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Tip-Off Basketball: 10 Schritte zur erfolgreichen App

Tip-Off Basketball

Entertainment am Smartphone beim Joggen ist für mich...?

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Sagt Euch der Name Tip-Off Basketball etwas? Nein? Das sollte er aber, denn seit dem Launch im Android Market im Dezember letzten Jahres ist die App wirklich sehr populär und wurde bisher zwischen 1 bis 5 Millionen mal heruntergeladen. Ein magisches Rezept für solch einen Erfolg gibt es natürlich nicht. Das eigene Spiel an die Spitze von Googles Ranking zu bringen erfordert viel harte Arbeit, ein gewisses Maß an Talent, eine klare Vorstellung und - am wichtigsten - ein gutes Verständnis des Videospiele-Marktes.

Letztes Jahr von drei französischen Freunden gegründet, ist das Unternehmen IOPixel, das hinter Tip-Off Basketball steckt, ein hervorragendes Beispiel für eine Android-Erfolgsgeschichte. Nachdem das Unternehmen drei andere Apps unabhängig veröffentlicht hatten, krempelten die Jungs ihre Ärmel hoch und widmeten sich voll und ganz der Entwicklung von Tip-Off. Jean-Alexis Lauricella, der 29-jährige Kopf des Unternehmens, teilt mit uns 10 Tipps zum Entwickeln einer wirklich erfolgreichen App.


1. Finde eine großartige Idee und halte Dich daran fest

Es ist keine Frage, dass der erste Schritt zu einer guten App natürlich eine hervorragende Idee ist. Aber wie hat man eine gute Idee? Der Grundsatz: Einfach sollte sie sein. Wie Jean-Alexis erklärt, bestand der Hauptimpuls, eine Basketball-App zu produzieren darin, dass alle drei Freunde das gemeinsame Verlangen teilten, sich am Entwickeln einer App auszuprobieren. Nach einigem Brainstorming entschieden sie sich, dass es ein Sportspiel sein sollte, da sie so nicht gezwungen waren, sich neue Regeln ausdenken zu müssen. Selbst wenn man keinen Plan von Basketball hat, wird man schnell den Unterschied zwischen einem Slam-Dunk und einem Alley-Hoop verstehen und jeder versteht die Grundlage des Spiels - nämlich den Ball ins Netz zu kriegen. Einfach, aber effektiv. Wenn Ihr also Eure erste App entwickeln wollt ist es wichtig, dass Ihr realistische Erwartungen habt und erfüllbare Ziele habt.

2. Grenze den Markt ein

Sobald Ihr eine gute Idee habt ist es wichtig herauszufinden, ob im Market überhaupt eine Nachfrage dafür besteht und ob Eure App etwas Einzigartiges liefert, dass andere nicht bieten. Ein automatischer Hamburger-Umdreher ist vielleicht eine tolle Idee, aber Menschen bei vollem Verstand würden wahrscheinlich eher nicht in eine solche Sache investieren. Nachdem Ihr Euch also versichert habt, dass Eure Idee auch wirklich gut ist, wird es Zeit, den Markt zu untersuchen, um daraus die nötigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Jean-Alexis hat sich viel Zeit genommen, Googles Datenbanken zu durchstöbern und erhielt so ein paar sehr interessante Fakten. Erstens bemerkte er, dass es dort nicht besonders viele Basketball-Spiele für Smartphones und Tablets gab. Zweitens sind Basketballspiele nicht so sehr an einen Nischenmarkt gebunden wie, sagen wir einmal, Autorennspiele. Das bedeutet, dass mehr Platz zum Experimentieren einer wunderbaren App vorhanden ist, ohne dass man dabei existierende Apps wie etwa Stardunk einfach repliziert. Zu guter Letzt werden Android-Spiele häufig für wenig beeindruckendes Design (vor allem im Vergleich zu iOS) kritisiert, ein weiterer Punkt, der IOPixel viel Spielraum ermöglichte.

