Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können.

4 Min Lesezeit 42 mal geteilt 33 Kommentare

Android 4.4 KitKat: Das sind die versteckten Funktionen

Die meisten Funktionen von Android 4.4 KitKat sind mittlerweile bekannt, hier findet Ihr eine Übersicht. Doch auch unter der Oberfläche hat Google viele Änderungen und Verbesserungen eingepflegt, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind, aber ebenfalls große Auswirkungen auf die Bedienung von Smartphone und Tablet haben. Wir stellen die geheimen Funktionen an dieser Stelle vor.

LV1A3278
© AndroidPIT

Apps mit optimiertem Speicherverbrauch

Google hat die Anforderungen des Systems an den Arbeitsspeicher so weit reduziert, dass es auch auf Geräten mit 512 Megabyte RAM flüssig läuft. Diese Optimierung für Einsteiger- und Mittelklasse-Geräte betrifft aber nicht nur das Kernsystem und Google-Apps wie Chrome oder YouTube, jede App profitiert davon. Google stellt dafür eine neue Schnittstelle (API) zur Verfügung mit der Entwickler das Verhalten ihrer App gezielt auf Geräte mit wenig Arbeitsspeicher anpassen und speicherhungrige Funktionen deaktivieren können. Für die Überwachung der Speichernutzung gibt es in den Entwickler-Optionen eine grafische Anzeige des Speicherverbrauchs, die "Process Stats". 

process stats
Speicherverbrauch im Überblick: "Process Stats". / © Android

Das bedeutet: Apps werden sparsamer im Umgang mit den begrenzten Ressourcen, auf Geräten mit wenig Arbeitsspeicher können angepasste Versionen mit reduziertem Funktionsumfang zum Einsatz kommen. Das ergibt auch für die Entwickler Sinn, denn sie können die Kompatibilität ihrer Apps erhöhen.

Hübscher, fließender und im Vollbild

Für einen schöneren Gesamteindruck hat Google die Benutzeroberfläche punktuell aufgefrischt (hier eine Übersicht über die Änderungen). Entwickler profitieren ebenfalls von einer Reihe neuer Möglichkeiten und Design-Tweaks, die ihnen dabei helfen, Aussehen und Verhalten ihrer Apps zu verbessern. 

Der Vollbild-Modus (Full-screen Immersive mode) ermöglicht es, in den Apps alle System-Elemente wie die Benachrichtigungs- und Navigationsleiste auszublenden. Ein neues "Transitions Framework" macht es einfacher, die Übergänge zwischen den verschiedenen Bereichen einer App fließender zu gestalten. Google bietet den Entwicklern vorgefertigte Lösungen für diese Übergänge und einfachere Möglichkeiten, selbst Presets zu erstellen.

Benachrichtigungs- und Navigationsleiste können außerdem auch in Apps einen transparenten Hintergrund bekommen (translucent system UI). Dadurch verschmilzt die Software mit dem System-Hintergrund, Inhalte bleiben durch die Leisten hindurch sichtbar. Den Grad der Tranparenz können Entwickler selbst festlegen.  

full screen translucent
Schöne neue Apps: Transparente Benachrichtigungsleiste und der Full-Screen-Modus bei Android 4.4. / © Android

Das bedeutet: Schönere App-Oberflächen, ein einheitlicheres Erscheinungsbild, ein besserer Überblick über Inhalte und mehr Platz für Schaltflächen an den Displayrändern. Der Full-Screen-Modus kommt vor allem bei visuellen Inhalten zum Tragen und ist für Entwickler von Apps aus den Bereichen Fotos, Videos, Karten, Bücher und Spiele interessant. Einheitlichere und schönere Übergänge und transparente Systemleisten kommen bei allen Apps zum Tragen. 

Einheitliche Bildunterschriften

Android 4.4 ermöglicht eine systemweite einheitliche Darstellung von Bildunterschriften (Closed captioning). Die Nutzer können selbst festlegen, in welcher Sprache, welcher Schriftgröße und welcher Schriftart und an welcher Stelle Bildunterschriften angezeigt werden. Auch Vorder- und Hintergrundfarbe können festgelegt werden.  

closed captions
Einheitliche Bildunterschriften bei Android 4.4. / © Android

Das bedeutet: Auch hier ist ein einheitlicheres Nutzererlebnis das Ziel. Alle Apps, die Bildunterschriften benutzen, sollen diese mit Android 4.4 im gleichen Stil darstellen. Das zeigt sich zum Beispiel bei Video-Apps, die Untertitel anzeigen, oder bei Bildunterschriften in Web-Apps oder Magazinen. Auch als Bedienungshilfe zum Beispiel für Menschen mit Behinderung (eingeschränktes Sehvermögen, Taubheit) ist diese globale Einstellungsmöglichkeit hilfreich.  

