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2 Min Lesezeit 26 Kommentare

Nie wieder Schulbücher wälzen: Bis 2015 sollen in Südkorea Tablets klassisches Lehrmaterial ablösen

Ja, die Südkoreaner: fleißig, fortschrittlich, wissbegierig und Technik-affin. Natürlich sind das nicht die einzigen Eigenschaften dieser asiatischen Nation, doch sind es eben diese Tugenden, die für den nächsten großen Schritt dieses Landes gen Zukunft sorgen könnten. Denn bis zum Jahre 2015 sollen alle Textbücher aller koreanischen Schulen durch Tablets und E-Reader ersetzt werden.

In nur vier Jahren also sollen sämtliche südkoreanischen Kinder sich nicht mehr mit vollbepackten Rucksäcken in die Schulen schleppen müssen und so Folgeschäden wie etwa einen unansehnlichen Buckel oder Bandscheibenvorfälle zu riskieren. Schluss auch mit Eselsohren, vergilbten Bücherseiten mit unzähligen Schmierflecken, überholter Information oder der unglaubwürdigen Ausrede, der Hund, die Katze oder sonstiges Hausgetier habe mal wieder sämtliches Lehrmaterial und natürlich die dazugehörige Hausarbeit gefressen.

Um eine solch große Aktion in doch relativ kurzer Zeit durchzuführen, braucht man allerdings Geld. Und zwar eine Menge davon. Während in manchen Ländern eher ungern monetärer Einsatz für Bildung geleistet wird (in den USA etwa existiert der Traum der Einführung von Tablets & Co. bereits seit der Erscheinung des Kindl-Readers im Jahre 2007, dieser lässt sich aber nur schwer umsetzen, wahrscheinlich auch nicht zuletzt deshalb, weil das vorhandene Geld eben für andere, wichtigere Dinge wie Militär etc. gebraucht wird), hat das südkoreanische Bildungsministerium eingewilligt, über die nächsten kommenden Jahre zwei Milliarden Dollar zu investieren, um jeden Schüler mit einem kostenlosen Tablet und dem nötigen digitalisiertem Lehrmaterial auszustatten. Richtig gelesen: kostenlos.

Der Gedanke ist natürlich gar nicht so verkehrt. Im Gegensatz zu Notebooks und Laptops, die für Kinder doch meist etwas zu groß und sperrig sind, ist die Handhabung eines Tablets sehr nahe an der eines klassischen Buches. Dadurch ist ein reibungsloser und vor allem recht natürlicher Umgang möglich, immerhin lässt sich ein Tablet ja schon fast wie ein Buch halten. Zusätzlich wird natürlich auch die Umwelt geschont, könnte doch auf sehr viel Papier verzichtet werden.

Was das Timing betrifft, könnte es Südkorea kaum besser getroffen haben: Die Tablets der meisten Hersteller werden leichter und gleichzeitig besser, zum Teil günstiger und dennoch leistungsstärker. Wenn es Südkorea also bis 2015 wirklich schafft, alle Schulranzen durch den Ersatz von Büchern durch Tablets und E-Readern wesentlich zu erleichtern, ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Rest der Welt folgt.  Die nächste Sorge ist dann allerdings, dass die Kids sich auch wirklich mit ihrem Lernstoff und nicht irgendwelchen Spielen, Facebook-Updates oder Chats während des Unterrichts beschäftigen. 

Quelle: dvice.com

26 Kommentare

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  • Wie wollen die das besahlen?

  • .... ja.... ich erinnere mich an mein letzten deutsch Aufsatz vor nen halben Monat... Kurzgeschichts Interpretation "Das Brot"... ich hätte ne 5 bekomken ohne mein Handy... den Aufsatz gab es als Vorlage im Internet... bisl umformuliert und fertig... naja... den Kerl neben mir.... und die zwei hinter mir hab ich natürlich auch geholfen... wir aind ja alles teamplayer... jedenfalls denk ich nicht das das gut geht... obwohl ich doch stark bezweifle das man das schulsystem von den Koreanern mit unseren Vergleichen kann... die sind viel....vorsichtiger mit anderen Eigentum als wir.... jedenfalls als einige von uns... es gäbe 5 Leute in meiner klasse wo das Ding entweder als Frisbee, spielkonsole, fliegenklatsche oder zeilscheibe endet... darum ist sowas in dt. noch weniger sinnvoll als dort... ich denk wir um einiges teurer als Bücher....
    mfg

  • .... ja.... ich erinnere mich an mein letzten deutsch Aufsatz vor nen halben Monat... Kurzgeschichts Interpretation "Das Brot"... ich hätte ne 5 bekomken ohne mein Handy... den Aufsatz gab es als Vorlage im Internet... bisl umformuliert und fertig... naja... den Kerl neben mir.... und die zwei hinter mir hab ich natürlich auch geholfen... wir aind ja alles teamplayer... jedenfalls denk ich nicht das das gut geht... obwohl ich doch stark bezweifle das man das schulsystem von den Koreanern mit unseren Vergleichen kann... die sind viel....vorsichtiger mit anderen Eigentum als wir.... jedenfalls als einige von uns... es gäbe 5 Leute in meiner klasse wo das Ding entweder als Frisbee, spielkonsole, fliegenklatsche oder zeilscheibe endet... darum ist sowas in dt. noch weniger sinnvoll als dort... ich denk wir um einiges teurer als Bücher....
    mfg

  •   16

    In meiner Schule wurde schon so einige Prüfungen per PC abgelegt, und alle Microsoft Zertifikate / CompTIA Prüfungen werden digital abgelegt.

    Und man kann da NICHT Spicken, schon mal was von Screencapture gehört?
    Unsere Lehrer / Prüfer haben immer alles gesehn was wir gerade auf dem PC machen und das ohne rumgehen zu müssen. Spicken war unmöglich und die Fragen waren gemixt .. also auch kein Abschreiben...

  • für prüfungen währe das denke ich total unbrauchbar.
    wir mussten spickzettel früher noch irgendwie möglichst unauffällig aus dem versteckt ziehen um mal kurz drauf zu gucken. die angst dabei erwischt zu werden hat viele einfach ganz davon abgehalten.
    mit nem eBook-reader öffnet man einfach nur mal kurz die spickzetteldatei, schlägt die richtige antwort oder die formel nach, die man auswendig können sollte und das alles sieht für den lehrer aus seiner position genau so aus als würde man gerade auf ganz legalem weg die prüfung lösen.

    sicher könnte man versuchen irgendeinen schutz in die eventuell extra angefertigten reader einzubauen. etwa ein piepston beim öffnen einer datei.
    aber bei jedem digitalem schutzmechanismus ist es immer nur eine frage der zeit bis er geknackt wird.
    kinder die dann die richtigen blogs kennen und dadurch wissen wie man sowas umgeht oder deren große geschwister vielleicht informatik studieren sind den anderen gegenüber dann in den prüfungen bevorteiligt.


    als ersatz für bücher finde ich es dagegen sehr sinnvoll. dann aber bitte wegen der gefahr, dass die schüler was anderes machen auch eine sonderanfertigung und kein tablett mit einem weit verbreiteten betriebssystem für das es viele spiele gibt.
    es währe aber trotzdem sinnvoll, wenn es mehr könnte als nur text und bilder darzustellen.
    man braucht oft genug videos im unterrricht. so hätte keiner der ganz hinten in der klasse sitz mehr das problem zu weit vom bildschirm weg zu sein,
    es könnten auch interaktive lern-apps programmiert werden, was mit büchern ganz einfach nicht möglich ist.

  • "Warum soll denn Multiple Choice ein Indikator für ein schlechtes Schulwesen sein?"

    Weil Schule nicht nur Wissen abfragen soll, sondern auch wie der Schüler damit umgehen kann. Als ich in der Schule war, musste man Fragen noch ausführlich beantworten, da ging eine Antwort schon mal über 1 Seite.

    "Kann man fast jede Aufgabe mittels einem Stylus, der für kapazitive Stifte gefertigt wurde, auch auf dem Tablet erledigen.."

    Nicht alles was man kann muss man auch wirklich machen. Ich bevorzuge es auf einem Blatt Papier zu schreiben, wo ich nicht überdimensional schreiben muss, damit es überhaupt funktioniert.

    "Bietet das Tablet besonders bei Prüfungen einen enormen Mehrwert. Aufgaben können "gemischt" werden und bei jedem in einer anderen Reihenfolge erscheinen und somit ist Abschreiben schwerer."

    Und der Schüler ist dann zu dumm um die Antwort die er beim Nachbar gesehen hat der richtigen Frage zuzuordnen? 2 verschiedene Prüfungen kann man aber auch auf Papier erstellen.

  • ja andy das weiß ich aber wenn etwas in großen stückzahlen produziert wird verringert sich der einzelpreis und der staat wid das schul e book auch subventionieren... ;-)

  • Anonymous
    • Mod
    05.07.2011 Link zum Kommentar

    1. Warum soll denn Multiple Choice ein Indikator für ein schlechtes Schulwesen sein?

    2. Kann man fast jede Aufgabe mittels einem Stylus, der für kapazitive Stifte gefertigt wurde, auch auf dem Tablet erledigen... HTC hat es mit dem Flyer vorgemacht.

    3. Bietet das Tablet besonders bei Prüfungen einen enormen Mehrwert. Aufgaben können "gemischt" werden und bei jedem in einer anderen Reihenfolge erscheinen und somit ist Abschreiben schwerer. Lehrer können reagieren, wenn sie von ihrem Platz aus sehen, dass bei vielen Verständnisprobleme der Testaufgabe bestehen.

    Noch etwas: Es ist möglich ein Tablet mit kapazitivem Bildschirm und sagen wir 8 GB Flash Speicher für circa 150-200 Dollar zu bauen. Nehmen wir nun an, dass gut situierte Eltern dieses Geld von alleine aufbringen müssen und das Tablet erst beim Schulwechsel erneuert werden muss. D.h man hat in seinem Schulleben einen Kostenaufwand von sagen wir 400-600 Dollar. Soviel habe ich locker für Schulbücher und Hefte bezahlen müssen.

    Ein weiterer Punkt ist, dass die Einfuhr von Tablets bzw. Smartphones enorme Vorteile im Lernverhalten und der Medienkompetenz bringt. So gibt es in einigen Ländern Pilotprojekte, die das bisher gut zeigen.

  • Das Tablet wird doch erst im Gymnasium oder der Berufsschule richtig interessant. Damals hätte ich mir gewünscht, nicht jede Woche gefühlte 25 Bücher mitzutragen.

  • "Prüfungen können darauf interaktiv gelöst werden"

    Ist das Deutsche Schulsystem schon so schlecht, dass es auf Multiple Choice umgestellt hat, oder wie soll das funktionieren?
    Wenn ich mir vorstelle, ich müsste auf so einem Ding Fragen beantworten... zum Glück hatte ich Stift und Papier.


    Das Kindle wird subventioniert, der wird auch nicht billiger, wenn jemand 1000 Stück davon kauft.

  • Nee, das nicht, aber sein eBook :-)

  • Klasse, dann könnte mein Sohn nie wieder behaupten, er hätte die Bücher für die Hausaufgaben in der Schule vergessen :)

  • ich gehe mal ganz stark davon aus das sie eher auf e books umrüsten das ist die beiweitem beste lösung... sämtliche schulbücher können so ersetzt werden, es ist ein viel angenehmeres lesen und die gefahr das angry bird zocken während des unterrichtes tendiert gegen null^^

    und lasst es uns mal ganz realistisch betrachten, schulbücher kosten für jedes schuljahr geld, gut man muss die bücher nicht kaufen aber dem entsprechend sehen die meisten "leih" exemplare dann auch aus
    in diesem fall gibt man einmalig geld für die hardware aus und evtl n paar euro fünfzig pro buch...

    wenn ich sehe dass das Kindle "nur" 139€ kostet finde ich das garnicht mal so schlimm süd korea wird wahrscheinlich ein eigenes, einheitliches model nur für die schulen bei irgendeinem hersteller in auftrag geben und durch die schiere masse an e books wird der preis wohl deutlich unter 100€/stk liegen

  • Anonymous
    • Mod
    05.07.2011 Link zum Kommentar

    Bessere Vermittlung von interaktiven Inhalten, Online Nutzung der Medien mittels des Tablets, Prüfungen können darauf interaktiv gelöst werden, Papier wird gespart und und und...

    Ich weiß nicht warum hier so viele empört sind.

  • Och... meine ehemalige Schule kann getrost behaupten, dass nur wenig Bäume für Schulbücher gefällt wurden.... so alt wie teils die Bücher waren.

    Es ist doch auch sehr begrenzt, wofür man ein Tablet im Unterricht einsetzen kann. Und nur als Buchersatz ist es dann doch recht teuer.

  • Ich bezweifle dass die Disziplin ausreichend ist...

  • vlt. gibt's - nach reiflicher Überlegung seitens des korean. Schulministeriums - doch nur EIN Tablet pro Klasse, nicht pro Schüler... :-)

  • Naja, so ein Bookreader braucht ja jetzt nicht unbedingt einen Quadcore Prozessor.

    Eigentlich eine schöne Idee, auch wenn ich persönlich lieber Bücher in der Hand halte. So kann das Lehrmaterial schnell und unkompliziert geupdatet werden, wenn ich da an die Büchervergabe an meiner alten Schule denke...

  • ich find des irgendwie komisch nach zwei jahren sind die tablets doch eh veraltet und müssen alle erneuert werden des kostet ja über einen längeren Zeitraum gesehen sehr sehr sehr viel Geld:)

  • Das wird dann wohl der Genickschuss für die südkoreanische Buchdruckindustrie...

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