder wittert ein wenig mehr Einkommen.

    Ich glaube das Potential vom Playstore wird bisher von solchen Entwicklern unterschätzt. Wenn man Spiele für 5-15€ anbietet (square enix, EA, gameloft) gibt es Kunden, die es kaufen! Spiele wie Baldur's Gate...kein Frage, es gibt Käufer. Wenn man mal überlegt, dass noch kaum Playstore Karten im Handel zu haben sind (hier, mitten in einer Großstadt nur in einem einzigen REWE) und die Menschen trotzdem kaufen.... Und selbst wenn man nur für die Flaggschiffe entwickelt (s4, one, Z, G(2), Nexus) kann man wohl kaum von hoher Fragmentierung reden und wird trotzdem die meisten Käufer abdecken. Alle anderen bekommen das Angebot ja nicht einmal mit, da der Store es nicht anzeigt.
    Nicht fair narürlich, aber eben sollen ja auch gar nicht alle Spiele auf allen Geräten laufen (ich lese in letzter Zeit oft das "bitte ein Update für mein Ace" gefordert wird...bitte was?). Warum also ambitioniert auch noch auf dem Galaxy Young GTA spielen wollen, wenn es faktisch nicht umsetzbar ist. Dann aber ganz auf Android verzichten?

    ich glaube dass der Androidmarkt noch kommt. Ich als Nichtentwickler kann mir schon sehr gut vorstellen, dass ein Entwickler sein Spiel schon gerne auf einem Display mit 400+ppi sehen möchte oder seine Geldeinnahmen einfach erhöhen will. Android ist kein "fail" und bestimmt kein Verlustgeschäft...zumindest hoffe ich das...

  • @mapatace meines wissen kann man in der Bestätigungsmail den Artikel zurückgeben... Hab ich aber noch nie ausprobiert

  • Ich habe letztens gelesen das die Hälfte aller angebotenen Apps nicht einmal verkauft wurden. Das die allerwenigsten die 1000 € Marke erreichen, die 10 000 und mehr in einer Größe von 600 Anbieter liegen. Die Erhebung wurde bei beiden Plattformen IOS und Android erhoben. Wenn wir hier uns schon darüber unterhalten, sollten jedem auch bewusst sein, um welche Größenordnung es letztendlich geht. Meines erachten ist in dem Vergleich auch ein Fehler. Denn soweit ich weiss, kann man bei Apple weder Testen noch vom Kauf zurück treten. Oder hat sich daran was geändert ? So genau weiss ich es in Moment nämlich nicht.

  • @HighTower B.:

    Jemand, der einen Entwickler Weichei nennt, weil er iOS bevorzugt, sollte vielleicht nicht über Inkompetenz sprechen. Und wieso ist das Display-Ratio am iPhone 5 unvernünftig? Die meisten Android Geräte haben doch ebenfalls ein 16:9 Seitenverhältnis. Vielleicht verwechselst du das Seitenverhältnis auch einfach nur mit der Displaygröße.

  • @nox passt schon, wollte Euch nur die Wartezeit verkürzen. Die Bahn ist bei MM genau so vertreten; die obige Beschreibung passt eigentlich recht gut zu MM, nur dass letzteres noch ein wenig mehr kann ;) Aber ich halt auch schon die Klappe jetzt *grins*

  • nox 28.08.2013 Link zum Kommentar

    @Izzy
    Hier geht es ja eher um den Umstand das die Bahn als großes Unternehmen auf Android setzt, außerdem bekommt eine App der DB sicher einfach mehr Aufmerksamkeit.

  • Zum Thema Qixxit, auch passend zum Thema Design: Schaut Euch mal das Update von Mobility Map an, das gestern rauskam. Bis Qixxit da ist, ist es schon überholt: "Ich will von A nach B", und schon wird aufgelistet (nach Zeit oder Kosten, wie man wünscht), was zur Verfügung steht. Car-Sharing, Bike-Sharing, Taxis, Öffentliche... Und funktioniert nicht nur in Deutschland. Was ich auch kaum geglaubt hätte: Die App hat in Sachen Performance nochmals ein gutes Stück zugelegt. Und die war in der letzten Version schon rattenfix (siehe Testbericht). Muss wohl wieder einen neuen Testbericht schreiben ;)

  • Leon R.
    • Mod
    28.08.2013 Link zum Kommentar

    Finde es irgendwie fies das kleine Programmierer hier als ' zwei Indie-Entwickler, die in den Abendstunden eine App schreiben' dargestellt werden. Mag teils so sein, aber ich finde es dennoch ein wenig zu krass. Geht nicht vielleicht ein etwas anderer Ausdruck?

  • Über soviel Inkompetenz der hier schreibenden ios-Entwickler kann man wirklich nur lachen:-)

    Es gibt viele Auflösungen ja, aber als Entwickler muss man sich nur auf die konzentrieren, die real wirklich eine Rolle spielen. Heute deckt eine App 85% aller Android-Smartphones und -Tablets ab, wenn folgende Auflösungen unterstützt werden:

    - 480x800(854)
    - 540x960
    - 720x1280
    - 1080x1920

    Kleinere Auflösungen wie 320x480 oder noch weniger, sterben aus und somit sinkt deren Anteil weiterhin. Und dank der grossen Verbreitung stören die 15% nicht, die man nicht unterstützt.

    Für Spiele sind dieDisplay-Auflösungen sowieso egal, da die 2D- und 3D-Engines einen Viewport haben, der dynamisch auf eine bestimmte Grösse gesetzt wird. Hinzu kommt noch, dass man bei Spielen die komplette Logik aus externen, z.B. C++-Libraries laden kann. D.h. das Herz eines Spiels verwendet den gleichen Code, egal auf welchem mobilen Betriebssystem. Einzig irgendwelche Settings-Views sind entsprechend zu entwickeln.

    Ein Wort noch zu ios und Fragmentierung:

    Apple hat sich mit dem Design des iphone5 komplett lächerlich gemacht. Der Grund warum das iphone5 so schmal geworden ist, liegt einzig und allen daran, dass Apple die Hosen voll hatte, und die Breite nicht verändern wollte, damit nicht alle Apps sofort Sch... aussehen. Und trotzdem gab es noch genug Probleme mit der neuen Höhe. Wie lange will Apple noch bei seinen 640 Pixeln Breite beim iphone bleiben? Laut Gerüchten ist das iphone5s genauso schmal und unbrauchbar für gaming und browsing, wegen der unvernünftigen Display-Ratio. Aber irgendwann wird es breiter werden müssen, egal wie lange es Apple noch hinausschiebt. Und dann geht es los. Dann müssen die Apps anfangen, dies zu unterstützen. Die Android-Entwickler kennen das von anfang an, und sind keine solchen Weicheier!

  • 15

    Ein Junger Entwickler verdient bei iOS deutlich mehr als bei Android. Das ist Fakt & daran gibts nichts zu rütteln, auch wenn man mit irgendwelchen Umfrage & Statistiken ankommt.

    Gründe dafür, Android Apps waren ewig lang nur mit Kreditkarte zu kaufen --> nicht jeder hat eine, iOS Apps hingegen konnten schon immer auf allen möglichen wegen gekauft werden.
    Dieser Punkt allein reicht schon um nur noch 20-25% der Kauf-interessierten Kunden zu halten.

    Nächster Punkt, die Entwicklung, iOS ist einfacher und intuitiver (wenn ich das was ich gesehen habe mit Android vergleiche ...), dort benötigt man keine 100 Support-Libs um UrAlt Versionen zu unterstützen, die auf einem Großteil der Geräte laufen (da bringt mir die 80% Marktanteil recht wenig, lieber weniger aber aktuell).

