Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar 3 Min Lesezeit 38 Kommentare

Android auf Abwegen: Freut Euch nicht zu früh auf Fuchsia!

Fuchsia ist ein neues Betriebssystem, an dem Google schon seit rund zwei Jahren feilt. Ganz im Offenen, denn der Source-Code liegt auf github. Ganz geheim blieb aber, wofür Fuchsia eigentlich dienen soll. Ist es ein Android-Nachfolger? Ein Ersatz für ChromeOS? Oder der Versuch, Microsoft auch noch das Desktop-Monopol streitig zu machen? Ein Bericht von Bloomberg beantwortet viele Fragen, lässt uns aber auch in Abgründe blicken.

Lest Euch den Bericht von Bloomberg durch, er enthält viele spannende Einsichten in Fuchsia. Im Lichte des Berichts möchte ich hier einmal drei Gedanken zur Diskussion stellen:

1.) Google-Entwickler sind mit Android sehr unglücklich

Am Ende des Berichts scheint eine Information auf, die vielleicht gerne überlesen wird: Fuchsia diene auch dazu, verdiente Google-Veteranen bei Laune zu halten. Nicht nur bei Laune, sondern vor allem im Konzern. Erfahrene Entwickler werden also als abwanderungswillig angesehen und dürfen ein gesamtes Betriebssystem mit einer Mannschaft von rund 100 Personen entwickeln?

Zwangsläufig ergibt sich daraus die Frage: Was heißt das für den Stand von Android? Vermutlich nichts Gutes. Die architektonischen Schwächen von Android - gerade für Smartphones - sind bekannt und schwer zu lösen. Offenbar reichen die Entwicklungspotenziale von Android aus Sicht von Google nicht mehr aus, um ein System für die nächsten 20 Jahre zu entwickeln.

2.) Fuchsia kann mehr als telefonieren

Der Bericht besagt, dass Fuchsia schon in drei Jahren auf dem Markt sein wird. Allerdings erst einmal, um sprachgesteuerte Gadgets zu befeuern. Danach wird Fuchsia auf kaum verwandten Laptops auftauchen. Der Plan sei, innerhalb der nächsten halben Dekade Android komplett durch Fuchsia zu ersetzen.

Fuchsia ist also sinngemäß tatsächlich die Universallösung von Google, die alle Systeme und Plattformen vereinen soll. Sicher, noch seien keine finalen Entscheidungen gefallen und Google hat eine unschlagbare Fähigkeit darin entwickelt, mal so und mal so zu handeln - das ist vielleicht sogar der Markenkern.

Fuchsia jedenfalls wird mehr können, also nur telefonieren. Google entwickelt hier in aller Offenheit eine Waffe gegen Apple, Amazon und Microsoft. Es wird ein modernes, von Altlasten befreites Betriebssystem, das auf Smartphones und Smartwatches ebenso heimisch ist, wie auf Smart-Speakern, Notebooks und anderen Gadgets, die wir heute noch nicht einmal zu träumen wagen.

3.) Wir werden davon gar nicht viel mitbekommen

Wer nun die Erfüllung aller Träume in Fuchsia sieht, der wird wohl bald mit Kopfschmerzen aufwachen. Selbst wenn Google Android durch Fuchsia ersetzt, dürfte das vor allem den Unterbau betreffen. App-Entwickler werden sich umstellen müssen, aber User werden gar nicht viel von so einem Wechsel bemerken. Vielleicht lässt Google Fuchsia und Android sogar eine zeitlang parallel laufen, wie es Microsoft damals mit Windows 9x und Windows NT betrieben hat.

Smartphones stellen Betriebssysteme vor ganz neue Herausforderungen, auch in puncto Sicherheit und Datenschutz. Eine konsequente Neuentwicklung könnte uns also eine Menge Ärger ersparen. Aber daraus wird wohl nichts. Laut dem Bericht hat sich das Werbe-Team schon mindestens einmal in Systemfragen durchgesetzt. Kurz: Google bleibt seinem Geschäftsmodell treu - User bezahlen mit ihren Daten.

Bonus: Was wird aus Android?

Mit einem Bonusgedanken möchte ich Euch in die Kommentare entlassen. Interessant wird in den kommenden Jahren sein, wie sich die Hersteller von Android-Smartphones dazu positionieren. Vor allem die schlagkräftigen Konzerne wie Samsung und Huawei dürften wenig begeistert sein, das gut anpassbare System von Android zu verlassen. Werden sie den Wechsel auf Fuchsia mitmachen? Wird Android vielleicht unter anderer Führung weiterentwickelt?

Was meint Ihr: Ist Fuchsia eher eine Chance für bessere Smartphones oder nur ein scheiterndes Projekt, um alternde Entwickler bei Laune zu halten?

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern

Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 2 Monaten

    Windows ist so etabliert und verbreitet, das wird niemand aus dem Rennen hauen ^^ Schließlich müssten auch erst einmal unzählige Entwickler ein ähnliches Angebot an Programmen usw. schaffen, wie bei Windows. Und allein beim Thema Gaming dürfte es schon scheitern, wenn man sich mal vor Augen führt, wie gigantisch das Angebot unter Windows ist.
    Um Windows rauszuhauen braucht es definitiv viel mehr, als "einige Programme".

  • Thomas H. vor 2 Monaten

    Ich denke die ganzen Sorgen kommen noch viel zu früh ! Die Frage wie die Playstore Apps portiert werden und ob oder was mit Music und Filmen passiert....

    Wenn ich diese Punkte da lese , dann sehe ich in erster Linie mal ganz viel Wunschdenken und das muß erst einmal den Weg in die Realität finden. Damit z.B. Google es schafft Windows und Mac OS vom Thron zu stossen dafür braucht es Jahre und selbst Google macht da nicht einfach mal "Schnipp" und die Zukunft ist gebacken.

    Bei einigen hier klingt es fast so als machen sie sich Sorgen am 31.12.2018 geht der Playstore offline und am 02.01.2019 müssten sie mit nem Fuchsia Phone klarkommen.

    Die Wege neben der Smartphone Sparte Fuß zu fassen, waren für Google doch sehr holprig. Chrome OS war wenn überhaupt gerade mal in den USA akzeptiert. Android Wear...naja ich sage es mal aus eigener Erfahrung "Ein netter Versuch, weit weg von perfekt". Android TV ? Hat mich auch nicht von den Latschen gehauen und gut die Android Car Lösungen kenne ich nichtmal persönlich und meine damit auch keinen der es hat.

    Daher glaube ich es wäre realitätsfern anzunehmen, das Google uns in absehbarer Zeit hier wirklich die Eierlegende-Wollmilchsau präsentiert die alle unsere Konsumer Technik über Nacht museumsreif werden lässt.

    Jeder von uns wird noch einige Android Phones kaufen , bevor das erste Mal nach dem Auspacken der Startbildschirm von Fuchsia erscheint....meine Meinung.

  • Tenten vor 2 Monaten

    Das mit den Entwicklern halte ich für ein Gerücht. Ich denke nicht, dass Spezialisten, die gefragt sind und jederzeit auch woanders interessante Aufgaben finden könnten, sich durch so ein Füllprojekt hinhalten lassen. Wer hat denn schon Lust, etwas für die Tonne zu entwickeln? Und selbst wenn es so wäre, wären die meisten jetzt nach Aufkommen dieses Gerüchtes garantiert weg.

  • Tim E.
    • Mod
    vor 2 Monaten

    "Vor allem die schlagkräftigen Konzerne wie Samsung und Huawei dürften wenig begeistert sein, das gut anpassbare System von Android zu verlassen. Werden sie den Wechsel auf Fuchsia mitmachen?"

    Falls Android wirklich durch Fuchsia ersetzt werden sollte, hoffe ich, dass Samsung bis dahin Tizen so weit hat und das auf den Smartphones und Tablets installieren kann.
    Das Tizen von der Performance und vom Akkuverbrauch her besser ist als Android, sieht man ja schon bei den Samsung Gears und den paar Tizen Smartphones, die mit Einsteigerhardware flüssiger laufen als ein obere Mittelklasse A-Gerät. Vor allem hat es den Vorteil, dass es wie iOS aus dem eigenen Haus ist und dadurch gezielt für die Geräte entwickelt werden kann.

38 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Wenn Fuchsia tatsächlich die Nachfolge von Android antreten soll, hat sich Google ein sehr hohes Ziel gesteckt. Ob und wie das zu erreichen sein soll, übersteigt meine Vorstellungskraft. Werde mich weiter mit der Programmierung von Android-Apps beschäftigen. So schnell wird sich da nichts ändern....


  • Ich kann mir nicht vorstellen dass Fuchsia das Zeug hat Windows den Rang abzulaufen. Das hat noch nicht einmal Mac-OS geschafft. In einigen Haushalten haben sich längst Android oder iOS etabliert. Da ist es sehr schwer vorstellbar dass sich mit Fuchsia ein weiteres Betriebssystem durchsetzen kann.


  • Ich denke die ganzen Sorgen kommen noch viel zu früh ! Die Frage wie die Playstore Apps portiert werden und ob oder was mit Music und Filmen passiert....

    Wenn ich diese Punkte da lese , dann sehe ich in erster Linie mal ganz viel Wunschdenken und das muß erst einmal den Weg in die Realität finden. Damit z.B. Google es schafft Windows und Mac OS vom Thron zu stossen dafür braucht es Jahre und selbst Google macht da nicht einfach mal "Schnipp" und die Zukunft ist gebacken.

    Bei einigen hier klingt es fast so als machen sie sich Sorgen am 31.12.2018 geht der Playstore offline und am 02.01.2019 müssten sie mit nem Fuchsia Phone klarkommen.

    Die Wege neben der Smartphone Sparte Fuß zu fassen, waren für Google doch sehr holprig. Chrome OS war wenn überhaupt gerade mal in den USA akzeptiert. Android Wear...naja ich sage es mal aus eigener Erfahrung "Ein netter Versuch, weit weg von perfekt". Android TV ? Hat mich auch nicht von den Latschen gehauen und gut die Android Car Lösungen kenne ich nichtmal persönlich und meine damit auch keinen der es hat.

    Daher glaube ich es wäre realitätsfern anzunehmen, das Google uns in absehbarer Zeit hier wirklich die Eierlegende-Wollmilchsau präsentiert die alle unsere Konsumer Technik über Nacht museumsreif werden lässt.

    Jeder von uns wird noch einige Android Phones kaufen , bevor das erste Mal nach dem Auspacken der Startbildschirm von Fuchsia erscheint....meine Meinung.


  • "Bonusgedanke"? Na das ist aber mindestens mal das Unwort des Tages...


  • Also wenn Google dank Linux Kernel ein System für alle Geräteklassen auch PCs sowie Server schaffen will wird Fuchsia den richtigen Ansatz haben 📱💻📠🔊📺

    So kommt Linux vielleicht in der Welt des Mainstreams an und Microsoft muss sich wieder mehr Mühe mit Windows geben!!! 😜


  • Andy vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Fuchsia wird für die OpenSource Welt zur Katastrophe werden! Jeder der Custom ROMs verwendet wird es in Zukunft verfluchen! Und es könnte auch stark den Linux Kernel schaden!

    Der Grund: Der Kernel hinter Fuchsia steht unter der falschen Lizenz.

    Der große Vorteil vom Linux Kernel ist GPL. GPL ist der Grund, warum der Linux Kernel auf so vieler Hardware läuft. Jeder Hardware-Hersteller muss seine Änderungen am Kernel veröffentlichen, und zwar so, dass es wieder ein 2. Bauen kann.

    Fuchsia steht dagegen unter MIT. Das heißt, der Hardwarehersteller darf alles. Er darf Fuchsia verwenden, muss aber seine Änderungen nicht veröffentlichen. Und die werden es auch nicht veröffentlichen, wenn sie es nicht müssen.
    Dann gibt es keine Chance mehr Customs Rom zu erstellen. Und wenn es für die Hardware nur Fuchsia gibt und keinen Linux Kernel, fehlen die Treiber auch im Linux Kernel.

    Mich wundert es, dass es bisher noch keinen Widerstand gegen Fuchsia gibt, denn zumindest der Kernel muss unter GPL stehen.


    • Fuchsia basiert nicht mehr auf Linux, sondern auf dem von Google selbst entwickelten Microkernel Zircon.


      • Andy vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Das ist mir klar. Und das ist das Problem, zumindest dass Zircon MIT verwendet.


      • @Andy genau das ist mein Problem mit Fuchsia. Android läuft doch einfach super und mit Treble hat die doch was zukunftsicheres. In google gibt es interne Machtkämpfe.


    • @Andy
      Was "erzähst" du hier ?
      Warum sollte der wechsel des Kernel von Linux zu Zircon (ist ne Firma dem der Kernel "gehört" zur Katastrophe werden ? Linux(Linus Torvalds) hat nie ein gutes Haar an Android "gelassen" und wollte mit selbigen nichts zutun haben .
      Unter welcher Lizenz der Kernel steht spielt mal gar keine Rolle. Schon unter Android ist kein Hardwarehersteller gezwungen den Quellcode seiner Treiber offen zulegen ,da nur der Kernel offen gelegt werden muss bei Android .
      Und Customrom, Customrom sind wieder ein ganz anderes Kapitel !
      und@ Christian
      Android hat noch auf nie auf Linux "basiert, Rubin hat nur der Kernel benützt


