Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK

Akkupower von morgens bis abends ist für Heavy User leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.
Stimmst Du zu?
50
50
8050 Teilnehmer

Ende vergangenen Jahres mochte man seinen Augen und Ohren nicht trauen, wenn man in den Nachrichten über den US-Gutscheinanbieter Groupon las. Google wollte den Platzhirschen für Gutscheine für unglaubliche 6 Milliarden Dollar übernehmen. Eine unvorstellbare Erfolgsgeschichte, wenn man bedenkt, dass Groupon erst Ende 2008 - also nur rund 3 Monate vor AndroidPIT ;-) - gegründet wurde. Der Deal platzte allerdings im Dezember, angeblich auch deswegen, weil Groupon einen eigenen Börsengang plane.

 

Nun, ein halbes Jahr später, bringt Google nun seinen Dienst namens "Google Offers". Mit Google Offers können Kunden bei Geschäften tolle Sonderangebote und Rabatte mit 50% und mehr abstauben. Das verspricht zumindest die Webseite, die es seit Kurzem im Netz zu finden gibt.

Was mich dabei erstaunt: Kaum jemand beschreibt den Launch von Google Offers als den absoluten Angriff auf Groupon. Verstehe ich da etwas falsch? Ist das nicht ein Großangriff auf das Geschäftsmodell von Groupon?

Ich denke, es ist ein Großangriff auf Groupon. Und Google hat beste Chancen ein (großes) Stück vom Gutschein-Kuchen abzubekommen. Hier meine Top 5 warum Google tolle Karten in der Hand hat Groupon das Leben von nun an schwer zu machen:

Google braucht dringend ein Geschäftsmodell neben seiner Online Werbung

Das Unternehmen aus Mountain View versucht schon seit einiger Zeit, neben seinem Geschäftsmodell für kontextbezogene Textanzeigen, ein zweites Standbein aufzubauen. Dies mag immer noch nicht so recht gelingen. Es gab eine Vielzahl von Fehlschlägen. Letztes prominentes Beispiel ist sicherlich Google Wave, in das zwar viel Hoffnung, Geld und Ressourcen gesteckt wurde, all diesem aber nicht gerecht werden konnte. Vor einigen Monaten wurde der Service komplett eingestellt.

Man könnte wegen der starken Umsatz- und Gewinnzahlen meinen, es könnte Google herzlich egal sein, ob man nun ein weiteres Geschäftsmodell finde oder eben nicht. Dem ist natürlich nicht so! Es wäre viel zu gefährlich sich auf diesem Erfolg auszuruhen. Alleine Facebook könnte dem Suchmaschinenriese und seinen Gewinnen ordentlich zusetzen. Immer mehr Unternehmen verlagern nämlich (große) Teile ihres Marketingbudgets in Richtung "Social Network". Hinzu kommt, dass wir Menschen ebenfalls große Teile unseres "Zeitbudgets" (die Zeit, die uns insgesamt zur freien Nutzung zur Verfügung steht) in Richtung Facebook verlagern.

Was wäre also, wenn Facebook eines Tages eine coolere, noch bessere Suchmaschine als Google aus dem Hut zaubern würde?! Warum nicht bei Facebook suchen, wenn wir sowieso einen Großteil unserer online verbrachten Zeit beim sozialen Netzwerk unseres Vertrauens verbringen?! Unrealistisch? Sicher nicht! Google ist sich der "sozialen Gefahr" bewusst. Es bereits an Abwehrstrategien gearbeitet.

Google braucht weitere Geschäftsmodelle. Und sie suchen schon seit langem fast schon krampfhaft danach.

Google hat quasi beliebig viel Online Reichweite zur Verfügung...

Groupon hat sich im Couponing-Markt ganz nach oben katapultiert. Jeden Monat melden sich tausende neue User beim Webservice aus den USA an und machen ihn so zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Welt. Nun ist Groupon auf diesem Markt nicht alleine zuhause. Trotzdem schafft es der Service wie kein anderes Unternehmen User für sich zu gewinnen. Einer der Gründe ist natürlich die hervorragende Deal-Struktur, die Groupon seinen Kunden bieten kann. Das Unternehmen schafft es immer wieder richtig gute, attraktive Schnäppchen zu gewinnen. Entscheidend dürfte aber vor allem die Reichweite sein, die Groupon mittlerweile durch seine Bekanntheit, aber auch durch die besten Platzierungen im Online-Marketing erreicht hat.

Egal wie "Profi" Groupon in Sachen Deal-Struktur auch sein mag - in Sachen "Online-Platzierung" und "Online Reichweite" kann weltweit niemand Google das Wasser reichen. Wenn Google Sichtbarkeit für ein Produkt haben möchte, dann bekommt sie der Suchmaschinenanbieter auch.

Diesen Vorteil könnte Google bei "Google Offers" nun gegenüber Groupon ausspielen - und für das neue Couponing-Produkt für höchste Aufmerksamkeit sorgen.