    Weiter, eine hochwertige App in Sachen Design etc zu erstellen ist bei iOS auch einfacher, da man nicht tausende Bildschirmformate & Auflösungen unterstützen muss.

    Letzer Punkt, Googles Beschränktheit in Sachen Kopierschutz. Jeder der nicht auf den Kopf gefallen ist kann sich eine APK im Netz suchen & installieren.

    Im Endeffekt sind 100 000 User an der App interessiert, 60 000 machen sich die Mühe die APK zu suchen & zu installieren & (wenn man glück hat) kaufen 1 000 die App.


    Wobei man als Entwickler in Sachen Geld/Steuern/Finanzen bei Apple auch vieles leichter bekommt als bei Android.

    Ich habe mich in Android eingelesen, eine richtige App geschrieben und bin zu dem Schluss gekommen dass ich (wenn ich wirklich Geld verdienen will) in Sachen App-Entwicklung lieber zu iOS gehen sollte.

  • Zur Kaufbereitschaft aus meinem eigenen Leben kaufe ich Apps bei Google erst seitdem es endlich die Guthabenkarten gibt.

    Zudem reicht mir oft die Free-Version - z.B. bei Locus Free. Auch wenn €7,50 für Navigation nicht viel ist, benutze ich die Free-Version halt wie die klassische Landkarte und bin bisher auch überall ohne Navigation angekommen.

    Andererseits seitdem Marine Traffic nur noch für Geld zu haben ist habe ich mir diese App auch gekauft. Natürlich ist es für den Entwickler immer ein Sprung in das kalte Wasser die Free-Version zu streichen - und damit den Wegfall der Einnahmen durch Google-Adds.

  • @Frank Neulichedl:

    Als Nicht-Entwickler schaut man wohl zu aller erst auf die Oberfläche und die Designs, anstatt sich mit der Funktionsweise der Apps unter der Haube auseinander zu setzen. Anscheinend liegt dort wohl bei beiden System der größere Anpassungsbedarf. Danke für die Aufklärung.

  • test nach Update

  • @Frank K. - Nochmal zum Fragmentierungs-Problem.

    Zu Allerest: Fragmentierung ist der Normalzustand eines mittelreifen Marktes. Wer Handy-Games produzierte musste teilweise hunderte von Handy-Arten/Betriebssysteme/Bildschirme etc. unterstützen - also das gab es schon immer und wurde auch immer gelöst.

    Bei Android sind die verschiedenen Bildschirmgrößen nicht das Problem ... echt nicht. Jeder nimmt das als Beispiel, aber das macht uns Designern und Programmierern die Arbeit nur unwesentlich schwerer. Android ist grundlegend dafür ausgelegt. Designs sind dynamisch angelegt.

    Die verschiedenen Android Versionen (Gingerbread, ICS, und die Herstellervarianten) sind das eigentliche Problem. Aber auch das löst sich durch die Dominanz einiger Marken. Mit 10-20 Geräten deckt man 90% des westlichen Marktes ab.

    Bei iOS scheinen die Änderungen klein zu sein, und es wird auch immer angegeben dass 90% der Geräte auf dem neuesten Stand sind - das heißt aber nicht dass alle Geräte alle Funktionen haben. Also sind wir da auch an einem Punkt wo es nicht mehr so homogen ist.

    Auch liegt es nicht beim Entwickler ob er mehr oder weniger Aufwand betreiben will. Bei der Einführung vom iPhone 5 musste jede neue App den größeren Bildschirm unterstützen - sonst wurde sie nicht aufgenommen. iOS7 verlangt von vielen Apps ein komplettes rewrite weil es sich von der Herangehensweise and Android anlehnt - und Apple ist sich selbst noch nicht ganz sicher wie sie das lösen.

    Es bleibt also Spannend - Ich finde es gut dass die zwei (Haupt-)Lager versuchen zu Übertrumpfen - so geht auch was weiter.

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