3. Umgebe Dich mit einem zusammenhaltendem und talentierten Team

Wenn Ihr Euch auf ein Abenteuer begebt ist es wichtig, dass Ihr Euch mit guten Menschen zusammenschließt. Ihr wisst schon: Solche Leute, die einerseits so nett sind und älteren Menschen die Einkaufstüten tragen und die gleichzeitig äußerst geschäftstüchtig sind. Bei IOPixel spielt jedes Mitglied eine sehr klare Rolle, die auf deren jeweiligen Fähigkeiten basiert. So bringt jeder etwas Einzigartiges in Sachen Wissen und Expertise mit in die Runde.
Manche Leute etwa sind in der Demoszene tätig und entwickeln dort Animationen, andere interessieren sich hauptsächlich für die Analyse oder sind besser darin, die Physik-Engine zu entwickeln. Dann gibt es da die Leute, deren Liebe dem Design gilt, die einer App ihren künstlerischen Wert geben können und die so sicherstellen, dass die App optisch stimmig und ästhetisch anspruchsvoll bleibt. Dafür und für andere kleinere Aufgaben können gerne auch Freelancer hinzugezogen werden. Sich mit einer facettenreichen Gruppe zu umgeben erweitert somit nicht nur den eigenen Horizont, sondern ermöglicht Euch außerdem den Zugriff auf neue Ideen und eine große Palette an nützlichen Fähigkeiten.

4. Arbeite effizient

Während an den Details gearbeitet wird ist es immer wichtig, das große Ganze im Auge zu behalten. Andernfalls ist es unmöglich, das Projekt am Ende fertigzustellen. Um Missgeschicke und Pannen zu vermeiden, hat sich IOPixel des sogenannten Scrum-Frameworks bedient, welches Entwicklern dabei hilft, ihre Arbeit effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Produktionszeit zu verringern. Dadurch, dass die verschiedenen Elemente eines Spiels in kleine Aufgabenbereiche und kurze Arbeitseinheiten aufgeteilt werden, kann immer sofort genau nachgeprüft werden, ob diese auch wirklich funktionieren, ohne viel Zeit dafür zu verschwenden. Mit Hilfe dieser Technik hat es IOPixel geschafft, die physikalische Mechanik von Tip-Off Basketball in nur zwei Wochen zu entwickeln! Danach ging es an die Animationen, Grafiken und Gameplay-Angelegenheiten, die für das Spiel nötig waren, doch der schwierigste Teil war bereits erledigt.

5. Sorge für eine herausragende Grafik

Niemand mag hässliche Apps. Ein grässliches Design wird kaum für viel positive Aufmerksamkeit sorgen. Ein schickes Design sollte deshalb ein Grundpfeiler aller Apps sein und IOPixel hat sich dies wirklich zu Herzen genommen. Der Fakt, dass die meisten Smartphone-Spiele eher passiver Natur sind (im Gegensatz etwa zur Wii, Xbox Kinect oder PlayStation Move), macht es äußerst wichtig, dass ein fesselnder Mikrokosmos für den Spieler kreiert wird. Basierend auf seiner vorangegangen Analyse des Android Markets realisierte Jean-Alexis, dass den meisten Android Apps ein wenig Glanz und Glitter fehlt. Um ihre App vor allem grafisch besonders zu machen, entschied sich IOPixel bei Tip-Off für eine Old school-Ästhetik, die auf amerikanischen Comics basiert und stark an Gotham City erinnert. So ist die visuelle Erfahrung reich an Details, eine Sache, die Spieler mittlerweile oft von Spielen erwarten. Kleine Details wie etwa der Klang eines Zuges in der Ferne oder atmosphärische Straßenbeleuchtungen geben den Spielern ein Gefühl, in eine einzigartige virtuelle Welt einzutreten.

6. Verleiht Eurem Spiel einen einzigartigen Look

Wenn es Euch darum geht, den Spielern ein einzigartiges Spielerlebnis zu bereiten, müsst Ihr Euch auch wirklich sicher sein, dass dies der Fall ist. Von Anfang an legte IOPixel bei Tip-Off den Schwerpunkt auf das Design, das Gameplay und darauf, dass es auch tatsächlich Spaß macht, das Spiel zu spielen. In Anbetracht, dass es irgendwann langweilig werden kann, eine Ball in einen Korb zu werfen, setzten Jean-Alexis und sein Team sich daran, zahlreiche Animationen für jeden Trick und jeden Move der Sportart, sowie Boni und Combos hinzuzufügen. So erscheint zum Beispiel jedes Mal, wenn Ihr einen Air Ball werft (ein Ball der nicht einmal den Netzring oder das Brett trifft) eine Animation, bei der der Ball in ein schwarzes Loch im Boden fällt. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit, sorgt aber für ein sehr stimmiges Bild und ein Spiel, das zu jedem Zeitpunkt Spaß und Überraschungen bietet.

7. Teste und teste und teste wieder

Nehmen wir einmal an, Eure App ist fertig für den Launch. Ihr seid allen vorangegangenen Schritten gefolgt und wirklich stolz auf das Ergebnis. Ihr stellt es also in den Market und wartet auf die ersten Kommentare, die langsam reinplätschern. Und wie aus dem Nichts fangen Leute als erstes an, sich über Probleme zu beschweren. Was die meisten Leute vergessen ist nämlich, dass jedes Android-Gerät mit jeder App ein wenig unterschiedlich umgeht. Schnell auf diese Probleme zu reagieren, wenn Sie erst mal im Android Market beim Namen genannt wurden, ist vergebene Liebesmüh, denn die Kommentare sind bereits da und sorgen schnell für eine schlechte Bewertung. Die Jungs von IOPixel sind die Sache mit einem ganz einfachen Prinzip angegangen. Testen und immer wieder testen. Das Ziel ist im Grunde, eine App erst dann zu veröffentlichen, wenn sie quasi 99,9% frei von Bugs ist. Diese Strategie kann zwar bedeuten, dass sich die Veröffentlichung etwas hinauszögert, auf längere Sicht gesehen zahlt sich dies aber in Form von guten Kritiken aus, was im Falle von Tip-Off Basketball dafür sorgte, dass die App letzte Woche auf der ersten Seite des Android Markets landete.

8. Menschen lieben kostenlose Apps
Es gibt zwar jede Menge kostenpflichtige Apps da draußen, doch nur wenige von diesen sind wirklich erfolgreich (zum Beispiel Beautiful Widgets). Mit diesem Wissen als Grundlage entschied sich IOPixel dafür, Tip-Off kostenlos anzubieten, um so mehr Aufmerksamkeit zu erhalten. Überraschung: Die App wurde in der ersten Woche mehr als 20.000 Mal heruntergeladen. Eine unbekannte bezahlte App hätte das niemals geschafft. Die Entscheidung, eine App kostenlos zu machen, sorgt dafür, dass auch Teenager ohne Kreditkarte oder solche Leute, die Käufen im Internet mit einer gewissen Paranoia entgegentreten, sich dafür interessieren und diese downloaden werden. Des Weiteren entschied sich IOPixel, weitestgehend auf Werbebanner zu setzen, sondern stattdessen Geld mit In-App-Käufen zu machen.

9. Sorgt dafür, dass es sich viral verbreitet

Nichts kann im Umgang mit einem übersättigten Markt dem eigenen Ruf mehr schaden oder Gutes tun, als die Kommentare und Meinungen regelmäßiger Nutzer. Deshalb ist es notwendig, die Hand am Puls der sozialen Netzwerke und ein gutes Verständnis von Facebook, Twitter und Google+ zu haben. Aber wie bringt man Nutzer dazu, über die eigene App zu sprechen? Status-Updates und Profil-Posts reichen da einfach nicht aus. Deshalb hat IOPixel sich für ein attraktives Belohnungssystem entschieden, um so die Aufmerksamkeit von Nutzern auf sich zu lenken. So erhält jeder Spieler Bonusmünzen, wenn er andere Spieler dazu bringt, Tip-Off beizutreten. Die Leute fingen also an, diese Empfehlung wie verrückt in den sozialen Netzwerken, dem Android Market und anderen Foren zu teilen. Ein einfacher und sehr effektiver Weg, seine App viral zu verbreiten.

