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2 Min Lesezeit 56 Kommentare

[Update] Preisfehler: Desire HD mit T-Mobile Branding bei Amazon für 253€ - Hat man einen Anspruch auf das Gerät?

Amazon listete das Desire HD mit T-Mobile Branding für rund 253€ - ein echter Knaller, da der "Marktpreis" bei rund 500€ liegen dürfte. Klar, bei dem ganzen handelt es sich um einen Preisfehler... aber habe ich denn nun einen Anspruch auf das Gerät?!

Ich auf jeden Fall habe mein Glück versucht mal abwarten, ob hier Kulanz gezeigt wird.

Denn eigentlich sieht die rechtliche Lage relativ einfach aus: Ein Kaufvertrag besteht aus zwei übereinstimmenden Willenserklärungen, Angebot und Annahme. Fraglich ist hier, wo das "Angebot" liegt. Und hier ist die Rechtslage eine andere als das Verständnis der Allgemeinheit: normalerweise würde man denken, dass das Angebot auf der Internetseite steht - falsch, wenn überhaupt wäre dies nur eine sogenannte "invitatio ad offerendum" (Einladung ein Angebot abzugeben). Das Angebot liegt laut den AGB der Onlinekaufhäuser in dem Klick auf "Kaufen". Dann fehlt noch die zweite Willenserklärung. Hier käme natürlich die Bestätigungsemail in Betracht - auch falsch: wenn die Bestätigungsemail eine automatisch generiert wurde, wird in allen Fällen ein Vermerk drin stehen nach dem Motto "Dies ist keine Annahme des Angebots, dieses wird erst mit Versendung der Ware angenommen". Tatsächlich ist die Versendung der Ware dann die konkludente Annahme des Angebots - und zu der wird es bei einem solchen Fehler in der Regel nicht kommen!Es scheitert also schon an der Willenserklärung des Verkäufers. Ach und selbst wenn der "Klick" auf "Kaufen" die Annahme eines Angebots darstellen würde (totale Mindermeinung soweit ich weiß) könnte der Verkäufer den Kaufvertrag nach § 119 I BGB anfechten - also auch hier keine Ware ;)

Wollte das ganze nur mal erklärt haben um eventuelle Unklarheiten zu beseitigen .... und jetzt geh' ich schlafen und hoffe, dass der Anbieter sich hier kulant zeigen wird ;) Hoffe ich hab euch hiermit nicht genervt.

Link zum Angebot bei Amazon

(Keine Rechtsberatung, erspart nicht den Gang zum Anwalt ;))

[UPDATE] Soeben ging per Mail die Stornierung ein, war ja zu erwarten. Ein Gutschein o.ä. gibt es übrigens nicht ;) Aber wenigstens sind jetzt einige klüger und versuchen ihr Glück beim nächsten Mal nicht. (Ich werds trotzdem versuchen, die Hoffnung stirbt zuletzt!)

Quelle: Smartdroid.de

56 Kommentare

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  • ein Kumpel von mir hat vor ein paar Wochen 2 led-Bildschirme für je Ca.300 Euro bestellt.normalerweise hätte 1 gerät über 1000 gekostet. wurde nicht storniert und er hat beide für 600 von Amazon bekommen.probieren lohnt sich auf jeden Fall!:)

  • P. S. Natürlich ist es manchmal auch hilfreich wenn man Prime Kunde ist oder per express bestellt.

  • Nur mal so in den Raum geworfen: es werden bei Amazon nicht alle Fehler storniert. Es kommt immer wieder zu Lieferungen. Habe selber vor ein paar tagen schnurlos Telefone bekommen für 32 statt 120 eur. Wer mit nem storno leben kann sollte es halt versuchen. Wer sich dabei betrogen fühlt kann ja beim Händler vor Ort die wucherpreise zahlen.

  • @matthias: bei kauf per fernabsatz hast du immer nach fernabsatzgesetz 2 wochen widerrufsrecht :)

  • Danke für die Antworten :-)
    @ LarsS. Stimmt bei dem Angebot schon, aber wie man bei euch in deutschland sieht, hat es ja noch die Werbeangebote, die mit einem klick als Vertra gelten. Das ist ja in diesem Fall (einfach im umgekehrten Sinn) daselbe. Ich klicke und kann nicht zurücktretten, da mit dem klick den Vetragsbestimmungen angenommen wurden... oder täusch ich mich?

  • Gerade ne Mail bekommen, die Bestellungen wurden demnach storniert, schade ;-)
    ----------------
    "Wir bedauern außerordentlich Ihnen mitteilen zu müssen, dass es aufgrund
    eines Systemfehlers eine fehlerhafte Zuordnung des Artikels gab. Die
    elektronisch Übermittelte Bestellung können wir daher leider nicht
    annehmen - sie wurde soeben storniert. Da kein Versand vorgenommen wurde,
    wird durch Amazon auch keine Belastung der Kreditkarte oder des Kontos
    erfolgen.
    "

  • Es steht jedem Händler frei mit wem dieser handelt. Klick und Warenkorb hin oder her, es wird von der Gegenseite geprüft und abgelehnt, sofern der Fehler bemerkt wird =)

  • Ich hab grad bei meiner letzten Bestellung nachgeschaut, dort steht folgendes:
    "Bitte beachten Sie: Diese E-Mail dient lediglich der Bestätigung des Einganges Ihrer Bestellung und stellt noch keine Annahme Ihres Angebotes auf Abschluss eines Kaufvertrages dar. Ihr Kaufvertrag für einen Artikel kommt zu Stande, wenn wir Ihre Bestellung annehmen, indem wir Ihnen eine E-Mail mit der Benachrichtigung zusenden, dass der Artikel an Sie abgeschickt wurde."
    Das wird rechtlich auch bestand haben.

    Dennoch wurden häufig schon Kunden in so einem Fall mit einem Gutschein entschädigt.

    @derHaifisch:
    Amazon stellt das System für die Verkäufer über Marketplace. Der Ablauf (also der Zeitpunkt des Kaufvertrages) ist sehr ähnlich.

  • Die AGB von Amazon ist für diesen Fall doch uninteressant, da das Desire HD von einem anderen Anbieter verkauft und versendet wird.
    Oder ist Marketplace gleich AGB von Amazon, egal welcher Händler dort verkauft?

  •   22

    @Andy: In dem Fall wurde der Kunde bereits zur Zahlung aufgefordert und die haben 2 Wochen nachher versucht das noch rückgängig zu machen.

  • Es gab mal einen Fall, wo Quelle bei einem (hochpreisigem) Fernseher das Komma um eine Stelle verrutscht ist, die mussten ihre Fernseher für den Preis ausliefern.

    http://www.shopbetreiber-blog.de/2008/09/10/ag-fuerth-quelle-muss-fernseher-zu-versehentlich-ausgezeichnetem-niedrigpreis-liefern/

    Ich wünsche Euch also viel Glück und dem armen Mitarbeiter, dem das Passiert ist viel Verständnis seitens Amazon.

  •   33

    Tobi H: so stimmts ja auch ;) hier ists kein Angebot sondern nur eine Einladung ein Angebot abzugeben. Das tatsächliche Angebot macht der Kunde mit der Bestellung.

    Eine andere Form wäre das "Offerta ad incertas personas" ... gibts so aber relativ selten

  • Ja das muss wohl so in den AGBS von Amazon stehen das das keine angebote
    sind sonder was weiß ich wie man das nennen soll "vorschläge".

    Weil wäre das ein angebot wäre das rechtsverbindlich! dann müssten die zu dem Preis liefern!

    @ lars sag nich nein ;-) ich komm aus dem Handel das ist tatsächlich so
    ( Kollege hat ein angebot für ein auto bekommen neuwagen kostete die hälfte)
    und rate mal wie da die rechtslage lautet ;-)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Angebot_(Recht)

  •   22

    die Bestätigungsmail ist halt nur die Bestätigung darüber dass die Bestellung eingegangen ist. nicht dass sie angenommen wurde.

    viel Glück trotzdem. kommt vielleicht auch drauf an wie viele bestellt haben. wenn es nicht all zu viele waren zeigen sie sich vielleicht kulant.

  •   33

    @Hero X: Zu 1. Scherzgeschäft ists nicht, dabei gibst du bewusst eine Willenserklärung ab, der es allerdings an der Ernsthaftigkeit mangelt. Hier gibt der Händer gar keine Willenserklärung ab - es liegt nur eine "invitatio ad offerendum" vor.
    2. verstehe ich nicht - was meinst du mit "er muss nicht verkaufen"? Wenn er verkauft hätte, hätte ich einen Anspruch...
    3. Die Zweite Willenserklärung ist idR eben nicht eine solche automatisch generierte Bestätigungsemail. Laut AGB ist diese das verschicken der Ware...

    @Anonymon: Ist richtig, aber 1. gibt es hier noch keinen geschlossenen Kaufvertrag und 2. würde ich von dem hier nicht zurücktreten wollen^_^

  • @ Mathias S:: Du hast doch immer ein 14-tägiges Rücktrittsrecht bein Online-Käufen. Dazu ist der Händler gesetzlich verpflichtet.

  • Also ich bin auf einer handelsschule und wir hatten das Thema: Amazon hat 3 möglichkeiten das Angebot nicht abzunehmen
    1: scherzgeschäft
    2: ein Händler muss nicht seine Wäre verkaufen
    3: und die Bestellung ist nur die erste Willenserklärung die Zweite wird per E-Mail oder Post an dich verschikt.*good luck*

  •   33

    @spooky538: übereinstimmend ist teil der gängisten Definition. Gemeint ist zwei inhaltlich gleiche, auf Abschluss eines gegenseitigen Vertrags gerichtete WEs.

    @Becky G: leider nicht jeder =( und der "Kniff" ist ja hier nicht das "wie" sondern das "wann" ... und da weiß halt nicht jeder Bescheid.

    @Matthias S: Dürfte einen Anfechtungsgrund nach § 119 I BGB darstellen

  • *gähn
    Vertragsrecht hat doch so ziemlich jeder schon einmal durchgenommen... laaaaaaangweilig!

  • Wie sieht es aus wenn der Kunde sich verklickt? Das heisst, der Kunde nimmt den günstigen Preis an und bestätigt den richtigen Preis ohne zu lesen in der Bestätigung. Ist dann der Verkäufer auch kulant?

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