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11 Min Lesezeit 24 Kommentare

Strategische Herangehensweise bei der App Entwicklung - "Die Idee, Teil 1"

 

Am Freitag halte ich hier in Berlin einen Vortrag über die strategische Herangehensweise bei der App Entwicklung bei der ersten Ausgabe des „Echtzeit Klub“ hier in Berlin.

Mein Thema wird dort die strategische Herangehensweise bei der App Entwicklung sein. Ich möchte Euch auch hier meine Gedanken dazu niederschreiben. Es ist selbstverständlich schwierig einen ganzen Vortrag in Form eines oder mehrer Blogs auf Papier zu bekommen. Ich denke aber, dass Android noch sehr viele Chancen für uns alle bereit hält und will Euch ein paar Ideen bzw. Anregungen mitgeben.

Grundsätzliches

Android hat ein grundsätzliches Problem, was aber gleichzeitig seinen unnachmachbaren Charme ausmacht: viele Entwickler, die derzeit bei Android entwickeln haben keine klare Ausrichtung Geld damit zu verdienen. Das sieht man an der großen Community, die am Betriebssystem selber mitentwickelt und so dabei hilft sukzessive das wohl innovativste Operating System für mobile Endgeräte zu bauen. Das geschieht bei zigtausenden Entwicklern ohne jedwede Entlohnung. Man kann es aber auch bei den vielen tausend Android Apps sehen. Ein sehr großer Teil wurde ohne klaren Produktplan entwickelt. Da gab es einen Entwickler, der ein Problem hatte und hierfür eine Lösung gebaut hat. Diese Lösung ist ganz und gar auf ihn und sein Problem abgestimmt. Es gibt kein klares Produktdesign, keine durchdachte Usability. Das Ergebnis ist leider noch immer zu oft ein sehr guter Ansatz mit oft unzureichendem Ergebnis.

Mir ist klar, dass diese These bei vielen Lesern nicht auf Gegenliebe stoßen wird. Viele könnten ja jetzt behaupten, dass es ganz toll ist kostenlose Apps zu haben und man dann ja gerne auf gutes Design oder Benutzerführung verzichten kann. Will man aber, dass Android wirklich dauerhaft erfolgreich ist, braucht man ein Ecosystem, mit dem alle Beteiligten Geld verdienen können. Ich habe kürzlich auch einen Blogpost verfasst, in dem ich auf diese These eingehe. 

Ich bin mir sicher, dass sehr viel Android Entwickler mittlerweile ebenfalls Geld mit ihren Apps verdienen wollen. Ich behaupte von daher, dass Entwickler sich sehr viel mehr Zeit und Ruhe nehmen müssen um den Erfolg ihrer App zu planen.

In vielen Management-Büchern liest man, dass Erfolg planbar sein. Dem möchte ich nicht uneingeschränkt zustimmen. Aber es ist in der Tat etwas Wahres dran. Ich glaube, dass man tatsächlich von Anfang an – bei der Idee angefangen - planen muss, um auszuschließen nur durch reinen Zufall mit einer App erfolgreich zu werden.

Ich will Euch in den nächsten Blogbeiträgen die Herangehensweise schildern, die ich favorisiere. Ich teile diesen Blogbeitrag in drei Teile:

  • Idee
  • Umsetzung
  • Vermarkung

IDEE

Ein gutes Produkt fängt immer bei der Idee an. So weit, so gut! Ich glaube aber, dass die meisten Menschen dazu tendieren krampfhaft nachzudenken an was man denn nun arbeiten könnte um das nächste „Shazam“ aus dem Hut zu zaubern. Oder zumindest das nächste coole Game.

Natürlich kann man solche Ideen immer wieder mal bekommen. Ich warne aber hier zu übertriebener Euphorie! Denn die Idee selber ist es nicht alleine. Eine zunächst todsichere klingende Idee ist bei mehrmaligem Hinsehen oft dann doch gar nicht so doll! Und umgekehrt: simple Ideen, auf die ja eigentlich jeder kommen müsste, stellen sich als, sagen wir, echte Kracher heraus.

