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Google macht uns nicht dumm – wir denken nur anders

Mit dem Erscheinen von Google (und natürlich auch anderen Diensten) verändert sich unsere Denkweise. Das ist das Ergebnis eines Wissenschaftsmagazins, das von Psychologen der Universitäten in Columbia und Harvard publiziert wurde. Für Nutzer bedeutet dies, das Google & Co. als „transaktives Gedächtnis“ verwendet wird und mit dessen Hilfe auf Informationen zurück gegriffen werden kann, anstatt sich die nötige Information selbst zu speichern.

Die Hauptautorin der Studie Betsy Sparrow erklärt, dass es sich bei diesem transaktiven Gedächtnis um eine Idee handelt, bei der Informationen kollektiv außerhalb der eigenen Person gespeichert werden, von wo aus sie später zu jedem Zeitpunkt abgerufen werden können.

In der Praxis sieht das wie folgt aus: Für die Studie wurden zwei Gruppen mit verschiedenen Informationen versorgt. Während der 1. Gruppe gesagt wurde, dass diese Informationen auf einem Computer gespeichert werden, wurde Gruppe 2 mitgeteilt, dass diese Informationen gelöscht werden. Bei einem späteren Abfragen dieser Informationen konnten die Teilnehmer der Gruppe 2 sich an wesentlich mehr Details erinnern, während Gruppe 1 dafür aber genau wusste, wo die Informationen abzurufen sind.

Für Betsy Sparrow wird dadurch klar, dass wir Menschen Informationen, die wir online abrufen können, auch in Bezug auf das Gedächtnis „online“ behalten. Ihrer Meinung nach machen Google & Co. also nicht dumm, sondern sorgen einfach für einen anderen Umgang mit dem Informationsabrufen. Während man sich normalerweise Dinge direkt merkt, ist die neue Herausforderung heute, sich zu merken, wo man die relevante Information online findet.

An mir persönlich merke ich das etwa daran, dass ich mir z.B. Telefonnumern kaum mehr merke weil ich nicht muss) und viele Details bestimmter Sachen einfach vergesse. Trotzdem weiß ich meistens, wo ich diese Sachen nachgelesen habe und wie ich diese wieder abrufen kann. Ich hoffe also auch, dass ich nicht dümmer werde, nur weil ich mir den Weg zur Information anstatt der Information selbst gut merke. Wie seht ihr das?

Quelle: Pocket-Lint

13 Kommentare

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  •   16

    @Simon V. Ja, wie kommste drauf? xD

  • Dieser Vorgang ist nichts unbedingt was neues, er wurde auch schon von Donald Norman beschrieben: Wir neigen dazu wissen in unsere Umgebung zu stecken und somit Platz in unserem Kopf zu schaffen (das fängt schon bei einfachen Notizen an). Da Google und Co mittlerweile zum normalen Leben dazugehören, ist auch nur logisch, dass wir uns dieser neuen Umgebung bedienen wie wir es bisher auch taten.
    Ich sehe eher die Probleme darin, dass dieses kollektive Wissen zu einemgefährlichen Halbwissen bei einzelnen Personen führen kann…

  • Und prinzipiell würde es auch vollkommen ausreichen, den Kids in der Schule nur Rechnen, Schreiben und Googeln beizubringen. Erdkunde, Geschichte und all das lernintensive Zeugs können sie sich dann nach Lust und Laune selber googeln, so von Interesse. Man könnte die Schulzeit drastisch verringern.
    Sorry, das mußte jetzt einfach raus... :-))

    Nein, aber es stimmt schon: "vor" Google hat man eben alles entweder auswendig gelernt (was den grauen Gehirnzellen ja durchaus nicht abträglich ist) oder niedergeschrieben - "nach" Google macht man sich die Mühe nicht mehr, man kann es ja googeln.

    Allerdings hat diese Bequemlichkeit auch so ihre Nachteile: zum einen kommt man gerne in Versuchung, alles zu glauben, was iwo im Netz geschrieben steht (bzw. man weiß nicht, ob es stimmt oder nicht), zum anderen werden eben genau die oben angesprochenen grauen Zellen nicht mehr gefordert. Frühe Alzheimer läßt grüßen?

  • Ich denke sogar, dass das Wissen breiter wird. Nicht so detailiert, aber breiter. Dadurch dass man weiß, dass man das schonmal irgendwo gelesen hat, kann man es in Ansätzen immer wiedergeben. Soll die Erklärung tiefer sein, bedient man sich Google oder Wikipedia.
    Dadurch ist mein "Allgemeinwissen" deutlich umfangreicher geworden. Und man sagt nicht umsonst: "Dem Generalisten gehört die Welt!", weil man viel mehr Wissen miteinander kombinieren kann.

  • Also ohne Google und Wikipedia wäre ich aufgeschmissen, muss ich ehrlich zugeben^^

    Als IT Techniker angefangen, bin ich nun IT Demand Manager, und in beiden Berufen googelt man wie blöde :) (Vor allem als Techniker..)

    Ist in anderen Berufen nicht anders, soweit ich das einschätzen kann.

  • Darf ich anmerken das das Bild klasse ist?
    Meine Augen finden nicht so schnell einen Punkt zum Fokusieren und das gehirn wächst.

    Hmm und ja.. das "Online-Gedächtnis" ist aus dem leben heute kaum noch weg zu denken, vor allem da Informationen auch unterschiedlich aufgearbeitet sind und nicht wie in vielen lexi(ka?) einfach nur Kopiert werden.

  • Trotzdem sollte man sich nicht nur aufs "Online-Gedächtnis" verlassen..

  •   20

    So ist es doch gut.
    Dann kann man sich auf wichtige Dinge konzentrieren und ist so viel Effektiver, wenn das Gehirn nicht mit Dingen ausgelastet ist, die wo anders schon gespeichert sind.

  •   12

    Wer jetzt noch etwas weiter denken möchte, dem lege ich folgenden Link ans Herz:

    http://youtu.be/MS9554ZoGu8

  • @ Oliver: Chemiker :) ?

  •   16

    Wie unsere Profs uns schon immer klar gemacht haben: Wichtig ist nicht unbedingt, dass man es weiß, sondern, dass man weiß wo es steht.
    Ich denke Bücher und Lexika sind ebenfalls Medien, auf die diese Denk-Theorie zutrifft. Durch das Internet und speziell durch Suchmaschinen wie Google ist das ganze heute nur etwas verlagert im Vergleich zu früher, als es eben nur Printmedien gab.

  • Dieses Prinzip ist nicht neu, es wurde schon immer von Juristen praktiziert: "Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen wo es steht."

    Ich bin selbst Jurist :)

  • das ist exakt auch meine Erfahrung und so wie ich Google nutze. Schon im Studium lernt jeder Student wie man möglichst effizient an Wissen heran kommt. Nicht das Wissen selbst ist es, sondern die Fähigkeit an Wissen zu gelangen.

    Und da Google nun eine unschierbar große Menge an Wissen hortet, vergrößert sich auch dieses bei jeden Einzelnen.

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