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2 Min Lesezeit 19 Kommentare

Akku-Recycling: Audi will den Kreislauf schließen

Eine der größten, wenig angesprochenen Sorgen der Elektro-Revolution auf den Straßen ist die Rohstoffknappheit. Denn für den Bau der Lithium-Ionen-Akkus braucht es Metalle, an die man nur begrenzt herankommt. Ein geschlossenes Recycling-System wird also mittelfristig unabdingbar, will man den Bedarf nachhaltig stillen. Audi will zusammen mit dem Chemiekonzern Umicore nun einen Lösungsansatz gefunden haben. Doch unklar bleibt, ob und wann das im Labor erfolgreiche Verfahren auf den Bedarf der Serienproduktion skaliert werden kann.

Audis Chemie-Partner Umicore konnte im Labor "mehr als 95 Prozent" der Elemente eines Lithium-Ionen-Akkus wiedergewinnen und neu einsetzen. Kobalt, Nickel und Kupfer müssten so in einem geringeren Umfang immer wieder neu gewonnen und teuer importiert werden; so die Hoffnung.

Ziel sei ein "Closed-Loop-Ansatz", also ein geschlossener Kreislauf der Elemente aus Batterien, die am Ende ihres Lebenszyklus in neue Produkte einfließen sollen. Schon im jüngst vorgestellten Audi e-tron soll das Verfahren zum Einsatz kommen. Es handle sich dabei zunächst um einen erweiterten Labortest mit kleinen Mengen. "In einem halben Jahr können wir weitere Rückschlüsse aus den gewonnenen Daten ziehen", erklärt Audi-Sprecherin Elise Pham auf Nachfrage. Dann sieht man, ob sich das Verfahren wirtschaftlich lohnt.

Langfristig gehe es Audi um Versorgungssicherheit. Ein Erfolgsbeispiel sei die Versorgung mit Aluminium, das man aus der Verschrottung von Altfahrzeugen bereits in großen Mengen zurückgewinnen könne. In der Pressemitteilung heißt es weiter: "Das Batterie-Recycling ist für Audi ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Elektromobilität."

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Recycling wird in der Elektroindustrie endlich ernst genommen. / © ANDROIDPIT

Ohne Recycling wäre E-Mobilität nicht machbar

Durch die Knappheit der Ressourcen für neue Akkus bleibt der Auto-Industrie mittelfristig keine Alternative, als Material aus alten Akkus zurückzugewinnen und wieder in neuen Fahrzeugen zu verwenden. In einem Spiegel-Online-Bericht heißt es, dass vor allem die Kobalt-Produktion inzwischen an ihre Grenzen stößt; sie moralisch mit bekannten Fällen von Kinderarbeit sogar schon überschritten hat.

Bislang galt jedoch die Rückgewinnung der wichtigen Elemente aus Lithium-Ionen-Akkus als kompliziert, teuer, aufwändig oder gar nicht machbar. Wenn Audi hier mit seinem Partner Umicore einen preiswerten, skalierbaren Ansatz gefunden haben sollte, könnte dies ein ökologischer Wendepunkt der Automobilindustrie werden.

Quelle: Audi

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Top-Kommentare der Community

  • Thomas H. vor 2 Wochen

    Das war ein Punkt der mir in der Diskussion um die ach so saubere E-Mobility schon viel zu lange und zu oft unter den Teppich gekehrt worden ist. Das haben auch unsere Politiker erfolgreich verdrängt, das der ökologische Fußabdruck eines e-Fahrzeuges nicht unbedingt so vorbildlich ist wie alle Welt uns weißmachen will.

    Der wesentliche Unterschied zwischen E-Mobilen und einem Diesel ist : Der Diesel macht den Dreck erst wenn er den Verkaufsraum verlässt , das E-Mobil ist damit fertig wenn es im Verkaufsraum ankommt. ( Zumindest bis zum Zellenwechsel ).

    Nach wie vor sehe ich in der Brennstoffzellentechnik eigentlich mehr Potenzial, aber der Hype um die Elektromobilität erinnert mich da irgendwie an den Siegeszug der VHS Videotechnik : Ist nicht die beste Lösung, aber wen störts wenn es bloß alle mitmachen.

    Wenn unsere Prediger der ökologischen Mobilität mal in betracht ziehen wieviele Kinderhände unter teils erbärmlichen Zuständen die seltenen Erden fördern, müsste auch aus dieser Ecke ein "aber" kommen.

19 Kommentare

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  • Der aktuell so gescholtene Diesel könnte schnell eine Renaissance erfahren! Der Motor verbrennt so ziemlich alles, was Öl ist, und sei es aus Raps.