10. Folgt dem Verlauf Eurer App

Was passiert, sobald Ihr Eure App erfolgreich veröffentlicht habt? Untätiges Zurücklehnen, während sie durch den Market geistert? Natürlich nicht! Es ist sehr wichtig, dem Verlauf Eurer App zu folgen, um sie so noch populärer zu machen, neue Nutzer zu locken und natürlich um bereits bestehende Nutzer weiter zufrieden zu halten. Also keine Sorge, IOPixel wir auch in der Zukunft neue Updates und Boni liefern. Ein Nutzer kommentierte: " das beste Basketball Spiel für mobile Geräte seit vier Jahren". Und er könnte recht haben. Und wie Ihr seht: Mit dem Erfolg kommt auch die Verantwortung.

Wie das Spiel aussieht, könnt Ihr Euch in folgendem Video anschauen oder Ihr ladet Euch Tip-Off Basketball gleich bei uns im Market herunter. 

(Videolink)

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9 Kommentare

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  • @kamal: klar definiert jeder erfolg anders, aber jedes unternehmen, das länger als 2 jahre bestehen will, sollte sein produkt erfolgreich nennen wenn sich damit irgendwie geld verdienen lässt.
    deshalb wär eine definition von "erfolg" am anfang des artikels meiner meinung nach sinnvoll.
    wie sieht es mit "SPB Shell 3D" aus? ist die app erfolgreich? eigentlich nicht, oder? die hat ja "nur" 100.000-500.000 downloads. dass die trotzdem jede menge geld verdient haben (weil das teil über 10€ kostet) ist egal?
    deiner meinung nach müsste die drogeriekette "schlecker" ja auch sehr erfolgreich sein, schließlich haben die über 14.000 filialen in europa (finde ich viel). dass die keinen gewinn machen scheint ja nicht wichtig zu sein...

  • @Andreas, ich kann Dir leider nicht sagen, wie viele IOPixel alleine mit Tip-Off Basketball verdienen, aber ich bin mir sicher, dass deren "erfolgreich" bedeutet, dass sie damit Umsatz machen (sehr dezente Werbeplatzierung und vielerlei In-App-Käufe) und dass sie das deshalb auch hauptberuflich machen können. Des Weiteren sehe ich die Sache etwas anders als Du: Jedes Entwicklerteam, ob nun professionell oder aus Spaß, wird die App meiner Meinung nach als "erfolgreich" deklarieren, wenn diese mehr als 1 Million mal heruntergeladen wird. Erfolg in diesem Sinne bezieht sich ja nicht nur auf Geld.

  • kamal, könntest du bitte vorher mal definieren, was "erfolgreich" bedeutet?
    für ein paar freunde, die in ihrer freizeit eine app basteln, sind 1 million downloads ein erfolg.
    einem entwicklerteam, welches damit geld verdienen will, ist meiner meinung nach total egal wie oft die app heruntergeladen wird... 1 million € gewinn finden die glaub ich viel besser als 1 million kostenloser apps die nichts einbringen, oder?

  •   12

    War Marketing betrifft finde ich das Modell von Wind-up Knight sehr gelungen.

    Wenn man sehr gut ist kann man es frei spielen - alternativ schaltet man sich spätere Level durch in-app purchases frei. Hat man die ersten 3 (? weiß nicht mehr genau) Level absolviert erhält man die einmalige Chance alle Level auf einen Schlag zu einem günstigeren Preis freizuschalten (30% Rabatt wenn ich mich richtig erinnere).

  • Die aktuell am besten gemachte App im Market ist meiner Meinung nach "Wo ist mein Wasser" von Disney.
    Ein exzellentes Beispiel wie man es richtig macht.

  • @Markus: Klar, das schwierigste ist wahrscheinlich "wie immer" Punkt 3 - ein perfektes und vor allem motiviertes Team aufstellen.

  • hj

  • in der theorie ist es ja ganz leicht.

  • Super Aufstellung, sollte sich jeder an's Herz nehmen der sich im Projekt-Management bewegt. Kann man nämlich so wie es da steht, für alles gebrauchen! ;-)

    + nicht vergessen: "Das Team am Laufendem zu halten, oder zu belohnen - wenn etwas super läuft!"

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