...und erreicht auch mobil jede Menge Menschen

Android, und die damit für Google neu aufgebaute Reichweite, ist ebenfalls ein Pluspunkt, der auf das Konto von Google geht. Mit Android erreicht Google jetzt schon viele Millionen Menschen, die über YouTube, Google Maps und den Standard Android Browser (bei dem die Google Suche natürlich voreingestellt ist) Informationen abrufen.

"Google Maps" und "Gutscheine" - just good friends

Überhaupt ist Google Maps ein mächtiges Tool, das beim Couponing optimal eingesetzt werden kann:

  • Wo in meiner Umgebung gibt es gerade Gutscheine und Schnäppchen?
  • Wie komme ich am schnellsten dorthin?
  • Kann ich einen Coupon eventuell direkt online über Google Maps einlösen?
  • Und so weiter...

Es gibt quasi kein Smartphone auf der Welt, die den Kartenservice von Google nicht nutzen. Es ist unwahrscheinlich, dass Google seinen Service nur für sich selbst beansprucht, wenn es um Coupons geht. Allerdings ist die Kontrolle über diesen möchtigen Service ganz bestimmt kein Nachteil.

Google Wallet - Gutscheine und NFC in Kombination machen richtig viel Sinn

Der letzte Punkt ist für mich das sogenannte Tüpfelchen auf dem i. Es dürfte kein Zufall gewesen sein, dass Google Offers und Google Wallet am selben Tag gelauncht wurden. Mit Google Wallet wird man zukünftig via Handy direkt bezahlen können, ohne dass man seine Kredit- oder EC-Karten zücken muss.

Erworbene Coupons und Tickets können zukünftig direkt über das Internet an das Telefon geschickt werden. Will man einen Coupon dann einlösen, braucht man keinen ausgedruckten Gutschein mehr, sondern kann sein Schnäppchen direkt über das Smartphone einlösen. Und im Anschluss daran dann auch bezahlen.

Dieser Bequemlichkeitsvorteil könnte für viele Coupon-Kunden durchaus entscheidend sein zukünftig Schnäppchen immer mehr bei Google Offers zu erwerben. Bequemlichkeit siegt eben sehr oft. Damit dies Option Wirklichkeit werden kann, braucht es natürlich auch entsprechende Terminals in den Geschäften. Ich bin mir aber sicher: Google wird alles daran setzen mit starken Partnern diese Infrastruktur schnell aufzubauen. Dass das klappen kann, sieht man schon am Beispiel "Android". Hier konnte der Suchmaschinenanbieter ebenfalls innerhalb kurzer Zeit die wichtigsten Player im Markt hinter sich bringen und so den Smartphone-Markt neu aufrollen.


Fazit
Google greift Groupon frontal an. Die Karten stehen für den Internetriesen nicht schlecht! Coupons und das Bezahlen von Diensten via Smartphone könnten das lang ersehnte, weitere Geschäftsmodell von Google werden.

Groupon dürfte sich jetzt langsam schon warm anziehen. Mit Google haben sie einen echten Konkurrenten, der jede Menge funktionierende Waffen für den Coupon-Krieg in der Hand hat. Der Markt ist zwar riesig und bietet genügend Platz für mehrere Anbieter. Aber Groupon möchte an die Börse - und braucht gerade jeden zur Verfügung stehende Marktanteil.

Uns Kunden kann das nur freuen. Wo Wettbewerb ist, entstehen bessere Preise und Innovation. Beides können wir immer gut gebrauchen.

 

13 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:

  • Google hat mit okurt ein soziales netzwerk, das zumindest in Indien und Brasilien weiter verbreitet ist als Facebook. Uns dann sind da noch die Google profile die man für picasa online, buzz etc braucht.


  • Also ich sehe für Google eine rosige Zukunft, wenn sie die richtigen Entscheidungen machen,

    1. Android: mobile Werbung, Apps, Inhalte (ebooks, Filme...). Für die beiden letzt genannten Punkte muss Google aber ordentlich am Market arbeiten, und zwar nicht nur an der Market-App, sondern am ganzen Ökosystem drumherum.

    2. Google Offers: hat Fabien ja sehr schön beschrieben ;)

    3. Social: Google hat ja schon sehr viele "soziale" Produkte, jetzt ist ja auch noch +1 hinzugekommen. Wenn man das immer weiter ausbaut und dann irgendwann unter eine Oberfläche vereint, dann noch schön mit den ganzen Google-Diensten verzahnen, und schon sieht Facebook richtig alt aus. Google muss halt nur ihre Produktvielfalt optimal ausnutzen und miteinander verknüpfen.

    4. Chrome: Der Browser ist auf dem Vormarsch, und mit der Zeit wird auch Chrome OS Marktanteile gewinnen, davon bin ich überzeugt. Zunächst wohl eher was für Business und Unis, aber in naher Zukunft auch für Konsumenten. Wenn ich im Chrome-Store sehe, was es alles für Webdienste gibt (von Präsentationen über Bilderbearbeitung und "PDF to Word Converter" bis hin zu Beatlab und Graphenkalkulation, in den USA die ganzen Video on demand Dienste), dann glaube ich hat Chrome OS in Zukunft gute Karten. Je stärker die Cloud und das Internet, desto stärker wird Chrome OS.


  • Arrg... Entschuldigung Fabien.


  • FabiEn ;-) nicht Fabian ;-)


  • Google Wave gibt es im übrigen immer noch... wird jetzt von Apache unter den Namen Apache Wave weiter betrieben. Nach Google war Wave auch kein völliger Fehlschlag da viel Programmcode zB in Google Docs eingeflossen ist und sie möchten eher die Funktionen von Wave in ihre andere Produkte einfließen lassen.
    Letztendlich sind solche Fehlschläge auch nicht schlimm. Der Ruf von Google ist ja auch, dass sie den Mitarbeitern viel freien Raum lassen und erst mal jeder Idee nachgehen. Ich denke das macht auch den Erfolg von Google aus.

    Allerdings finde ich auch, dass Google bei sozialen Plattformen gepennt hat. Zwar haben sie es versucht (keine Ahnung ob es das noch gibt), aber nie so richtig geschafft. Eric Schmidt hat erst gesagt, dass er es bereut nicht mit Facebook zusammengearbeitet zu haben und so einige große Chancen verpasst haben. Ehrlich gesagt bin ich aber froh, dass sie das nicht taten. Ich hoffe ja, dass sie OpenID mehr voran bringen und das dies zu einem dezentralen, freien "Facebook" ausgebaut wird.

    Haben sie doch... wurde aber kaum verwendet.

    Letztendlich will ich auch mal die Beiträge von Fabian loben. Nicht nur die Blog-Einträge sind sehr gut, auch die Testberichte kann man sofort Fabian zuordnen.


  • Wenn Facebook DER Gegner ist warum wird nicht ein Soziales Netzwerk entwickelt. Haben ja so wenige :o
    Facebook hat genug Lücken und viel zu große Sicherheitslücken. Ich suche nach eine alternative zu Facebook. Wenn Google nicht auf Geld sondern nur auf Schutz der Suchmaschine aus ist dann wäre das bestimmt eine gute alternative.


  • Schöner Blog! :)

    AndroidPIT wird dann von Microsoft gekauft und auf WindowsPhonePIT geändert^^ wäre euch das auch 6 Milliarden wert? :) ;)

    Ich bin gespannt wie schnell Google das mit Offers ausbaut und wir auch hier mal testen können.


  • Mal ein großes Lob, Fabien! Deine Blogs sind wirklich immer richtig klasse, man merkt das du dich mit den Dingen richtig auseinander setzt! Das gefällt mir!


  • sehr informativer und vorallem interessanter beitrag, ich freue mich auf das was da noch so alles von google kommt....


  • Wave wurde übrigens nicht eingestellt sondern wird solange weiterbetrieben bis es eine offene Alternativlösung gibt zu der die User ihre Daten transferieren können.


  • Man müsste abwarten, wie Google Offers aussehen wird, aber erst mal glaube ich nicht, dass sie sich gegenseitig ausstechen. Google Offers verstehe ich eher als Werbung zur Kundenbindung, so was wie Payback mit zusätzlichen Hinweisen auf Aktionen. Coupon ist aber doch eher ein Unternehmen, welches eher schleppende oder unbekannte Unternehmen pushen will, das ganze mit einem individuellen, zugeschnittenen Angebot. Ehrlich gesagt kann ich mir das bei Google so nicht vorstellen. Google ist für mich immer noch das Unternehmen, welches auf Softwarelösung baut, automatisierte Lösungen mit möglichst wenig Personalaufwand. Ob ein Angebot wie Coupon bietet so funktioniert?

    Oder setzt Google in Zukunft tatsächlich mehr auf Dienstleistung und (vor allem) Beratung? Individuelle Google Apps und Google Werbeangebote?
    Könnte sein, wäre aber doch sehr Google-Untypisch... bei Google muss man ja in der Regel froh sein, wenn sie ein paar Mitarbeiter in ihren Foren abstellen.

    Und zum Wert von Coupon: 6 Milliarden? WTF.... zu meiner Schulzeit hatte ich noch eine ähnliche Idee (wie wahrscheinlich viele andere). Am Ende geht es aber um die Umsetzung und nicht um die Idee. Hätte ich aber damals gewusst was so eine Idee Wert sein könnte hätte ich es wohl nicht aus dem Auge verloren.


  • Google übernimmt die Weltherrschaft!
    Gut zusammengefasst. Weiter so!


  • Auf in die Gutscheinschlacht (:

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!