    Es gibt mittlerweile sehr erfolgversprechende Versuche mit Algen, die sich zu einem Öl verarbeiten lassen. Diese Algen ernähren sich zudem von CO2 und könnten daher rechnerisch das bei ihrer Verbrennung freigesetzte CO2 im Wachstum wieder verarbeiten. DIe Anbaufläche benötigt ein Zehntel der Fläche von Raps, so dass diese Äcker wieder für Lebensmittel bewirtschaftet werden könnten.

    Akkus sind hingegen in der Entsorgung wirklich problematisch und die Rückgewinnung der Rohstoffe ist teuer.


  • Ein möglichst komplettes Recycling ist nicht nur wegen der knappen Rohstoffe notwendig, sondern auch um Massen von Sondermüll zu vermeiden.

    Eine sinnvolle Öko-Bilanz haben Elektro-Autos übrigens nur, wenn auch der Strom zum täglichen Betrieb aus regenerativen Quellen kommt. Und ich meine keine Windräder in Naturschützgebieten wie es sich manche Öko-Talibans vorstellen...


  • Die 95% Recycling klingen sehr gut und wäre auch gut zu Wissen wie viel giftige Chemikalien/Verfahren dafür nötig sind und wie diese dann auch entsorgt werden können?

    Recycling von Elektronik ist weiterhin bisher sehr aufwendig und teuer, sonst gäbe es nicht Berge davon in der Dritten-Welt.

    Denke, dass "EV" erst mit Wasserstoff eine Berechtigung für Existenz hat und die Umwelt langfristig schonen kann, wie der Toyota Mirai.

    Dafür muss dann aber auch der Strom nicht aus Kohle kommen, sondern Wasserkraft, Windenergie, Solar oder Geothermie ✌💯


    • Die werdenauch wieder Bleibatterien verwenden.


    • Ich stimme Dir zu, die Brennzelle auf Wasserstoffbasis würde vieles lösen. Leider hört man da von vielen Projekten nicht mehr soviel, seit die gesamte Industrie an der Batterie hängt.

      Ich hoffe nur es liegt nicht daran, das man damit mehr Geld machen kann ?!


      • In Japan wird zum Glück stärker an der Brennstoffzelle geforscht.


      • Unsere Regierung ist halt ein Gefangener der Autolobby und tanzt nach deren Pfeife... Derzeit ist es eben die Diesel/Elektropfeife 😬

        Es gab sogar vor vielen Jahren einige Hydrogen Fahrzeuge ohne Stromantrieb, wo eben Wasserstoff in der Brennkamer (z.B. Mazda RX-8 Hydrogen) verbrannt wurde.

        Aber sowas wie den Mirai sehe ich als Zukunft der Mobilität, dies ist dann auch möglich für Bus und Taxi. Einziger derzeitiger Nachteil an Wasserstoff ist die Flüchtigkeit und der höhere Strombedarf zur Erzeugung.

        Werden aber die Effiziens der Brennstoffzelle noch weiter verbessert und auch ein Tankstellennetz gebaut. Hat ein Stromer keine Chance!

        Schließlich kann man Wasserstoff nachtanken in 2x Minuten und nicht 1x Stunde.


  • Pferdekutschen wären eine gesunde Alternative für die Umwelt. Dauert etwas länger bis wir am Ziel sind aber es ist auch weniger stressig. Heutzutage muss alles nur noch schnell gehen und das nervt total.


  • @Thomas H

    ......ja, es stimmt. Die Produktion der Batterie für ein Auto verschlingt große Mengen an Energie und dazu noch die Rohstoffe dafür.

    Bin gespannt, wenn die Akkus ihr Verfallsdatum erreicht haben und deren Entsorgung ansteht.

    Jede Menge Sondermüll wohl...

    E-Autos sind gut für die Kurzstrecke. Lang / Mittelstrecke ist wohl eher was für Brennstoff- Zelle und Verbrenner (noch)


  • Das war ein Punkt der mir in der Diskussion um die ach so saubere E-Mobility schon viel zu lange und zu oft unter den Teppich gekehrt worden ist. Das haben auch unsere Politiker erfolgreich verdrängt, das der ökologische Fußabdruck eines e-Fahrzeuges nicht unbedingt so vorbildlich ist wie alle Welt uns weißmachen will.

    Der wesentliche Unterschied zwischen E-Mobilen und einem Diesel ist : Der Diesel macht den Dreck erst wenn er den Verkaufsraum verlässt , das E-Mobil ist damit fertig wenn es im Verkaufsraum ankommt. ( Zumindest bis zum Zellenwechsel ).

    Nach wie vor sehe ich in der Brennstoffzellentechnik eigentlich mehr Potenzial, aber der Hype um die Elektromobilität erinnert mich da irgendwie an den Siegeszug der VHS Videotechnik : Ist nicht die beste Lösung, aber wen störts wenn es bloß alle mitmachen.

    Wenn unsere Prediger der ökologischen Mobilität mal in betracht ziehen wieviele Kinderhände unter teils erbärmlichen Zuständen die seltenen Erden fördern, müsste auch aus dieser Ecke ein "aber" kommen.


    • Ich habe gar nicht die Zeit Dir zu beantworten wieso Du so ca. mit jeder Aussage Unrecht hast.

      Nur so viel:
      Wenn wir beim Klimawandel sind, dann sollten wir vielleicht nicht anfangen über Produktionen von Kindern zu sprechen.
      Selbstverständlich achten alle "nicht-Elektroauto-Hersteller" darauf in China möglichst Human und ohne Kinderarbeit fertigen zu lassen.
      Das E-Auto ist einer von vielen richtigen Ansätzen und Ideen, welcher jetzt nach und nach verbessert werden muss.
      Ein aber gibt es nicht.
      Höchstens ein: Weiter so, stampft die Idee nicht ein. Ihr seid auf dem richtigen Weg.


      • @Maximilian HE

        Ich finde deinen Ansatz sehr fragwürdig wenn ich deine Aussage lese ( Zitat ) : "Wenn wir beim Klimawandel sind, dann sollten wir vielleicht nicht anfangen über Produktionen von Kindern zu sprechen."

        Willst Du mir jetzt, womöglich als Einwohner einer der betroffenen Städte, sagen : "Vergiss mal die Kinder, wir brauchen saubere Luft ?" Ich denke und hoffe, das habe ich mal falsch interpretiert, sonst müßte ich dein Karma-Konto ins Minus setzen. Nur weil sich z.B. in Asien keiner darum schert, kann es uns doch nicht per se egal sein, nur weil "wir" meinen einen guten Grund zu haben.

        Wenn Du meinen Beitrag gelesen und verstanden hättest, würdest Du auch wissen, ich sehe das Elektro-Auto nicht als Fehler an, jedoch tue ich mir mit dem Ausdruck Alternativlos schwer. Man hätte noch Möglichkeiten, die muß man nicht von vornherein ausschliessen, weil man sich mal eben schnell festlegen will.

        Das einzige wo ich übereinstimmen möchte ist : ( Zitat ) "Das E-Auto ist einer von vielen richtigen Ansätzen und Ideen, welcher jetzt nach und nach verbessert werden muss." Hier würde ich aber gerne das Wort "einer" unterstreichen und fragen wie lange unsere seltenen Erden reichen sollen wenn wir die ganze Welt auf diese Form von Mobilität umstellen ? Ich rede jetzt auch nicht davon, das wir Frankreich, Östereich und die Schweiz bekehren elektrisch zu werden, damit wir saubere Luft haben, das nützt nämlich sonst wenig, wenn bei der nächsten Umleitung der Verkehr mit Verbrennungsmotoren durch unsere Städte rollt und dann eben von Außerhalb kommt.

        Wenn wir so denken und uns groß tun den Planeten zu schützen dann müssen wir natürlich soweit denken, das es für mehr reicht als 300 Meter die Strasse runter.

        Es ist wie mit dem Plastikmüll, es ist gut das wir die Tüten los sind, aber 80% im Ozean werden nicht in oder aus Europa verklappt. Wenn wir die grüne Seele des Planeten retten wollen, müssen wir über den Zaun unseres Vorgartens hinausdenken, sonst wird das nur eine Lösung die gewissen Industriezweigen Geld in die Kassen spült.


      • @Maximilian Wow...ist da etwa einer aus dem Heise-Forum ausgebrochen?
        Es wäre schön wenn diese unsachlichen Beiträge dort bleiben könnten. Besserwisserich zu behaupten, man habe keine Zeit zum argumentieren, ist aber ein sehr schlechtes Argument...


      • ...und wer glaubt denn noch VW?


    • Diesel macht den Dreck erst, wenn er den Verkaufsraum verlässt? Was ist das denn für ein Quatsch?


      • Nicht meckern , denken !

        Setze Dich mal mit den Hintergründen auseinander die bei der Herstellung der Akkutechnik anfallen, dann verstehst Du den Post.

        Und wir sollten jetzt nicht den Fehler machen zu sagen für Smartphoneakkus und Laptopakkus betreiben wir den Aufwand ja auch. Stellt Euch mal die Frage wieviele Phones Ihr mir einem E-Bike Akku versorgen könnt ?

        Nun stellt Euch mal vor wie lächerlich dieser E-Bike Akku gegen die Zellen eines KFZ ausschaut und wieviel Resourcen dafür nötig sind. Nun nehmt dieses erschreckende Ergebnis mal der Mobilität der Weltbevölkerung !

        Wenn wir jetzt die ganzen Abfälle an Chemie und Schwermetallen mal grob zusammenrechnen, dann bekommt selbst jemand Der, der absolut keine Ahnung hat langsam Schnappatmung.

        Hört mir also bitte auf neidisch auf Länder wie Norwegen zu schauen, wo E-Mobilität an jeder Straßenecke ist. Zum einen hat dieses Land wie z.B. auch Schweden alternative Energien im Überfluß, die brauchen Ihr Nordsee Öl nicht selber ( nicht mehr ) , zum anderen hat das Land soviele Einwohner wie Hessen. Ein solches Land umzukrempeln ist eine ganz andere Baustelle wie z.B. ganz Deutschland, Frankreich oder Spanien...


      • Anscheinend hast Du meinen Kommentar nicht verstanden Gilles Quinet, sonst würdest Du nicht denken dass ich VW glaube.
        Noch mal durchlesen, Sarkasmus verstehen und kommentieren ;).

        Meine Meinung ist dass, anders als von Deinem Vorredner (@Thomas H.) behauptet, selbstverständlich über Kinderarbeit gesprochen werden muss.
        Jedoch sollte es nicht heißen, so wie angemerkt: Die E Auto Bauer stellen quasi nur Bauteile durch Kinderhände her also kauft keine. Ich weiß dass Du es nicht genau so formuliert hast, jedoch impliziert Du es schon irgendwie.
        Sondern dass es ein allgemeines Problem der (Auto-)Industrie ist.
        Also ist es in diesem Kontext vielleicht zu erwähnen jedoch kein Argument gegen E Autos.

        Ich halte die ganze Thematik die wir hier aufwerfen für Problematisch.
        Aus mehreren Gründen.
        Es ist selbstverständlich klar, dass es massig ungelöste Probleme gibt, welche mit selbstverständlich bekannt sind. Es geht los mit der Produktion des Stroms, welche oft auch nicht gerade den Umweltschutz fördert.

        Dann wäre die Akkuproduktion bzw. natürlich auch der Akkuverschleiß eine riesige Problematik, welche wir ja schon durch andere elektronische Geräte haben und welche dadurch noch um ein Vielfaches verschlimmert werden würde.
        Und viele Weitere.

        Aber! Und jetzt komme ich zu meinem Aber wie gewünscht -
        Es ist der richtige Weg!

        Vielleicht gibt es irgendwann bessere Alternativen aber jetzt zu sagen: "Ey Stop mal, das was da gemacht wird ist nicht perfekt und auf vielen Ebenen problematisch also macht einfach den scheiß weiter wie bisher, das andere ist auch nicht viel besser" halte ich persönlich für den Falschen Weg.

        Der richtige Weg ist, und es tut mir Leid dass ich da keinen Diskussionsspielraum sehe:
        Weiterforschen, weitermachen, besser machen.

        Und da sind viele viele Hersteller dabei, auch der oben Genannte.

        Ich entschuldige mich trotzdem für den harschen Ton bei Dir Thomas H., das war nicht ganz fair von mir.

        Freundliche Grüße


    • Sorry, Thomas H., aber Dein "Beitrag" ist leider kompletter Blödsinn.

      - Akkus sind auch jetzt schon recht gut recycelbar. Benzin und Diesel aber definitiv nicht, die sind weg nach dem Gebrauch, bzw. nur noch ne Menge Gift übrig...

      - ein DieselAuto macht genauso Dreck bei der Herstellung wie ein eAuto.

      - "Brennstoffzellentechnik" ist etwa genauso ineffizient wie die Verbrennung von Treibstoffen, denn die Herstellung von Wasserstoff ist extrem energieaufwändig. Ausserdem gibt es weder dichte Wasserstoff-Tanks noch genug Wasserstoff-Tankstellen. Und letztere wird es auch wegen der Explosionsgefahr nie geben.

      - das Schlimmste ist aber das ewige Märchen von den "seltenen Erden": im Tesla z.B. sind die EINZIGEN seltenen Erden in den LAUTSPRECHERN zu finden!

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