Zentrale Dateiverwaltung

Android 4.4 bietet ein neues Framework für die Anzeige aller auf dem Gerät gespeicherten Daten, egal ob Dokumente, Fotos oder Textdateien (Storage Access Framework). Ein standardisiertes und simples User-Interface vereint verschiedene Apps wie Drive, Dropbox, den Downloads-Ordner und die Galerie an einer zentralen Stelle und zeigt alle Daten im Überblick. 

storage framework
Alles an einem Ort: Die zentrale Dateiverwaltung von Android 4.4. / © Android

Das bedeutet: Das neue Framework ist für Entwickler von Datei-Managern oder (Cloud-)Speicheranwendungen nützlich, da sie ihre App direkt in die zentrale Dateienverwaltung einbinden können. Die Nutzer bekommen einen guten Überblick über ihre Dateien und Dokumente, weil alle über ein Interface erreichbar sind und von dort aus verwaltet werden können.  

Schritterkennung und Schrittzähler

Android 4.4 unterstützt nativ ein neues Sensor-Duo, die Schritterkennung und den Schrittzähler. Mittels dieser Sensoren können Apps erkennen, ob ihr Nutzer geht, rennt oder Treppen steigt. Sie sind in der Plattform und der Hardware implementiert, weshalb Entwickler sich nicht selbst darum kümmern müssen, eigene Algorithmen für die Schrittzähler zu programmieren. 

step counter
Immer fit bleiben: Mit dem Schrittzähler öffnet Android 4.4 neue Fitness-App-Welten. / © Android

Das bedeutet: Der Schrittzähler wird vor allem in einer wachsenden Zahl von Fitness-Apps zum Einsatz kommen, zum Beispiel Moves oder Runtastic Pedometer. Bisher sind Schritterkennung und Schrittzähler aber nur auf dem Nexus 5 verfügbar. 

Infrarot-Sender

In diesem Jahr kamen einige Smartphones mit Infrarot (IR)-Sendern auf den Markt. Android 4.4 bietet Entwicklern eine entsprechende API, mit der sie Fernbedienungs-Apps programmieren können. Die API erlaubt es Apps, IR-Sender zu ermitteln und Signale auszusenden.  

Das bedeutet: Jedes Smartphone mit Infrarot-Sender hat eine entsprechende Fernbedienungs-App. Mit der neuen API in Android 4.4 können Entwickler aber auch einfach eigene Apps programmieren, die den IR-Sender nutzen und mit denen Nutzer vom Smartphone aus ihren Fernseher, ihre Stereoanlage oder das Garagentor steuern können.

42 mal geteilt

33 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:

  • so an alle hier die mini editions oder die low end Phones werden keine Updates mehr bekommen high end devices ab android 4.0 kriegen nur noch updates das muss in den kopf :)


  • @Dima:
    Wenn das Galaxy S3 mini schon kein Update bekommt, warum sollte das ältere S2 eines bekommen?


  • Wo findet man die zentrale Dateiverwaltung von Android 4.4.?


  • Hey AndroidPIT was gibts neues zu App Ops (Berechtigungsmanager) in KitKat?


  • Die neue ART Runtime, die seit Kitkat aktiviert werden kann, wäre auch eine große Neuerung :-)


  • mir gehts jetzt nicht wirklich ab, aber seltsam is es schon.


  • Unverständlich warum Google IR Funktionalitäten in 4.4 einbaut aber das dazugehörige Nexus 5 ohne die IR Hardware ausliefert.


  • Wenn ich die Fernbedienung von meinem Fernseher anschaue, dann Bin ich sicher, dass es nicht um Nexus 5 handelt, IR ist ja vorhanden. :-)


  • Bekommt Samsung galaxy s2 auch Kitkat?


  • @Thomas @Christoph
    Das gibts schon länger als nur Ice Cream Sandwich
    Schon bei Gingerbread gabs das, jedoch kam nur ein Bild.
    Wenn man bei 4.4 Kitkat noch lange auf das Android/Kitkat Logo hält, kommt eine Animation aller Android Versionen.


  • das nexus 5 hat kein infrarot.


  • 1. Der Beitragstitel hat echt Computerbild Niveau!
    2. Schade das man in Eurer App die Bilder nicht vergrößern kann. (v2.0.9).
    3. Danke für die hervorragende Zusammenfassung der "nicht verstecken, nicht-geheimen" neuen Funktionen in Android 4.4! (=


  • @Thomas: das geht schon seit 4.0 nur da kommen die Jelly Beans :-)


  • Hab seit heute mein Nexus 5, einfach mal unter Einstellungen-Android-Version 4.4 mehrfach klicken, dann kommt ein großes K, auch das mehrfach klicken=Surprise, little Easteregg by Google. Durch Zufall gefunden.


  • Denke, das ist weniger ein Dateimanager, sondern eher eine Übersichts-App, die diverse Dateiapps als Übersicht zeigt. Die Dateiverwaltung hielt Android schon immer sehr stiefmütterlich. Google ist denk ich mal der Ansicht, die User sind mit der Dateistruktur überfordert ^^


  • Hat das Nexus 5 eigendlich Infrarot?

Zeige alle Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu