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Street View Kontroverse: Don't be evil, aber E-Mails klauen ist ok?

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2010 wurde Google vorgeworfen, persönliche Informationen von WiFi-Netzwerken gestohlen zu haben, während Aufnahmen für Google Street View gemacht wurden. Googles Antwort darauf lautete, das das Unternehmen diesbezüglich keine Ahnung hätte. Nun sieht die Sache aber etwas anders aus und wie es scheint, wusste das Unternehmen aus Mountainview doch bescheid.

Ein Google-Mitarbeiter entwickelte damals ein Programm, dass nahegelegene drahtlose Netzwerke scannte und sensible Informationen der WLAN-Router auslas, während Bilder für Googles Street View aufgenommen worden. Damit aber nicht genug, denn wie ein paar Dokumente darlegen, erzählte dieser Mitarbeiter einigen seiner Kollegen über die Sache und über das, was genau er da tat.

Wie aus Dokumenten hervorgeht, die von der FCC (Federal Communications Commission) veröffentlicht wurden, wollte der Google-Mitarbeiter diese Informationen für „andere Google Projekte“ nutzen. Google hält dennoch an der Aussage fest, dass die zuständigen Senior Project Manager keine Ahnung hatten, was da lief.
Die "gesammelten" Informationen beinhalten 72 E-Mail-Passwörter, 774 eindeutige E-Mail Adressen und sogar eine E-Mail-Konversation zwischen einer verheirateten Frau und einem Mann, die beide „auf der Suche nach einer nicht-ehelichen Beziehung waren, inklusive Vornamen, E-Mail-Adressen und Wohnanschriften“. Aus irgend einem Grund (wir wissen nicht, wieso) hat die FCC aber entschieden, dass das Unternehmen NICHT schuldig sei, da dieses Sammeln von Daten irgendwie nicht illegal sei. Gleichzeitig hat die Kommission Google aber ein Bußgeld von 25.000 Dollar auferlegt, und zwar aufgrund der Behinderung der Untersuchungen.

Also, was bitte? Wie kann es denn sein, dass das Sammeln von privaten Informationen in dieser Form nicht illegal ist? Ich denke, wenn ich bei jemandem an den Briefkaste gehen und dort dessen Briefe öffnen und lesen würde, ich mich mit Sicherheit strafbar machen würde.

Dazu kommt noch, dass der betroffene Google Mitarbeiter, der hinter dem Programm steckt, aussagte, dass er keinesfalls gegen die Privatsphären-Richtlinien verstoßen habe, da die Street View Autos „keinem Nutzer für längere Zeit näher gekommen seien“ (dennoch machte er eine Anmerkung, das er diese Sache mit einem Produktberater besprechen würde). Ist das also die neue Definition von Privatsphäre? Solange Informationen nur schnell genug aufgeschnappt werden, ist es ok?

Zuerst stritt Google ab, dass irgendwelche Daten gesammelt wurden. Dann gab das Unternehmen zu, dass nur Fragmente der genannten Daten gesammelt wurden. Dann gaben sie zu, dass sie E-Mail-Adressen, Passwörter und Suchverläufe gesammelt hätten, doch hielten an der Aussage fest, das sie zu der Zeit des Geschehnisses nichts darüber wussten. Und nun stellt ich heraus, dass auch das nicht stimmt.

Ich weiß nicht, wie es Euch damit ergeht, aber ich finde so etwas einfach beunruhigend. Wie kann so etwas legal sein? Und ist Lügen nicht eine Sache, die ein „gutes“ Unternehmen besser vermeiden sollte, vor allem dann, wenn es sich den Slogan „Don't be evil“ groß auf die eigene Kappe schreibt?

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47 Kommentare

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  • Die Daten die da aufgefangen wurden, können ja nur von unverschlüsselten WLans kommen. Da ist man als Besitzer selber schuld. Das wäre genauso, wenn jemand mit jemand anderem laut auf der Strasse redet, und ich würde angeklagt werden, weil ich beim Vorbeigehen Schnipsel davon gehört habe...

  •   5

    Google arbeitet wirklich daran alles und jeden zu überwachen.... und ich dachte sowas sollte in Deutschland nie wieder funktionieren....

  •   26

    Oh, Wahnsinn! ... ^^

    Google hat für sein weltweites einmaliges WLAN-Scan Projekt den mutmaßlich Besten geholt. Wer hätte das gedacht? ^^
    Also jemanden, der sich mit WLAN-Scannen auskennt, weil der auch schon früher WLAN-Scanner programmiert hat, die sogar so gut sind, dass sie auch fürs "War-Driven" genutzt werden können.

    An den Fakten ändert das doch überhaupt gar nichts. :-)
    Hauptsache man kann tendenziöse Artikel schrieben.
    Von der FAZ erwarte ich nichts anderes, aber hier?

    GStubler zeichnet standardmäßig einen RAW-Daten-Stamp auf.
    Das ist alles.
    Wenn man Pw oder Mails klauen wollte, dann fährt man nicht mit Autos und Scannern durch die ganze Welt und hofft auf Zufallstreffer, sonder das würde man (Google) anders machen ...

    Daran ändert auch nichts, dass der Google-Mitarbeiter früher schon WLAN-Scanner geschrieben hat ...

  •   26

    Ewig dieses Kindergarten-Thema.
    Und dann auch noch in so nem technik-affinen Blog wie hier! OMG!

    Google hat die WLANs mit nem Programm gescannt, das in der Standard-Einstellung die RAW-Daten aufzeichnet. Also einfach alles was empfangen wird, auf Festplatte schreibt. Also zu 99,99999999 % verschlüsselter Zeichensalat.

    Wenn man nun weltweit durch zich-millionen Straßen fährt, dann kommt es halt vor, dass ne Mail-Adresse oder sogar ein Passwort in den RAW-Daten steht, sofern das WLAN unverschlüsselt war und das Google-Auto gerade in der Nähe.
    Nicht gerade oft, wie man ja auch oben lesen kann.

    Google hat also nicht mit Absicht Mails und Pw gesammelt, sondern das benutze Programm hat ein paar Sekunden aufgezeichnet, was gerade gefunkt wurde. Das ist die Standardeinstellung der Software.

    Und Google kann auch nix dafür und muss nicht unbedingt damit rechnen, dass Leute ihr WLAN nicht verschlüsseln und genau in diesem kurzen Moment private Daten darüber senden.

    Deshalb war das von Google *nicht* schuldhaft illegal.

    Und man kann auch keine böse Absicht unterstellen:
    Weil wollte man Mails und Passwörter klauen, hätte gerade Google da sicher andere Möglichkeiten, als weltweit aufwendig durch alle Straßen zu fahren und zu 99,99999999 % verschlüsselten WLAN-Zeichensalat zu sammeln ...

    Wenn ihr eure privaten Daten mit nem UKW-Sender herum funkt, dann könnt ihr euch auch nicht beklagen, wenn der Nachbar diese beim Sendersuchlauf empfängt und dem dann groß vorwerfen, er würde illegal handeln! xD

  • Zitat: "Die "gesammelten" Informationen beinhalten 72 E-Mail-Passwörter, 774 eindeutige E-Mail Adressen"

    Während die Streetview-Aufnahmen gemacht wurden, sind die Google Autos durch zig Millionen WLANs gefahren, da ist das ja richtig wenig ;)

  • Wenn sich jeder über das Wort "Freunde" oder "Freundin" beklagt soll er es durch eine beliebige Person auf der Straße austauschen.
    @Andy
    Die Einstellung das jemand der vielleicht nicht das Wissen hat "Freiwild" ist, ist schon hart.

    Mädels packt die kurzen Röcke weg.
    Sehr zivilisiert!

  • Gähn, schon mal den Kalender gecheckt? Es ist 2012 ! Oder welche neue Erkenntnis habe ich überlesen ?

  • Ein Bericht, zudem aus 2010, und schon schimpfen alle. ein simples _nomap hilft schon im Routernamem, und da alle Android-Handys sowieso von Google "stammen" warum regt ihr euch auf? Google wird den Teufel tun, mit solchen Manövern den Erfolgshype zu torpedieren. Facebook empfinde ich als wesentlich kreativer, die Daten abzugreifen. Darüber sollte mal genauer geforscht werden.

  • Geht nicht! Eine offene Tür ist keine Einladung! Verschlüsselung und Co muss es nur geben, weil es Leute gibt die Interesse am Leben anderer haben. Die neue Art kranker Spanner eben!

  •   34

    Wieso Leider? Wer sein WLAN nicht schützt ist zu Recht verantwortlich, denn das hat nichts mit Stärke zu tun.

    Wenn Google Daten aus offenen Quellen sammelt ist das genauso wie die Gfk wenn sie Kundendaten kaufen. Und das ist absolut üblich.

  • ich habe jetzt diese News zum vierten mal gelesen, aber nirgends lief das Ergebnis in diese Richtung aus. Ich habe das Gefühl kamal hat wieder einmal (wie in letzter zeit leider öfters) einfach mal drauf los geschrieben, mit einer oder zwei quellen, die vermutlich dann auch irgendwie verküpft waren.
    Wenn man nämlich diese Artikel hier liest, dann bekommt man schon eine ganz andere Ansicht geboten:
    http://www.nzz.ch/nachrichten/digital/google-mitarbeiter-liess-wlan-daten-bewusst-abgreifen_1.16670909.html

    http://www.20min.ch/digital/dossier/google/story/28140641

    http://www.netbooknews.de/68354/google-street-view-datensammlung-war-gewollt/

    da wird überall davon geredet, dass nur ein einzelner unbedeutender schuld hat, und ein anderer Mitarbeiter hielt ihn dann auch davon ab die Sache weiter zu verfolgen.
    Klar wirft es auch so fragen auf, aber nicht so große.

  • "erzählte dieser Mitarbeiter einigen seiner Kollegen über die Sache" - das bedeutet ja nicht, dass alle Entscheidungsträger informiert waren.

  • dass der Vergleich mit Freunden hinkt ist mir klar. mir kommt bloß vor, dass alle hier am Thema vorbei reden, nämlich wlan offen oder zu und wer Schuld am datenklau ist.
    ich find es einfach lächerlich wie google sich verhält und gerade für ein Unternehmen, das Kunden und deren Vertrauen benötigt (Stichwort "wir leben in einer bösen Welt" was in diesem Beitrag schon oft in den Kommentaren gefallen ist) ist diese Verhaltensweise so ziemlich das dümmste was sie machen können.
    und auch wenn das andere Unternehmen ebenfalls tun heißt das noch lange nicht, dass es deswegen gut oder ok ist.

  • @Andy
    Das macht die Sache nur noch nicht richtig.
    Ich meine klar hast du recht oder sollte ich lieber sagen leider.

  •   34

    @michael
    Der Vergleich hinkt in sofern, als dass auch die Rechtsprechung sagt wer ein offenes wlan hat ist selbst verantwortlich. Bei deinem beispiel ist das nicht so.

    Und was Google sagt und revidiert mit Freunden zu vergleichen... Naja ist bei heutigen unternehmen doch normal.

  • ich denke viele reden hier am Thema vorbei. alle sprechen bloß über offene und geschlossene wlans und man selbst Schuld ist etc. mag ja sein, dazu nehm ich jetzt keine Stellung.

    die Quintessenz dieses Beitrags sehe ich viel mehr im vorletzten Absatz von kamal, wo (wenn kamal damit recht hat) google sich meiner Meinung sehr suspekt verhält. "Nein, das haben wir nicht gemacht", später dann "ok, ja, haben wir. aber dies und jenes haben wir nicht gemacht", noch später "na gut, auch das haben wir gemacht, aber von diesem oder jenem wussten wir nichts" und wiederum später "ok, wir wussten es doch" usw.

    dieses Verhalten macht einfach keinen guten Eindruck. stellt euch einfach vor jemand in eurem Freundeskreis verhält sich so...

    greetz,
    v.

  • Erst mal an alle die schreiben, wer sich nicht schützt ist selber schuld.
    Ich habe mehr Kraft als meine Freundin also darf ich sie hauen bis sie sich selbst schützen kann. Einige werden jetzt sagen der Vergleich hinkt aber beides ist nicht richtig. Ich denke das ist auch eine moralische Frage, gut das nicht jeder alles machen darf was er/sie kann. In sofern sollte man mit Kommentaren wie diesen ein wenig vorsichtiger sein.
    Don't be evil and have a nice day.

  • @Hero X: /Facepalm

  • ich weiß schon warum ich Bing nutze...

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