Aus meiner Sicht ist es wichtig nicht zu versuchen das Rad – oder die Welt – neu zu erfinden. Es gibt natürlich auch hier Techniken wie man sich an gute, neue Ideen bzw. erfolgreiche Modelle heranarbeitet. Das allerdings würde sicherlich den Rahmen hier sprengen.

Um es zu vereinfachen haben wir hier zwei Kategorien:

  • Innovatoren
  • Copy Cats

 

Innovatoren
Zu dieser Gruppe will jeder gehören. Oder fast jeder. Es ist natürlich auch sehr viel cooler zu eben dieser Kategorie zu gehören. Das sind immer die Jungs, die die Welt neu erfinden. Also diese Shazams dieser Welt. Oder die Apples. Die Androids. Aber natürlich auch Mr. Q, der irgendwelche Uhren baut, die Dich wahlweise fliegen, beamen oder unsichtbar werden lassen können.

Hey, aufwachen!!! Das will eben jeder sein! Und selbst wenn Du „one in a million“ wärst – in Indien würde es dann demnach 1.200 von Dir geben. Und in China sogar 1.300! Es ist also sehr schwierig ein Innovator zu sein. Denn das setzt voraus, dass Du

  • a) zur richtigen Zeit
  • b) ein absolut innovatives Produkt
  • c) ein Produkt so baust, dass die Konkurrenz nicht schnell genug hinterher kommt

Ich selber sehe viele Gründe einen anderen Weg zu wählen. Aber für all diejenigen, die gerne Innovatoren sein wollen, hier ein paar Ratschläge von Guy Kawasaki, einem echten Startup-Guru aus dem Silicon Valley. Ich habe diese Tipps aus seinem Buch „Reality Check“, das ich jedem nur ans Herz legen kann, der vor hat selber mal Unternehmer zu werden.

  • „Baue etwas, was Du selber gerne verwenden willst“: Man hört immer wieder, dass Unternehmen wie Google oder Apple ihren unbeschreiblichen Erfolg vor allem dem visionären Unternehmertum ihrer Gründer zu verdanken haben, die frühzeitig das große Marktpotential erkannt haben. Das mag vereinzelt zutreffen, ist aber in der Regel großer Blödsinn! Vielmehr haben die meisten Unternehmer etwas erschaffen, was sie selber gerne gehabt hätten, bzw. wie sie sich Services vorstellen. Wenn man also innovativ sein will, muss man etwas erschaffen, was man eigentlich schon immer gebraucht hat oder wollte.
     
  • „Gebe etwas einen Sinn“: Und auf den vorherigen Punkt folgt gleich eine logische Frage: Was, wenn Du der einzige Mensch bist, der Dein neues Produkt überhaupt will? Die Antwort ist, dass echte Innovationen schlicht Sinn machen. Sie versetzen Menschen in die Lage alte Dinge besser zu tun. Oder Dinge, die sie schon immer tun wollten machen zu können. Oder aber auch Dinge tun zu können, von denen sie nie wussten, dass sie diese tun wollen. Der iPod ist ein recht gutes Beispiel dafür. Viele Menschen haben vorher schon Musik gehört. Es war also eine alte Sache. Der iPod hat die Menschen aber davon überzeugt, dass seine Größe und seine Einfachheit die bessere Art ist Musik zu hören.
     
  • „Springe auf die nächste Kurve auf“: Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine Industrie, die Eis abgebaut hat. In der Winterzeit bauten Unternehmen Eisblöcke ab, um diese dann später zu verkaufen. Diese Unternehmen wurden dann von Firmen abgelöst, die Eis „künstlich“ herstellen konnten. Immerhin waren diese nicht von klimatischen Bedingungen abhängig. Die Erfindung des Kühlschranks löste dann wiederum diese Firmen ab. Kühlschränke waren sehr viel komfortabler. Echte Innovationen entstehen dann, wenn Unternehmen auf die nächste Kurve aufspringen – oder was natürlich noch besser, aber auch deutlich schwieriger ist: die nächste Kurve zu erfinden.
     