      • Andy vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        @Becker: ich hab auch nie geschrieben, dass beim Linux Kernel alle Treiber quelloffen sein müssen. Aber sie müssen der Community ihre Software so veröffentlicht werden, dass jeder für die Hardware den Kernel bauen kann. Das ist schon etwas mehr, als nur den Kernel offen legen. Zumal die Module zum Kernel gehören. Und das ist genau der wichtige und entscheidende Punkt.
        Das wird bei Zircon defenitiv nicht der Fall sein. In Endeffekt wird Fuchsia ein geschlossenes System, obwohl es unter einer sehr offenen (zu offenen) Lizenz steht.

        Und Custom Roms ist kein anderes Thema, für Custom Roms wird genau das zum Verhängnis. Die werden mit Fuchsia bis auf ein paar Ausnahmen nicht mehr möglich sein.

        Und das sieht man jetzt schon. Hersteller die gegen GPL verstoßen haben kein gutes Custom Rom. Nur ist das dann in Zukunft keine Ausnahme mehr, sondern die Regel.

        Der Streit zwischen Thorwald und Android ist auch schon Jahre kein Thema mehr. Mittlerweile ist alles im main-kernel integriert.

        Nachtrag: GPL ist das Erfolgsrezept vom Linux Kernel. Das ist der Grund, warum es Linus so sehr verteidigt.


  • Laufen dann die Apps aus dem Play Store auch auf Fuchsia ! Die können ja wohl nicht den Store abschalten und bei Null anfangen. Wenn man die Apps weiterhin nutzen kann bleibt doch von Seiten der Sicherheit alles beim Alten .


  • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Es gibt das Android, das die meisten kennen, das Android auf Smartphones und Tablets. Es gibt auch Wear OS (früher Android Wear), Android TV und Android Auto sowie Android Things.

    Ein neues System bedeutet doch auch, dass viele Geräte ausgetauscht werden müssen. Die Smartphones werden sowieso vielfach alle zwei Jahre getauscht. Die Wearables folgen kurz danach. Beim Auto dürfte die finanzielle Hürde höher sein, aber wer das Auto sowieso nur für drei Jahre geleast hat, so what! Von den ganzen Apps, die neu gekauft werden müssen, ganz zu schweigen. Und werden die Musik und Filme in den Fuchsia-Store übernommen?

    Google ist kein großer Hardware-Hersteller, hat aber gut mit Android verdient. Schaut man sich die Verbreitung von Android 4 an, reicht das System offenbar noch vielen aus. Seitens der Bedienung hat sich ja auch nicht so viel geändert und die Sicherheitslücken sind für die Masse zu theoretisch. Man braucht also mehr Anreize, die Menschen zu Neuanschaffungen zu bewegen. Oder wie das Marketing sagt, Bedürfnisse erzeugen. Da kommt es gerade recht, konzeptionelle Schwächen als architektonische Grenzen darzustellen.

    Ich weiß nicht, ob ich damit richtig oder falsch liege, aber der Gedanke kam.


    • "Eine neues System bedeutet doch auch , das viele Geräte ausgetauscht werden müssen ."

      Zircon(Microkernel) Ist kein unbekannter für mich, daher kann ich sagen, es wird für viel am Markt befindliche Geräte durchaus Fuchsia geben . Der größte Unterschied ist ... es ist ein "Echtzeitsystem" .
      Den Code kann man sich auf Github ansehen


  • Ich seh dem fuchsia auch etwas kritisch entgegen.android ist zu weit verbreitet.soll Google daran arbeiten lieber,das Updates mit erscheinen auch gleich zum Download bereit stehen und nicht erst ein Jahr später.


    • Google ist es herzlichst egal wie lange die hersteller brauchen das Update zu liefern. Wenn diese erst mal Ihre Oberflächen und sonstige Bloatware einbringen müssen.


  • Android war Googels großer Wurf alles was danach kam war 💩


  • Die 1. Frage wird sein, ob die Smartphone Hersteller dem neuen System eine Chance geben. Kann mir durchaus vorstellen, dass Samsung und Huawei nur drauf warten eigene System in den Markt zu drücken. Dies kann gefährlich für Google werden

    Zweitens: Ob Entwickler bereit sein Apps für diese Plattform zu entwickeln. Dies wird stark von dem Marktanteil abhängen. Vielleicht schließen Samsung & Co. Exklusivverträge mit einzelnen Entwicklerstudios ab

Zeige alle Kommentare

Empfohlene Artikel

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern