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Farmville-Erfinder Zynga verliert deutlich an Wert - und warum irgendwann der Weltfrieden gefährdet ist

 

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Autsch! Das tut weh. Zumindest den Aktionären des Farmville-Erfinders Zynga. Die dürften sich nämlich schon seit Monaten riesig gefreut haben. Immerhin stand der Börsengang des virtuellen Viehzüchters vor der Türe und hätte den Gründern und Investoren Weihnachten ziemlich versilbern können. Ach, was rede ich - vergolden!!

Immerhin war davon die Rede, dass Zynga mit einem Unternehmenswert von $15 und $20 Milliarden an die Börse gehen könnte. Ein sportlicher Wert, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen gerade mal vier Jahre alt ist. Die Valuation, also der Wert des Unternehmens, hat aber offenbar in den letzten Wochen ziemlich gelitten. Techcrunch berichtet nämlich heute, dass Zynga bei einem Börsengang seine eigenen Aktien nur noch für $8 bis $10 pro Stück anbieten wird. Das entspräche einem Unternehmenswert von ca. $8 bis $10 Milliarden. 

Das finde ich immer noch recht stolz. Immerhin verkauft das Unternehmen nichts als heiße Luft. Das soll nicht despektierlich klingen. Es ist tatsächlich so! Zynga hat sich auf den Aufbau von Social Games spezialsiiert, die vor allem bei Facebook gespielt werden. Geld wird mit dem Verkauf von virtuellen Gütern verdient. Das Geschäft lohnt sich. Im abgelaufenen Quartal konnten die Jungs so über $300 Millionen umsetzen. Geil, oder?

Als Grund für den implodierten Unternehmenswert wird vor allem die europäische Finanzkrise genannt. Persönlich glaube ich aber, dass man sich beim kalifornischen Unternehmen immer schwerer tut Begeisterung für die eigenen Spiele zu finden. Ich kann nur von mir selbst ausgehen, aber ich könnte die Menschen, die mir "Spieleanfragen" schicken und mich damit komplett zuspammen teeren, federn, erschießen. "Noch eine Frage zu Mafia Wars, und ich schicke Dir Don Carleone persönlich in die Bude". Genau das denke ich mir. Jeden Tag.

Und was hat das jetzt alles mit Android zu tun?

Richtig! Wir sind eine Android-Seite. Und Zynga hat auf den ersten Blick nicht wirklich etwas damit zu tun. Das Internet wird aber immer mobiler. Entsprechend wird der Sprung in Richtung "Mobile" von allen großen Browsergames-Hersteller kommen. Auch von Zynga. Und die haben kürzlich bereits gut von sich Reden gemacht, als man versuchte den Angry Birds Entwickler Rovio für satte $2,25 Milliarden zu kaufen.

Die haben übrigens freundlich abgelehnt! Üblicherweise wird so ein Deal zu einem sehr großen Teil in Aktien bezahlt. Für mich ist das ein Indiz, dass Rovio weder an Zynga, noch an einen erfolgreichen Börsengang glaubt. Die Börsenwerte einiger hochgelobter Internet-Startups sind zuletzt schwer unter Druck geraten. Groupon verlor beispielsweise seit seinem Börsenstart fast 50% an Wert. Rovio dürfte sich also gedacht haben, dass man besser auf den eigenen Erfolg setzt, als sich das Zepter aus der Hand nehmen zu lassen.

Es ist eine Frage der Zeit bis Social Games à la Farmville auch auf das Handy ganz erfolgreich portiert werden. An einem Durchbruch dürften aktuell wohl schon einige Firmen fieberhaft arbeiten.

Aber, Jungs, ernsthaft: Wenn es auf meinem Handy dann ständig bimmelt und ich zu Androidville eingeladen werde - spätestens dann werde ich meine Drohung wahr machen und den Verusachern Schweinepest, stinksaure Vögel, die Mafia und was ich sonst noch finde, an den Hals hetzen. 

Sprich: Der Weltfrieden ist in Gefahr!

Quelle: Techcrunch.com

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17 Kommentare

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  • Fabien Roehlinger
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    02.12.2011 Link zum Kommentar

    Intellektuelles Kapital finde ich an sich auch gut. Das große Problem bei diesen Valuations ist doch nur, dass die Schwankungen teils erheblich sind. Nicht messbare Größen sind eben auch nur schwer zu bewerten.

  • Warum der Wert der Firma so stark zurückgegangen ist, kann u.a. daran liegen, dass wesentliches Humankapital abgewandert ist, also aus der Firma ausgeschieden ist. Es kann aber auch daran liegen, dass der Markt sich verschlechtert hat.

  • Naja, der Unternehmenswert setzt sich aus verschiedensten Bausteinen zusammen. Gerade bei solch einem "jungen" Unternehmen wird schnell klar, dass der wahre Wert, welcher über dem Buchwert liegen dürfte, nicht im Aktivposten der Bilanz zu finden ist. Bei diesen Unternehmen macht das intellektuelle Kapital den wesentlichen Unterschied. Hierzu müssen aber andere Instrumente zur Messung des Unternehmenswert herangezogen werden.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
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    02.12.2011 Link zum Kommentar

    Hi Arne, das ist mir klar. Aber die Rohmarge ist voller DB für die Lohnkosten. Das Ecosystem dahinter verstehe ich auch. Ich hatte mal eine Firma (Bailamo, die am Ende allerdings weniger gut lief :-)), bei der wir einen 3D-Chat mit virtuellen Gütern betrieben haben. Sprich: das Konzept ist mir recht gut bewusst.

  • Fabian, der Verkauf von virtuellen Gütern erzielt natürlich nicht nur Deckungsbeitrag. Erstmal müssen diese Güter ja designt werden und das System dafür programmiert werden, also entstehen Lohnkosten. Dann müssen diese Güter ja auch digital auf Serverfarmen "gelagert" werden, das kostet Equipment, das abgeschrieben werden muss, Strom und wieder Lohnkosten, der Warenverkehr erzeugt zusätzlichen Traffic etc pp...

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
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    02.12.2011 Link zum Kommentar

    Da muss man allerdings sagen, dass die 300 Mio Umsatz im letzten _Quartal_ gemacht wurden. Insgesamt macht Zynga knapp eine Milliarde Dollar. Der Gewinn ist übrigens mit 12 Millionen Dollar im letzten Quartal verhältnismäßig klein, was mich gewundert hat. Immerhin sollte der Umsatz ja eigentlich reiner Deckungsbeitrag sein.

  • ein Unternehmen, das grad mal 300 Mio Umsatz macht kann nun mal keine 10 Mrd oder mehr wert sein. Das ist diesselbe Luftnummer wie Facebook (soll 100 Mrd wert sein).

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
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    01.12.2011 Link zum Kommentar

    Dass es nicht funktioniert, würde ich nicht behaupten wollen. Die Frage ist, wie nachhaltig es auf Dauer ist.

  • Daß Groupon kein funktionierendes Geschäftsmodell hat, sollte doch inzwischen bekannt sein.

  • Fabien Roehlinger
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    01.12.2011 Link zum Kommentar

    Die Valuations der US-Firmen sind dennoch ungleich höher als hierzulande. Und teilweise auch mit fraglichen Multiples.

  • @ Carsten
    Das liegt zum einem daran, weil ein Unternehmen nunmal nicht nur das Wert ist was es in einem Jahr umsetzt. Man kann das mit Fussballspielern vergleichen. Da wird bei Jungen talenten auch ihr Potential bezahlt. Außerdem bekommt man ja nicht nur einmal den Umsatz rein sondern jährlich!

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
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    01.12.2011 Link zum Kommentar

    Das stimmt allerdings. Ich bin recht froh, dass Zynga Rovio nicht kaufen konnte.

  • @Fabien:
    Das stimmt für Zynga mindestens so wie für deren Kunden ;)

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
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    01.12.2011 Link zum Kommentar

    Ich denke, sie haben aktuell ein Problem mit ihrer Facebook-Abhängigkeit. Da müssen sie ein wenig aus der Zwickmühle raus.

  • Das sind einfach Master ... mal "hoffen" das jetzt nicht alles schief geht ...

  • Schön geschrieben und zu wahr :)

    Über die Börsen etc. will ich mich gar nicht echauffieren, da es sich meinem Verständnis entzieht, warum ein Unternehmen über Nacht auf einmal milliardenschwer ist, obwohl es im Vergleich zu seinem Marktwert kaum etwas umsetzt. Wert = Umsatz * 50 bei einem so jungen Unternehmen ist schon heftig.

    Aber da man ja mit Sch... und warmer Luft Geld verdienen kann... Ach ich lass es einfach bleiben, fülle mein frisch geatmetes in Tüten, verkaufe diese, gehe an die Börse und bin Milliardär bis die Blase platzt :D

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