  • „Don’t worry, be crappy“: Man sollte sich nicht davor scheuen ein innovatives Produkt mit einigen Fehlern auszuliefern. Die erste Version eines innovativen Produkts ist selten perfekt. Wenn ein Unternehmen solange wartet bis alles perfekt ist, wird es wohl niemals das Produkt ausliefern. Oder den Markt verpassen.
     
  • „Churn, baby, churn“: Man kann zwar ein Produkt mit leichten Fehlern ausliefern. Das bedeutet aber nicht, dass dies so bleiben darf. Ein Unternehmen muss ein Produkt mit einer Version 1.0 ausliefern. Aber dann schnell eine Version 1.1, 1.2,...2.0 erzeugen. Das ist etwas, was man selber nur schwer verdauen kann, eben weil es schon so schwer ist ein innovatives Produkt überhaupt auf den Markt zu bringen. Deshalb wollen Mitarbeiter nur sehr ungerne hören, dass ihr Baby Macken hat. Innovation ist kein einmaliges Event. Es ist ein Prozess!
     
  • „Hab’ keine Angst zu polarisieren“: Die meisten Unternehmen (und die meisten Menschen) wollen das Überprodukt kreieren, das quasi allen demographischen und sozio-ökonomischen Daten entspricht. Das bedeutet gezwungenermaßen Abstriche machen zu müssen. Und dies wiederum heißt eigentlich auch: Mittelmäßigkeit! Besser ist es großartige Produkte zu bauen, die gewisse Segmente bedienen und die Menschen darin glücklich machen. Und gleichzeitig darf man hier keine Angst haben andere Segmente sauer oder unzufrieden zu machen. Der Worst Case nämlich ist, wenn man überhaupt keine leidenschaftlichen Reaktionen bekommt. Und das passiert vor allem dann, wenn Unternehmen versuchen es allen Recht zu machen.
     
  • „Reiß alle Mauern ein“: Eigentlich sollte es ja so sein, dass sich innovative Produkte quasi von alleine verkaufen. Das Leben ist leider unfair. Denn dem ist nicht so! Denn in Wahrheit ist es so, dass, je innovativer ein Produkt ist, desto mehr steht einem der „Status Quo“ im Weg. Unternehmer sollten sich davon nicht beeindrucken lassen, wenn die Markt-Akzeptanz nur langsam kommt. Ein sehr guter Weg ist es zum Beispiel Menschen ein innovatives Produkt zum Testen zu geben. Gerade in Sachen Apps bzw. Software kann man das über kostenlose Downloads sehr gut bewerkstelligen!
     
  • „Lass einhundert Blumen blühen“: Innovatoren müssen schnell und flexibel umdenken können, wenn es darum geht wie ihre Kunden am Ende das Produkt verwenden. Zum Beispiel hatte Avon ein Produkt für ach-so-weiche-Haut erfunden. Eltern nutzten es aber als Abschreckungsmittel für Mücken. Als Avon das merkte, schwenkten sie schnell um und gingen mit der Masse. Die Lehre daraus ist, dass man Felder säen sollte und nicht Blumentröge – um dann einhundert Blumen blühen zu lassen.
     
  • „Verlange niemals von Anderen etwas zu tun, was Du nicht selbst auch tun würdest“: Das ist eigentlich ein wichtiger Test für alle Unternehmen. Man stelle sich vor, dass man die coolste Mausefalle überhaupt erfunden hat. Sie bringt besser Mäuse um’s Eck als jede andere Falle vor ihr, hat eine Laserabtastung und vollautomatische Sensorik an Bord und läuft mit Android. Das Problem: die Mausefalle braucht um bedient werden zu können einen promovierten Nuklearforscher und kostet 500.000 Euro. Wenn Du diese Hürden selber nicht nehmen würdest, darfst Du umgekehrt nicht erwarten, dass es Deine Kunden tun.
     
  • „Lass Dich von Besserwissern nicht ins Boxhorn jagen“: Besserwisser gibt es leider viele! Und die werden Dir sagen, dass Dein Produkt nicht gemacht werden kann, nicht gemacht werden sollte und dass es keiner dieses Produkt braucht. Einige dieser Besserwisser sind unwichtig und können leicht ignoriert werden. Die gefährlichen aber sind die, die reich, berühmt und einflussreich sind. Denn weil diese eben so erfolgreich sind, lassen sich Innovatoren vielleicht beeinflussen. Aber sie haben nicht Recht! Sie sind nur deshalb so erfolgreich, weil sie auf der Kurve zuvor sitzen. Aus diesem Grunde können sie die nächste Kurve nicht sehen.

Diese Tipps sind leicht zu lesen, aber extrem schwer umzusetzen. Und dazu kommt noch, dass einem Innovationen sowieso nur schwer in den Sinn kommen. Genau das bringt mich zum nächsten, und eigentlichen Punkt.

Copy Cats

Bei Android haben wir derzeit eine außergewöhnlich große Chance: wir sind noch immer in einem völlig unterschätzten Markt, bei dem es ein großes und wichtiges Benchmark gibt. Apple und das iPhone nämlich! Und hier befindet sich ein reichhaltiger Fundus für den erfolgreichen Android App Entwickler von morgen. Aber: die Zeit ist knapp! Man merkt bereits schon heute, dass mehr und mehr professionelle Entwickler auf den Zug aufspringen und versuchen Claims abzustecken. 

Was man sich abgucken kann

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass erfolgreiche iPhone Apps auch unter Android zu echten Stars heranwachsen dürften. Also geht es zunächst mal darum zu überprüfen was

  • a) beim iPhone erfolgreich läuft und
  • b) unter Android nicht, oder nur in schlechter Qualität verfügbar ist

Die aus meiner Sicht aber sehr viel wertvollere Information ist eine andere: die iPhone Apps klären schon heute was für den wirtschaftlichen Erfolg wichtig ist!

  • Wie ist das Produkt aufgebaut: Wie ist das Design? Wie ist der Style des Produkts? Wie kann man die Nutzerführung realisieren?
     
  • Wie ist das Pricing der App: derzeit liegen die Preise bei Android ca. 30-40% unter denen beim iPhone. Hier hat man also einen guten Indikator. Liege ich mit meinen Preisvorstellungen total daneben? Wie sind die Downloadzahlen in etwa? Was könnte ich mit meiner App umsetzen?
     
  • Wie ist das Geschäftsmodell: ein Punkt, der zu oft unterschätzt oder zu schnell entschieden wird. Dabei sind Geschäftsmodelle das A und das O! Es gibt verschiedene gangbare Wege: verkaufe ich die Software nur einmal? Oder verkaufe ich virtuelle Güter in der App? Kann ich Geld für Updates verlangen? Kann ich ein jährliches Abo anbieten?
     
  • Wie kann ich meine App pushen: auch hier wird man viele nützliche Tipps und Tricks finden! Wie kann ich meine App an den Mann bringen? Gibt es nützliche Werbeformen? Wie kann ich rangehen?
     

Zusammenfassung

In diesem Teil meines Blogposts ging es wirklich nur um die Ideenfindung. Viele Antworten auf diese Fragen werden noch in den nächsten Teilen folgen. An dieser Stelle sei aber auch noch mal auf die Veranstaltung am kommenden Freitag hingewiesen, bei der ich über genau dieses Thema spreche.

Ich denke, alle Android Entwickler haben noch eine große Chance, wenn man sich den App Store genauer ansieht. Ich möchte hier nicht zum plumpen Ideenklau anstiften. Aber ich denke, dass man sich tatsächlich noch inspirieren lassen und gut designte Apps für Android entwickeln kann. Das Zeitfenster für diese Chance wird nicht mehr allzu lange offen bleiben. Ich denke, dass sich in den nächsten 6 Monaten die Android App Landschaft deutlich verändern wird. Alles wird professioneller werden! Wer dabei sein will, der sollte loslegen...



ZU TEIL 2 GEHT ES HIER...

24 Kommentare

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  • Toller Blog. Danke

  • Sehr starker Blog, vielen Dank und Respekt!

  • Der Android-Markt braucht dringend mehr Sortiermöglichkeiten.
    Erst dann ist es möglich aus den ganzen überteuerten Spass-Apps die guten herauszufiltern und dann auch einen Nutzen als Entwickler zu ziehen.

    Es gibt nur die Suche, die neuesten und die Top-Apps.
    Die 80% der Apps die dazwischenliegen sind wirklich sehr schwer zu finden.
    Ganz zu schweigen vom Unterschied zwischen Widgets und Apps.

  •   18

    Klasse Blog!

  • Respekt!!!!!

  • Ein echt toller Blogeintrag, und er ließt sich wie ein Managementbuch, fast alles drin und das noch so das es jeder versteht, ich finde man merkt "der weiß wo von er spricht.

    Klar könnte man noch weitere "Rs" aufzählen
    (das richtige Gut, die richtige Zeit, der richtige Ort, die richtige Menge, die richtige Qualität, die richtigen Kosten, der richtige Kunde)
    Dies setzt eine vollständige Analyse des Markets und der Bedürfnisse und des tatsächlichen Bedarfes vorraus, dabei stellt sich mir die Frage ob es ähnlich vieler anderer nicht virtueller Märkte eine "Plattform" mit diesen ganzen Daten gibt, oder was Fabien davon hält hier eine solche Statistiken zu bündeln?

    Neben dem genannten denke ich wird es bei dem zur Zeit steigenden Angebot von günstigen Internetverbindungen vermehrt Bedarf nach Echtzeitinfos allá den Realtime-Infos der Schweizer Bahnen geben, die im Handy abrufbar sein sollen.
    Ich denke da vor allem an Verkehrsinformationen, aber auch Tankpreise oder Wetterdaten.

    Vieles von dem bietet das Internet schon aber der Aufruf über den Browser ist zu kompliziert oder schlicht unmöglich.

    m.E. benötigt es aber auch von Seiten der anbietenden Unternehmen, wie zb. clever-tanken.de ein Umdenken und ein Öffnen der Datenbanken.

    Hier schließt sich der Kreis, den das würde ein Teil eines BusinessPlans sein, eine gewinnbringende Kooperation, nicht nur im genannten Beispiel sondern bei jeder App Entwicklungen (der eine kann gut designen, der andere programmieren und irgendwer hat die Idee)

    Ich freue mich auch neu spanende Einträge ;-)

  • Ich finde den Aufschrei "Kommerz!" auch ziemlich lächerlich. Wir leben ja nicht im Sozialismus, Leute! Und das ich auch ganz gut so, denke ich. Denn im sonst wären Smartphones noch in 100 Jahren Zukunftsmusik.

    Und es verlangt ja keiner kostenlose Apps zu verbieten. Dort wo ein Informatikstudent mit ein bisschen Langeweile und Elan reicht, um eine App zu schreiben, die das entsprechende Problem löst, wird es auch weiterhin kostenlosen Content geben. Das ist doch am PC unter Windows nicht anders. Es gibt massenweise Freeware für den PC!

  • I nteressanter Artikel. Ich habe mal geschaut: Die erfolgreichsten Iphone Apps sind fast alles Spiele.
    Wieso?
    Mir fällt zu dem Thema noch ein:
    1. Die meisten geben viel Geld aus fur Kauf und monatliche Gebühren. Da bleibt nicht viel übrig.
    Apps mit Werbung sind da gut um Mehrwrt aus den teuren Spielzeug zu ziehen.

    2. Die meisten Apps sind minderwertig ohne viel Fokus auf das UI. Hier wurde ich eine 3. Gruppe aufmachen, die "Real mobile Enablers", die wirklich das Potenzial von Smartphones nutzen.
    3. Viel Geld wird im Bereich Business zu holen sein. Da sind die Anforderungen aber ganz anderen.

  •   15

    Guter Blog! Das Problem, dass die Devs bei Android haben ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass Google sich herzlich wenig um die Entwicklung des Marktes kümmert, weil dieser geschäftlich null Stellenwert hat. Deshalb ist die Suche immer noch schlecht, die Sortiermöglichkeiten unzureichend und der Market immer noch nicht weltweit erreichbar, zumindest was die Paid Apps angeht. Der LauncherProPlus ist eines der besten Programme für Android und muss "unter der Hand" verkauft werden. Das z.B. schreckt sicherlich viele ab. Auch Angry Birds zeigt, dass die Developer z.Zt. eher skeptisch sind, mit Paid Apps einen nennenswerten Gewinn einzufahren, daher setzt man vorerst auf Werbung, was wiederum Google ganz gelegen kommt. Meiner Meinung nach ein sehr kritisches Thema, denn wie du richtig gesagt hast, müssen in so einem Ecosystem alle mitverdienen können. Einen lohnenswerten Profit würde ich gerade nur den Top50 Paid Apps einräumen.

  • Spannender Blog, bin mal gespannt was da so komt.

    Es gibt gerade was Android Apps angeht meiner Meinung nach noch eine ganze Menge zu tun, da langt es nicht einfach nur ein Geschäftsmodell zu haben mit dem man Geld machen kann.
    Wenn ich mir die Apps so angucke, dann gibt es kaum eine die den "Maßstäben" der HCI gerecht wird.
    Wie bereits von Fabien gesagt ist das Problem ehr das die Entwickler für sich programmieren, bzw einfach davon ausgehen was benötigt wird.

    Oft macht es den Eindruck als habe man bei solchen Apps noch nie etwas von User Centered Design, Usage Centered Design, Stakeholdern oder selbst einfachsten User Profiles gehört.
    Als Entwickler selber ist es grade dadurch doch unheimlich schwierig eine neutrale Perspektive seiner App zu betrachten?
    Die Umsetzung, also das eigentliche Programmieren einer App ist noch der einfachste Part bei sowas.
    Schließlich kann sich heutzutage jeder "Laie" nachdem er sich ein wenig schlaugelesen hat eine App aufsetzen.

    Denke das Problem liegt zum großen Teil auch in der Tatsache das während der Entwicklung einfach der Zeitdruck zu hoch ist oder die finanziellen Mittel nicht ausreichen.
    Die HCI ist eine interdisziplinäre Disziplin, bei der eine Vielzahl an Forschungsdisziplinen zum greifen kommen...wie
    Psychologie,Physiologie,Design...usw

    Es gibt beispielsweise massenhaft Methoden und Vorgehensweisen um psychologische Artefakte der Nutzer zu berücksichtigen, sei es beim betrachten kognitiver Modelle oder selbst einfacheren Themengebieten wie der Perzeption (Sehen, Hören...etc)

    Für alle diese Gebiete bräuchte man eigentlich einen Experten (Psychologen z.B.) da man nicht davon ausgehen kann ein normaler Entwickler würde sich in dem Gebiet auskennen.
    Aber all diese zusätzlichen Experten kosten auch alle ein wenig Geld und möchten was vom Kuchen abhaben.
    Um also eine "gute App" zu entwickeln, also eine mit hoher Gebrauchstauglichkeit braucht man entweder viel Zeit, viel Geld..oder am besten beides.

    Zeit werden die meißten wohl keine aufwenden um z.B. eine ausführliche usability engineering-Analyse durchzuführen , betrachtet man sich den derzeitigen Druck mit ständigem Blick auf den AppStore von Apple, mit dem Gedanken im Hinterkopf man müsse jetzt auch endlich mal eine tolle App auf den Markt schmeissen.

    Und Geld ausgeben scheint im Moment auch ehr riskant zu sein, zumindest wenn man sich nach dem Android Market richtet.



    Der Druck "endlich mal was gescheites" auf den Markt zu bringen, sollte ein wenig gedämpft werden, damit wieder Luft für gute Apps ist.

    Lässt sich wie ich finde ziemlich gut mit den Android Tablets vergleichen:
    Apple hat ein tolles Tablet..und schon schießen im wöchentlichen Rythmus News über neue Android-Tabs aus dem Netz, wovon die meißten, nur persönliche Meinung, einfach murks sind weil nicht gescheit nachgedacht wurde.


    So..das wars jetzt aber erstmal
    Sorry für den langen Text ;-)

  • Sehr interessanter Blogger Eintrag so würde ich gerne öfter lesen leider sind es von hier aus über 700 km Sehr schade eigentlich

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    03.11.2010 Link zum Kommentar

    Das ist mir klar! Aber denk mal daran, wie es den Fernsehsendern vor zwei Jahren ging.

    Google ist da eine große Ausnahme! Die konnten bisher jede Krise im Werbemarkt durch extremes Wachstum ausgleichen.

  • "Zum Punkt "mehr Geld durch Werbung, als durch Verkauf": das ist momentan wahrscheinlich wirklich die Regel. Aber das ist sicherlich nicht der normale Weg. Den ich würde niemals einen Businessplan auf Werbung aufbauen."

    Du weißt aber schon, dass Google sein Geld mit Werbung macht? Android finanziert sich durch Werbung :) Die Free-TV-Sender finanzieren sich zB auch so.

  • genialer Blog

  • Ich hab das Wörtchen "Wettbewerb" vergessen, Geld weckt ja auch immer den inneren "Erst0r!!11Einseins" Schweinehund =) Wenns den nicht gäbe, und seine beste Freundin, nämlich die Bequemlichkeit, würden wir vermutlich heute noch Taschenmesser aus steinen dengeln, am lagerfeuer rülpswettbewerbe veranstalten und unsere "weibchen" an den haaren in die höhle zerren... ^^

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    03.11.2010 Link zum Kommentar

    I agree!

  • @michael brauer: Okay, ich fasse das ganze mal so zusammen, wie mein spatzenhirn es gerne hätte:
    Entwickler mit kommerziellen absichten, generieren high end content zum bezahlen, für den der will... Für den der nicht will, fällt am anderen ende vom tisch noch mehr von der kante =) Oder auch: Je mehr Entwickler Geld mit Android Apps verdienen, umso mehr "zieht" Android an, und umso mehr hochwertigen Free content wird es dadurch halt automatisch geben. Ist doch ne feine sache? Zwingt dich keiner geld für ne app zu bezahlen, es dreht sich unterm strich nur um verbreitung und aktivität des betriebssystems... Wo geld verdient wird, ist automatisch auch eine vorwärtsbewegung...

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    03.11.2010 Link zum Kommentar

    Es gibt einige Baukastensysteme... Google bietet so etwas auch an. Ob das natürlich dann immer damit umsetzbar ist, wage ich allerdings zu bezweifeln.

  • Gute Ideen habe ich, wer programmiert? Oder gibt es so wie für ios ein Baukastensystem?

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    03.11.2010 Link zum Kommentar

    @Michael Brauer: was meinst Du damit? Natürlich sollen die Entwickler Kohle damit machen. Sonst kommen ja irgendwann keine coolen Apps mehr.

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